In the Year 2525

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

In the Year 2525 (Exordium & Terminus) ist ein vom Duo Zager & Evans im Jahre 1969 verfasster futuristischer Folk-Rock-Song über die Beziehung des Menschen zur Technologie und zur Erde, der sich zum weltweiten Millionenseller entwickelte.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Denny Zager und Rick Evans hatten sich im Jahre 1965 von der Band Eccentrics getrennt und sich entschlossen, als Folk-Rock-Duo aufzutreten. Der von Rick Evans bereits im Jahre 1964 in einer halben Stunde komponierte Song entstand im November 1968 für das winzige Label Truth Records, das Zager & Evans gehörte. Aufgenommen wurde der Titel in Odessa/Texas im November 1968 im Tonstudio von Tommy Allsup Recordings (East County Road & 56th Street), das im Jahre 1965 gegründet worden war. Die Hintergrund-Instrumentation für diese apokalyptische Ballade stammte von Schülern der Odessa Permian High School. Es begann mit einer Anfangspressung von nur 1.000 Stück, die Zager & Evans aus dem Kofferraum ihres Autos und an lokale Plattenläden verkauften.[1] Nachdem einige lokale Radiostationen die Platte spielten, wurden weitere 10.000 Exemplare gepresst. Regional wurden also insgesamt 11.000 Stück verkauft.

Erfolg[Bearbeiten]

Zager & Evans - In the Year 2525

In New York erregte die ungewöhnliche Aufnahme das Interesse von RCA-Produzent Ernie Altschuler. Veröffentlicht am 21. Juni 1969 als In the Year 2525 (Exordium & Terminus) / Little Kids (RCA #74-0174), erreichte der Titel am 12. Juli 1969 den ersten Rang der Pop-Hitparade. Der Zusatz zum Titel war die lateinische Form von Beginn und Ende. Er verweilte mit sechs Wochen an der ersten Position länger als alle anderen Tophits des Jahres 1969 auf diesem Rang. Bereits am 8. Juli 1969 wurde eine Goldene Schallplatte für eine Million Exemplare verliehen. Insgesamt wurde der Song zwei Millionen Mal in den USA und weitere zwei Millionen Mal weltweit bis 1985 verkauft.[2] Es wird davon ausgegangen, dass er inzwischen zehn Millionen Mal umgesetzt worden ist.

Am 7. Juli 1969 wurde noch eine gleichnamige EP und LP nachgeschoben. Der Erfolgssong ist bis heute die einzige Nr. 1 eines Science-Fiction-Textes in den USA. Wie sich herausstellte, war In the Year 2525 ein One-Hit-Wonder, weil nachfolgende Singles nicht mehr die Hitparaden erreichten. Dass ein Multimillionenhit wie dieser nicht aus den berühmten Tonstudios, sondern aus einem regionalen Tonstudio im Westen von Texas kam, war eine ziemliche Leistung.[3]

Rezeption[Bearbeiten]

Coverinfo.de zählt 26 Coverversionen des Stücks.[4] Bereits 1969 veröffentlichte die Sängerin Dalida eine französische Coverversion unter dem Titel L’an 2005. 1972 erschien vom Duo Nina & Mike eine deutsche Version unter dem Titel Was wird sein (in sieben Jahren)?, dessen Text sich allerdings einzig auf die Sorgen eines Paares um seine künftige Beziehung bezieht.[5] Die Band Visage veröffentlichte auf ihrem Album Fade to Grey – The Singles Collection eine zuvor unveröffentlichte Coverversion.

1991 coverte das Lied die EBM Band Project Pitchfork auf ihrem Album Dhyani und 1994 die Band Laibach für ihr Album NATO unter dem Titel 2525 mit verändertem Text. Die Musik zur Fernseh-Serie Cleopatra 2525 aus dem Jahr 2000 basierte auf diesem Lied. Im Jahr 2009 veröffentlichte Ian Brown, Sänger und Mitbegründer der Stone Roses, ebenfalls eine Cover-Version des Songs auf seinem Album My Way. In der Zeichentrickserie Futurama kam das Lied, mit einem leicht abgeänderten Text (u.a. In the year 252525), in der Episode Die unglaubliche Reise in einer verrückten Zeitmaschine vor. Die Band Fields of the Nephilim coverte das Lied für ihr 2005 erschienenes Album Mourning Sun.

Inhalt[Bearbeiten]

Der prophetische und visionäre Text ist eine Zeitreise durch die Zukunft der Menschheit und beginnt im Jahre 2525. In Intervallen von in der Regel 1010 Jahren befassen sich die Strophen mit Voraussagen menschlicher Situationen. So werden im Jahre 3535 die Gedanken, Handlungen und Sprache des Menschen durch eine tägliche Pille programmiert. In jeder Strophe ändert sich dieses Muster, auch musikalisch steigert sich die Tonart jeweils um eine halbe Stufe. Beginnend von As-Moll nach A-Moll, dann nach B-Moll für die Strophen der Jahre 7510, 8510 und 9595. Hier ist eine ökologische Grundbotschaft in der Art enthalten, dass der Mensch von Mutter Erde alles genommen habe, ohne ihr etwas zurückzugeben. Danach beginnt das Fade-out wiederum mit dem Jahr 2525. Ist alles schon einmal durchlebt worden bevor ein neuer Zyklus begann? Schafft die Menschheit eine positive Wende? Die Antwort bleibt offen. "The twinkling of starlight (Licht am Ende des Tunnels)" und "maybe it's only yesterday" soll Hoffnung geben.

Das Thema schildert den Weltuntergang durch passive Inkaufnahme und übermäßige Abhängigkeit der Menschen von ihren übertriebenen Technologien, die die Menschheit letztlich entmenschlichen. Wegen der pessimistischen und negativen Inhalte gehört der Song zu den Dystopien. Laut Time-Magazin höre sich der futuristische Song an, als ob er „von einem Computer der Rand Corporation komponiert“ worden sei.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fred Bronson: The Billboard Book of Number One Hits. Billboard Publishing, New York 1985, ISBN 0-85112-431-3, S. 256.
  2. Joseph Murrells: Million Selling Records. Batsford, London 1985, ISBN 0-7134-3843-6, S. 296.
  3. Joseph J. Carr, Joe Carr, Alan Munde: Prairie Nights to Neon Lights: The Story of Country Music in West Texas. Texas Tech University Press, Lubbock, Tex 1997, ISBN 0-89672-349-6, S. 157.
  4. Coverinfo-Eintrag über In the Year 2525
  5. Was wird sein (in sieben Jahren)?, Auftritt von Nina & Mike in der ZDF-Sendung disco
  6. Pop: Futuristic Nostalgia. In: Time-Magazine. 18. Juli 1969.