Isaak Rülf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Isaak Rülf kurz vor seinem Tod
Grabstein auf dem jüdischen Friedhof Bonn-Castell

Isaak Rülf[1] (* 10. Februar 1831 in Rauischholzhausen, Hessen; † 18. September 1902 in Bonn) war ein deutscher Rabbiner, jüdischer Politiker und Zionist.

Leben[Bearbeiten]

Rülf war Rabbiner seit 1857, als langjähriger Rabbiner in Memel tätig seit 1865. Dort war er auch Redakteur der politischen Tageszeitung Memeler Dampfboot. Er trat auch als philosophischer Schriftsteller hervor, besonders durch das fünfbändige Werk Wissenschaft des WeltgedankensWissenschaft der GedankenweltWissenschaft der KrafteinheitWissenschaft der GeisteseinheitWissenschaft der Gotteseinheit.

Isaak Rülf war ein früher Wegbereiter der Chibbat Zion.[2] Sein besonderes Interesse galt den russischen Juden sowie jüdischen Emigranten, für die er als jüdischer Politiker Hilfswerke organisierte. Dies brachte ihm den Beinamen „Dr. Huelf“ ein. Er unterstützte Theodor Herzl von Anfang an, vor allem gegen die antizionistischen „Protestrabbiner“. Bis zu seinem Tod nahm er an allen Zionistenkongressen teil. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in Bonn in unermüdlicher Arbeit für die Verbreitung des zionistischen Gedankens.

Weitere Werke[Bearbeiten]

  • Meine Reise nach Kowno, 1869.
  • Drei Tage in Jüdisch-Russland, 1881.
  • Aruchas Bas-Ammi. Israels Heilung. Ein ernstes Wort an Glaubens- und Nichtglaubensgenossen, Frankfurt 1883[3]
  • Das Erbrecht als Erbübel, o. O. o. J.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lexikon deutsch-jüdischer Autoren, Band 18, de Gruyter, Berlin 2010, S. 423–426
  • Artikel Rülf, Isaak. In: Lexikon des Judentums. Bertelsmann-Lexikon-Verlag, Gütersloh 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 680.
  • Harald Lordick: Isaac Rülf – Rabbiner, Philosoph, Zionist, Philanthrop. In: Kalonymos 3, 2000, Extrablatt, S. 21f. (online).
  • Michael Brocke/Julius Carlebach sel. A. (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil I: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern. 1781–1870. Bearbeitet von Carsten Wilke. Bd. 2, S. 760f., Saur, München 2004, ISBN 3-598-24871-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isaak Rülf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Herkunft des Namens siehe den Artikel Schlomo Friedrich Rülf.
  2. 1900 schrieb Rülf selbst dazu: "Ich betrachte, und gewiss nicht mit Unrecht, drei Männer als die Väter des neuzeitlichen Zionismus: Unseren verewigten Freund Dr. Pinsker, Sie und meine Wenigkeit." Brief von Rabb. Dr. Rülf an Dr. K. Lippe in Jassy. Mitgeteil von Ch. Bloch, in: Die Stimme der Wahrheit. Jahrbuch für wissenschaftlichen Zionismus, Würzburg 1905, S. 217.
  3. Aruchas Bas-Ammi gilt als Rülfs wichtigstes Werk, das er in Anlehnung an Leon Pinskers Autoemanzipation über das Judenproblem in Europa bereits vollständig auf zionistischer Grundlage verfasste.