Ideal (Band)

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Ideal
Allgemeine Informationen
Genre(s) Neue Deutsche Welle
Gründung 1980
Auflösung 1983
Gründungsmitglieder
Annette Humpe
Ernst Ulrich Deuker
Frank Jürgen Krüger († 26. April 2007)
Hans-Joachim Behrendt

Ideal war eine Berliner Band als Vorreiter und dann Teil der Neuen Deutschen Welle, die zu den erfolgreichsten Vertretern dieser Musikrichtung zählte. Besonders bekannt wurden ihre Stücke Blaue Augen, Berlin, Irre, Eiszeit und Monotonie.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1980 schlossen sich Annette Humpe, Ernst Ulrich Deuker, Frank Jürgen Krüger (Eff Jott) und Hans-Joachim Behrendt (Hansi) zur Band Ideal zusammen.

Annette Humpe (seit 2003 der kreative Kopf der Band Ich + Ich) spielte zusammen mit ihrer Schwester Inga Humpe (seit 2000 Bandleaderin bei 2raumwohnung) bei den Neonbabies, bevor sie mit Frank Jürgen Krüger von den X-Pectors zu Ideal wechselte. Im Mai 1980 veröffentlichte Ideal die erste, für das bandeigene Independent-Label Eitel-Imperial produzierte Single „Wir stehn auf Berlin/Männer gibt's wie Sand am Meer“, die als Kleinauflage schnell vergriffen war.

Die britische Rockband Barclay James Harvest, vor allem in Deutschland erfolgreich, gab am 30. August 1980 vor dem Berliner Reichstagsgebäude ein Free-Open-Air Konzert als Dankeschön für die treuen zahlreichen deutschen Fans. Die 150.000 Besucher sahen auch Ideal,[1] die im Vorprogramm spielten, was für die Band ein wichtiger Schritt in eine größere Medienöffentlichkeit war.

Im November erschien die erste LP mit dem Titel „Ideal“ auf dem Label „IC“ des deutschen Elektronikers Klaus Schulze, da der Entdecker der Band Klaus D. Mueller (kdm), langjähriger Freund, Wegbegleiter und Musikverleger von Klaus Schulze, nur Absagen von den damals bekannten Labels bekam. Die Platte stieg bis Juni 1981 auf Platz 3 der deutschen LP-Charts. Eine Besonderheit dieser Langspielplatte war, dass sie auf 45 Umdrehungen pro Minute (also der eigentlich für Singles vorgesehenen Geschwindigkeit) abgespielt werden musste; man erwartete dadurch Klangvorteile, behielt diese Technik für weitere Veröffentlichungen aber nicht bei. Es folgten die ersten Auslandskonzerte in Österreich und der Schweiz. Im August 1981 trat Ideal vor 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne auf. Dieser Auftritt im Rahmen der SFB-Rocknacht wurde bundesweit ausgestrahlt.

Danach begann die Studioarbeit am zweiten Album. Gemeinsam mit Produzent Conny Plank entstand „Der Ernst des Lebens“, das im Oktober veröffentlicht wurde. Gleichzeitig erhielten Ideal die erste goldene Langspielplatte für ihr Debüt-Album. Damit wurde zum ersten Mal in Deutschland ein Produkt einer unabhängigen Plattenfirma vergoldet.

Die Fans sahen Ideal bei 27 ausverkauften Konzerten während der Reise 1981/82, die im November und Dezember über die deutschsprachigen Bühnen ging. Beim Abschlusskonzert zugunsten der Berliner Hausbesetzer erhielt Ideal die zweite goldene Schallplatte, diesmal für „Der Ernst des Lebens“.

Im Herbst 1982 entstand in Wien das dritte Album „Bi Nuu“ unter der Regie von Micki Meuser. Im Dezember 1982 stieg es in die Charts ein, erreichte allerdings nur den 20. Rang. Die Umsätze blieben hinter den Erwartungen der Plattenfirma zurück. Eine geplante weitere Deutschlandtournee wurde abgesagt.

Am 31. März 1983 erreichte ein Telex der Gruppe die Medien: „Die Gruppe Ideal löst sich auf. Ideal war von Beginn an als ein Projekt geplant, eine Arbeitsgemeinschaft, die so lange bestehen sollte, wie die Unterschiede der einzelnen Mitglieder die Arbeit spannend und kreativ machte. Unsere Musik war immer ein Resultat der Auseinandersetzung von vier verschiedenen Persönlichkeiten, nicht um Kompromisse, sondern um Songs zu (er-)finden, auf die jeder stehen konnte. In drei tollen Jahren haben wir aus dieser Konstellation das Beste rausgeholt.

Im Juni 1983 erschien mit „Zugabe“ ein Livealbum der Berliner Band, ein „Andenken, Abschiedsgruß und Dankeschön an die Fans“ (Ideal).

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Ideal
  DE 3 xx.11.1981 (… Wo.)
  AT 3 15.11.1981 (20 Wo.)
Der Ernst des Lebens
  DE 4 xx.xx.1981 (… Wo.)
  AT 5 15.02.1982 (12 Wo.)
Bi Nuu
  DE 20 xx.xx.1982 (… Wo.)
  AT 18 15.01.1983 (2 Wo.)
Singles
Eiszeit
  DE 16 28.12.1981 (20 Wo.)
Blaue Augen
  DE 48 10.05.1982 (6 Wo.)
Monotonie
  DE 21 24.05.1982 (14 Wo.)
  AT 8 01.06.1982 (6 Wo.)
Keine Heimat
  DE 47 03.01.1983 (10 Wo.)

Alben[Bearbeiten]

  • Ideal (LP 1980, CD 1987/2005)
  • Der Ernst des Lebens (LP 1981, CD 1988/2005)
  • Bi Nuu (LP 1982)
  • Zugabe (LP 1983, Live)

Kompilationen[Bearbeiten]

  • Eitel Optimal – Das Beste (CD 1992)
  • Eiszeit (CD 1996)
  • Monotonie (CD 2000)
  • The Platinum Collection (CD 2007)

Singles[Bearbeiten]

  1. "Wir stehn auf Berlin / Männer gibt’s wie Sand am Meer", Eitel Imperial, Mai 1980
  2. "Eiszeit / Schwein", Dezember 1981
  3. "Blaue Augen / Rote Liebe", Mai 1982
  4. "Monotonie / Geheimnis der Großstadt", Mai 1982
  5. "Keine Heimat / Ask Mark Ve Ölüm", Januar 1983
  6. "Blaue Augen / M.I.A. REMIX

Maxi-Singles[Bearbeiten]

  1. "Blaue Augen / Rote Liebe", 1980
  2. "Monotonie / Geheimnis der Großstadt", Mai 1982

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zuschauerzahl des West-Berlin-Konzerts (1980), spiegel.de, abgerufen am 20. Juli 2012