Ingenieurkammer

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Eine Ingenieurkammer ist eine berufsständische Vereinigung von Ingenieuren, die im Regelfall in der Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts organisiert ist. Die Ingenieurkammer bietet Beratung bei rechtlichen Fragen und beruflicher Selbständigkeit, bietet Weiterbildungen an und vermittelt Ingenieure sowie Sachverständige. Die Aufnahmebedingung ist im Regelfall der Hochschulabschluss als Ingenieur; weitere Bedingungen gibt es normalerweise nicht.

Die Ingenieurkammern in Deutschland und Österreich haben als Organisationen der Selbstverwaltung zumeist freiberuflich tätiger Ingenieure wie beratende Ingenieure und bauvorlageberechtigte Ingenieure unter anderem folgende Aufgaben:

  • Regelung der Berufsordnung und des Standesrechts
  • Förderung der Zusammenarbeit verschiedener Ingenieurdisziplinen
  • Mitwirkung an Gesetzen und Verordnungen, die das Berufsfeld von Ingenieuren betreffen
  • Beratung von Politik, Gemeinden und anderen Institutionen bei aktuellen technischen Entscheidungen und Zukunftsaspekten
  • Fragen der Ausbildung und Weiterbildung im freien Beruf; Information und fachbezogene Tagungen
  • Kontakt zu technischen Hochschulen und Mitwirkung bei der Erstellung von Studienordnungen
  • Fragen der Zulassung und von Qualitätskontrollen
  • Schlichtung allfälliger Streitigkeiten
  • Mitwirkung bei der Erstellung und Überwachung der Gebührenordnung
  • Beratung und Unterstützung der Mitglieder bei fachlichen und rechtlichen Fragen, bei Versicherung, Umweltschutz usw.
  • Beratung bei beruflicher Verselbständigung

Die Details ihrer Verbandsaufgaben variieren von Kammer zu Kammer. Während es sich bei einigen Kammern um eine Allgemeine Ingenieurkammer für Ingenieure aller Fachrichtungen handelt, beschränken sich andere Kammern auf Ingenieure des Bauwesens. Auch gemeinsame Kammern für Ingenieure und Architekten kommen vor.

Die meisten Ingenieurkammern unterscheiden in zwei Mitgliedergruppen: Pflichtmitglieder, für die – aufgrund ihrer Berufsbezeichnung als „beratender Ingenieur” oder aufgrund von anderen gesetzlichen Regelungen wie die Pflichtmitgliedschaft für bauvorlageberechtigte Ingenieure im Saarland – die Mitgliedschaft in der Kammer verpflichtend ist, sowie die freiwilligen Mitglieder, die nicht zur Mitgliedschaft gesetzlich verpflichtet sind.

Gemeinsames Gremium der Ingenieurkammern ist die Bundesingenieurkammer mit den Aufgaben, die Ingenieurkammern zu beraten und zu unterrichten, auf Bundes- bzw. internationaler Ebene zu vertreten und gemeinsame, einheitliche Regelungen zu erarbeiten.

Weblinks[Bearbeiten]