Jānis Lipke

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Žanis (eigentlich Jānis) Lipke (* 1. Februar 1900 in Jelgava; † 14. Mai 1987 in Riga) war ein lettischer Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkriegs.

Er war zunächst als Schauermann im Rigaer Hafen tätig. Nachdem er im Juli 1941 Zeuge von Diskriminierungen gegen lettische Juden durch die Nationalsozialisten geworden war, entschloss er sich, als Lagerarbeiter für die damalige Luftwaffe tätig zu werden, um unter dem Deckmantel dieser Funktion Juden aus dem Rigaer Ghetto zu schmuggeln und zu verstecken. Auf diese Weise bewahrte er bis zum Einmarsch der Roten Armee im Oktober 1944 etwa 56 Juden vor Ermordung durch die Nazis. In Lipkes Rettungsaktion waren neben seiner Frau Johanna und seinen beiden Söhnen rund 25 Helfer involviert.

Der Staat Israel würdigte Lipke 1977 als Gerechter unter den Völkern. Als er 1987 starb, wurde sein Begräbnis von der jüdischen Gemeinschaft Rigas organisiert. In Riga ist eine Straße nach ihm benannt (Žaņa Lipkes iela in der Moskauer Vorstadt), an seinem ehemaligen Wohnhaus auf der Daugavainsel Ķīpsala in der Mazā Balasta iela 8 wurde 2013 eine Gedenkstätte eröffnet.[1]

Am 4. Juli 2007, dem lettischen Holocaust-Gedenktag, wurde neben der Gedenkstätte der Großen Choralsynagoge an der Gogoļa iela ein Denkmal für jene 270 Menschen enthüllt, die rund 400 lettische Juden vor den Nationalsozialisten versteckt haben. Die herausragende Rolle Žanis Lipkes wird durch sein in das Denkmal integriertes Porträt unterstrichen.

Weblinks[Bearbeiten]

  • www.lipke.lv Lettisch- und englischsprachige Website des Vereins Žanis-Lipke-Gedenkstätte (Biedrība “Žaņa Lipkes memoriāls”)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. lipke.lv (abgerufen am 25. August 2014)