Islamische Bewegung Usbekistan

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Flagge der Islamischen Bewegung Usbekistans

Die Islamische Bewegung Usbekistan (IBU [oder IMU]; usbekisch Oʻzbekiston islomiy harakati oder kyrillisch Ўзбекистон Исломий Ҳаракати; russisch Исламское движение Узбекистана) ist eine militante islamistische Organisation aus Usbekistan, die im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet agiert. Ihre Größe wird auf mehrere hundert Personen geschätzt. Die Islamische Dschihad-Union ist eine ihrer Splittergruppen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die IBU wurde 1998 in Afghanistan gegründet.[2] Sie wurde von den Taliban geduldet und unterstützte diese dafür im Kampf gegen die Nordallianz. 2001 ernannte Mullah Omar den Mitbegründer und Kommandeur der IBU, Jumma Namangani, zum Führer der 3000 Mann starken und aus Ausländern bestehenden Brigade 21. Um diesen Posten hatte sich auch Osama bin Laden bemüht, der aber nicht berücksichtigt wurde.[3] Ihre wichtigsten Basen zu dieser Zeit lagen in Kunduz und Takhar, wo sie sich auf die dort lebenden Usbeken und Tadschiken stützte. Im Herbst 2001 verlor sie aufgrund des Kriegs in Afghanistan diese Orte und damit ihre Basis um in Usbekistan zu operieren. Bei diesen Kämpfen soll Juma Namangani ums Leben gekommen sein. Ende 2001 zog sich die IBU mit mehr als 1000 Kämpfer unter Führung von Tahir Yoldashev nach Pakistan zurück. [4]

Im Herbst 2010 war die Organisation starkem militärischem Druck der USA ausgesetzt. Zu der Zeit sollen mindestens sieben Deutsche zu der Organisation gehört haben.[1] Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf führte ein Verfahren gegen Bünyamin Erdoğan wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat; der Deutschtürke hatte in einem Terrorcamp der IBU den bewaffneten Kampf trainiert.[5]

Einzelreferenzen[Bearbeiten]

  1. a b Mit einem Phantom wird Politik gemacht. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 5. Oktober 2010.
  2.  Guido Steinberg & Nils Wörmer: Eskalation im Raum Kunduz. Wer sind die Aufständischen in Nordafghanistan. In: Stiftung Wissenschaft und Politik (Hrsg.): SWP-Aktuell 84. Berlin Dezember 2010, S. 5 (262 K, online (PDF; 262 kB), abgerufen am 8. August 2012).
  3.  Leah Farrall: How al Qaeda works. In: Council on Foreign Relations (Hrsg.): Foreign Affairs. Volume 90, Nr. 2, New York März/April 2011, S. 130.
  4.  Guido Steinberg & Nils Wörmer: Eskalation im Raum Kunduz. Wer sind die Aufständischen in Nordafghanistan. In: Stiftung Wissenschaft und Politik (Hrsg.): SWP-Aktuell 84. Berlin Dezember 2010, S. 6 (262 K, online (PDF; 262 kB), abgerufen am 8. August 2012).
  5.  Christian Denso: Bünyamins Tod. Drohnenangriff. In: DIE ZEIT Nr. 04, 20. Januar 2011.