Jemmy Button

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jemmy Button (eigtl. o'run-del'lico, auch: Orundellico) (* um 1815; † 1864 in Wulaia, Feuerland) war ein Ureinwohner Feuerlands, der neben York Minster (eigtl. el'leparu), Fueguia Basket (eigtl. yok'cushly) und Boat Memory (eigtl. Name unbekannt) im Zuge der Expedition von Parker King und Robert FitzRoy (1826–1830) nach England verschleppt wurde.

Mit der zweiten Expedition von Robert FitzRoy (1831–1836), an der auch Charles Darwin teilnahm, kehrten sie (mit Ausnahme von Boat Memory, der kurz nach Ankunft in England 1830 im Marinehospital Plymouth an den Pocken verstorben war) zu den Yámana zurück.

1855 begegnete ihm Parker Snow, Kapitän der Allen Gardiner der Patagonischen Missionsgesellschaft, als er in der Meerenge von Murray vor Anker ging.

Am 6. November 1859 wurden acht Angehörige der Ersten Anglikanischen Kirche von einer Gruppe von Feuerländern während des morgendlichen Gottesdienstes in Wulaia (auf der Insel Navarino) erschlagen oder gesteinigt. Der überlebende Schiffskoch Alfred Coles bezeugte bei der offiziellen Untersuchung unter Eid die Teilnahme Jemmy Buttons an diesem Überfall. Man muss dabei berücksichtigen, dass sich der Koch auf Grund der für ihn traumatischen Ereignisse in einem Zustand gewisser Unzurechnungsfähigkeit befand.

Julia Voss sieht in Jemmy Button – nicht nur aufgrund der Namensähnlichkeit – das Vorbild für Michael Endes Kinderbuchfigur Jim Knopf.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruce Chatwin: In Patagonien. Reisen in ein fernes Land („In Patagonia“). Sonderausg. Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek bei Hamburg 2006, ISBN 3-499-24180-3, S. 171-178.
  • Nick Hazlewood: Der Mann, der für einen Knopf verkauft wurde. Die unglaubliche Geschichte des Jemmy Button („Savage, the Life and Times of Jemmy Button“). Lübbe Taschenbuch-Verlag, Bergisch-Gladbach 2005, ISBN 978-3-404-64207-6.
  • Sylvia Iparraguirre: Land der Feuer. Roman („La tierra del fuego“). Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 2001, ISBN 3-596-15013-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julia Voss, Darwins Jim Knopf. Ein unbekanntes Kapitel in der Geschichte der Evolutionstheorie, FAZ vom 13. Dezember 2008, Nr. 292, S. 33, online-Fassung: faz.net „Jim Knopf rettet die Evolutionstheorie“

Weblinks[Bearbeiten]