Jakob Roggeveen

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Jakob Roggeveen (* 1. Februar 1659 in Middelburg; † 31. Januar 1729) war ein niederländischer Seefahrer und Forschungsreisender.

Biografie[Bearbeiten]

Jacob Roggeveen wurde am 1. Februar 1659 in der holländischen Gemeinde Middelburg als dritter Sohn von Arent Roggeveen, einem Astronomen, Mathematiker und Nautiker, geboren. Arent Roggeveen versuchte eine Handelsgesellschaft zu gründen, um die noch unbekannten Länder des Pazifischen Ozeans zu erkunden. Er fand jedoch unter den konservativen holländischen Kaufleuten keine Anteilseigner, sodass er sein Vorhaben nicht umsetzen konnte. Diese Pläne dürften jedoch nicht ohne Einfluss auf den Lebensweg seines Sohnes gewesen sein.

Jacob Roggeveen besuchte zunächst die Lateinschule in seiner Heimatgemeinde, studierte anschließend Jura an der Universität Harderwijk und trat danach in den Dienst der Niederländischen Ostindienkompanie ein. Ab 1714 hielt er sich in Java auf, wo er zum Mitglied des Obergerichtes in Batavia aufstieg. 1717 kam er nach Holland zurück, um die Pläne seines Vaters umzusetzen. Von der Niederländischen Westindienkompanie erhielt er drei Schiffe, um nach dem Südmeer zu fahren, dort neue Länder zu entdecken und die sagenhafte Terra Australis Incognita zu suchen.

Erdumsegelung[Bearbeiten]

Jubiläumsmünze 250 Jahre nach der Entdeckung Samoas durch den holländischen Kapitän Jacob Roggeveen

Mit den Schiffen Arend, Thienhoven, Africaansche Galey und insgesamt 260 Mann Besatzung verließ er am 16. Juni 1721 Amsterdam und erreichte im Januar 1722 nach der Umrundung von Kap Hoorn den Pazifik. Während seiner Weltumsegelung entdeckte er am Ostersonntag, dem 5. April 1722 (Roggeveen schreibt 6. April, tatsächlich war der Ostersonntag 1722 am 5. April) die polynesische Insel Rapa Nui für Europa, der er den Namen Paasch Eyland (Osterinsel) gab. Im nördlichen Tuamotu-Archipel lief die Africaansche Galey bei der heutigen Insel Takapoto auf ein Korallenriff und musste aufgegeben werden. Roggeveen benannte die Insel daher Het Schadelijk Eyland.[1] Auf seiner Weiterreise nach Neuguinea entdeckte er im gleichen Jahr die zu Samoa gehörenden Inseln Tutuila und Upolu, bevor er am 10. Dezember 1722 mit seiner durch Skorbut geschwächten Mannschaft im damals niederländischen Batavia eintraf. Da ihm vorgeworfen wurde, das Handelsmonopol der Ostindiengesellschaft verletzt zu haben, wurde er arretiert und seine Schiffe beschlagnahmt. In einem späteren Rechtsstreit, der mit einem Vergleich endete, erhielt er jedoch Entschädigung und seine Mannschaft den ausstehenden Sold. Von Batavia kehrte Roggeveen mit dem Rest seiner Mannschaft auf verschiedenen Schiffen in die Niederlande zurück. Er leistete mit seiner Reise einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und Kartierung des Pazifiks.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jacob Roggeveen: Twee jahrige reyze rondom de wereld met drie scheper (1721) door last v.d.: Nederl Westind, Maatschappen, Dortrecht 1728 (auszugsweise deutsche Übersetzung in Friedrich Schulze-Maizier: Die Osterinsel, Insel-Verlag Leipzig 1926)
  • Carl Friedrich Behrens: Der wohlversuchte Südländer, Reise um die Welt 1721/22, Nachdruck bei Brockhaus-Verlag Leipzig 1923 (Behrens war Kommandant der Seesoldaten bei Roggeveens Erdumseglung)
  • Werner P. Lange: Südseehorizonte. Eine maritime Entdeckungsgeschichte Ozeaniens. Urania, Leipzig 1983 (3. Aufl. 1990). ISBN 3-332-00365-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dagverhaal der Ondekkings-Reis van Mr. Jacob Roggeveen met de Schepen den Arend, Tienhoven en de Africaansche Galey in de Jaaren 1721 en 1722, Middelburg 1838, S. 147