Johann Gabriel Seidl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kotterba nach M. Grillhofer
Johann Gabriel Seidl, Lithographie von Josef Kriehuber, 1841

Johann Gabriel Seidl (* 21. Juni 1804 in Wien; † 18. Juli 1875 ebenda) war ein österreichischer Archäologe, Lyriker, Erzähler und Dramatiker. Er war der Textdichter der österreichischen Kaiserhymne „Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser, unser Land!“. Einige Werke veröffentlichte er unter dem Pseudonym Emil Ledie.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Johann Gabriel Seidl war Sohn eines Advokaten und besuchte das Akademische Gymnasium in Wien. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften. Im Jahre 1829 wurde er schließlich Gymnasialprofessor im untersteierischen Cilli. Ab dem Jahre 1840 war Johann Gabriel Seidl Kustos am Münz- und Antikenkabinett in Wien. In den Jahren von 1856 bis 1871 war er für die Schatzkammer zuständig.

Neben seinen wissenschaftlichen Studien veröffentlichte Johann Gabriel Seidl zahlreiche Gedichte und Erzählungen, darunter die ersten Gedichte von Nikolaus Lenau. Viele seiner Gedichte wurden von Franz Schubert (z. B. Die Taubenpost) und von Carl Loewe (z. B. Die Uhr) vertont. Neben hochdeutschen Gedichten verfasste Johann Gabriel Seidl auch zahlreiche Verse in niederösterreichischer Mundart.

Er ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 0, Reihe 1, Nummer 10). Im Jahr 1876 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) die Seidlgasse nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

Lyrik

  • Schillers Manen, (1826), Wien, bei J. B. Wallishauser
  • Balladen, Romanzen, Sagen und Lieder, (1826), Wien, bei J. P. Sollinger
  • Lieder der Nacht, Elegien aus Alfons von Lamartine, Die Deutung, (1826), Wien, bei J. P. Sollinger
  • Erzählungen, (1828), Wien, bei J. P. Sollinger
  • Bifolien, (1836), Wien, bei J. P. Sollinger
  • Liedertafel, (1840), Wien, bei C. Gerold
  • Natur und Herz, (1853), Stuttgart, bei Hallberger

Geographische Abhandlungen

  • Wiens Umgebung, nach eigenen Wanderungen und mit Benutzung der besten und neuesten Quellen…. (1826), Wien, bei Mörschner und Jasper.
  • Die untersteierische Schweiz, (1836), Graz, Steiermärkische Zeitschrift, Dritter Jahrgang, Heft I.
  • Die Steinbrücke (Bild aus Untersteier), (1836), Graz, Steiermärkische Zeitschrift, Dritter Jahrgang, Heft II.
  • Das St. Mareiner-Thal (Züge zu einem Rundgemälde), (1838), Graz, Steiermärkische Zeitschrift, Fünfter Jahrgang, Heft I.
  • Wanderungen durch Tirol und Steiermark, (1840), Leipzig, Band VII. Das malerische und romantische Deutschland, bei Weigand.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Johann Gabriel Seidl – Quellen und Volltexte
 Commons: Johann Gabriel Seidl – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien