Johann Gottfried Borlach

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Johann Gottfried Borlach

Johann Gottfried Borlach (* 24. Mai 1687 in Dresden; † 4. Juli 1768 in Kösen) war kurfürstlich-sächsischer Bergrat und Gründer der Arterner, der Kösener und der Dürrenberger Saline.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Bereits 1727 stellte Borlach seine Borlachsche Regel auf: „Wo Salzquellen sind, spürt man solches Gebirge, und die Salzquellen kommen aus demselben hervor. Soole ist ein Wasser, welches durch ein Salzgebirge gegangen ist, sich in selben gesalzen hat und mit dem Salze hervorkommt.“

Diese wandte er 1728 erstmals in Artern bei der Gewinnung von Salz durch Verkochen in Siedepfannen an. 1733 ließ er dort seine ersten Gradierwerke errichten. Aufgrund seiner Verdienste verlieh ihm der sächsische Kurfürst 1740 den Titel „Bergrat“.

Von 1737 an wirkte er in Kösen (heute Bad Kösen) und baute dort ebenfalls eine Saline auf. Das Radhaus, das Kunstgestänge, der Soleschacht sowie das 320 m lange Gradierwerk sind noch erhalten und werden heute durch die Kureinrichtungen in Ort genutzt.

Gedenkplakette am Borlachturm in Bad Dürrenberg

Am 25. Juni 1741 begann Borlach mit den geologischen Untersuchungen in und um Dürrenberg. Im Mai 1744 wurde mit der Schachtabteufung begonnen und nach 19-jähriger harter Arbeit am 15. September 1763 stießen die Bergleute endlich auf die gesuchte Sole. Unmittelbar darauf begann Borlach mit dem Bau des Schachtturmes, dem heutigen Wahrzeichen von Bad Dürrenberg, dem Borlachturm. Gleichzeitig wurde mit dem Bau der Gradierwerke begonnen und am 10. März 1765 war das erste Siedehaus fertig, so dass bereits am 16. März die ersten 100 Zentner (5000 kg) Siedesalz hergestellt werden konnten.

Borlachturm (und Witzlebenturm) in Bad Dürrenberg

Mit dem Hauptwerk Borlachs, der Dürrenberger Saline, rückte er das vormals unbekannte Dürrenberg in die Aufmerksamkeit der Welt, und noch heute zeugen die Gradieranlagen und der Borlachturm von seiner gigantischen Leistung. Borlach, der auch die königlichen polnischen Steinsalzbergwerke in Wieliczka (Groß Salze) und Bochnia (Salzberg) leitete (im Warschauer Bauamt wird er auch als Architekt geführt), sein ganzes Leben und Wirken dem Salinenwesen und Bergbau verschrieb, starb im Alter von 81 Jahren am 4. Juli 1768 in Kösen.

Werke[Bearbeiten]

  • Kurze Gedanken, was ein Perpetuum Mobile seyn solle?, s.n., Leipzig 1715
  • Gründlicher Gegenbericht, von dem Perpetuum oder per se Mobili, daß dergleichen in rerum natura keines gebe oder geben könne, s.n., Leipzig 1716 (Digitalisat)

Literatur[Bearbeiten]

  • Karlheinz Blaschke: Borlach, Johann Gottfried. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 464 (Digitalisat)
  • Johannes Manger: Johann Gottfried Borlach. Ein biographischer Abriß anläßlich seines 300. Geburtstages, Technisches Halloren- und Salinenmuseum, Halle 1990
  • Johannes Mager unter Mitarbeit von Lutz Toepfer: Die Saline Kösen, Museen der Stadt Bad Kösen, o. J. (1987)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Gottfried Borlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien