Jakob Brand

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Jakob Brand
Bischof Jakob Brand vor dem Limburger Dom
Titelblatt eines Gebetbuches von Jakob Brand.

Jakob Brand (* 28. Juni 1776 in Mespelbrunn; † 26. Oktober 1833) war von 1827 bis 1833 der erste Bischof der Diözese Limburg.

Leben

Jakob Brand war der Sohn des Oberschultheißen und Verwalters ingelheimischer Güter und Eisenwerke, Peter Brand (* 29. Juni 1753 in Hausen bei Kleinwallstadt; † 14. Dezember 1824 ebenda) und Maria Eva geborene Roth (* 1756 in Neudorf).

Der aus Neudorf im Spessart (heutiger Name Mespelbrunn) stammende Jakob Brand besuchte 1791 bis 1796 das Gymnasium Aschaffenburg und studierte 1796 bis 1798 in Mainz und Aschaffenburg Philosophie. Ab 1797 war er dort Seminarist für das Bistum Mainz. 1798 schloss er das Studium mit der Promotion zum Dr. phil. ab.

Er empfing am 6. Juli 1802 die Priesterweihe. Ab 1804 war er zunächst Professor am Gymnasium zu Aschaffenburg, von 1809 bis 1827 Pfarrer in Weißkirchen/Taunus und sechs Jahre später Landdechant des Landkapitels Königstein. Brand wurde dem aufgeklärten Flügel innerhalb der katholischen Kirche zugerechnet. Er setzte sich für die Bildung junger Menschen ein und gründete in Oberursel die so genannte Industrieschule, eine Vorform der heutigen Berufsschulen. Da es kaum geeignete Lehrbücher gab, entwickelte und publizierte Dechant Brand eigene Unterrichtsmaterialien. 1817 wurde Brand zum Schulinspektor für die Schulen im Inspektionsbezirk Königstein berufen. 1825–1832 war er Mitglied der Deputiertenkammer des Nassauischen Landtags. 1832 wurde seine Wahl zunächst für ungültig erklärt, er wurde dann aber erneut gewählt

1827 vom Herzog von Nassau für den neu errichteten Bischofsstuhl in Limburg vorgeschlagen, wurde er von Papst Leo XII. zum Bischof von Limburg ernannt und empfing die Bischofsweihe am 21. Oktober 1827 in der Kirche St. Kastor in Koblenz durch Bischof Johann Heinrich Milz.

Brand befand sich während seiner gesamten Amtszeit in starker Abhängigkeit zum Herzog von Nassau, welcher immer wieder in die inneren Angelegenheiten der Diözese eingriff. Er konnte jedoch durch sein diplomatisches Geschick und seine gewinnende Persönlichkeit größere Freiheiten für seine Kirche erringen. So konnte er gegenüber der nassauischen Regierung die Gründung einer theologischen Fakultät in Limburg durchsetzen, die allerdings nach Brands frühem Tod 1834 wieder geschlossen wurde.

Der Bischof verstarb am 26. Oktober 1833 und wurde im Limburger Dom beigesetzt.

Werke

Jakob Brand betätigte sich auch als theologischer Schriftsteller, u.a. verfasste er das mehrfach aufgelegte Gebetbuch "Der Christ in der Andacht".

Weitere Werke:

Ehrungen

1821 wurde er durch die Universität Würzburg und 1830 durch die Universität Gießen zum Ehrendoktor ernannt. 1825 erhielt er die Ernennung zum Geistlichen Rat.

Literatur

  • Friedrich LauchertBrand, Jakob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 173 f.
  • Nassauische Parlamentarier. Teil 1: Cornelia Rösner: Der Landtag des Herzogtums Nassau 1818–1866 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau. 59 = Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. 16). Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1997, ISBN 3-930221-00-4, S. 20–21.
  • Ferdinand Ebert: Jakob Brand. Bischof von Limburg (1776–1833). In: Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Reihe 7: Lebensläufe aus Franken. Bd. 6, 1960, ISSN 0930-9314, S. 5–20.

Weblinks

VorgängerAmtNachfolger
---Bischof von Limburg
1827–1833
Johann Wilhelm Bausch