Informations- und Kommunikationstechnik

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Dieser Artikel behandelt die Informations- und Kommunikationstechnik; zu anderen Bedeutungen von IKT siehe IKT (Begriffsklärung).

Informations- und Kommunikationstechnik (IKT; auch Informations- und Kommunikationstechnologie, IuK-Technologie, IuK-Technik; englisch und in der Schweiz meist verwendet: information and communication technology, ICT) ist Technik im Bereich der Information und Kommunikation.

Technische Kapazität[Bearbeiten]

Informations- und Kommunikationstechnologie kann für drei Arten von Anwendungen benutzt werden: 1. die Übermittlung von Informationen durch den Raum (von Ort A nach Ort B, sprich „Kommunikation“); 2. die Übermittlung von Informationen durch die Zeit (von Moment 1 nach Moment 2, sprich „Speicherung“); und 3. die geregelte Umformung von Informationen in Raum und Zeit durch einen Algorithmus (sprich "Computer-Berechnungen").

  1. Die weltweite technische Kapazität, Informationen über (unidirektionale) Broadcast und Rundfunk Netzwerke zu empfangen, ist von 432 Exabyte (optimal komprimiert) im Jahre 1986, auf 1900 Exabyte im Jahre 2007 gewachsen.[1] Die globale effektive Kapazität, Informationen durch (bidirektionale) Telekommunikationsnetze auszutauschen, ist von 281 Petabyte (optimal komprimiert) im Jahre 1986 auf 65000 Petabyte (optimal komprimiert) im Jahre 2007 gewachsen.[1]
  2. Die globale technische Kapazität, Informationen zu speichern, ist von 2,6 Exabyte (optimal komprimiert) im Jahre 1986 auf 295 Exabyte (optimal komprimiert) im Jahre 2007 gewachsen.[1] Dies ist das informationale Äquivalent von 404 Milliarden CD-ROMs für 2007. Wenn man diese Compact Disks stapelte, ergäbe sich ein Stapel, der von der Erde bis zum Mond reicht, und ein weiteres Viertel dieser Entfernung darüber hinaus.[2]
  3. Die technische Kapazität der Welt, Informationen mit Mehrzweck-Computern zu berechnen, ist von 3,0 × 108 MIPS im Jahre 1986 auf zu 6,4 × 1012 MIPS im Jahre 2007 gewachsen.[1]

Geschichtliche Entwicklung des Begriffs[Bearbeiten]

Der zusammenfassende Begriff entstand Anfang der 1980er Jahre, als begonnen wurde, die Fernsprechnetze zu digitalisieren, und sowohl in den digitalen Endgeräten der Netze als auch in den lokalen und öffentlichen Übertragungsnetzen selbst Informationstechnik zum Einsatz kam. Dienste wie Teletext, Bildschirmtext und dedizierte Datennetze wie Datex-L beziehungsweise Datex-P entstanden zu dieser Zeit. Es entwickelte sich die Vorstellung, dass die ursprünglich ganz verschiedenen Industriezweige Informationstechnik einerseits, der sich damals hauptsächlich mit Groß- und Bürorechnern befasste, und Kommunikationstechnik andererseits, der sich hauptsächlich mit dem Fernsprechnetz befasste, zusammenwachsen würden, um einen neuen großen Industriekomplex zu bilden. Im deutschen Verbandswesen wurden dementsprechend die Gruppierungen, die die Industriezweige repräsentieren, zusammengelegt und umbenannt.

Ab den 1990er Jahren hat sich eine rasch wachsende Diversifikation in beiden Bereichen entwickelt, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Die grundlegenden Techniken haben aber nicht nur diese Bereiche erfasst, sondern auch in einer Fülle weiterer Industrien (von der Fahrzeugtechnik bis zur Haustechnik) zu einer immer noch wachsenden Produktvielfalt geführt.

Seit 2000 hat der Begriff „ICT“ durch die große Verbreitung des Internets und die zentrale Rolle IP-basierter Dienste in der IT (als IP-Netzwerke) und zunehmend in der Kommunikationstechnik (als IP-Telefonie) in Politik, im Management und besonders in den namensgebenden Industrien wieder an Bedeutung gewonnen.

Informations- und Kommunikationstechnik wird auch als Deckbegriff definiert, der jegliches Kommunikationsinstrument oder Kommunikationsanwendung beinhaltet, inklusive Radio, Fernsehen, Mobiltelefone (Handys), Hardware und Software für Computer und Netzwerke, Satellitensysteme, etc. sowie die verschiedenen Dienstleistungen und Anwendungen, die mit diesen Dingen verbunden sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d "The World’s Technological Capacity to Store, Communicate, and Compute Information", Martin Hilbert and Priscila López (2011), Science, 332(6025), 60–65; kostenfreien Zugriff auf den Artikel gibt es durch diese Seite: martinhilbert.net/WorldInfoCapacity.html
  2. "Video Animation über The World’s Technological Capacity to Store, Communicate, and Compute Information from 1986 to 2010