Saarland

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Saarland
Flagge des Saarlandes
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Über dieses Bild
Flagge
Landeswappen des Saarlandes
Wappen
Landeshymne: Saarlandlied
(„Ich rühm’ dich, du freundliches Land an der Saar“)
Sprache: Deutsch
Landeshauptstadt: Saarbrücken
Fläche: 2.569,69 km²
Einwohnerzahl: 991.000 (30. November 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 386 Einwohner pro km²
Arbeitslosenquote: 7,2 % (Juli 2014)[2]
Schulden: 16,953 Mrd. EUR (30. Juni 2013)[3]
ISO 3166-2: DE-SL
Website: www.saarland.de
Politik
Regierungschefin: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)
Regierende Parteien: CDU und SPD
Sitzverteilung im Landesparlament: CDU 19
SPD 18
Linke 8
Piraten 4
Grüne 2
Letzte Wahl: 25. März 2012
Bundesratsstimmgewicht: 3
Saarland karte neu.png

Das Saarland (französisch Sarre, Abkürzung SL) ist ein Land im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Es grenzt im Norden und Osten an das Land Rheinland-Pfalz, im Süden an das französische Département Moselle in der Region Lothringen (Lorraine) und im Westen an den luxemburgischen Distrikt Grevenmacher. Das Saarland ist von den Flächenländern das kleinste und gemessen an der Einwohnerzahl das zweitkleinste Land (vor Bremen).

Zusammen mit Lothringen, dem Großherzogtum Luxemburg, dem deutschen Land Rheinland-Pfalz und der belgischen Region Wallonien bildet das Saarland die Großregion Saar-Lor-Lux.

Als politische Einheit entstand das Saarland als „Saargebiet“ im Jahre 1920 infolge des Versailler Vertrages. Es wurde aus dem Deutschen Reich ausgegliedert und unterstand als Mandatsgebiet 15 Jahre lang dem Völkerbund. Das Saargebiet war kleiner als das spätere Saarland, da die damals festgelegte Nordgrenze südlicher als die heutige lag. 1935 wurde das Saargebiet nach der im Vertrag vorgesehenen Volksabstimmung aufgrund von ca. 90 % Zustimmung wieder in das damals nationalsozialistische Deutsche Reich eingegliedert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Gebiet des heutigen Saarlandes bis 1947 zur französischen Besatzungszone. Im Jahre 1947 wurde das Saarland, größtenteils in den heute noch gültigen Grenzen, zu einem (teil-)autonomen Land, das eine Art Protektorat der Franzosen und wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen war. Nach einer Volksabstimmung im Jahre 1955 trat das Saarland 1957 der Bundesrepublik Deutschland politisch bei („kleine Wiedervereinigung“). Der wirtschaftliche Anschluss durch Übernahme der D-Mark sollte erst an einem späteren, zunächst geheimen Tag vollzogen werden. Der im Volksmund „Tag X“[4] genannte Zeitpunkt wurde dann kurzfristig auf den 6. Juli 1959 0 Uhr festgelegt.

Geographie

Das Saarland liegt im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Es erstreckt sich über Teile des Hunsrücks mit dem Schwarzwälder Hochwald, des Lothringischen Schichtstufenlandes und des Saar-Nahe-Berglandes. Weitere wichtige Gebiete sind der Bliesgau und der Saargau mit ihren fruchtbaren Kalksteinböden.

Die höchste Erhebung ist der Dollberg (695,4 m), nördlich von Nonnweiler, die zweithöchste der Schimmelkopf (694,8 m) nördlich von Weiskirchen. Die bedeutendste Erhebung ist jedoch der Schaumberg bei Theley mit seinem Aussichtsturm. Er gilt als der Hausberg des Saarlandes, wohl auch aus der Tradition heraus, dass er der höchste Berg des ehemaligen Saargebietes war. Er ist mit seinen 569 Metern relativ niedrig, ragt aber alleinstehend aus einer eher flachen Umgebung heraus.

Ein Drittel der Fläche des Saarlandes ist mit sommergrünem Mischwald bedeckt. Damit hat das Saarland gemeinsam mit Hessen und Baden-Württemberg die prozentual größte Waldfläche Deutschlands. Darüber hinaus nimmt hier der Laubwald im Vergleich zu allen anderen Bundesländern den größten Anteil der Gesamtwaldfläche ein.

Der längste saarländische Fluss ist die Blies, von deren 99,5 km Flusslauf etwa 93 km im Bundesland liegen, vom Lauf der Saar dagegen nur 68 km. Die Blies entspringt im nördlichen Saarland bei Selbach und mündet im Süden als Grenzfluss bei Saargemünd (Frankreich) in die Saar. Weitere wichtige Flüsse sind Mosel, Prims, Nied und Nahe. Das Klima ist gemäßigt ozeanisch. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt im Durchschnitt bei 800 Millimetern. Das Saarland gehört zu den wärmsten Regionen Deutschlands.

 Commons: Niederschlagsdiagramme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Landschaften

Eines der Wahrzeichen des Saarlandes: Saarschleife bei Mettlach

Neben der politischen Gliederung in Gemeinden und Landkreise können folgende Landschaften und Gebiete beschrieben werden. Sie zeichnen sich durch ein relativ einheitliches Erscheinungsbild in Abgrenzung zu benachbarten Landschaften und Gebieten aus, das oft durch gemeinsame politisch-historische oder wirtschaftliche Zusammenhänge (besonders Landwirtschaft, Industrialisierung) entstanden ist.

Geschichte

Die Bergbau- und Stahlindustrie war prägend für die jüngere Geschichte des Landes: Fördertürme und Hochöfen auf einer Briefmarke von 1953
100 Saar-Franken von 1955
Hauptartikel: Geschichte des Saarlandes

Das Saarland ist eine historisch sehr junge politische Einheit, es wurde 1920 aus vormals preußischen und bayerischen Gebieten gebildet. Im 19. Jahrhundert hatten außerdem das Großherzogtum Oldenburg (Exklave Fürstentum Birkenfeld) und Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha (Fürstentum Lichtenberg) kleine Anteile an Gebieten, die heute zum Saarland gehören. In der Zeit vor der Französischen Revolution glich die politische Landkarte der Region einem Flickenteppich, die vier bedeutendsten Herrschaften im Gebiet des heutigen Saarlandes waren die Grafschaft Saarbrücken, das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, das Kurfürstentum Trier und das Herzogtum Lothringen. Diese vier Herrschaften spiegeln sich auch im heutigen Landeswappen wider.

Die ehemaligen, vor 1794 teilweise selbständigen Territorien, die auf dem Gebiet des heutigen Saarlandes existierten, waren in der Vergangenheit stets deutschsprachig, standen aber immer wieder zeitweise unter französischem Einfluss, insbesondere im späten 17. Jahrhundert während der französischen Reunionen sowie im Zeitraum zwischen der Französischen Revolution und dem Zweiten Pariser Frieden.

Auch nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zweiten Weltkrieg befand sich das Land unter französischen Einfluss. Von 1920 bis 1935 stand das „Saargebiet“ (so der damalige Name) unter der Verwaltung des Völkerbundes, während es zum französischen Wirtschaftsraum gehörte. Am 1. März 1935 wurde das Saargebiet unter dem Namen Saarland nach einer Volksabstimmung wieder Teil des Deutschen Reiches.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Saarland zunächst zur Französischen Besatzungszone, bevor es im Januar 1946 aus dem Zuständigkeitsbereich des Alliierten Kontrollrates herausgelöst wurde. Das „Saarprotektorat“ erhielt 1947 eine eigene Verfassung und eine eigene Staatsbürgerschaft. Am 16. Juni 1947 erhielt es noch kurzzeitig eine eigene Währung, die Saar-Mark, die am 20. November 1947 durch die französische Währung, den Französischen Franc, ersetzt wurde. Erneut hatten die Saarländer über ein Jahrzehnt lang eine Sonderstellung inne. Diesmal nahmen sie auch mit eigenen Mannschaften an Olympia 1952 sowie an der Qualifikation zur Fußball-WM 1954 teil.

Am 23. Oktober 1955 wurde eine Volksbefragung über die Zukunft des Saarprotektorates durchgeführt, in der 67,7 Prozent der Saarländer Nein sagten und sich damit gegen das von Adenauer ausgehandelte (zweite) Saarstatut aussprachen. Das Ergebnis der Abstimmung wurde als Wunsch der Saarländer interpretiert, sich der Bundesrepublik anzuschließen. Die Franzosen lenkten nun ein, am 27. Oktober 1956 wurde in Luxemburg der Saarvertrag abgeschlossen, worauf das Gebiet am 1. Januar 1957 als zusätzliches Bundesland Teil der Bundesrepublik Deutschland wurde. Die wirtschaftliche Angliederung samt Übernahme der D-Mark wurde erst Mitte 1959 vollzogen.

Bevölkerung

Der größte Ballungsraum im Saarland sind die Achsen Dillingen–Saarbrücken und Saarbrücken–Neunkirchen/Saar; sie werden wegen ihrer Form gelegentlich auch unter dem Begriff der „Lyoner-Achse“, abgeleitet von einer Vorliebe der Saarländer für eine bestimmte Wurstsorte, zusammengefasst. Die Bevölkerungsdichte ist im Norden, Südwesten und Westen des Landes geringer. Im Saarland werden vor allem rhein- und moselfränkische Mundarten gesprochen.

Das Gebiet des heutigen Saarlandes war nie französischsprachig. Aus Verbundenheit mit der Region wird allerdings in der Schule üblicherweise als erste Fremdsprache Französisch und nicht Englisch gelehrt. Das Saarland ist das einzige deutsche Land, das an Gymnasien sowohl Englisch als auch Französisch als Pflichtfremdsprache vorschreibt.

Die saarländische Bevölkerung erlebte in der Neuzeit zwei wesentliche Wachstums- und Einwanderungsschübe. Der erste betrifft die Zeit des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Nach den katastrophalen Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges, der sich in der Großregion Lothringen bis 1661 hinzog (Friede von Vincennes) und fast nahtlos durch den Pfälzischen Erbfolgekrieg fortgesetzt wurde, waren am Ende des 17. Jahrhunderts weite Landstriche menschenleer, der gesamte Bevölkerungsverlust wird in der Fachliteratur auf ca. 80 % geschätzt. Durch eine gezielte Einwanderungs- und Siedlungspolitik wurden Neubürger aus ganz Europa angeworben, darunter auch französische Hugenotten und protestantische Salzburger, aber auch katholische Wallonen.

Den zweiten Schub erlebte die Region im 19. Jahrhundert. Während die Industrialisierung im frühen 19. Jahrhundert nur zögernd einsetzte, nahm die Bevölkerung nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 sehr stark zu: Die Einwohnerzahl der Großregion Saarbrücken vervierfachte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.[5] Hauptzuzugsraum waren dabei die nördlich der industrialisierten Gebiete gelegenen, stark ländlich geprägten Regionen des Hochwaldes und des Hunsrücks. Dies führte dazu, dass auch in den ehemals evangelischen Gebieten der Grafschaft Saarbrücken heute die Mehrheit der Bevölkerung katholisch ist (74 Prozent der Bevölkerung sind katholischen und 21 Prozent evangelischen Glaubens; das Saarland hat somit prozentual den größten katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland). Gleichzeitig sorgten die saarländischen Stahl- und Hüttenbarone und die preußische Grubenverwaltung dafür, dass die Arbeiter und Bergleute zu günstigen Konditionen Grundeigentum und Häuser erwerben konnten, das Saarland hat deswegen bis heute bundesweit die höchste Eigentumsrate beim Grundbesitz.

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung des Saarlandes

Die Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des heutigen Saarland seit 1924:[6]

Jahr Einwohner
1924 751.300
1925 759.400
1930 794.500
1935 814.576
1938 823.978
1940 812.753
1945 745.612
1946 857.630
Jahr Einwohner
1950 948.716
1955 996.238
1960 1.060.493
1965 1.127.354
1966 1.132.127
1970 1.121.300
1975 1.096.333
1980 1.066.299
Jahr Einwohner
1985 1.045.936
1990 1.072.963
1995 1.084.370
2000 1.068.703
2004 1.056.417
2005 1.050.293
2006 1.043.167
2007 1.036.598
Jahr Einwohner
2008 1.030.328
2009 1.022.585
2010 1.017.567
2011 1.013.352
2012 1.010.000
2011[7] 997.900
2012[7] 994.300

Seit einiger Zeit hat das Saarland mit einem signifikanten Bevölkerungsrückgang zu kämpfen.[8] So sank die Bevölkerungszahl 2006 um 0,68 %. Hauptursache ist ein ungünstiger natürlicher Bevölkerungssaldo von −0,48 % (Geburtenrate je 1.000: 6,9; Sterberate: 11,7). Das Saarland erreichte 2006 eine Fertilitätsrate von 1,233. Dies ist unter den Flächenländern der letzte Platz, nur die Fertilität Hamburgs ist noch geringer. Die Bevölkerungsdichte des Saarlandes ist allerdings noch immer wesentlich höher als im Bundesdurchschnitt. Im Verlaufe des Jahres 2010 sank die Bevölkerung des Saarlandes erstmals seit 1955 wieder unter die Marke von 1 Million Personen.[9]

Prognose der Bertelsmann-Stiftung

Prognose 2011
Datum Einwohner
31. Dezember 2015 988.270
31. Dezember 2020 960.150
31. Dezember 2025 932.360
31. Dezember 2030 904.520

Quelle: Bertelsmann-Stiftung


Staatsaufbau

Grundlagen

Die Verfassung des Saarlandes wurde am 8. November 1947 verabschiedet und trat am 15. Dezember 1947 in Kraft. In Vorbereitung auf die Angliederung an die Bundesrepublik Deutschland wurde sie am 20. Dezember 1956 geändert. Laut dieser Verfassungsänderung ist das Saarland eine freiheitliche Demokratie und ein sozialer Rechtsstaat in der Bundesrepublik. Wie in allen westlichen Verfassungen üblich sind die staatlichen Gewalten getrennt in Legislative, Exekutive und Judikative. Alle Macht geht vom Volke aus.

Politik

Seit der Wahl zum Landtag des Saarlandes am 5. September 1999 ist die CDU die stärkste Regierungsfraktion, welche die bis dahin allein regierende SPD-geführte Regierung ablöste und bis zur Landtagswahl am 30. August 2009 allein regierte.

Bei dieser Wahl erreichten fünf Parteien den Sprung in den Landtag, wobei die CDU trotz starker Verluste stärkste Kraft blieb, gefolgt von SPD, Linke, FDP/DPS und Bündnis 90/Die Grünen.

Seither regierte die CDU zusammen mit FDP/DPS und Bündnis 90/Die Grünen in der deutschlandweit ersten Jamaika-Koalition auf Landesebene. Diese zerbrach allerdings im Januar 2012 wieder und es folgte eine Große Koalition aus CDU und SPD.

Auf kommunaler Ebene konnten die Freien Wähler in Kreis- und Gemeinderäte einziehen. Vor dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik war das Parlament stets mit einer Mehrheit der CVP besetzt.

Landesregierung

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer
Der Landtag des Saarlandes in Saarbrücken

Die saarländische Landesregierung setzt sich nach Artikel 86 der Verfassung aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern zusammen. Seit 2001 können auch Staatssekretäre in die Regierung aufgenommen werden.

Der Ministerpräsident wird mit der Mehrheit der gesetzlichen Mitgliederzahl vom Landtag in geheimer Abstimmung gewählt. Die Wahl ist gültig für die gesamte Legislaturperiode. Er ernennt und entlässt mit Zustimmung des Landtages die Minister. Die Zahl der weiteren Mitglieder der Landesregierung darf jedoch ein Drittel der Zahl der Minister nicht übersteigen. Der Ministerpräsident sitzt der Landesregierung vor und leitet ihre Geschäfte. Das Land wird beim Bund durch die Vertretung des Saarlandes beim Bund vertreten.

Der derzeitigen Landesregierung gehören folgende Mitglieder an:

Landtagswahlen

Hauptartikel: Landtagswahlen im Saarland

Die Wahlen zum Landtag des Saarlandes finden alle fünf Jahre statt. In jeder Wahlperiode sind 51 Sitze zu besetzen. Bei der Landtagswahl am 30. August 2009 hatte die CDU ihre absolute Mehrheit verloren, blieb jedoch mit 19 Mandaten stärkste Fraktion. Nach dem Scheitern der Jamaika-Koalition löste sich der Landtag am 26. Januar 2012 auf. Die Wahl zum 15. Saarländischen Landtag fand am 25. März 2012 statt.

Saarlandwahl.svg

Landtagswahl 2012
Endgültiges amtliches Endergebnis[10]
 %
40
30
20
10
0
35,2
30,6
16,1
7,4
5,0
1,7
1,2
1,2
1,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+0,7
+6,1
-5,2
+7,4
-0,9
-0,3
-8,0
-0,3
+0,4
Landtagswahlen im Saarland 1947–2012
CDU SPD FDP/DPS[w 1] Grüne Die Linke[w 2] NPD Familie Piraten CVP[w 3] SPS[w 4] KP DDU Sonstige
1947 - - 7,6 % - - - - - 51,2 % 32,8 % 8,4 % - -
1952 - - - - - - - - 54,7 % 32,4 % 9,5 % - 3,4 %
1955 25,4 % 14,3 %[w 5] 24,2 % - - - - - 21,8 % 5,8 % 6,8 % 0,9 % 0,8 %
1960 36,6 % 30,0 % 13,6 % - - - - - 11,4 % - - 5,0 % 3,4 %
1965 42,7 % 40,7 % 8,3 % - - - - - 5,2 % - - 3,1 % -
1970 47,8 % 40,8 % 4,4 % - - 3,4 % - - 0,9 % - - - 2,7 %
1975 49,1 % 41,8 % 7,4 % - - 0,7 % - - - - - - 1,0 %
1980 44,0 % 45,4 % 6,9 % 2,9 % - - - - - - - - 0,8 %
1985 37,3 % 49,2 % 10,0 % 2,5 % - 0,7 % - - - - - - 0,3 %
1990 33,4 % 54,4 % 5,6 % 2,6 % - 0,2 % 0,2 % - - - - - 3,4 %
1994 38,6 % 49,4 % 2,1 % 5,5 % - - 0,5 % - - - - - 3,9 %
1999 45,5 % 44,4 % 2,6 % 3,2 % 0,8 % - 1,0 % - - - - - 2,5 %
2004 47,5 % 30,8 % 5,2 % 5,6 % 2,3 % 4,0 % 3,0 % - - - - - 1,6 %
2009 34,5 % 24,5 % 9,2 % 5,9 % 21,3 % 1,5 % 2,0 % - - - - - 1,1 %
2012 35,2 % 30,6 % 1,2 % 5,0 % 16,1 % 1,2 % 1,7 % 7,4 % - - - - 1,5 %

Regierungsparteien fett gedruckt; Parteien außerhalb des Landtags kursiv gesetzt.

  1. Bis 1957 DPS, danach Teil der FDP
  2. Bis 2007 Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS)
  3. 1959 (Teil-)Fusion mit CDU Saar; Ergebnisse ab 1960 Saarländische Volkspartei (SVP) bzw. SVP/CVP
  4. 1956 Fusion mit DSP zur SPD Saarland
  5. Deutsche Sozialdemokratische Partei (DSP)

Ministerpräsidenten

Ministerpräsidenten des autonomen Gebietes, später des Bundeslandes Saarland:

Ministerpräsidenten des Saarlandes seit 1947
Nr. Name Lebensdaten Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
1 Johannes Hoffmann 1890–1967 CVP 15. Dezember 1947 23. Oktober 1955
2 Heinrich Welsch 1888–1976 parteilos 23. Oktober 1955 10. Januar 1956
3 Hubert Ney 1892–1984 CDU 10. Januar 1956 4. Juni 1957
4 Egon Reinert 1908–1959 CDU 4. Juni 1957 23. April 1959
5 Franz-Josef Röder 1909–1979 CDU 30. April 1959 26. Juni 1979
6 Werner Klumpp (kommissarisch) * 1928 FDP 26. Juni 1979 5. Juli 1979
7 Werner Zeyer 1929–2000 CDU 5. Juli 1979 9. April 1985
8 Oskar Lafontaine * 1943 SPD 9. April 1985 10. November 1998
9 Reinhard Klimmt * 1942 SPD 10. November 1998 29. September 1999
10 Peter Müller * 1955 CDU 29. September 1999 10. August 2011
11 Annegret Kramp-Karrenbauer * 1962 CDU 10. August 2011 im Amt

Judikative

Die Judikative (die Rechtsprechung) besteht aus den ordentlichen Gerichten. Oberstes Gericht ist der saarländische Verfassungsgerichtshof, der aus acht Mitgliedern, die mit Zweidrittelmehrheit vom Landtag gewählt werden, besteht.

Legislative

Die Legislative (die gesetzgebende Gewalt) ist maßgeblich dem Landtag des Saarlandes vorbehalten. Über Volksbegehren und Volksentscheidende kann aber auch das Wahlvolk an der Legislative beteiligt werden. Am Gesetzgebungsprozess wirkt durch Gesetzesvorlagen die Landesregierung mit.

Gesetzgebung

Gesetzesvorlagen werden vom Ministerpräsidenten namens der Landesregierung, von einem Mitglied des Landtages oder einer Fraktion in den Landtag eingebracht. Verfassungsändernde Gesetze bedürfen der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Landtages. Die Verfassung kann nur durch ein Gesetz geändert werden, das ihren Wortlaut ausdrücklich ändert oder ergänzt. Die Änderung darf den Grundsätzen des demokratischen und sozialen Rechtsstaates nicht widersprechen. Bei Unstimmigkeiten entscheidet der Verfassungsgerichtshof.

Volksbegehren

Volksbegehren können darauf gerichtet werden, den Landtag zu veranlassen, Gesetze zu erlassen, zu ändern oder aufzuheben. Ein Volksbegehren ist nur auf Gebieten zulässig, die der Gesetzgebung des Saarlandes unterliegen. Über finanzwirksame Gesetze, insbesondere Gesetze über Abgaben, Besoldung, Staatsleistungen und den Staatshaushalt, finden Volksbegehren generell nicht statt.

Einem Volksbegehren muss ein ausgearbeiteter und mit Gründen versehener Gesetzentwurf zugrunde liegen. Ein Volksbegehren ist einzuleiten, wenn fünftausend Stimmberechtigte dies beantragen. Ein Volksbegehren ist zustande gekommen, wenn es von mindestens einem Fünftel der Stimmberechtigten unterstützt wird. Über Zulässigkeit und Zustandekommen eines Volksbegehrens entscheidet die Landesregierung. Gegen ihre Entscheidungen kann der Verfassungsgerichtshof angerufen werden. Ein Volksbegehren muss dann unverzüglich dem Landtag unterbreitet werden.

Entspricht der Landtag binnen drei Monaten dem Volksbegehren nicht, so ist innerhalb von weiteren drei Monaten ein Volksentscheid herbeizuführen. Der dem Volk zur Entscheidung vorgelegte Gesetzentwurf ist mit einer Stellungnahme der Landesregierung zu versehen, die bündig und sachlich sowohl die Begründung der Antragsteller wie die Auffassung der Landesregierung über den Gegenstand darlegt. Der Landtag kann einen eigenen Gesetzentwurf dem Volk zur Entscheidung mit vorlegen. Ein solches Gesetz ist durch Volksentscheid beschlossen, wenn ihm mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten zustimmt. Über ein Volksbegehren, das auf Änderung der Verfassung gerichtet ist, findet ein Volksentscheid nicht statt.

Exekutive

Die Landesregierung, die Staatskanzlei, die Ministerien und die nachgeordneten Landesbehörden bilden die Exekutive (ausführende Gewalt).

Hoheitszeichen

Die Hoheitszeichen des Saarlandes sind geregelt durch das Saarländisches Hoheitszeichengesetz (SHzG) vom 7. November 2001 (Gesetz Nr. 1483, Amtsblatt des Saarlandes, 18. März 2002, S. 566–576). Sie existieren in dieser Form jedoch bereits seit den Gesetzen über das Wappen und die Flagge des Saarlandes (Gesetze Nr. 508 und 509) vom 9. Juli 1956 (Amtsbl. S. 1213).

Landeswappen

Das Landeswappen des Saarlandes besteht aus einem geviertelten Halbrundschild, der die Schildbilder der vier größten Landesherren zur Zeit des Alten Reiches zeigt: im rechten Obereck in blauem von neun silbernen Fußspitzkreuzen bestreuten Feld einen goldgekrönten, goldbewehrten und rotgezungten silbernen doppelschwänzigen Löwen (der Nassauer Löwe wegen der Grafschaft Saarbrücken), im linken Obereck in silbernem Feld ein rotes geschliffenes Kreuz (Kurfürstentum Trier), im rechten Untereck in goldenem Feld einen roten Schrägbalken, belegt mit drei silbernen gestümmelten Adlern (Alérion des Herzogtums Lothringen), und im linken Untereck in schwarzem Feld einen rotgekrönten, rotbewehrten und rotgezungten goldenen Löwen (der Pfälzer Löwe wegen des Wittelsbacher Herzogtums Pfalz-Zweibrücken). (Richtungsangaben vom Standpunkt des Schildhalters aus gesehen.)

Das Landeswappen darf nur von Landesbehörden und berechtigten Personen geführt werden. Privatpersonen können ihre Verbundenheit mit dem Saarland durch das Saarland-Symbol (stilisiertes abgewandeltes Landeswappen eingebettet in die stilisierte Saarschleife) zum Ausdruck bringen.[11]

Gelegentlich ist (insbesondere als Autoaufkleber) auch ein ganz anderes Wappen anzutreffen: das frühere Landeswappen aus der Zeit von 1948 bis 1956, das an die damalige Saarland-Flagge angelehnt war (vgl. Abschnitt „Geschichte“). Der Namenszug Sarre, der auf den Aufklebern von heute über dem Wappen zu sehen ist,[12] wurde damals allerdings nie zusammen mit dem Wappen verwendet.

Landesflagge

Die Landesflagge des Saarlandes besteht aus der Flagge Deutschlands, darauf in der Mitte, in den schwarzen und den goldfarbenen Streifen übergreifend, das Landeswappen, die rechte Seite (aus Sicht des Betrachters die linke Seite) zum Mast gewendet (Hissflagge). Sie kann auch als Bannerflagge ausgeführt sein, dann sind die Streifen senkrecht angeordnet, das Wappen steht aufrecht, die rechte Seite (aus Sicht des Betrachters die linke Seite) zum schwarzen Streifen hin gewendet.

Nach dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland wurde diese Kombination als Landesflagge gewählt, um demonstrativ auf die Zugehörigkeit des Saarlandes zu Deutschland hinzuweisen.

Obwohl die Flagge das Landeswappen enthält, darf die Landesflagge von jedem Landesbürger verwendet werden (im Gegensatz zu anderen Landesflaggen mit Wappen wie etwa Berlin oder Baden-Württemberg).

Zu Zeiten der Unabhängigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg bestand die Flagge des Saarlandes aus einem silbernen (weißen) skandinavischen Kreuz, der Untergrund zum Mast hin blau, zur anderen Seite hin rot (also die Farben Frankreichs auf Nachdruck desselben).

Hymne

Das Saarlandlied ist die Hymne des Saarlandes.[13]

Verwaltungsgliederung

Landkreise

Kreis Verwaltungssitz KFZ-Kennzeichen Fläche in km² Bevölkerung
(1) Landkreis Merzig-Wadern Merzig MZG 555,12 103.520
(2) Landkreis Neunkirchen Ottweiler NK (früher OTW) 249,21 134.099
(3) Regionalverband Saarbrücken Saarbrücken SB und VK 410,62 326.638
(4) Landkreis Saarlouis Saarlouis SLS 459,08 196.611
(5) Saarpfalz-Kreis1 Homburg HOM und IGB 418,52 144.291
(6) Landkreis St. Wendel St. Wendel WND 476,09 89.128

1 Bis zum 9. Juli 1989 hieß der Landkreis Saar-Pfalz-Kreis
Landkreis Saarlouis Saarpfalz-Kreis Landkreis St. Wendel Landkreis Neunkirchen Regionalverband Saarbrücken Landkreis Merzig-Wadern Rheinland-Pfalz Luxemburg FrankreichKarte
Über dieses Bild

Städte und Gemeinden in den Landkreisen

Landkreis Merzig-Wadern Saarpfalz-Kreis Landkreis Neunkirchen Landkreis Saarlouis Landkreis St. Wendel Regionalverband Saarbrücken
Landkreise im Saarland

gelb = Städte, blassgelb = Landgemeinden

Die Städte sind fettgedruckt.

Kommunalpolitik

Die Verteilung der Bürgermeister und Landräte stellt sich in den 52 Städten und Gemeinden, sowie den sechs Landkreisen wie folgt dar:

Partei Bürgermeister Landräte
CDU 24 2
SPD 22 4
Einzelbewerber 06 0
Total 52 6

Kfz-Kennzeichen

Die Verteilung der Autokennzeichen weicht etwas von der in Deutschland sonst üblichen ab, da im Saarland nicht nur jedem Kreis ein Kfz-Kennzeichen zugeordnet ist, sondern auch den Mittelstädten. Daher haben nur die Kreise Merzig-Wadern (MZG), Neunkirchen (NK), Sankt Wendel (WND) und Saarlouis (SLS) ein einheitliches Kennzeichen; im Regionalverband Saarbrücken hingegen gibt es das Kennzeichen VK für die Stadt Völklingen und SB für den übrigen Regionalverband, im Saarpfalz-Kreis gibt es IGB für die Stadt St. Ingbert und HOM (nach der Kreisstadt Homburg) für den übrigen Kreis.

Außerdem gibt es das Kennzeichen SAL für offizielle Stellen des Landes.

Verwaltungsgliederung vor der Kreisreform von 1974

Neunkirchen besitzt seit 1968 ein eigenes Kfz-Kennzeichen (NK, vorher OTW), ebenso Völklingen (VK, vorher SB).

Städte über 20.000 Einwohner

Stadt/
Gemeinde
Kreis Einwohner
31. Dezember 2000
Einwohner
31. Dezember 2010
Entwicklung
2000–2010 in %
Saarbrücken Regionalverband Saarbrücken 183.257 175.741 –4,10
Neunkirchen Neunkirchen 50.882 47.398 –6,85
Homburg Saarpfalz-Kreis 45.769 43.808 –4,28
Völklingen Regionalverband Saarbrücken 42.990 39.626 –7,83
Sankt Ingbert Saarpfalz-Kreis 39.971 37.195 –6,95
Saarlouis Saarlouis 38.182 37.136 –2,74
Merzig Merzig-Wadern 30.869 30.355 –1,67
Sankt Wendel Sankt Wendel 27.303 26.208 –4,01
Blieskastel Saarpfalz-Kreis 23.149 21.885 –5,46
Dillingen/Saar Saarlouis 21.444 20.808 –2,97

Bildung und Forschung

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Die Universität des Saarlandes, die 1948 gegründet wurde, hat ihre Standorte in Saarbrücken und Homburg.

Saarbrücken ist Sitz der Verwaltung. Dort sind auch die meisten Studiengänge angesiedelt. Die rechtswissenschaftliche Fakultät und die Informatik genießen deutschlandweit einen sehr guten Ruf. Das Institut der Informatik ist eingebunden in das Kaiserslautern-Saarbrücken Computer Science Cluster, in dem etwa 800 Forscher zusammenarbeiten. In Saarbrücken wird außerdem das Krebsregister Saarland geführt.

Der Campus in Homburg ist Sitz der medizinischen Fakultät. Die medizinische Forschung in Homburg ist eine der führenden in Deutschland.

Die Deutsch-Französische Hochschule, gegründet 1999, bietet Studiengänge an, die mit einem Doppel- oder Dreifachdiplom (deutsch, französisch, luxemburgisch) abschließen. Die Lehrveranstaltungen finden dabei an Hochschulen in Deutschland, Frankreich und ggf. einem Drittland statt. Die Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik unterschrieben am 15. September 1978 die Konvention, mit der das Deutsch-Französische Hochschulinstitut für Technik und Wirtschaft/L'institut Supérieur Franco-Allemand de Techniques, d'Économie et de Sciences (DFHI/ISFATES) mit Sitz in Saarbrücken bzw. in Metz gegründet wurde. Das DFHI bietet einen drei- bzw. fünfjährigen deutsch-französischen Studienzyklus mit alternierenden Studienorten (Metz, Saarbrücken, Luxemburg) an.

Die Hochschule für Musik Saar – University of Music wurde 1947 als Staatliches Konservatorium gegründet. Nach Einrichtung eines Instituts für Katholische Kirchenmusik und eines Instituts für Schulmusik wurde es 1957 in eine Staatliche Hochschule für Musik umgewandelt und 1971 in die Trägerschaft des Saarlandes überführt.

Im Saarland gibt es folgende Fachhochschulen:

Auf dem Campus der Universität des Saarlandes sind folgende privatrechtliche Forschungsinstitute angesiedelt:

der Max-Planck-Gesellschaft;

der Fraunhofer-Gesellschaft;

Historische Hochschulen

Ausbildungsplätze

Bei dem jährlichen Dynamikranking der Bundesländer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft belegt das Saarland im Bereich Ausbildungsplatzvermittlung den ersten Platz. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist von 2004 bis 2006 überdurchschnittlich stark angestiegen. Mit einem Plus von 4,0 Prozentpunkten liegt das Saarland deutlich vor allen anderen Bundesländern.

Religion

Während Deutschland derzeit von jeweils etwa 1/3 Protestanten und Katholiken und Konfessionslosen bzw. Angehörigen anderer Religionen geprägt ist, weicht das Saarland mit 64,1 % Mitgliedern der katholischen Kirche am deutlichsten (+33,4 %) vom Bundesdurchschnitt ab und liegt etwa 8,5 % vor Bayern mit derzeit 55,6 %.

Die Mitglieder der beiden im Saarland vertretenen evangelischen Landeskirchen (Evangelische Kirche im Rheinland und Evangelische Kirche der Pfalz) erreichen einen Anteil von 19,5 % und liegen damit 10,5 % unter dem Bundesdurchschnitt. Dies stellt damit das Minimum in Westdeutschland dar.

Die Sonstigen, bestehend aus anderen Religionen und Konfessionslosen, kommen zusammengefasst auf 16,4 %, dem Minimum in Deutschland mit einem Abstand von 23 % zum Bundesdurchschnitt.

Die Zahlen datieren aus dem Jahr 2008, siehe auch den Abschnitt Verteilung der beiden Hauptkonfessionen auf die Bundesländer im Artikel Religionen in Deutschland.

Wirtschaft und Infrastruktur

Energieversorgung

1995 begann mit dem Windpark Freisener Höhe die Entwicklung der Erneuerbaren Energien. Bis 2013 wurden Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 138 MW angeschlossen.[14] Im Juni 2012 wurde mit dem Bergwerk Saar der letzte Kohleförderbetrieb stillgelegt.[15]

Wirtschaft

Die wirtschaftliche Entwicklung des Saarlandes steht im engen Zusammenhang mit dem regionalen Strukturwandel, der mit der Einstellung des Steinkohlebergbaus einherging.[16][17] Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren der Bergbau und die daran angegliederte Stahlindustrie die Hauptarbeitgeber der Region und prägten die wirtschaftliche Infrastruktur des Landes. Ab den 1960er Jahren setzte mit einer schrittweisen Rückentwicklung des Bergbaus ein umfassender Wandel ein, der in den 1980er Jahren durch eine drastische Reduzierung der Fördermengen verstärkt wurde. Durch die Ansiedelung von Automobilindustrie konnten jedoch auch wieder neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

2005 hatte das Saarland die höchsten wirtschaftlichen Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt. Es lag im ersten Halbjahr 2005 real um 2,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, während im Bundesdurchschnitt nur 0,6 Prozent Wachstum erreicht wurden.

Des Weiteren gewann das Saarland mehrmals das Dynamikranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (eine vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Jahr 2000 gegründete Lobbyorganisation), das die Veränderungen in den Bundesländern bewertet. Ministerpräsident Peter Müller bewertete dies als Erfolg seiner Reformpolitik, die zur Ansiedlung neuer Industrie- und Dienstleistungszweige führe.

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht das Saarland einen Index von 108.3 (EU-27:100) (2004).[18]

2007 betrug die Wirtschaftsleistung im Bundesland Saarland gemessen am BIP rund 30 Milliarden Euro. Belief sich der Schuldenstand des Landes im Dezember 2007 noch auf rund 9,1 Milliarden €, legte er bis zum Juni 2013 auf knapp 17,0 Milliarden € zu.[3]

Seit 2014 präsentiert sich das Land mit einer neuartigen Imagekampagne. Der Slogan "Großes entsteht immer im Kleinen" und daran gekoppelte Maßnahmen werben für das Land als Lebens- und Wirtschaftsstandort. Die Kampagne wurde nach einer Ausschreibung der saar.is - saarland.innovation&standort e. von der Bietergemeinschaft aus Jung von Matt und der NEWKOM AG konzipiert. Ziel ist es, sowohl im Land selbst als auch im Rest der Bundesrepublik Fachkräfte auf die Vorzüge in Sachen Arbeitsplatz, Kultur, Gastronomie und Landschaft aufmerksam zu machen.[19]

Unternehmen

  • Bedeutendster wirtschaftlicher Bereich an der Saar ist heute die Automobilindustrie (Ford in Saarlouis) zusammen mit der Automobil-Zuliefererindustrie mit Bosch, INA und Michelin in Homburg, ZF Getriebe in Saarbrücken und Eberspächer in Neunkirchen.
  • Mit der Saarstahl AG und der AG der Dillinger Hüttenwerke sind noch zwei große Stahlunternehmen im Saarland beheimatet.
  • Ein wichtiger Wirtschaftszweig war der Steinkohlenbergbau. Dieser hatte auch für die Bevölkerungsentwicklung große Bedeutung.
  • Auch die Keramikindustrie (Villeroy & Boch) hat eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft des Saarlandes.
  • Stark gefördert und im Wachstum begriffen ist der Bereich der Informatik und der Informationsindustrie, IDS Scheer in Saarbrücken und SAP AG in St. Ingbert.

Arbeitsmarkt

Nur die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin weisen eine höhere Pendlerquote auf als das Saarland. 52.000 Menschen pendeln zum Arbeiten ins Saarland, umgekehrt pendeln knapp 28.000 Saarländer, vor allem nach Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.[20]

Die zehn wichtigsten Standorte sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sind (Arbeitsortangaben)[21]:

Stadt sozialvers.
Beschäftigte
30. Juni 2012
Veränderung
seit
30. Juni 2007
Pendlersaldo
30. Juni 2012
Arbeitsplatzdichte1
Saarbrücken 107.799 + 6,34 % + 52.255 943
Homburg 31.638 + 5,93 % + 16.984 1214
Saarlouis 26.701 + 6,83 % + 14.547 1237
Neunkirchen 20.376 - 0,75 % + 4.887 701
St. Ingbert 16.306 + 4,64 % + 3.476 726
Völklingen 14.274 + 10,49 % + 1.934 600
Dillingen 13.911 + 8,03 % + 6.822 1087
St. Wendel 12.991 + 9,35 % + 3.777 784
Merzig 10.188 + 0,66 % + 892 542
Sulzbach 7.611 + 16,63 % + 1.897 733
1 Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro 1000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 64; Zahlen zum 9. Mai 2011 gemäß Zensus 2011.[22]

Verkehr

Durch seine frühe und intensive Industrialisierung besteht im Saarland eine sehr gute Verkehrs-Infrastruktur. Nirgendwo in Deutschland fand sich ein so dichtes Schienennetz für den Personenverkehr wie im Saarland, bis die Deutsche Bundesbahn in den 1960er Jahren begann, viele Strecken nicht mehr zu bedienen. Die in weiten Teilen des Landes kleinräumige Gliederung hat dazu geführt, dass heute im Saarland mit durchschnittlich 704 Kraftfahrzeugen pro 1000 Einwohner die meisten Pkw im Verhältnis zur Bevölkerungszahl in einem deutschen Flächenland zugelassen sind.

Die wichtigste Schienenverbindung ist die Strecke MannheimParis. Dafür wurde von 2006 bis Dezember 2007 der Saarbrücker Hauptbahnhof zum „Europabahnhof“ umgebaut. Von Juni bis Dezember 2007 fuhr zuerst nur ein ICE-Paar Paris–Frankfurt (Main) über Saarbrücken, welches in Frankreich eine neue Schnellfahrstrecke benutzte; zwei weitere ICE-Paare endeten vorerst in Saarbrücken. Seit Dezember 2007 verkehren fünf ICE-Paare zwischen Deutschland und Frankreich, die im Saarland nur in Saarbrücken halten. Saarbrücken ist an das französische Hochgeschwindigkeitsnetz LGV Est européenne angebunden (Fahrtzeit Saarbrücken-Paris: eine Stunde, 50 Minuten). Der weitere Fernverkehr auf der Linie Saarbrücken-Kaiserslautern–Mannheim–Frankfurt (Main) wird täglich mit mehreren IC- und ICE-Zügen bedient, davon ein Zugpaar nach Dresden, ein ICE von Hamburg kommend, der zurück nach Oldenburg über Bremen fährt sowie zweimal täglich nach Stuttgart, davon ein Zugpaar bis/ab Salzburg über München. Auf allen anderen Strecken im Saarland fahren inzwischen nur noch Regionalzüge, nachdem im Dezember 2002 die InterRegio-Züge, die über der Saarstrecke Richtung Koblenz-Köln-Norddeutschland fuhren, aus den Fahrplänen gestrichen wurden. Auf der Nahetalbahn und der Schwarzbachtalbahn verkehren seit 1991 keine D-Züge mehr.

In Saarbrücken ist 1997 mit der Saarbahn die 1965 abgeschaffte Straßenbahn wieder zurückgekehrt.

Am 1. August 2005 wurde mit dem SaarVV ein Verbundtarif eingeführt. Zuvor gab es nur die Verkehrsgemeinschaft Saar, die für einige Tarifkooperationen sorgte und die Freifahrt für Schwerbehinderte sicherstellte.

Der Flughafen Saarbrücken-Ensheim ist ein internationaler Verkehrsflughafen mit ca 12.000 Starts und Landungen jährlich. Weitere internationale Flugplätze befinden sich in der unmittelbaren Nachbarschaft des Saarlandes: Zweibrücken und Hahn.

Der Unterlauf der Saar ist von Konz bis oberhalb von Saarbrücken für die Großschifffahrt ausgebaut. Ab Saarbrücken bis Saargemünd ist der Fluss für kleinere Schiffe (Penischen) befahrbar. Ab Saargemünd ist die Saar über den Saarkanal (früher auch Saar-Kohlen-Kanal genannt) mit dem Rhein-Marne-Kanal verbunden.

Betriebene Bahnstrecken

Kursbuch-Nr. Streckenname Wichtige Stationen
682 Forbacher Bahn Saarbrücken Hbf – Forbach (Frankreich) – Metz (Frankreich) – Paris-Gare de l'Est (Frankreich)
670 Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken Saarbrücken Hbf – St. Ingbert – Homburg (Saar) Hbf – Kaiserslautern – Mannheim
674 Schwarzbachtalbahn Saarbrücken Hbf – St. Ingbert – Zweibrücken – Pirmasens (– Landau (Pfalz))
680 Nahetalbahn (Frankfurt am Main –) Mainz – Türkismühle – St. Wendel – Neunkirchen (Saar) Hbf – Saarbrücken Hbf
681 Primstalbahn / Fischbachtalbahn Saarbrücken – Illingen – Lebach-Jabach
683 Pfälzische Ludwigsbahn / Primstalbahn Homburg/Saar Hbf – Bexbach – Neunkirchen (Saar) Hbf – Illingen
684 Obere Saartalbahn / Europabahn Saarbrücken Hbf – Sarreguemines (Frankreich) – Strasbourg (Frankreich) – Offenburg
687 Niedtalbahn Dillingen – Niedaltdorf (– Bouzonville (Frankreich))
690 Moselstrecke Saarbrücken Hbf – Völklingen – Saarlouis Hbf – Dillingen – Trier – Köln
692 Obermoselstrecke Metz – Thionville – Apach (Frankreich) – Perl – Trier
ohne/teilweise 684 (Brebach – Sarreguemines) Saarbahn Heusweiler – Walpershofen – Riegelsberg – Saarbrücken – Brebach – Sarreguemines (Frankreich)
12683 Ostertalbahn Ottweiler – Schwarzerden

Dieser Verkehrszweig bildete bis 1956 eine eigene Staatsbahn, die Eisenbahnen des Saarlandes (EdS).

Straßen

Das Saarland wird von folgenden Autobahnen durchquert:

BAB Strecke im Saarland Weiterer Verlauf
A 1 Saarbrücken – Riegelsberg – Nonnweiler – AD Moseltal (bei Trier) – EifelKölnMünsterBremenHamburgHeiligenhafen ca. 730 km
A 6 Saarbrücken Goldene Bremm (Grenze Frankreich) – St. IngbertHomburg – KaiserslauternMannheimHeilbronnNürnbergWaidhaus (Grenze Tschechien) ca. 477 km
A 8 Perl (Grenze Luxemburg) – Saarlouis – Neunkirchen – Zweibrücken – PirmasensLandauKarlsruheStuttgartUlmMünchenBad Reichenhall – Grenze Österreich ca. 500 km
A 62 nördliche Randbereiche südlich des Hochwaldes KuselLandstuhl – Pirmasens ca. 80 km
A 620 Saarlouis – Völklingen – Saarbrücken ca. 30 km
A 623 Saarbrücken – AD Friedrichsthal ca. 10 km

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe wichtiger Bundesstraßen:

Da das Saarland keine Kreisstraßen hat, ist das Netz der Landesstraßen besonders dicht.

Medien

Das Saarland ist neben der Freien Hansestadt Bremen das kleinste Bundesland mit einer eigenen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, dem Saarländischen Rundfunk. Der SR ist Mitglied der ARD und hat seinen Sitz in Saarbrücken. Er betreibt unter anderem das SR Fernsehen und fünf Hörfunkprogramme.

Die Landesmedienanstalt Saarland (LMS) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und hat ihren Sitz in Saarbrücken. Sie ist eine staatliche Kontrollbehörde und verantwortlich für die Lizenzierung und Kontrolle privater Radio- und Fernsehsender sowie deren Koordination mit den öffentlich-rechtlichen Sendern. Die LMS betreibt weiterhin im Auftrag des Landes Filmförderung und Vermittlung von Medienkompetenz. Radio Salü ist ein privater Radiosender mit Sitz in Saarbrücken, dessen Reichweite das gesamte Saarland umfasst. Seit dem 5. Juni 2008 verfügt die Landeshauptstadt Saarbrücken mit Radio Saarbrücken 99,6 über ihren eigenen lokalen Radiosender.

Die einzige Tageszeitung des Saarlands ist die Saarbrücker Zeitung, die einerseits als Regionalzeitung das gesamte Saarland abdeckt, mit elf Lokalredaktionen aber auch als Lokalzeitung örtliche Berichterstattung betreibt. Der Wochenspiegel ergänzt als wöchentlich erscheinendes Anzeigenblatt mit einem umfangreichen redaktionellen Anteil die saarländische Medienlandschaft. Auch der Wochenspiegel hält neun Lokalredaktionen vor. Die rheinland-pfälzischen regionalen Tageszeitungen Die Rheinpfalz und Pfälzischer Merkur decken in ihrer Berichterstattung den Saarpfalz-Kreis und das saarländische Landesgeschehen ab. Seit einigen Jahren werden im Saarland zwei Online-Magazine betrieben: Saar Report und Saar-Zeitung (Verbreitungsgebiet: Landkreis Saarlouis, Regionalverband Saarbrücken).

Im Saarland werden einige Lifestyle-Magazine mit Regionalen Bezügen publiziert (TOP-Magazin, L!VE, Eurosaar, Background, Saar-Revue). Seit dem 31. März 2005 erscheint die Bild-Zeitung als Bild Saarland mit einem Regionalteil.

Kunst und Kultur

Eine Liste von Künstlern (Literatur, Bildende Kunst, Musik, Darstellende Kunst), die im Saarland geboren wurden oder dort gewirkt haben, befindet sich hier.

Baudenkmäler

Das Saarland beherbergt einige Boden- und Baudenkmäler von europäischem Rang, wie die keltischen und römischen Ausgrabungen an der Obermosel (Gemeinde Perl mit den Ortsteilen Nennig und Borg) und im Bliesgau (Bliesbrück-Reinheim und Schwarzenacker), sowie den so genannten Hunnenring in Otzenhausen. Aus der Neuzeit stammen der barocke Ludwigsplatz mit der Ludwigskirche in Saarbrücken. In der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO ist die historische Völklinger Hütte zu finden.

Jüdische Friedhöfe

Im Saarland gibt es 16 Jüdische Friedhöfe: in Blieskastel, Dillingen/Saar, Homburg, Illingen, Merzig, Neunkirchen (Saar), Nohfelden-Gonnesweiler, Nohfelden-Sötern, Ottweiler, Saarbrücken (alt), Saarbrücken (neu), Saarlouis, Saarwellingen, St. Ingbert, St. Wendel und in Tholey.[23]

Kunstsammlungen

Die bedeutendste Kunstsammlung des Saarlandes beherbergt die Moderne Galerie des Saarlandmuseums in Saarbrücken mit Gemälden des deutschen Expressionismus, allen voran das berühmte Kleine blaue Pferd von Franz Marc. Ein besonderer Sammelschwerpunkt des Museums liegt auf Alexander Archipenko; die Sammlung besitzt 107 Gipsmodelle und zahlreiche Bronzegüsse des Künstlers.

Das Museum St. Ingbert wurde 1987 in der Trägerschaft der Albert-Weisgerber-Stiftung eröffnet. Es wurde im Juli 2007 auf Vorschlag der St. Ingberter Stadtverwaltung und Beschluss des St. Ingberter Stadtrates geschlossen.

Musik

Das Saarland besitzt mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern einen Klangkörper von europäischem Rang. Das Orchester entstand 2007 durch Fusion des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters Saarbrücken mit dem Rundfunkorchester Kaiserslautern.

Bekannt wurde das ehemalige Rundfunk-Sinfonie-Orchester Saarbrücken vor allem durch seine Arbeit mit Hans Zender. Neuer Chefdirigent ist seit 2006 Christoph Poppen.

Von überregionaler Bedeutung sind ferner die alle zwei Jahre stattfindenden Musikfestspiele Saar.

Saarländische Literatur

Aus der jüngeren Vergangenheit sind vor allem zwei Literaten aus dem Saarland bekannt geworden: Der Romancier Ludwig Harig und der Lyriker Johannes Kühn. Weitere bekannte Schriftsteller mit Bezug zum Saarland sind u. a. Gustav Regler, Kerstin Rech, Alfred Gulden, Arnfrid Astel und Johannes Kirschweng.

Erwähnenswerte Beschreibungen der Saarregion finden sich in Dichtung und Wahrheit (2. Teil, 10. Buch) von Johann Wolfgang von Goethe und in Soldatenleben von Johann Michael Moscherosch. In der zeitgenössischen Literatur sind Die saarländische Freude und Das Saarland von Ludwig Harig sowie Reisen mit Pippo von Holger Willi Montag hervorzuheben.

Theater und Film

Jährlich im Januar findet in Saarbrücken das international bedeutendste Festival des deutschsprachigen Nachwuchsfilms statt, der nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls benannte Max-Ophüls-Preis.

In Saarbrücken besteht mit dem Saarländischen Staatstheater auch ein großes, dreispartiges Theater. In den letzten Jahren errangen vor allem die Ballett-Compagnie von Marguerite Donlon und die in Zusammenarbeit mit Frank Nimsgern durchgeführten Musical-Produktionen internationale Beachtung.

Schließlich bereichert das deutsch-französische Theaterfestival „Perspectives“ als einziges Festival seiner Art seit 1977 die deutsche Kulturszene.

Auf der Naturbühne Gräfinthal und der Volksbühne Hülzweiler kann man im Sommer Theater im Freien erleben. Die Freilichtbühne in Gräfinthal spielt jedes Jahr zwei Stücke, in Hülzweiler wird ein Stück aufgeführt. Beide Theater blicken auf eine lange Tradition zurück.

Saarländische Spezialitäten

Die ursprüngliche saarländische Küche ist recht einfach: Eintopf, Kartoffeln, Sauerkraut, Wurst und Fleisch aus Hausschlachtung. Nur wenige Speisen und Getränke gelten als typisch saarländisch:

  • Dibbelabbes und Schaales (ähnlicher Teig wie Reibekuchen)
  • Lyoner (Fleischwurst) im Ring
  • Hoorische (Kartoffelklöße aus rohen Kartoffeln)
  • Gefillde (gefüllte Kartoffelklöße)
  • Geheirade („Verheiratete“, Kombination aus Mehlklößen und Kartoffeln mit heller Specksoße)
  • Doppelweck (Brötchen)
  • Schneebällchen (sehr lockere, luftige Kartoffelknödel)
  • Schwenker (typisches Schwenksteak)
  • Bettseichersalat (Löwenzahnsalat; seichen = urinieren, wegen der harntreibenden Wirkung; in der französischen Sprache heißt der Löwenzahn offiziell pissenlit = pinkle ins Bett)
  • Bekannte saarländische Biere kommen und kamen zum Beispiel von den Brauereien Becker (St. Ingbert), Bruch (Saarbrücken), Donner (Saarlouis), Großwald (Heusweiler-Eiweiler), Gross (Riegelsberg), Karlsberg (Homburg), Neufang (Saarbrücken), Ottweiler Brauerei, Paqué (St. Wendel), Saarfürst (Merzig), Schäfer (Dirmingen), Schloss (Neunkirchen) und Walsheim (Walsheim). Karlsberg dominiert heute (2012) den Getränkemarkt im Saarland, die meisten ehemaligen saarländischen Biermarken gehören heute zur Karlsberg-Gruppe, nicht jedoch die beiden Brauereien Bruch und Grosswald, welche sich im Gegensatz zu Karlsberg auch heute noch zu 100 Prozent in Privatbesitz befinden.
  • Die Saar-Weine (Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer) stammen nicht aus dem Saarland, sondern vom Unterlauf der Saar in Rheinland-Pfalz. Saarländische Weine werden an dem kurzen Moselabschnitt namens Obermosel (zur Weinvermarktung auch: „Südliche Weinmosel“) angebaut, der Grenze zwischen dem Saarland und Luxemburg.
  • Hauptsächlich im Merziger Raum und im Saargau gibt es den Viez (Apfelwein).
  • Obstschnäpse werden in nahezu allen Teilen des Landes, insbesondere aber im Bliesgau und im Saargau produziert. Gebrannt wird quer durch den Obstgarten: Kirsch, Apfel, Wildbirne, Quetsch (Zwetschge), Mirabelle, Trester, Schlehe oder auch die seltene Spezialität Hundsärsch, ein Mispel-Brand.

Sonstiges

  • Das Saarland stellte bei den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki durch das saarländische NOK (SAA) das erste (und letzte) Mal eine eigenständige, zweite deutsche Olympiamannschaft.[24] Bis 1956 nahm das Saarland als eigenständiges FIFA-Mitglied mit der Saarländischen Fußballauswahl an internationalen Wettbewerben teil, u. a. an der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1954.
  • Seit 2004 ist es den einzelnen Euro-Staaten erlaubt, jährlich eine Zwei-Euro-Gedenk-Münze herauszugeben. Um in den übrigen Ländern der Europäischen Union über den Föderalismus in Deutschland zu informieren, präsentiert sich die Bundesrepublik jedes Jahr auf der Rückseite der Geldstücke mit dem Bundesland, das den Bundesratsvorsitz innehat. Im Jahr 2009 wurde für das Saarland die Saarbrücker Ludwigskirche aufgeprägt.
  • In deutschen Medien wird das Saarland überproportional oft als Maßeinheit genutzt, um Größen von Ländern oder das Ausmaß von Naturkatastrophen zu verdeutlichen (zum Beispiel: „Die Schweiz ist fast 16 mal so groß wie das Saarland“ oder „[...] mehr als 1000 Quadratkilometer unter Wasser - eine Fläche fast halb so groß wie das Saarland“[25]). Der Grund dafür ist nicht bekannt.[26] Laut der ZEIT wurde von den deutschen Bundesländern zwischen 2001 und 2011 das Saarland als Maßeinheit am Meisten genutzt (in 209 Presseartikeln), gefolgt von Bayern (in 178 Presseartikeln).[27] In den Vereinigten Staaten gibt es dieses Phänomen auch, dort wird Rhode Island (der kleinste US-Bundesstaat) überproportional oft als Größenvergleich in US-Medien erwähnt.[28]

Literatur

  • Paul Burgard, Ludwig Linsmayer: Der Saarstaat – Bilder einer vergangenen Welt. [L'Etat Sarrois – Images d'un monde passé]. Texte in deutscher und französischer Sprache. Selbstverlag des Landesarchivs, Saarbrücken 2005, ISBN 3-9808556-2-7 (Echolot. Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken; Bd. 2)
  • Joachim Conrad, Stefan Flesch (Hrsg.): Burgen und Schlösser an der Saar. 3. Auflage. Minerva, Saarbrücken 1995
  • H. P. Dörrenbächer, O. Kühne, J. M. Wagner (Hrsg.): 50 Jahre Saarland im Wandel. Saarbrücken 2007 (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd. 44) ISBN 978-3-923877-44-7
  •  Thomas Fläschner, Frank Hunsicker: Verkehr und Mobilität im Saarland - in Geschichte und Gegenwart. (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland, Bd.47), Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-923877-47-8, S. 126 (www.iflis.de).
  •  Geschichtlicher Atlas für das Land an der Saar. 4 Lieferungen, 45 Karten, 12 Erläuterungshefte, Saarbrücken, ISBN 978-3-923877-80-5 (www.iflis.de).
  • Jürgen Hartmann (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bundesländer. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1997, ISBN 3-89331-083-5
  • Martin Klewitz: Saarland (Deutsche Lande – Deutsche Kunst). 3., veränderte und erweiterte Auflage, München/Berlin 1982
  • Bernd Kissel: SaarlandAlbum (Comic) Geistkirch-Verlag 2011, ISBN 978-3-938889-33-6
  • Ludwig Linsmayer (Hrsg.): Der 13. Januar. Die Saar im Brennpunkt der Geschichte. Selbstverlag des Landesarchivs, Saarbrücken 2005, ISBN 3-938415-00-2 (Echolot. Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken; Bd. 1)
  • Ludwig Linsmayer (Hrsg.): Die Geburt des Saarlandes. Zur Dramaturgie eines Sonderweges. Selbstverlag des Landesarchivs, Saarbrücken 2007, ISBN 3-9808556-3-5 (Echolot. Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken; Bd. 3)
  • Dietrich Soyez (Hrsg.): Beharrung und Wandel in einem peripheren Grenzraum. Geographisches Institut, Saarbrücken 1989, ISBN 3-924525-36-6 (Das Saarland. Band 1)
  • Dietrich Soyez (Hrsg.): Die Saar – eine Flusslandschaft verändert ihr Gesicht. Geographisches Institut, Saarbrücken 1989, ISBN 3-924525-37-4 (Das Saarland. Band 2)
  • Dieter Staerk (Hrsg.): Das Saarlandbuch. Minerva, Saarbrücken 1981, ISBN 3-477-00066-8
  • Literatur von das Saarland im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Siehe auch

 Portal: Saarland – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Saarland

Weblinks

 Wikisource: Saarland – Quellen und Volltexte
 Commons: Saarland – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Saarland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikinews: Portal:Saarland – in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Stand: 15. April 2014, abgerufen am 17. April 2014.
  2. Arbeitslosenquoten im Juli 2014 – Länder und Kreise. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 1. August 2014.
  3. a b Schulden der öffentlichen Haushalte am 30.06.2013. Statistisches Bundesamt. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  4. Tag X für die Saar rückt näher, ZEIT, April 1959.
  5. Bei der Bewertung der Zahlen dieser Tabelle muss beachtet werden, dass Saarbrücken nach 1896 mehrfach durch Eingemeindungen vergrößert wurde.
  6. Statistisches Amt Saarland (PDF; 17 kB)
  7. a b Pressemitteilung zur Bevölkerungszahl nach Bundesländern vom 27. August 2013
  8. Norbert Freund: Saarländer werden immer weniger. Saarbrücker Zeitung, 23. Juni 2010.
  9. Statistisches Amt Saarland (PDF; 17 kB)
  10. Endgültiges amtliches Endergebnis der Landtagswahl 2012 Landeswahlleiterin, Statistisches Amt Saarland
  11. Bekanntmachung vom 21. Januar 1998, Amtsbl. S. 290
  12. http://www.best-of-saarland.com/images/artikel/36678_1.jpg Bild
  13. SAARLAND: Saarland-Lied (PDF; 4 kB), www.saarland.de, 2003.
  14. http://www.thewindpower.net/wind-farms-list-2-saarland.php
  15. Saarland verabschiedet sich von Bergbau-Ära, Focus, 1. Juli 2012.
  16. Strukturwandel: Saarland mit breiter Brust in schwierige Zeit. Handelsblatt, 20. April 2009.
  17. Strukturwandel: Hoffnungsfunken über der Saar. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Januar 2012.
  18. Eurostat News Release 23/2007: Regional GDP per inhabitant in the EU 27 Homepage Eurostat (Version vom 7. März 2008 im Internet Archive)
  19. [1] Saarbrücker Zeitung, 22. Februar 2014.
  20. Viele Menschen pendeln zum Arbeiten ins Saarland. Saarbrücker Zeitung, 8. Mai 2010.
  21. Statistik der Bundesagentur für Arbeit
  22. Zensusdatenbank
  23. Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland; hier: Saarland (Bearbeiterin: Felicitas Grützmann)
  24. Obwohl das Saarland 1956 nominell noch unabhängig war, nahmen die saarländischen Sportler an den Olympischen Spielen 1956 im Rahmen der gesamtdeutschen Olympia-Auswahl teil.
  25. Das Hochwasser ist da — und wird erst mal bleiben. Lübecker Nachrichten, 11. Juni 2013, abgerufen am 13. Juli 2013.
  26. Marco Krefting: Das Saarland – das Vergleichsmaß vieler Dinge. Die Welt, 18. Februar 2010, abgerufen am 12. Juli 2013.
  27. Matthias Stolz: Deutschlandkarte: Größenvergleiche. Die Zeit, 16. November 2011, abgerufen am 13. Juli 2013.
  28. Nicole Frank: Maßeinheit Saarland. Gesellschaft für deutsche Sprache, abgerufen am 13. Juli 2013.

49.3833333333336.8333333333333Koordinaten: 49° N, 7° O