Iodsäure

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Strukturformel
Struktur von Iodsäure
Allgemeines
Name Iodsäure
Andere Namen
  • Jodsäure
  • Iod(V)-säure
Summenformel HIO3
CAS-Nummer 7782-68-5
PubChem 24345
Kurzbeschreibung

farblose, rhombische, piezoelektrische Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 175,91 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

4,63 g·cm−3 [2]

Schmelzpunkt

110 °C [2]

pKs-Wert

0,804[3]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
03 – Brandfördernd 05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​314
P: 220​‐​280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Ätzend Brandfördernd
Ätzend Brand-
fördernd
(C) (O)
R- und S-Sätze R: 8​‐​34
S: 17​‐​26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Iodsäure, auch Jodsäure, ist eine Halogensauerstoffsäure, wie Chlorsäure und Bromsäure. Sie ist die einzige der Halogen(V)-säuren des Typs HXO3, die sich wasserfrei isolieren lässt.

Herstellung[Bearbeiten]

Iodsäure wird durch Oxidation von Iod mit starken Oxidationsmitteln wie Salpetersäure (HNO3), Chlor, Chlorsäure oder Wasserstoffperoxid (H2O2) gewonnen:[5]

\mathrm{I_2 + 6 \ H_2O + 5 \ Cl_2 \ \rightleftharpoons \ 2 \ HIO_3 + 10 \ HCl}

Die entstehende Salzsäure muss aus dem Gleichgewicht entfernt werden, da sie die Iodsäure wegen der Rückreaktion reduzieren und das Gleichgewicht auf die linke Seite verschieben würde. Dies kann beispielsweise mit Quecksilber(II)-oxid (HgO) erreicht werden.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Nach dem VSEPR-Modell ist Iodsäure trigonal pyramidal aufgebaut. Iodsäure bildet durchsichtige, farblose, rhombische Kristalle, die sich in Wasser sehr leicht lösen. Der Stoff ist eine mittelstarke Säure mit dem pKs-Wert 0,804 und wirkt stark oxidierend. Iodsäure ist polymorph. Neben der thermodynamisch stabilen, nichtzentrosymmetrischen α-Form existiert auch eine metastabile, zentrosymmetrische γ-Form[6].

Iodate[Bearbeiten]

Iodate sind die Salze der Iodsäure der allgemeinen Formel MnIO3 (M=Metall, n=abhängig von der Wertigkeit des Metalls). Sie sind beständiger als Chlorate und Bromate, aber wie diese starke Oxidationsmittel. Aus Iodaten kann man Iodsäure durch Reaktion mit Schwefelsäure freisetzen.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Iodsäure und Iodate sind sehr starke Oxidationsmittel und können mit reduzierenden Stoffen wie Schwefel, Metallpulver oder organischen Substanzen explosionsartig reagieren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Iodsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 14. Juli 2014.
  2. a b c d e Datenblatt Iodic acid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. April 2011 (PDF).
  3. Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., Band 1, Academic Press 1963, S. 316-8.
  6. Z. Anorg. Allg. Chem. 631(9), 1574-1576.