Idrisiden von Asir

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Emir Muhammad ibn Ali al-Idrisi
Flagge des Idrisiden-Emirats von Asir während der Unabhängigkeit

Die Idrisiden von Asir waren eine arabische Dynastie in Asir in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Nach der Entmachtung der Idrisiden in Marokko im 10. Jahrhundert wanderten Teile der Familie nach Ägypten aus. Mit Ahmad al-Idrisi siedelte einer der ägyptischen Idrisiden 1825 nach Mekka über, wo er eine puritanische Bruderschaft gründete. Er lebte später auch in Asir, wo seine Nachkommen großen Einfluss auf die Bergstämme des Landes erlangten.

Muhammad ibn Ali al-Idrisi versuchte zunächst im Bündnis mit dem jemenischen Imam Yahya ibn Muhammad (1904-1948), dann gegen ihn, die Osmanen, die den Jemen und Asir seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wieder beherrschten, zu vertreiben. Der Aufstand wurde allerdings von osmanischen Truppen niedergeschlagen. Dennoch konnte Muhammad während des Italienisch-Osmanischen Krieges mit Unterstützung Italiens die faktische Unabhängigkeit erringen. Nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Muhammad (1911-1923) auch von Großbritannien anerkannt. Mit britische Hilfe besetzten die Idrisiden 1916 die jemenitische Hafenstadt al-Hudaida und nach der Kapitulation der Osmanen 1918 auch Abha.

Allerdings konnte sein Sohn al-Hassan nach 1923 den Ausbruch dynastischer Machtkämpfe nicht verhindern, was zu Interventionen des Jemen und der Saudis führte. So eroberte der Jemen al-Hudaida zurück, während Abd al-Aziz ibn Saud das Protektorat über die Gebirgsstämme sicherte (1926). Nach kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen kam Asir im Vertrag von Taif 1934 endgültig an Saudi-Arabien.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephan Ronart, Nandy Ronart: Lexikon der Arabischen Welt. Ein historisch-politisches Nachschlagewerk. Artemis Verlag, Zürich u. a. 1972, ISBN 3-7608-0138-2.