Isaac Lipschits

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Isaac Lipschits (* 19. November 1930 in Rotterdam; † 24. Mai 2008 in Groningen) war ein niederländischer Historiker, Politologe und Holocaustüberlebender.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Isaac Lipschits wurde 1930 in Rotterdam geboren und wuchs dort auf. Ab 1942 veranlassten seine Eltern ihn, sich selbst und seinen jüngeren Bruder zu verstecken. So gelang es beiden Kindern, die Judenverfolgungen und den Zweiten Weltkrieg zu überleben, während der Rest der Familie nach Osteuropa deportiert und umgebracht wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Lipschits Professor für Zeitgeschichte und Politikwissenschaft und lehrte an verschiedenen Universitäten in den Niederlanden und Israel.

Eines seiner Hauptanliegen bestand zeitlebens darin, an die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden zu erinnern. So enthält sein 1992 erschienenes Buch Onbestelbaar (Unzustellbar) einen Brief an seine Mutter, in dem er von dem Schicksal erzählt, das ihm und seiner Familie widerfuhr. In diesem Werk ging Lipschits mit der Judenverfolgung scharf ins Gericht.

Nach seiner Pensionierung widmete er einen Großteil seiner Zeit dafür, den holländischen Opfern des Holocaust ein Denkmal zu setzen. Dies gelang ihm auf eindrucksvolle Weise als Urheber des Projektes Digitales Denkmal der jüdischen Gemeinde in den Niederlanden, an dem er auch selbst maßgeblich beteiligt war: Eine Vielzahl der dort enthaltenen Biographien geht auf seine eigenen historischen Recherchen zurück.

Literatur von Isaac Lipschits (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1962: La politique de la France au Levant 1939–1941
  • 1966: Honderd jaar NIW: het Nieuw Israëlietisch Weekblad, 1865–1965
  • 1971: Simulaties in de internationale politiek
  • 1977: Politieke stromingen in Nederland: inleiding tot de geschiedenis van de Nederlandse politieke partijen
  • 1977: Ontstaansgeschiedenis van de Nederlandse politieke partijen
  • 1977 e.v.: Verkiezingsprogramma's 1977, 1981, 1986, 1989, 1994, 1998: verkiezingen voor de Tweede Kamer der Staten-Generaal
  • 1992: Onbestelbaar: herinneringen in briefvorm
  • 1997: Tsedaka: een halve eeuw Joods Maatschappelijk Werk in Nederland
  • 2001: De kleine sjoa: Joden in naoorlogs Nederland
  • 2004: Rafael Gerstenfeld. 1900–1976: een man van goede daden

Weblinks[Bearbeiten]