Hypoiodige Säure

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Strukturformel
Struktur von Hypoiodiger Säure
Allgemeines
Name Hypoiodige Säure
Andere Namen

Unteriodige Säure

Summenformel HIO
CAS-Nummer 14332-21-9
Eigenschaften
Molare Masse 143,91 g·mol−1
pKs-Wert

10,64[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Als Hypoiodige Säure bezeichnet man die Sauerstoffsäure des Iods der Oxidationsstufe +1. Sie hat die Summenformel HIO, ihre Salze werden Hypoiodite genannt. Hypoiodige Säure ist nur in Lösung kurzzeitig beständig und kann nicht rein erhalten werden.

Darstellung[Bearbeiten]

Die Darstellung der Hypoiodigen Säure verläuft analog der Hypochlorigen Säure und der Hypobromigen Säure durch Umsetzung molekularen Iods mit Wasser.

\mathrm{I_2 \ + \ H_2O \longrightarrow \ HIO \ + \ HI}

Um das Reaktionsgleichgewicht nach rechts zu verschieben, wird die Reaktion in Gegenwart von Quecksilber(II)-oxid durchgeführt, wobei Quecksilber(II)-iodid als Addukt mit Quecksilber(II)-oxid aus der Lösung ausfällt.[1]

\mathrm{2 \ I_2 + 3\ HgO + H_2O \longrightarrow \ HgI_2 \cdot 2\ HgO + 2\ HIO}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Hypoiodige Säure ist eine unbeständige Säure, die zur zweistufigen Disproportionierung zu Iod und Iodsäure neigt.[1]

\mathrm{5\ HIO \longrightarrow \ 2\ I_2 + HIO_3 + 2\ H_2O}

Die Hypoiodige Säure ist die schwächste Hypohalogenige Säure (pKs = 10,64).[1] Sie kann sowohl Oxidations- als auch Reduktionsmittel sein.

Verwendung[Bearbeiten]

Wahrscheinlich ist Hypoiodige Säure die aktive Spezies der in der Medizin zur Desinfektion verwandten Iodlösung Iodwasser.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d A.F.Holleman, E.Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen Chemie, Walter de Gruyter & Co. Berlin 1995, 101. Auflage, ISBN 3-11-012641-9.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Universität Kiel: Iod (PDF-Datei; 165 kB)