Ignotus

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erste Ausgabe Nyugat 1908. Ignotus als Chefredakteur

Ignotus (lateinisch: „der Unbekannte“; geboren als Hugó Veigelsberg) (* 2. November 1869 in Pest; † 3. August 1949 in Budapest) war ein ungarischer Publizist, Literaturkritiker, Dichter und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Ignotus ist in einer deutschsprachigen jüdischen Familie aufgewachsen. Sein Vater Leó Veigelsberg[1] war Chefredakteur des Pester Lloyd, sein Sohn Pál Ignotus (1901-1978)[2] wurde ein bedeutender Schriftsteller und Essayist.

Ignotus promovierte in Recht an der Budapester Universität, dann wurde er Journalist. Ab dem Jahr 1891 war er Mitarbeiter der Zeitschrift A Hét, wo er 1893 eine Rezeptsammlung startete, die im Buch "Emma asszony szakácskönyve" - "A Hét szakácskönyve" erschien. 1902 ging er zur Tageszeitung Magyar Hírlap. In diesen Jahren bereiste er Deutschland, die Türkei, den Balkan und die USA. 1906 war er einer der Mitgründer der Zeitschrift „Szerda“.

1908 gründete er mit Ernő Osvát und Miksa Fenyő die Literaturzeitschrift Nyugat und war in Jahren 1908 bis 1929 ihr Chefredakteur. Als erster hat er die Originalität von Endre Ady begriffen (1906) und auf die Werte des Werkes von Mihály Babits hingewiesen (1908). Ignotus war begeistert von Zsigmond Móricz, 1915 war er Entdecker von Józsi Jenő Tersánszky[3]. Ignotus wurde nach dem Tod von Pál Gyulai 1909 der ungarische "Literaturpapst". Im Revolutionsjahr 1919 ging er nach Wien, von wo er seine journalistische Tätigkeit fortsetzte. Er war auch einer der ersten, die auf den Dichter Attila József aufmerksam gemacht haben (1926). Nach dem Tod von Ernő Osvát im Jahr 1929 wurde auch sein Name von der Titelseite des „Nyugat“ gestrichen, was einen persönlichen und schweren Streit mit Babits verursachte.

Ignotus emigrierte 1938 von Wien über Budapest nach London und ging 1941 in die USA. 1948 kehrte er todkrank nach Ungarn zurück.

Literaturpreise[Bearbeiten]

  • Pro Arte
  • Baumgarten Preis[4] (1949)

Werke[Bearbeiten]

Grab von Ignotus auf dem Kerepesi temető in Budapest. Bildhauerarbeit von István Martsa.

Es gibt keine Übersetzungen.

  • A Slemil keservei (1891)
  • Vallomások (1895)
  • Változatok G-húron (1902)
  • A Hét szakácskönyve (1902), (1906), (1908)
  • Olvasás közben (1906)
  • Feljegyzések (1909)
  • Kísérletek (1910)
  • Színházi dolgok (1912)
  • Egy év történelem (1916)
  • Ignotus Verseiből (1918)
  • Ignotus novelláiból (1918)

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Röder, Herbert A. Strauss, Institut für Zeitgeschichte München (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. (International biographical dictionary of Central European emigrés 1933-1945.) 4 Bände, Saur, München 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe ungarische Wikipedia hu:Veigelsberg Leó
  2. siehe ungarische Wikipedia hu:Ignotus Pál
  3. siehe ungarische Wikipedia hu:Tersánszky Józsi Jenő
  4. siehe ungarische Wikipedia hu:Baumgarten-díj