Riga

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Riga (Begriffsklärung) aufgeführt.
Rīga (dt.: Riga)
Wappen von Rīga
Riga (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Livland (lettisch: Vidzeme)
Verwaltungsbezirk: Republik-Stadt Riga
Koordinaten: 56° 57′ N, 24° 6′ O56.9524.17Koordinaten: 56° 57′ 0″ N, 24° 6′ 0″ O
Einwohner: 699.203 (1. Jan. 2012)
Fläche: 307,17 km²
Bevölkerungsdichte: 2.276,27 Einwohner je km²
Höhe: m
Stadtrecht: seit 1225
Webseite: www.riga.lv
Postleitzahl: 1001 – 1084
ISO-Code: LV-RIX
Riga - Latvia.jpg
Blick über die Altstadt Rigas
Riga daugava.jpg
Panoramablick über die Düna auf Rigas Altstadt
Die drei herausragenden Türme gehören (von rechts) zur Petrikirche,
zum Dom und zur Jakobus-Kirche.

Riga (lettisch Rīga) ist die Hauptstadt Lettlands und mit 699.203 Einwohnern größte Stadt des Baltikums. Mit über 1.081.100 Einwohnern in der Agglomeration ist Riga zudem der größte Ballungsraum in den drei baltischen Staaten. Riga ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes. Die alte Hansestadt ist berühmt für ihre Jugendstilbauten und ihre großzügige Anlage sowie für die gut erhaltene Innenstadt, darunter besonders die Altstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Altstadt Rigas liegt am Unterlauf der Düna (lettisch: Daugava), die nördlichen Vorstadtbezirke liegen bereits an der Rigaischen Bucht. Das Hinterland im Süden und Westen der Stadt ist verhältnismäßig dünn besiedelt, ausgedehnte Moore und Sümpfe bildeten hier einst einen natürlichen Schutz. Die von der letzten Eiszeit geprägte Landschaft um Riga verfügt über eine Vielzahl kleiner Seen und Bäche, östlich und nördlich der Altstadt befand sich noch im ausgehenden 19. Jahrhundert ein ausgedehntes Ödland aus Sanddünen.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist feucht-kontinental mit warmen, feuchten Sommern und schneereichen Wintern. Temperaturen bis −20 °C sind keine Seltenheit.

Riga
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
63
 
-3
-9
 
 
33
 
-2
-8
 
 
24
 
2
-6
 
 
30
 
10
1
 
 
39
 
16
5
 
 
43
 
20
9
 
 
59
 
22
12
 
 
78
 
21
11
 
 
78
 
17
8
 
 
75
 
10
4
 
 
59
 
4
-1
 
 
60
 
-1
-5
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Riga
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) -2,7 -2,0 2,0 9,6 16,1 19,8 21,8 20,6 16,5 10,0 3,8 -0,6 Ø 9,6
Min. Temperatur (°C) -8,8 -8,4 -5,5 0,6 5,3 9,2 11,8 11,2 7,7 3,6 -0,6 -5,2 Ø 1,8
Niederschlag (mm) 63 33 24 30 39 43 59 78 78 75 59 60 Σ 641
Sonnenstunden (h/d) 1,0 2,2 4,1 6,1 8,5 9,6 8,5 7,4 5,1 3,0 1,3 0,8 Ø 4,8
Regentage (d) 12 9 8 10 8 9 10 11 13 11 13 13 Σ 127
Luftfeuchtigkeit (%) 85 82 78 73 69 72 76 78 81 83 86 87 Ø 79,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
-2,7
-8,8
-2,0
-8,4
2,0
-5,5
9,6
0,6
16,1
5,3
19,8
9,2
21,8
11,8
20,6
11,2
16,5
7,7
10,0
3,6
3,8
-0,6
-0,6
-5,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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78
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59
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Riga ist in drei Stadtbezirke (rajons) und drei Vorstädte (priekšpilsētas) gegliedert mit zahlreichen Stadtteilen (Stand 2010):[1]

Administrative Stadtgliederung Rigas
Satellitenbild Rigas

Flächennutzung[Bearbeiten]

  • Bewohnte Fläche: 67,00 km² (21,8 %)
  • Gewerbliche Fläche: 52,45 km² (17,0 %)
  • Straßen und Wege: 24,64 km² (8,0 %)
  • Parkanlagen: 57,54 km² (19,0 %)
  • Gewässer: 48,50 km² (15,8 %)[2]

Nachbarschaft[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Rigas grenzt im Nordwesten an die Ostsee, im Nordosten und Osten an die Verwaltungsbezirke (novads) Carnikava, Garkalne und Stopiņi, im Süden an Salaspils, Ķekava und Olaine und im Westen an Mārupe, Babīte sowie die Stadt Jūrmala.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Nach 1150 kamen gotländische Kaufleute regelmäßig zum Handel an den Unterlauf der Düna (lettisch: Daugava) am Flüsschen Rīdzene (deutsch: Riege, daher auch der Name Rīga), das hier in die Düna mündete und später zugeschüttet wurde. Seine Lage ist heute nur noch anhand des Verlaufs bestimmter Straßen nachvollziehbar. Mehrfach gingen Missionsbewegungen vom späteren Gründungsort Rigas aus, die jedoch bis zur Stadtgründung fehlschlugen. Vor allem im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts gelangten zunehmend deutsche Kaufleute nach Livland. Zunächst allerdings war der Semgallerhafen am Unterlauf der Aa (lettisch: Lielupe), etwa 50 km westlich Rigas, ein wichtiger Handelsplatz. Er wurde auf päpstlichen Beschluss hin 1200 geschlossen, um Riga als einzigen Handelsplatz zu etablieren. Die im Jahre 1201 von Bischof Albert von Buxhoeveden aus Bremen gegründete Stadt Riga wurde die Hauptstadt von Livland (lateinisch: Livonia). Riga war vor allem Sitz der Erzbischöfe von Riga, aber auch eine immer bedeutender werdende Handelsstadt, die der Hanse angehörte. Insbesondere in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens wuchs Riga mit beachtlicher Geschwindigkeit, so dass die bebaute Fläche innerhalb von weniger als 30 Jahren um etwa das 5- bis 6-fache gewachsen war. Seit 1211 gewannen die Bürger der Stadt, insbesondere die Kaufleute, die sich nach der Unterwerfung der umliegenden Völkerschaften ansiedelten, an Einfluss; 1225 konnten die Bürger ihren Stadtvogt (bisher vom Bischof eingesetzt) selbst wählen. Der Rigaer Rat ist 1225 zum ersten Male urkundlich erwähnt und bestand wahrscheinlich seit etwa 1222/23.

Riga unter dem Deutschen Orden[Bearbeiten]

Im Rahmen der Ostkolonisation versuchten die Bischöfe, vor allem Deutsche im heidnischen Gebiet anzusiedeln. Militärisch wurden sie dabei vor allem von Ritterorden unterstützt, zunächst vom Schwertbrüderorden und nach dessen Niedergang vom Deutschen Orden, in den der Schwertbrüderorden eingegliedert wurde. Insbesondere nach der Vertreibung der Kreuzfahrer aus Palästina begann sich der Deutsche Orden verstärkt um die osteuropäischen Gebiete zu kümmern, vor allem Preußen, aber auch Livland. Der Deutsche Orden war eine organisatorisch eigenständige, machtvolle kirchliche Organisation, die bald als neuer Machtfaktor zu den Erzbischöfen von Riga in Konkurrenz trat. Geleitet wurde der livländische Zweig des Deutschen Ordens von einem Landmeister, der direkt dem Hochmeister (oberster Ordensherr) unterstand.

Die zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Erzbischöfen von Riga und dem Deutschen Orden wurden sowohl mit Waffengewalt als auch mittels Prozessen vor dem Papst ausgefochten. Die Bischöfe versuchten auch, Schutz bei nahen Staaten zu finden (z. B. Dänemark), aber auch beim deutschen Kaiser. Seit der Schlacht bei Neuermühlen 1492 erkannte der Erzbischof von Riga den Deutschen Orden als die Schutzmacht Livlands (1492–1561) an und beteiligte sich auch mit einem eigenen Heereskontingent an der Schlacht am Smolinasee 1502.

Von der Reformation bis zur russischen Provinz[Bearbeiten]

Ansicht Rigas am Anfang des 17. Jahrhunderts
Riga Ende des 19. Jahrhunderts

Im Jahre 1522 schloss sich Riga der Reformation an, womit die Macht der Erzbischöfe ihrem Ende entgegenging. Letzter Erzbischof von Riga war Wilhelm von Brandenburg.

Nach Ausbruch des Livländischen Krieges 1558 und der Auflösung der Livländischen Konföderation 1561/62 folgte die Stadt nicht unmittelbar der Entscheidung des Erzbischofs und des Ordens, sich Polen-Litauen zu unterwerfen, sondern favorisierte besonders in den 1570er Jahren einen Verbleib als freie Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs. Erst als dessen erhoffte Hilfe ausblieb, brachten neuerliche russische Vormärsche die Stadt dazu, 1581 Polens König Stefan Batory zu huldigen. Die 40-jährige polnisch-litauische Herrschaft, unter der die Bürger sich gegenreformatorischer Bestrebungen erwehrten – so bei den Kalenderunruhen –, endete mit der Eroberung durch Gustav II. Adolf 1621. Schwedens Krone behandelte Riga entsprechend seinem Rang als zweitgrößte Stadt im schwedischen Reich neben Stockholm und ließ es angesichts der strategischen Bedeutung, die ihm bei der Verteidigung des schwedischen Dominium maris Baltici zukam, aufwendig neu befestigen. Im Russisch-Schwedischen Krieg 1656–1658 hielt Riga einer russischen Belagerung stand und blieb bis Anfang des 18. Jahrhunderts die zweitgrößte Stadt im schwedischen Herrschaftsbereich. In dieser Zeit genoss die Stadt weitgehende Selbstverwaltung.

Am 4. Juli 1710 ergab sich im Laufe des Großen Nordischen Krieges die Stadt nach längerer Belagerung den Truppen des russischen Generals Boris Petrowitsch Scheremetew.[3] Der Aufstieg von Russland als Großmacht in der Ostseeregion wurde durch den Frieden von Nystad im Jahre 1721 besiegelt. Riga wurde an das Zarenreich angeschlossen und war ab 1796 Hauptstadt des Gouvernements Livland (siehe Ostseegouvernements). Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Riga schrittweise zu einem der wichtigsten Häfen Russlands ausgebaut, die Bevölkerungszahl der Stadt verzehnfachte sich zwischen 1850 und 1900. Trotz russischer Herrschaft blieb sowohl die Stadtkultur als auch der Großgrundbesitz bis ins 19. Jahrhundert vom Einfluss der deutschen Oberschicht im Lande geprägt. Bis 1891 war die offizielle Amtssprache Deutsch, dann wurde Russisch Amtssprache.

Weltkriege und Besatzung[Bearbeiten]

Einmarsch deutscher Truppen in Riga am 3. September 1917
Parade der Armee Rätelettlands am
1. Mai 1919
Lettische SS-Legion 1943

Gut 30 % der Einwohner gaben 1881 an, deutschbaltisch zu sein, etwa 33 % waren Letten, 19 % waren Russen bzw. Altgläubige, 8,5 % Juden. 1913 gaben etwa 40 % der Einwohner an, Letten zu sein, knapp 20 % Russen und Altgläubige, etwa 13 % Deutsch-Balten, etwa 7 % der Einwohner waren Juden. Außerdem hatte Riga eine nennenswerte polnische und litauische Minderheit.

Der Aufstieg Rigas wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Die Stadt lag an der Frontlinie, und zur Sicherstellung der Kriegswirtschaft wurden etwa 200.000 Einwohner (Arbeiter mit ihren Familien) für Rüstungszwecke nach Zentralrussland deportiert. Im September 1917 wurde die Stadt vom Deutschen Heer eingenommen.

Nach Kriegsende wurde am 18. November 1918 im deutsch besetzten Riga eine unabhängige Republik Lettland ausgerufen. 1919 residierten drei verschiedene lettische Regierungen in Riga. Vom 4. Januar bis 21. Mai bestand die Sowjetmacht der Lettischen SSR. Nach deren Vertreibung durch die Baltische Landeswehr und deutsche Freikorps residierte Andrievs Niedra dann bis zu seinem Rücktritt am 3. Juli. Nach dem Rückzug der Freikorps kehrte die parlamentarische Regierung Kārlis Ulmanis zurück, welche sich im Herbst 1919 gegen einen Angriff der weißen russischen Bermont-Armee auf Riga halten konnte.

Riga wurde zur Hauptstadt Lettlands, am 18. März 1921 wurde hier der polnisch-sowjetische Friedensvertrag unterschrieben. Es folgte eine erneute Blütezeit in der Geschichte der Stadt. Eine ungenügende Minderheitengesetzgebung verhinderte, dass sich im neuen lettischen Staat Letten, Deutsche, Russen und Juden zu einer Gesellschaft unter lettischer Fahne vereinigten.

Das Herder-Institut bestand 1920 bis 1939.

1938 hatte Riga rund 385.000 Einwohner, etwa 45.000 davon waren deutschstämmig. Mit der Machtübernahme des NS-Regimes in Deutschland wurde Lettland nicht nur von den neu aufkeimenden hegemonialen Strömungen der Sowjetunion bedroht, die eine Angliederung des ehemals zum Russischen Reich gehörenden Territoriums forderten. Im Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 vereinbarten die beiden Diktaturen, dass das Baltikum und damit auch Lettland zur sowjetischen Einflusssphäre kamen. Im Herbst 1939 wurden die Deutsch-Balten vereinbarungsgemäß in den vom Deutschen Reich eroberten Warthegau umgesiedelt. Am 17. Juni 1940 rollten sowjetische Panzer durch Rigas Straßen und besetzten die Stadt. Die Sowjetunion machte Litauen zu einer Sowjetrepublik (Lettische Sowjetrepublik) und deportierte viele Letten, besonders aus dem Bildungs- und Besitzbürgertum und der politischen Elite, in das Innere der Sowjetunion.

In den ersten etwa zehn Tagen des Angriffs auf die Sowjetunion (ab 22. Juni 1941) eroberten deutsche Truppen das Gebiet um Riga. In der Zeit der deutschen Besetzung von 1941 bis 1944 war Riga der Verwaltungssitz des Generalkommissars für den 'Generalbezirk Lettland' Otto-Heinrich Drechsler. Auch das Reichskommissariat Ostland (zunächst in Kaunas) mit seinen Dienststellen befand sich hier.

Die jüdische Bevölkerung, 1933 rund 44.000 Menschen, wurde im Rigaer Ghetto interniert (ab 21. Juli 1941), ermordet oder in Konzentrationslager deportiert. Weitere Gefangene gab es im Arbeits- und Erziehungslager Salaspils, dem Rigaer Kriegsgefangenen-Stammlager 350 und dessen Zweiglager Stalag 350/Z, dem KZ Riga-Kaiserwald, im ehemaligen Villenvorort Mežaparks-Kaiserwald und dessen Außenlagern sowie dem KZ Jungfernhof im Dorf Jumpravmuiza, nahe der Bahnstation Skirotava.

Während der kriegerischen Auseinandersetzungen um die Rückeroberung der Stadt durch die Rote Armee 1944 wurde die Altstadt Rigas (lettisch: Vecrīga) schwer beschädigt. Lettland wurde erneut von der Sowjetunion okkupiert und Riga die Hauptstadt der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

In Riga bestanden die drei sowjetischen Kriegsgefangenenlager 277, 317 und 350 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[4] Schwer Erkrankte wurden in den Kriegsgefangenenhospitälern 3338 und 4379 versorgt.

Ermutigt durch Perestroika und Glasnost erklärte die Saeima, das Lettische Parlament, 1990 die Wiederherstellung der Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Daraufhin ließ der damalige Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU und Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, das Parlamentsgebäude in Riga zeitweilig durch sowjetische Militäreinheiten besetzen. Am 21. August 1991 erkannte die Sowjetunion die Unabhängigkeit Lettlands an; ebenso (nach dem Zerfall der Sowjetunion) 1991 der russische Präsident Boris Jelzin. Riga wurde wieder Hauptstadt eines souveränen lettischen Staates.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Willkommensschild „RĪGA“

Die Stadt ist ethnisch gespalten in die beiden Hauptgruppen der Letten und Russen: Der Volkszählung im Jahre 2011 zufolge beträgt der Anteil der Letten an der Stadtbevölkerung 46,3 %. Sie stellen damit eine knappe relative Mehrheit. 40,2 % sind Russen, 3,8 % Weißrussen, 3,4 % Ukrainer, 1,8 % Polen und 4,5 % Angehörige anderer Volksgruppen.[5] Bei einem nationalen Volksentscheid im Februar 2012 wurde die Einführung des Russischen als zweite Amtssprache von 74,8 % der Wahlberechtigten abgelehnt.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

In den 1930er Jahren lebten 70.000 Deutsche und 60.000 Juden in Riga. Heute ist Riga zwar die bevölkerungsreichste Stadt der Baltischen Staaten; die Einwohnerzahl ist aber seit 1990 stark zurückgegangen und fällt weiter. Das hat drei Gründe:

  • die Abwanderung vor allem junger Familien in die Umlandgemeinden, zumal nach Mārupe, Jaunmārupe, Salaspils, Ķekava und Olaine, wo Bauland erschwinglich ist;
  • die Übersiedlung von Angehörigen aller Volksgruppen nach Westeuropa (die Rückwanderung von Russen nach Russland fällt demgegenüber kaum ins Gewicht);
  • die extrem niedrige Geburtenziffer. Bereits in der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik zählte deren Geburtenrate zu den niedrigsten aller Unionsrepubliken.

Wenn sich diese Entwicklung nicht umkehrt, könnte sich die Einwohnerzahl Rigas bis 2050 halbieren.

Jahr Einwohner
1767 19.500
1800 29.500
1840 60.000
1867 102.590
1881 169.329
1897 255.879
1913 472.068
1920 185.100
1930 377.900
1940 353.800
Jahr Einwohner
1941 335.200
1945 228.200
1950 482.300
1955 566.900
1959 580.400
1965 665.200
1970 731.800
1975 795.600
1979 835.500
1987 900.300
Jahr Einwohner
1990 909.135
1991 900.455
1992 889.741
1993 863.657
1994 843.552
1995 824.988
1996 810.172
1997 797.947
1998 786.612
1999 776.008
Jahr Einwohner
2000 764.329
2001 756.627
2002 747.157
2003 739.232
2004 735.241
2005 731.762
2006 727.578
2007 722.485
2008 719.613
2009 715.978
Jahr Einwohner
2010 709.145
2011 703.581
2012 699.203

Sprachen[Bearbeiten]

Für die Jahre 1867 bis 1930 ergibt sich die Zusammensetzung der Rigaer Einwohner nach ihrer Mutter- oder Umgangssprache aus nachstehender Tabelle[7][8]

Sprache 1867 1881 1897 1913 1930
Deutsch 43.980 (42,9 %) 66.775 (39,4 %) 65.332 (25,5 %) 78.656 (16,7 %) 44.105 (11,67 %)
Lettisch 24.199 (23,6 %) 49.974 (29,5 %) 106.541 (41,6 %) 187.135 (39,6 %) 227.842 (60,29 %)
Russisch 25.772 (25,1 %) 31.976 (18,9 %) 43.338 (16,9 %) 99.985 (21,2 %) 29.696 (07,86 %)
Jiddisch 5.254 (05,1 %) 14.222 (08,4 %) 16.521 (06,5 %) 21.231 (04,5 %) 42.328 (11,20 %)
Estnisch 872 (00,9 %) 1.565 (00,9 %) 3.532 (01,4 %) 6.721 (01,4 %) 2.443 (00,65 %)
Polnisch 12.869 (05,0 %) 35.621 (07,5 %) 16.574 (04,39 %)
Litauisch 5.853 (02,3 %) 25.824 (05,5 %) 6.817 (01,80 %)
Sonstige* 2.513 (02,4 %) 4.048 (02,4 %) 1.772 (00,7 %) 16.895 (03,6 %) 8.112 (02,14 %)
ohne Angabe 769 (00,5 %) 130 (00,1 %)
Gesamt 102.590 (100 %) 169.329 (100 %) 255.879 (100 %) 472.068 (100 %) 377.917 (100 %)

*Die Angabe für 1881 enthält hier auch die polnisch- und litauischsprachigen Einwohner

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Saeima (Parlament Lettlands)

Die Stadt ist Sitz des Präsidenten, des Parlamentes (Saeima), der Ministerien, des Obersten Gerichtshofes (Latvijas Republikas Augstākā tiesa) sowie zahlreicher diplomatischer Vertretungen.

Die Stadtverwaltung hat ihren Sitz im Rathaus am Rathausplatz (Ratslaukums) in der Altstadt. Der Stadtrat hat 60 Mitglieder, die alle vier Jahre neu gewählt werden und den Ratsvorsitzenden und damit den Bürgermeister aus ihren Reihen wählen. Mit Nils Ušakovs wurde 2009 erstmals ein ethnischer Russe zum Bürgermeister gewählt. Das Ratspräsidium besteht aus Mitgliedern aller Ratsfraktionen und dem Bürgermeister. Öffentliche Sitzungen finden meist einmal im Monat statt.

Symbole[Bearbeiten]

Flagge Rigas

Das Rigaer Wappen zeigt in der am 31. Oktober 1925 angenommenen Form auf silbernem Schild eine Mauer mit zwei äußeren Türmen aus roten Steinen und geöffnetem Tor, darin ein goldener Löwenkopf, zwischen den Türmen zwei gekreuzte, schwarze Schlüssel, darüber ein schwebendes goldenes Kreuz, darüber noch eine goldene Krone. Der Schild wird eingerahmt durch zwei goldene, rot bezungte Löwen mit vom Schild gekehrten Köpfen, stehend auf einer grauen Konsole, die von stilisiertem Laub gehalten wird. Die Flagge von 1937 zeigt das Wappen mittig auf zwei horizontalen, hellblau-weißen Streifen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Die erste Partnerschaft Rigas wurde 1964 mit der finnischen Stadt Pori geschlossen, der 1973 eine Partnerschaft mit dem französischen Calais folgte, die bis 1993 durch einen regen Austausch geprägt war. Erste außereuropäische Partnerstadt ist seit 1973 das japanische Kōbe 1974. Mit Rostock 1974 und Bremen 1985 wurden zwei ehemalige deutsche Hansestädte Partner Rigas. Die Partnerschaftsabkommen mit beiden Städten wurden 1991 erneuert.

DanemarkDänemark Aalborg (Dänemark) ItalienItalien Florenz (Italien) RusslandRussland Sankt Petersburg (Russland)
SpanienSpanien Alicante (Spanien) GuamGuam Guam (Vereinigte Staaten) ChileChile Santiago de Chile (Chile)
KasachstanKasachstan Almaty (Kasachstan) UkraineUkraine Kiew (Ukraine) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Slough (Vereinigtes Königreich)
NiederlandeNiederlande Amsterdam (Niederlande) JapanJapan Kōbe (Japan) SchwedenSchweden Stockholm (Schweden)
KasachstanKasachstan Astana (Kasachstan) WeissrusslandWeißrussland Minsk (Weißrussland) China VolksrepublikChina Suzhou (China)
FrankreichFrankreich Bordeaux (Frankreich) RusslandRussland Moskau (Russland) China RepublikRepublik China Taipeh (Republik China)
DeutschlandDeutschland Bremen (Deutschland) SchwedenSchweden Norrköping (Schweden) EstlandEstland Tallinn (Estland)
AustralienAustralien Cairns (Australien, Queensland) China VolksrepublikChina Peking (Volksrepublik China) LitauenLitauen Vilnius (Litauen)
FrankreichFrankreich Calais (Frankreich) FinnlandFinnland Pori (Finnland) PolenPolen Warschau (Polen)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dallas (USA, Texas) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Providence (USA, Rhode Island)
FrankreichFrankreich Dunkerque (Frankreich) DeutschlandDeutschland Rostock (Deutschland)

Stadtbild und Architektur[Bearbeiten]

Freiheitsmonument

Die Innenstadt Rigas wurde 1997 zur Liste des UNESCO-Weltkulturerbe hinzugefügt, wegen des „außergewöhnlichen universellen Wertes“ aufgrund der weltweit einzigartigen Qualität und Quantität der Jugendstilarchitektur bei relativ intakt gebliebenem historischen Stadtgefüge und wegen der Holzarchitektur aus dem 19. Jahrhundert.[9]

Durch die Pläne für die weitere städtebauliche Entwicklung am linken Dünaufer, besonders der Insel Ķīpsala, besteht die Gefahr, dass Riga auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt wird. Konkret sehen die Experten von UNESCO und ICOMOS durch die Errichtung von Hochhäusern die visuelle Integrität des Stadtbildes gefährdet. Die Stadtverwaltung wurde aufgefordert, die Pläne zu überarbeiten. Allgemein wird anerkannt, dass sich Verwaltung, Management und Konservierung der Welterbestätte verbessern.[10]

Das städtebauliche Muster Rigas umfasst den mittelalterlichen Kern, einen Halbkreis von Boulevards um die Altstadt herum und die Neustadt mit ihren regelmäßig angelegten Straßenzügen. Alle Bereiche konnten sich ihre Authentizität und den architektonischen Charakter erhalten.[10]

Kirchen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kirchen in Riga

Altstadt[Bearbeiten]

Rigas Altstadt bei Nacht

Die Altstadt (Vecrīga) ist das historische und geographische Zentrum Rigas am rechten Ufer der Düna gelegen und hat sich ihren Festungscharakter trotz der Schleifung der Befestigungsanlagen und Wälle zwischen 1857 und 1863 bewahren können. Die nach dem Abriss der Stadtmauer entstandenen Freiflächen wurden zu einem Stadtpark mit Stadtkanal (Pilsētas kanāls) umgestaltet, der heute die Altstadt von der Neustadt trennt.

Zentrum der Altstadt ist der Marktplatz (heute Rātslaukums) an dem sich das Rathaus (Rīgas rātsnams) sowie das Schwarzhäupterhaus (Melngalvju nams) befinden. Letzteres wurde 1999 wiedererrichtet, nachdem es im Krieg zerstört und die Ruine anschließend von den Sowjets gesprengt worden war. Der gotische Ursprungsbau mit der Fassade im Stil der niederländischen Renaissance stammte von 1334 und diente ab 1477 der kaufmännischen Vereinigung der Schwarzhäupter als Versammlungsort. Auf dem Platz vor dem Gebäude steht eine Rolandstatue.

Den Grundstein des Doms (Rīgas Doms) ließ 1211 Bischof Albert von Buxthoeven legen. Die Mittelschiffe wurden im 14. und 15. Jahrhundert angebaut. Nach mehrfachen Zerstörungen beträgt die Höhe des Turmes seit 1776 90 Meter, die Höhe des um 1590 erbauten Holzturmes hatte 140 Meter betragen. Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Orgel zählt zu den größten und besten Orgeln der Welt. Die Türme der 1209 erstmals erwähnten Petrikirche (Rīgas Svētā Pētera baznīca) wurden mehrfach zerstört, zuletzt im Zweiten Weltkrieg. Die 1225 erstmals erwähnte Jakobskirche (Rīgas Svētā Jēkaba katedrāle) mit ihrem 80 Meter hohen Turm ist die katholische Kathedrale Rigas. Sie wurde 1582 vom polnischen König gekauft und den Jesuiten übergeben.

Das Rigaer Schloss (Rīgas pils) ist der Amtssitz des Staatspräsidenten. Es wurde ab 1330 als Festung des Schwertbrüderordens errichtet.

In einem 1867 im Stile eines florentinischen Palastes errichteten Bau befindet sich seit der Unabhängigkeit die Saeima, das Parlaments Lettlands. Mit dem Pulverturm (Pulvertornis) von 1650 existiert noch ein Überrest der ehemaligen Stadtbefestigung. Weitere historische Denkmäler sind das 1852 geschaffene Gebäude der Rigaer Börse, der Konventhof (Konventa sēta) mit Ursprüngen im 13. Jahrhundert, das zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert errichtete Gebäudeensemble der Drei Brüder, das Schwedentor (Zviedru vārti), die Gebäude der Kleinen (Mazā Ģilde) und Großen Gilde (Lielā Ģilde), das Mentzendorffhaus (Mencendorfa nams) von 1695 oder das Dannensternhaus (Dannenšterna nams).

Zwischen Alt- und Neustadt befindet sich seit 1935 das von Kārlis Zāle geschaffene Freiheitsdenkmal (Brīvības piemineklis) mit einer weiblichen Allegorie der Freiheit auf dem 19 Meter hohen Obelisk und Flachreliefs an den Seiten, die historische Ereignisse darstellen.

Neustadt und Vorstädte[Bearbeiten]

In der Neustadt (Riga) befinden sich zahlreiche Gebäude mit Jugendstilfassaden, besonders in den Straßen Elizabetes iela und Alberta iela mit vielen Arbeiten Michail Eisensteins. Um die Jahrhundertwende wurden im Grüngürtel um die Altstadt zahlreiche repräsentative Gebäude errichtet, darunter die Nationaloper, das Nationaltheater, das Kunstmuseum, die neugotische Lettische Kunstakademie (Latvijas Mākslas akadēmija) von 1905 sowie die Universität. Zwischen 1876 und 1884 entstand die Orthodoxe Kathedrale (Rīgas Kristus Piedzimšanas pareizticīgo katedrāle) im neubyzantinischen Stil.

Im südlich gelegenen Stadtteil Maskavas forštate (Moskauer Vorstadt) befinden sich die ehemaligen Zeppelin-Hallen des Zentralmarktes (Rīgas Centrāltirgus), der im stalinistischen Zuckerbäckerstil 1958 erbaute Kultur- und Wissenschaftspalast (Zinātņu akadēmijas augstceltne), die aus Holz im klassizistischen Stil erbaute protestantische Jesuskirche (Jēzus Evaņģēliski luteriskā baznīca) sowie die Ruinen der Synagoge nahe dem ehemaligen Ghetto.

Die Gartenstadt Mežaparks ist ein Villenvorort, der Anfang des 20. Jahrhunderts in den Wäldern nördlich der Stadt gebaut wurde.

Auf der Düna-Insel Zaķusala (Hasenholm) steht der Fernsehturm (Rīgas radio un televīzijas tornis), der mit 368,5 Meter zu den höchsten Bauwerken Europas zählt und in seiner schlanken Konstruktion (mit dem Dreibein-Fundament) gut zum ebenfalls sehr schlanken Turm der Petrikirche passt. Pārdaugava (deutsch: Überdüna) bezeichnet das Stadtgebiet am linken Dünaufer. Es war über lange Zeit geprägt von ein- bis zweistöckigen Holzhäusern, von denen einige erhalten sind.

Parks[Bearbeiten]

In der Innenstadt befinden sich der Wöhrmannsche Garten (Vērmanes dārzs), die älteste öffentliche Parkanlage der Stadt, die 1814 unter dem Namen Anna-Wöhrmann-Park angelegt wurde. Vorher hatten sich an dessen Stelle Holzhäuser befunden, die vor der befürchteten Stadtbelagerung durch Napoleon vorsorglich angezündet worden waren. Entlang des Wassergrabens an der ehemaligen Stadtbefestigung (Pilsētas kanāls) befindet sich ein etwa drei Kilometer langer Park (Kanālmalas apstādījumi) – der Basteiberg. Gegenüber dem Jugendstilviertel befindet sich der Kronwald-Park (Kronvalda parks) – er entstand auf dem ehemaligen Gelände, das dem Deutschen Schützenverein von Zar Alexander II. geschenkt wurde. Die Anlagen der Esplanade (Esplanāde) liegen bei der orthodoxen Kathedrale und umfassen im nördlichen Teil einen Markt.

Mit einer Fläche von 37 Hektar ist der Uzvaras-Park der Größte der Stadt. Er beherbergt die 79 Meter hohe sowjetische Siegessäule von 1985.

Der Rigaer Zoo (Rīgas Zooloģiskais dārzs) umfasst über 3.000 Tiere. In Mežaparks befinden sich mehrere Waldfriedhöfe, darunter der Brüderfriedhof, ein Soldatenfriedhof, der den Charakter eines Parks hat.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Rigas Hafen

Die Region Riga ist die wirtschaftlich stärkste Region und das Zentrum industrieller Produktion des Landes. 60 % der lettischen Unternehmen operieren in Riga, mehr als 50 % der Arbeitnehmer sind in der Region aktiv. Vor allem die Lebensmittelindustrie, aber auch Holz- und Textilindustrie, chemische und pharmazeutische Industrie sind bedeutend. Riga zieht zunehmend ausländische Investitionen an und entwickelt sich zu einem bedeutenden Standort von Gewerbeausstellungen im baltischen Raum.[11]

Fast alle der umsatzstärksten Unternehmen Lettlands haben ihren Sitz in Riga, darunter der auf IT-Produkte spezialisierte Großhändler ELKO Grupa, die Handelskette Rimi Latvia, der staatliche Stromversorger Latvenergo, der Erdgasmonopolist Latvijas Gāze, die Eisenbahngesellschaft Latvijas Dzelzceļš, das staatliche Postunternehmen Latvijas Pasts und Latvia Statoil, der Ableger der norwegischen Erdölgesellschaft sowie Mazeiku Nafta tirdzniecibas nams, der Mobilfunkanbieter Latvijas Mobilais Telefons (LMT) und die Fluggesellschaft airBaltic. Die Börse Riga (NASDAQ OMX Riga) ist die einzige Wertpapierbörse des Landes.

Der Tourismus ist ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die Stadt, 90 % der Touristen des Landes wählen Riga als Reiseziel.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenbahn
Hauptartikel: Flughafen Riga

Riga besitzt eine wichtige Funktion als internationaler Verkehrsknotenpunkt im Ostseeraum (Verkehrsströme zwischen Skandinavien und Osteuropa, von Mitteleuropa nach Finnland über die Europastraße 67 („Via Baltica“) sowie innerhalb des Baltikums). So befindet sich hier der mit Abstand wichtigste Bahnhof (Rīgas dzelzceļa stacija) des Landes mit Verbindungen nach Moskau und St. Petersburg in Russland, Minsk in Weißrussland und Kaunas und Vilnius in Litauen (Rail Baltica). Daneben befindet sich ein Busbahnhof (Rīgas Starptautiskā autoosta) mit Fernbusverbindungen in alle Nachbarländer und viele Länder der Europäischen Union.

Der Flughafen Riga (Starptautiskā lidosta „Rīga“) ist der größte des Baltikums und bietet Flüge zu 82 Zielen. Da mit vier Millionen Fluggästen 2009 die Kapazität von 2,5 Millionen überschritten wurde, wird die Erweiterung geplant. Für 92 Millionen Euro will airBaltic ein neues Terminal bauen.[12]

Ein Fährterminal (Rīgas Pasažieru termināls) bietet Verbindungen vor allem nach Skandinavien, aber auch nach Norddeutschland.

Die Straßen Lettlands sind sternförmig auf Riga ausgerichtet. Südlich der Innenstadt wurde ein neue Dünabrücke (Dienvidu tilts) für eine Umgehungsstraße erbaut und 2008 eröffnet.[13] Die Zubringerstraßen sollen 2012 für den Verkehr freigegeben werden.[14] Als Nordumfahrung (Ziemeļu koridors) ist eine 27 bis 30 Kilometer lange Autobahn geplant, deren Baubeginn für 2012 oder 2013 geplant ist und die bis 2018 fertiggestellt werden soll. Es handelt sich dabei um das größte Infrastrukturvorhaben in Riga der letzten Jahrzehnte.[15]

Das städtische Nahverkehrsunternehmen Rīgas Satiksme verfügt über ein S-Bahn-ähnliches System von Vorortzügen sowie ein sehr gut ausgebautes Straßenbahnnetz (252 Wagen, neun Linien). Ergänzt wird das Schienennetz durch den Oberleitungsbus Riga (etwa 330 Wagen, 20 Linien) sowie diverse Omnibuslinien (etwa 460 Wagen, 53 Linien).

Medien[Bearbeiten]

Riga ist Zentrum der wichtigsten Medien des Landes. Die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radioanstalten Latvijas Televīzija (LTV) und Latvijas Radio mit ihren zahlreichen Programmen haben ebenso ihren Sitz in Riga wie die privaten Fernsehsender LNT, TV3 Latvia und den russischsprachigen Sender PBK Latvia. Mit TV5 Rīga besteht ein nur der Stadt gewidmeter Kanal. Nach der Unabhängigkeit entstanden private Rundfunkstationen wie Radio Skonto, European Hit Radio oder Radio SWH. Täglich erscheinende Zeitungen sind Diena und Latvijas Avīze. The Baltic Times ist eine englischsprachige Wochenzeitung für die drei baltischen Staaten mit Sitz in Riga. Mit Rīgas Apriņķa Avīze besteht eine regelmäßig erscheinende Regionalzeitung für Riga und das Umland.

Bildung[Bearbeiten]

Universität Lettlands

In Riga hat die Lettische Akademie der Wissenschaften (Latvijas Zinātņu akadēmija) ihren Sitz. Sie verfügt über ein Kernforschungszentrum in Salaspils südöstlich von Riga.

Mit der Unabhängigkeit 1919 wurde die Universität Lettlands (Latvijas Universitāte) gegründet, die auf das 1862 gegründete Rigaische Polytechnikum zurückgeht. Sie ist mit etwa 23.800 Studenten in 13 Fakultäten die größte Universität des Landes. Die 1958 gegründete Technische Universität Riga (Rīgas Tehniskā universitāte) mit 16.900 Studenten ist ebenfalls auf das Polytechnikum zurückzuführen. Seit 2002 gibt es außerdem die Stradina-Universität Riga (Rīgas Stradiņa universitāte). Sie firmierte seit 1990 als Lettische Medizinische Akademie (Latvijas Medicīnas akadēmiju), und gründet auf der medizinischen Fakultät der Universität Lettlands von 1919.

Seit 1998 besteht die Riga Graduate School of Law als unabhängige Institution innerhalb der Universität Lettlands. Die Handelshochschule Stockholm in Riga ist eine Tochter der Institution in Stockholm. Weiter existieren ein Konservatorium, zahlreiche weitere Fachhochschulen sowie ein Goethe-Institut.

Siehe auch: Präsidenkonvent

Kultur[Bearbeiten]

2010 wurde Riga zur Kulturhauptstadt Europas 2014 ernannt.[16] Infrastrukturelle Projekte in diesem Zusammenhang sind der Bau der von Gunnar Birkerts entworfenen Lettischen Nationalbibliothek (Latvijas Nacionālās bibliotēkas) am Dünaufer gegenüber der Altstadt, einer Konzerthalle (Koncert zale) als Heimstätte unter anderem des Lettischen Nationalen Sinfonieorchesters und die Errichtung des Museums für Zeitgenössische Kunst (Laikmetīgās mākslas muzejs) in einem ehemaligen Kraftwerksgebäude in Andrejsala.[17] Trotz einer Budgetkürzung um 30 % infolge der lettischen Wirtschaftskrise 2009 ist der Bürgermeister optimistisch, dass Riga 2014 ein erfolgreiches Programm bieten kann.[18]

Theater[Bearbeiten]

Die Lettische Nationaloper (Latvijas Nacionālā opera) befindet sich seit der ersten Aufführung im Januar 1919 im neoklassizistischen Gebäude (1860–1863), das als Deutsches Theater konzipiert war. Das Repertoire umfasst Opernklassiker, bekannt ist auch die seit 1922 existierende Ballettkompanie. Eines der größten Theater des Landes ist das Lettische Nationaltheater, das 1919 gegründet wurde. Das Rigaer Russische Theater (Mihaila Čehova Rīgas Krievu teātris) ist das älteste professionelle Dramatheater des Landes; 1883 war die erste Spielzeit des Theaters, dessen Repertoire russische und ausländische Stücke umfasst. Das 1920 eröffnete Daile-Theater (Dailes teātris) präsentiert regelmäßig moderne ausländische Stücke. Mit seinen Aufführungen richtet sich das 1944 gegründete Lettische Staatspuppentheater (Izmainīt Latvijas Valsts Leļļu teātris) vor allem an Kinder. Nach der Unabhängigkeit entstand 1992 das Neue Rigaer Theater (Jaunais Rīgas teātris).

Museen[Bearbeiten]

Okkupationsmuseum
  • Museen zur Geschichte und Kulturgeschichte:
    • Das Lettische Okkupationsmuseum (Latvijas Okupācijas muzejs) befindet sich in einem Bau aus den 1970er Jahren und widmet sich der Zeit, als Lettland unter deutscher und sowjetischer Besatzung stand (1940–1991).
    • Das Stadtgeschichtliche und Schifffahrtsmuseum (Rīgas vēstures un kuģniecības muzejs) ist eines der ältesten Museen Europas. Diesem angegliedert ist das Mentzendorffhaus (Mencendorfa nams), das als historisches Wohn- und Geschäftshaus besichtigt werden kann.
    • Das Museum Juden in Lettland (Muzejs Ebreji Latvijā) zeigt die Geschichte der Juden Rigas und Lettlands vom 18. Jahrhundert bis 1941.
    • Das Lettische Geschichtsmuseum (Latvijas Vēstures muzejs) im Rigaer Schloss widmet sich der Landesgeschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart.
    • Im Jahre 2014 wurde das Eckige Haus (Stura maja), die einstige Zentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB im besetzten Lettland, als Museum und Gedenkstätte eröffnet.[19]
    • Im Pulverturm befindet sich das Lettische Kriegsmuseum (Latvijas Kara muzejs) für Militär- und Kriegsgeschichte.
    • Das Lettische Freilichtmuseum am Jugla-See beherbergt 118 Gebäude der Volksarchitektur und zeigt die traditionell-ländliche Lebensweise.

Weiter bestehen ein Lettisches Naturgeschichtsmuseum (Latvijas Dabas muzejs) und ein Rigaer Motormuseum (Rīgas Motormuzejs) mit historischen Fahrzeugen.

Musik[Bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert begann die Blüte europäischer Musik in Riga, das sich zum damaligen bedeutendsten Musikzentrum des Baltikums entwickelte. Es kam zur Gründung der Rigaer Musikgesellschaft (1760) und privaten Orchestern wie dem von Baron Otto Hermann von Vietinghoff, aus dem sich das Orchester der 1782 gegründeten Oper bildete. In Riga tätig waren unter anderem Johann Valentin Meder, Johann Gottfried Müthel und Georg Michael Telemann.[20] Im 19. Jahrhundert existierten mit der deutschen Kunstmusik und dem von den weitgehend rechtlosen Letten weiterentwickelten folkloristischen Liedgut zwei musikalische Traditionen parallel. Von 1837 bis 1839 arbeitete Richard Wagner als Kapellmeister an der Oper, die zu dieser Zeit internationales Niveau erreichte. Leo Blech dirigierte zeitweilig in der Oper.

Klassische Konzerte finden unter anderem im Schwarzhäupterhaus und in der Großen Gilde statt.

Die staatliche Lettische Musikakademie Jāzeps Vītols wurde 1919 als Konservatorium gegründet und hat etwa 500 Studenten.

1993 fand in Riga das erste Nationale Sängerfest im unabhängigen Lettland statt; die Tradition der baltischen Sängerfeste ist sehr alt, in Lettland fand das erste bereits 1873 statt. 2003 wurden die Sängerfeste aller drei baltischen Staaten der UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ hinzugefügt. Das XXIV. Nationale Sängerfest fand 2008 in Riga statt. Ein besonderer Höhepunkt sind die „Kriege der Lieder“, in denen die besten Chöre des Landes gegeneinander antreten.[21]

2003 fand in Riga der Eurovision Song Contest statt.

Sport[Bearbeiten]

Für die Eishockey-Weltmeisterschaft 2006 wurde die maximal 14.500 Zuschauer fassende Arēna Rīga erbaut, die für Eishockey, Basketball und Konzerte benutzt wird. Sie dient als Heimspielort des in der russischen KHL spielenden Vereins Dinamo Riga. Erfolgreichster Fußballverein des Landes mit 14 Meistertiteln ist Skonto Riga mit dem im Jahr 2000 eröffneten und 10.000 Zuschauer fassenden Skonto-Stadion (Skonto stadions). Weitere Erstligavereine sind JFK Olimps Riga (Spielort Daugava-Stadion/Daugavas stadions) und FK Jaunība Riga. Mit 18 Titelgewinnen in der FIBA EuroLeague Women ist TTT Riga einer der erfolgreichsten Vereine im europäischen Frauenbasketball. Erfolgreicher Herrenbasketballverein sind die BK Barons/LMT (Lettischer Meister 2008) und VEF Riga. Die Skonto Arena (6.500 Zuschauer) wurde 1999 eröffnet und wird von der Basketballmannschaft von Skonto Riga benutzt. Bis 2009 bestand der auch international erfolgreiche Eishockeyverein HK Riga 2000, der in der inbox.lv ledus halle spielte.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1991 findet jährlich der Riga-Marathon (Rīgas maratons) statt. 1998 wurde zum ersten Mal das jährlich im Sommer stattfindende Rigaer Opernfestival (Rīgas Operas festivāls) organisiert.

  • Ballettfestival
  • Theaterfestival Baltischer Frühling

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine Rigaer Spezialität ist der bittere, schwarze Schnaps Rīgas Melnais balzams, der als lettisches Nationalgetränk gilt. Daneben ist Riga bekannt für Schokolade und Pralinen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die in Riga wirkten[Bearbeiten]

  • Bernhard Bielenstein (1877–1959), Architekt des Jugendstils
  • Rupert Bindenschu (1645–1698), Architekt und Stadtbaumeister in Riga
  • Alexander Faltin (1819–1899), deutscher Rigaer Ratsherr, Gründer der Baltischen Monatsschrift, Initiator der Riga-Dünaburgischen Eisenbahn
  • Teodors Grīnbergs (1870–1962), Theologe
  • Oskar Grosberg (1862–1941), deutsch-baltischer Journalist und Schriftsteller, von 1916 bis 1939 Redakteur der Rigaschen Rundschau
  • Karl August von Hardenberg (1750–1822), preußischer Staatsmann, verfasste im Exil in Riga 1807 die für die Reform des preußischen Staates wegweisende Rigaer Denkschrift
  • Johann Gottfried von Herder (1744–1803), deutscher Dichter, lebte mehrere Jahre in Riga
  • Karl von Holtei (1798–1880), deutscher Schriftsteller, Schauspieler und Theaterregisseur, von 1837 bis 1841 Direktor des Theaters in Riga
  • Carl Gustav Jochmann (1789–1830), deutscher Publizist
  • Conradin Kreutzer (1780–1849), deutscher Komponist, 1849 in Riga verstorben
  • Johann Gottfried Müthel (1728–1788), deutscher Cembalist, Organist und Komponist, seit 1753 in Riga tätig, seit 1767 als Hauptorganist an der dortigen Kathedrale St. Petri, 1788 in Riga verstorben
  • Kristīne Opolais (* 1979), von 2001 bis 2007 Sopranistin an der Lettischen Nationaloper
  • Louise Radecke (1846–1916), Opernsängerin
  • Thomas von Ramm († 1631), Bürgermeister von Riga
  • Johann Schöning, Bürgermeister und Erzvogt (2. Hälfte 15. Jahrhundert)
  • Richard Wagner (1813–1883), deutscher Komponist, von 1837 bis 1839 in Riga
Panorama Rigas, vom Gebäude der Lettischen Akademie der Wissenschaften aus fotografiert

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Heinrich Liebeskind: Rückerinnerungen von einer Reise (mit ausführlicher Abhandlung über Riga; 1795). Neuausgabe als e-Buch, 2009 (Manfred Raether, Hrsg.)
  • Andris Kolbergs: Porträt einer Stadt. Geschichte Rigas Altstadt. Riga 1998, ISBN 978-9984-07-113-8

Bibliographien[Bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten]

  • Andrej Angrick, Peter Klein: Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941–1943. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-19149-8 (Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart 6), (Gesamtdarstellung).
  • Friedrich Benninghoven: Rigas Entstehung und der frühhansische Kaufmann. Velmede, Hamburg 1961 (Nord- und osteuropäische Geschichtsstudien 3).
  • S. Cielava, Z. Ergle: Was Altrigas Straßen und Häuser erzählen. Verlag Liesma, Riga 1977
  • Ulrike von Hirschhausen: Die Grenzen der Gemeinsamkeit. Deutsche, Letten, Russen und Juden in Riga 1860–1914. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-35153-4 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 172), (Zugleich: Göttingen, Univ., Habil.-Schr., 2005).
  • Ilgvars Misans, Horst Wernicke (Hrsg.): Riga und der Ostseeraum. Von der Gründung 1201 bis in die Frühe Neuzeit. Herder-Institut, Marburg 2005, ISBN 3-87969-319-6 (Tagungen zur Ostmitteleuropa-Forschung 22).
  • Erwin Oberländer, Kristine Wohlfart: Riga. Portrait einer Vielvölkerstadt am Rande des Zarenreiches 1857–1914. Schöningh Verlag, Paderborn 2004, ISBN 3-506-71738-3.
  • Andreas Fülberth: Tallinn – Riga – Kaunas. Ihr Ausbau zu modernen Hauptstädten 1920–1940. Böhlau, Köln/Weimar 2005, ISBN 3-412-12004-9.

Dokumentarfilme[Bearbeiten]

  • Bilder einer Landschaft: Riga – Rose im Baltikum. Dokumentation, etwa 45 Minuten, Produktion: BR, 2003.
  • Schätze der Welt – Erbe der Menschheit: Riga - Hanse, Bernstein, Jugendstil (Lettland). Dokumentation, etwa 15 Minuten, Produktion: SWR, 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Riga – Reiseführer
 Wiktionary: Riga – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Riga – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Riga – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten zur Bevölkerungsentwicklung Pilsonības un migrācijas lietu pārvalde (Version vom 11. August 2011 im Internet Archive)
  2. Rīgas pašvaldības portāls (Version vom 28. Februar 2009 im Internet Archive)
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRiga. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 931-933. Abgerufen am 9. Januar 2010.
  4. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  5. Volkszählung 2011, abgerufen am 22. Mai 2014.
  6. Seite der zentralen Wahlkommission abgerufen am 19. Februar 2012
  7. Rīga 1860–1917. Rīga, Zinātne 1978.
  8. Volkszählung 1930, Teil II : "Nationalität", ab s. 70 (PDF, lettisch; 14,6 MB). Abgerufen am 8. November 2012.
  9. UNESCO-Welterbeliste (Abgerufen am 29. Mai 2010)
  10. a b UNESCO/ICOMOS-Mission 2008 (Version vom 3. November 2013 im Internet Archive)
  11. EUROSTAT (Version vom 8. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today)
  12. The Baltic Course. 4. März 2010. Abgerufen am 28. März 2010.
  13. The Baltic Course. 17. November 2008. Abgerufen am 5. April 2010.
  14. Riga City Council. Abgerufen am 5. April 2010.
  15. Projektsite. Abgerufen am 5. April 2010.
  16. Pressemeldung der Europäischen Union. 15. September 2009. Abgerufen am 14. März 2010.
  17. Riga 2014 (Version vom 10. Juli 2011 im Internet Archive)
  18. euobserver.com. 29. März 2010. Abgerufen am 5. April 2010.
  19. Kerstin Holm: Schrecken von Riga. KGB-Zentrale wird Gedenkstätte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Mai 2014, S. 9.
  20. Musik und Migration in Ostmitteleuropa. Oldenbourg, 2005.
  21. Annika Müller: Kleines Volk mit großer Stimme. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. August 2008.