Jacques Fath

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Jacques Fath (* 6. September 1912 in Maisons-Laffitte, Frankreich; † 13. November 1954 in Paris) war ein französischer Modeschöpfer. Neben Christian Dior und Pierre Balmain gehörte er zu den einflussreichsten Designern von Haute Couture der Nachkriegszeit.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Jacques Fath wurde 1912 in Maisons-Laffitte in eine flämisch-elsässische Familie hineingeboren. Sein Vater André war Versicherungsvertreter, sein Großvater René-Maurice ein Landschaftsmaler. Zunächst arbeitete Fath als Buchhalter, um dem Wunsch seines Vaters nachzukommen, ebenfalls in die Versicherungsbranche einzusteigen. Doch wie bereits seine Urgroßmutter vor ihm, die als Schneiderin tätig war, zog es Fath zur Mode hin. Im Unterschied zu den meisten Designern genoss Fath weder eine Schneider- noch eine sonstige künstlerische Ausbildung. Für die Modebranche unüblich war er zudem nie als Assistent eines etablierten Couturiers tätig. Sein Handwerk erlernte er autodidaktisch, indem er regelmäßig Museumsausstellungen besuchte und die zeitgenössischen Bücher und Zeitschriften über Mode studierte.

1937 eröffnete er eine kleine Modeboutique an der Rue de la Boetie in Paris, die er trotz Kriegseinsatz und Besatzungszeit während des Zweiten Weltkriegs noch erweitern konnte. 1940 hatte er bereits seinen Salon in ein größeres Quartier an die Rue Francois Premier verlagert, ehe er 1944 ein weiteres Mal an die 39 Avenue Pierre 1er de Serbie umzog. Unterstützt wurde er dabei von seiner Ehefrau, dem Chanel-Mannequin Geneviève Boucher de la Bruyère, die er 1939 geheiratet hatte und die ihm Zugang zu den feinen Kreisen von Paris verschaffte. Das Paar hatte zudem einen Sohn namens Philippe. Zu Faths Assistenten zählten Mitte der 1940er Jahre unter anderem Hubert de Givenchy, Guy Laroche und Valentino Garavani, die später ihre eigenen, sehr erfolgreichen Modehäuser gründeten.

Mannequin Christel Schaack in Abendroben von Jacques Fath in Paris

1947 wandte sich Fath auch dem Film zu und entwarf beispielsweise die Kostüme für Moira Shearer in dem berühmten Ballettfilm Die roten Schuhe (The Red Shoes, 1948). Ab 1948 konzentrierte er sich verstärkt auf den US-amerikanischen Markt. Er tat sich mit dem Konfektionär Joseph Halpert zusammen, um zweimal im Jahr eine Kollektion in New York zu präsentieren. Noch im selben Jahr eröffnete er einen weiteren Salon in Paris, um als einer der ersten Designer neben Haute Couture auch preisgünstigere Kreationen einem breiten Markt anzubieten. 1950 stellte er sein erstes Parfüm unter dem Namen Canasta vor, auf das drei Jahre später der Duft Fath de Fath folgte.

Seine Mode zeichnete sich aus durch sehr feminine, taillierte und Hüften betonende Schnitte und verspielte Details, wie etwa diagonale Knopfleisten mit großen Knöpfen oder asymmetrische Kragenformen. Er hatte außerdem ein Patent auf einen Körbchen-BH, den er in seine Kleider einnähte. Speziell seine glamourösen Abendroben waren auf die wohlhabende Gesellschaft an der Französischen Riviera der 1950er Jahre ausgerichtet. Zu seinen berühmtesten Kunden zählten Greta Garbo, Ava Gardner und vor allem Rita Hayworth, für die er 1949 ein Brautkleid aus hellblauem Crêpe de Chine anlässlich ihrer Hochzeit mit Prinz Aly Khan kreierte – einem Ereignis, das weltweit für großes Medieninteresse sorgte und damit auch Faths Namen noch bekannter machte.

Jacques Fath starb 1954 im Alter von 42 Jahren an Leukämie in Paris. Sein Modehaus, welches sich zu diesem Zeitpunkt auf seinem kreativen und wirtschaftlichen Höhepunkt befand und etwa 600 Mitarbeiter beschäftigte, wurde von seiner Frau bis 1957 weitergeführt. 1991 wurde das Modelabel Jacques Fath, Maison de Couture von der Banque Saga Group gekauft, die zunächst den holländischen Designer Tom van Lingen für das Unternehmen verpflichten konnte und ab 1997 Elena Nazaroff. 2002 wurde das Unternehmen an Mounir Moufarrige erneut verkauft.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1947: Unter falschem Verdacht (Quai des Orfèvres)
  • 1948: Die roten Schuhe (The Red Shoes)
  • 1949: Zwischen 11 und Mitternacht (Entre onze heures et minuit)
  • 1952: Geständnis einer Nacht (La Minute de vérité)
  • 1954: Ein Königreich für eine Frau (Abdulla the Great)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Valerie Steele: The Berg Companion to Fashion. Berg, 2010, S. 394.