John William Waterhouse

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John William Waterhouse RA (* 6. April 1849 in Rom; † 10. Februar 1917 in London) war ein britischer Maler, der sowohl dem Akademischen Realismus als auch der Gruppe der Präraffaeliten zugerechnet wird.

John William Waterhouse

Leben[Bearbeiten]

Waterhouse wurde in Rom als Sohn des Malers William Waterhouse und dessen Ehefrau, der Malerin Isabella geboren. Von der Familie und seinen Freunden wurde er "Nino" genannt, das Diminutiv des italienischen Vornamens Giovanino. 1854 siedelte seine Familie nach London über. 1857 starben seine Mutter und sein Bruder an Tuberkulose. Sein Vater heiratete 1860 erneut Frederica Mary Jane Perceval, die Enkeltochter des bei einem Attentat ermordeten Britischen Premierministers, Spencer Perceval. Nachdem er zuerst von seinem Vater unterrichte worden war, wurde er 1871 - nach mehreren vergeblichen Versuchen - Student der Bildhauerei (Sculpture) an den Schulen der Royal Academy[1]. Bereits 1872 stellte Waterhouse in der Royal Society of British Artists aus. Man nimmt an, dass seine Schwester Jessica eines seiner frühesten Modelle war.Im Jahre 1874, im Alter von fünfundzwanzig, reichte Waterhouse die klassische Allegorie "Schlaf und sein Halbbruder Tod" [2] für die Sommerausstellung der Royal Academy of Arts ein.

Waterhouse war Nachfolger der Generation von Malern, die z. B. von Frederic Leighton, George Frederic Watts, Edward Burne-Jones und Lawrence Alma-Tadema dominiert worden war. Er nahm seine Inspiration von vielen dieser großen viktorianischen Maler und entwickelte daraus einen eigenen Stil, in dem Klassizismus, Romantik, Fantasie und Wirklichkeit miteinander verwoben sind. Er war weniger bedacht auf die Feinheit in Einzelheiten als seine viktorianischen Vorfahren, während er den Präraffaeliten seine Themen und den Reichtum an Farben schuldete, nicht aber den Grad der Vollendung. Einige der Landschaften in seinen Gemälden ähneln den Impressionisten.

Bereits seine frühen Werke wurden ausgestellt in den Räumen der Royal Academy of Arts, der Royal Society of British Artists, des Royal Institute of Painters in Water Colours und der Dudley Gallery.

Waterhouse liebte Italien und verbrachite viel Zeit dort zwischen 1876 und 1883.

Er folgte den konventionellen Weg zum Erfolg, indem er 1885 ein ARA (Associate) und 10 Jahre später 1895 Vollmitglied RA in der Royal Academy. Obwohl er hauptsächlich in Öl malte wurde er 1883 in die Royal Institute of Painters in Water Colours gewählt, trat aber 1889 zurück.

Als sein berühmtestes Bild gilt Die Dame von Shalott (The Lady of Shalott); die erste der drei Versionen ist 1888 entstanden. Dazu wurde er durch das gleichnamige Gedicht von Alfred Lord Tennyson inspiriert.

Im Alter von nahezu 68 Jahren starb John William Waterhouse am 10. Februar 1917 in London. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Kensal Green Cemetery in London.

Rezeption[Bearbeiten]

„Über die Ausgeburten von Waterhouse urteilten die Kritiker mal euphorisch, mal vernichtend. Ein Kritiker maulte, das Personal seiner Bilder entstamme weder „Träumen noch dem Tageslicht“; ein anderer schwärmte, die Kunst von Waterhouse lebe „in einer selbsterschaffenen Welt“. In einem Punkt waren sich also alle einig: Der 1847 in Rom geborene Maler hatte eine Welt geschaffen, die sich weder dem Phantastischen noch der Wirklichkeit zuordnen ließ. In seiner Malerei erhielten Hexen, Mischwesen und Märchenfiguren ein neues Zuhause. Er war ein Meister darin, dem Außerordentlichen eine beiläufige, selbstverständliche Gestalt zu geben.“

Julia Voss in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 23. Juli 2009

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John William Waterhouse – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The RA Schools
  2. Sleep and His Half Brother Death