Institut für Slavistik, Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Institut für Slavistik, Sprechwissenschaft und Phonetik
Kategorie: Hochschulinstitut
Träger: Land Sachsen-Anhalt
Standort der Einrichtung: Halle (Saale)
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Geisteswissenschaften
Fachgebiete: Slavistik, Sprechwissenschaft und Phonetik
Leitung: Ursula Hirschfeld
Mitarbeiter: ca. 16 (Stammpersonal)
Homepage: www.portal-ssp.uni-halle.de
BW

Das Institut für Slavistik, Sprechwissenschaft und Phonetik ist ein Institut der Philosophische Fakultät II der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Es ist das erste Institut für Sprechkunde in Deutschland. Eine Untergliederung findet in das Seminar für Slavistik und das Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik statt. Seit 2000 leiten die Professoren Ursula Hirschfeld und Lutz-Christian Anders die Einrichtung alternierend.

Seminar für Slavistik[Bearbeiten]

Die Slavistik-Ausbildung in Halle steht in Tradition von August Hermann Francke und Heinrich Wilhelm Ludolf. Vorgänger des Seminars für Slavistik ist das 1702 gegründete Collegium orientale theologicum.

Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik[Bearbeiten]

Das Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik schaut auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Ein außerplanmäßiges Lektorat für Vortragskunst wurde erstmals an der Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg im Jahr 1905 eingerichtet. Ewald Geißler wird ab Dezember des Jahres die Aufgabe ehrenamtlich übernehmen. Seit dem Sommersemester des darauffolgenden Jahres wurden Kurse in Sprecherziehung angeboten. Die Rhetorik, Vortragskunst und Phonetik fand Einzug in den Lehrplan. Geisslers arbeitete mit dem Germanistikprofessor Franz Saran zusammen. Im November 1910 gründete Otto Bremer die Phonetischen Sammlung.

Nach Kriegsende 1919 wurde Richard Wittsack Lektor für Sprechtechnik und Vortragskunst. Das planmäßige Lektorat wurde daraufhin eingeführt und Wittsack legte eine sprechwissenschaftliche Sammlung an. Im Jahr 1929 entstand die Abteilung für Sprechkunde des Seminars für Deutsche Philologie. Später wurde eine weiter Abteilung für Stimm- und Sprachstörungen eingerichtet. Eine Honorarprofessur wurde 1937 ins Leben gerufen und das Institut für Sprechkunde wurde gegründet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Institut mit der Phonetischen Sammlung zum Institut für Sprechkunde und Phonetische Sammlung zusammengelegt. Wittsack konnte sich ab 1948 Professor nennen. Mit dem Wintersemester 1952/53 wurde der Studiengang Germanistik in Verbindung mit der Ausbildung in Sprechkunde eingeführt. Im Jahr 1952 wird Hans Krech Direktor des Instituts. Schon 1956 wurden die Studien Sprechwissenschaft und Sprecherziehung auf den Lehrplan gesetzt. Krech wurde Professor für Angewandte Phonetik und Sprachheilpädagogik und 1960 erster Professor für Sprechwissenschaft in Deutschland. Die Universität gründete eine eigene Fachrichtung eigens dafür. Von 1961 bis 1967 war Eduard Kurka Vorsteher des Instituts. Unter seiner Leitung wurde 1964 das Wörterbuch der deutschen Aussprache, eine der wichtigsten Nachschlagewerke zur deutschen Sprache, verfasst. Bis 1976 und von 1981 bis 1993 leitete dann Eberhard Stock die Abteilung. Er wurde hier Professor für Sprechwissenschaft. Seine Nachfolgerin war bis 1981 Eva-Maria Krech, die 1992 Professorin wurde. 1992 wurde ein zusätzlicher Magister-Studiengang für Sprechwissenschaft und Phonetik geschaffen und etwas später ein Numerus clausus eingeführt. Gemeinsam mit der VolkswagenStiftung und dem Institut für Linguistik der Universität zu Köln konnte das Große Wörterbuch der deutschen Aussprache publiziert werden. 1998 wurde Lutz-Christian Anders Professor für Sprechwissenschaft und Phonetik, der bis 2000 die Führung des Instituts übernahm. Ursula Hirschfeld erhielt 1999 eine Professur. Die Leitung wird seitdem alternierend übernommen. Seit dem Wintersemester 2006 wurde ein Bachelor- und 2009 ein Master-Studiengang eingeführt.

Forschung[Bearbeiten]

Die aktuellen Forschungsschwerpunkte sind:

  • Wissensforschung: Wissenstraditionen und Transformationsprozesse
  • Kulturelle Kontaktprozesse
  • Handlungsoptimierung: Analyse - Kompetenz - Performanz
  • Medialität

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Das Institut ist Herausgeber der namhaften Halleschen Schriften zur Sprechwissenschaft und Phonetik.

Ehemalige Hochschullehrer[Bearbeiten]

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

51.48504411.967383Koordinaten: 51° 29′ 6″ N, 11° 58′ 3″ O