James Smithson

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James Smithson

James Lewis Smithson (* 1765 in Paris als James Lewis Macie; † 27. Juni 1829 in Genua) war ein britischer Mineraloge und Chemiker. Er wurde bekannt wegen seiner Hinterlassenschaft für die USA, die zur Finanzierung der Smithsonian Institution benutzt wurde.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er war der uneheliche Sohn von Sir Hugh Smithson, später bekannt als Sir Hugh Percy, Baronet, First Duke of Northumberland, K.G. und Elizabeth Hungerford Keate. Elizabeth Keate war eine wohlhabende Witwe des verstorbenen James Macie und eine Cousine der Herzogin von Northumberland. Sein genaues Geburtsdatum ist unbekannt, weil er heimlich in Paris zur Welt kam, wohin seine Mutter gegangen war, um ihre Schwangerschaft zu verheimlichen. Deshalb trug Smithson zunächst den Namen James Lewis Macie. Seine Mutter heiratete später Mark Dickinson, mit dem sie einen weiteren Sohn hatte.[1]

James Lewis Macie studierte an der Oxford University. Für diese Ausbildung kam der Duke of Northumberland auf. Zu seinen Studienkollegen gehörten der gelehrte Blackstone, die redegewandte Whitfield und der berühmte Dr. Samuel Johnson. In den Semesterferien sammelte der Minerialen und Erze. In Oxfold erhielt er den Impuls für wissenschaftliche Untersuchungen. James graduierte am Pembroke College am 26. Mai 1786. Unter diesem Namen war er 14 Jahre bekannt. Bereits am 26. April 1787, weniger als 1 Jahr nach seinen Universitätsabschluss wurde er zum "Fellow der Royal Society of London" berufen. [2]

Smithson war an fast allem interessiert und studierte in großem Umfang die Phänomene der Natur, so z. B. Schlangengift, die Chemie der Vulkane, die Zusammensetzung von Tränen und die fundamentale Art der Elektrizität. Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte er 27 Artikel, von einer verbesserten Methode Kaffee zu brühen bis zur Analyse des Minerals Clamine, das zur Herstellung von Blech dient. Das führte dazu, dass das Mineral Smithsonit nach ihm benannt wurde. [3]

Als seine Mutter im Jahr 1800 starb, erbten er und sein Halbbruder Henry Louis Dickinson ein ziemlich großes Anwesen.Henry schlug die Militärlaufbahn ein und diente auf dem Kontinent sowie in Asien und Afrika. James kümmert sich derweil um das Anwesen. Der Herzog starb im Jahre 1786 und Nachfolger wurde sein Sohn Hugh Smithson, James' Halbbruder, als 2nd Duke of Northhumberland. Nach dem Tod seiner Mutter änderte er 1801 seinen Namen von „Macie“ auf „Smithson“. James Smithson war nie verheiratet und hatte auch keine Kinder.

Grundstein für das Smithsonian[Bearbeiten]

Smithson starb am 27. Juni 1829 in Genua. In seinem Testament vermachte er sein Vermögen seinem Neffen, dem Sohn seines Halbbruders. Er legte jedoch fest, dass für den Fall, dass dieser Neffe ohne Kinder – seien sie ehelich oder nicht – sterben würde, das Geld an die USA gehen sollte, um „in Washington unter dem Namen Smithsonian eine Einrichtung zu begründen zur Mehrung und Verbreitung des Wissens unter den Menschen“.

Sein Neffe, Henry Hungerford Dickinson, starb später ohne die für den Anfall des Erbes von John Smithson notwendigen Erben. 1836 wurde Smithsons Hinterlassenschaft vom Kongress der Vereinigten Staaten akzeptiert. Einen Rechtsstreit (in Großbritannien), in dem das Testament angefochten wurde, entschied ein Gericht 1838 zugunsten der USA. Die übriggebliebene Summe von 515.000 Dollar wurde vom amerikanischen Kongress in Staatspapieren angelegt.[4] Es gab etliche Meinungsverschiedenheiten darüber, wie das Vermächtnis erfüllt werden sollte, und erst 1846 wurde die Smithsonian Institution gegründet. In einem Gesetz des Kongress wurde die Gründung des Smithsonian Institutes beschlossen und von President Polk am 10. August 1840 unterzeichnet. [5]

James Smithson war niemals in den Vereinigten Staaten. Das Motiv für dieses besondere Vermächtnis ist unbekannt.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Smithson arbeitete als Privatgelehrter besonders über Zink- und Bleimineralien sowie über Farbstoffe. Nach ihm ist das Mineral Smithsonit (Zinkspat, ZnCO3) benannt.
  • Der Mondkrater Smithson wurde 1976 nach ihm benannt.

1904 brachte der Regent des Smithsonian, Alexander Graham Bell, die sterblichen Überreste von James Smithson in die Vereinigten Staaten, wo sie in einer Krypta im Informationszentrum des Smithsonian ("The Castle") beigesetzt wurden. All seine Papiere und die riesige Mineralien-Sammlung wurden durch das Feuer von 1865 vernichtet.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James Smithson Biography
  2. William Jones Rhees: James Smithson and His Bequest Publisher: Smithsonian institution, Washington 1880
  3. Smithsonit
  4. Neue Zürcher Zeitung, 6. Januar 1850.
  5. Vorwort von William McKinley. The Executive Mansion, Washington, June 22, 1897

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: James Smithson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien