Horace Mann, 1. Baronet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sir Horace Mann, 1. Baronet, KB (* 1701[1]; † 6. November 1786 in Florenz) war der langjährige Botschafter Großbritanniens in Florenz.

Johann Zoffany Die Tribuna der Uffizien, Detail, von links Mr. Gordon, Thomas Patch, Sir John Taylor, Horace Mann, sitzend im Vordergrund Felton Hervey, gemalt 1772 bis 1777, Royal Collection

Leben[Bearbeiten]

Horace Mann war der Sohn des erfolgreichen Londoner Kaufmanns Robert Mann (1677−1752), besuchte Eton College und studierte kurz (da es mit seiner Gesundheit nicht zum Besten stand) an der Universität Cambridge (Clare College) und unternahm dann in den 1730er Jahren eine Kavalierstour durch Europa. 1737 wurde er zunächst Sekretär des britischen Botschafters beim Großherzog der Toskana, Charles Fane. Später war er selbst in Florenz als Diplomat, zuerst 1738 als Chargé d´affaires, 1740 bis 1764 als Botschafter und danach ab 1767 außerordentlicher Gesandter.

In Florenz unterhielt er in seiner Villa in der Fondaccio Santo Spirito ein offenes Haus für Besucher aus seiner Heimat (insbesondere für englische Reisende, die ihre Grand Tour absolvierten) und dem europäischen Ausland[2] und ist heute vor allem wegen seiner ausgedehnten Korrespondenz mit Horace Walpole bekannt, den er 1739 kennenlernte. Er war auch ein Protegé der Musik von Georg Friedrich Händel, dessen Oratorien er in Florenz ab 1768 aufführen ließ, im Zusammenwirken mit Lord George Cowper (1738−1789), der ebenfalls in Florenz lebte. Er war auch Kunstsammler mit Verbindungen zu vielen bildenden Künstlern wie Raphael Mengs in Rom oder dem englischen Maler Thomas Patch (1725−1782), der in Florenz lebte und mit dem er eng befreundet war.

Da Großbritannien keinen offiziellen Botschafter beim Papst in Rom hatte, gehörten auch Berichte aus Rom und speziell über die Aktivitäten der Jakobiten (Old Pretendenter James Francis Edward Stuart und Young Pretender Charles Edward Stuart) zu seinen Aufgaben.

1755 wurde er zum Baronet ernannt und 1768 zum Ritter des Bath-Ordens.

Er heiratete nie. Nach dem Tod seines älteren Bruders Edward 1775 erbte er den Familiensitz in Linton in Kent. Er übergab den Familiensitz in Linton aber schon 1775 gegen eine jährliche Zahlung an seinen Neffen und Erben[3] Horatio (Horace) Mann, 2. Baronet, den Sohn seines Bruders Galfridus, der 1756 starb. Dieser war beim Tod seines Onkels in Florenz, den er fast jedes Jahr dort besuchte, und danach wenige Monate britischer Chargé d´affaires. Mit ihm erlosch die Baronetswürde, da er nur drei Töchter und keinen Sohn hatte.

Er sollte nicht mit dem US-amerikanischen Pädagogen Horace Mann verwechselt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manchmal wird auch 1706 angegeben
  2. Unter anderem waren Johann Joachim Winckelmann und Casanova dort Gäste. Casanova schrieb in seinen Memoiren „Geschichte meines Lebens“ (Propyläen Ausgabe, Band 7, S.214), dass Mann wegen seines Reichtums, seiner Liebenswürdigkeit, seines Kunstsinnes und seines guten Geschmacks der Abgott von Florenz sei.
  3. Letters of Walpole, Band 1, London 1840, S. VI