Juana Inés de la Cruz

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Miguel Cabrea: Sor Juana Inés de la Cruz (Ölgemälde, um 1750)

Sor Juana Inés de la Cruz (gebürtig Juana de Asbaje y Ramírez; * 12. November 1651 in San Miguel Nepantla in Mexiko; † 17. April 1695 in Mexiko-Stadt) war eine mexikanische Nonne und Dichterin.

Leben[Bearbeiten]

Juana war vermutlich ein uneheliches Kind. Schon mit drei Jahren lernte sie lesen und studierte in der Folge Werke der Philosophie, Astronomie und Medizin.

Mit 16 wurde das begabte Mädchen von der Vizekönigin von Neuspanien entdeckt, die sie an ihren Hof holte. In der Folge schrieb Juana unzählige Auftragsarbeiten für den Hof und die Kirche. Ihrer anmutigen Verse wegen zählt sie heute zu den wichtigsten lateinamerikanischen Poeten des 17. Jahrhunderts.

Juana hatte weder Familie noch Geld, noch wollte sie heiraten. Nach einem visionären Traum trat sie ins Kloster ein und wechselte nach einem Versuch bei den Unbeschuhten Karmelitinnen zu den Hieronymitinnen, die eine weit weniger strenge Lebensform hatten und in deren Kloster sie sich ihren Studien widmen konnte. Ihre wichtigste Dichtung Der Traum schrieb sie 1685 im Kloster. Das Leben dort war für sie sehr angenehm, hatte sie doch eine geräumige Wohnung, Bibliothek und Laboratorien für Experimente zur Verfügung. Immer noch unter der Protektion der Vizekönigin stehend, durfte sie nach Belieben Gäste empfangen. Sie schrieb weiterhin „weltliche“ Gedichte von großer Leidenschaft, von denen sie die meisten der Vizekönigin widmete.

Ihre Oberen ermahnten sie immer wieder, sich nur mit religiöser Literatur zu beschäftigen. In Briefen an ihren Beichtvater und an den Bischof von Puebla setzte sie sich für das Recht der Frauen auf Wissen und Bildung ein. 1694 gab sie jedoch dem Druck nach und unterzeichnete ein Sündenbekenntnis und das Gelübde, fortan nur noch für Gott zu leben. Als 1695 die Pest ausbrach, steckte sich Sor Juana Inés de la Cruz während der Krankenpflege an und starb bald darauf an der Seuche.

Werk[Bearbeiten]

Im Original sind die „Obras Completas“ Sor Juana Inés de la Cruz (noch ohne den erst später von Aureliano Tapía Méndez entdeckten Brief an ihren Beichtvater) bei Porrúa erschienen. Von Nueva Hélades, ediciones digitales, Rosario, Prov. Santa Fe, Argentinien sind sie als CD-ROM inklusive des erwähnten Briefes (und anderer neu entdeckter Quellen) erhältlich.

In deutscher Sprache sind folgende Bücher erhältlich:

Alberto Pérez-Amador Adam: El precipicio de Faetón. Nueva edición, esudio filológico y comento de Primero Sueño de Sor Juana Inés de la Cruz. Frankfurt, Madrid: Vervuert 1996

Alberto Pérez-Amador Adam: La ascendente estrella. Bibliografía de los estudios dedicados a Sor Juana Inés de la Cruz en el siglo XX. Madrid: Iberoamericana Vervuert 2007

Verfilmung[Bearbeiten]

Die Argentinierin María Luisa Bemberg verfilmte den Roman Sor Juana Inés de la Cruz – oder: Die Fallstricke des Glaubens (Sor Juana Inés de la Cruz o Las Trampas de la fé) von Octavio Paz. Assumpta Serna spielte die Hauptrolle in dem 1990 unter dem Titel Ich, die Unwürdigste von allen (Yo, la peor de todas) erschienenen Film.

Literatur[Bearbeiten]

  • Octavio Paz: Sor Juana Ines de la Cruz oder Die Fallstricke des Glaubens. Suhrkamp, 1994. ISBN 3-518-38794-4
  • Heinrich Merkl: Sor Juana Inés de la Cruz. Ein Bericht zur Forschung 1951–1981. 1986. ISBN 3-533-03789-4
  • Die Welt im Traum. Paraphrase vom Ersten Traum. Eine Dichtung der zehnten Muse von Mexiko. (herausgegeben von Karl Vossler, 1946)
  • Die zehnte Muse von Mexiko Juana Inés de la Cruz. Ihr Leben, ihre Dichtung, ihre Psyche. (Ludwig Pfandl, 1946)
  • Jutta Weiser: „Lebendige Porträts. Die Rolle der bildenden Kunst in der Lyrik von Sor Juana Inés de la Cruz“, in: Iberoromania 65 (2007), S. 90–117.
  • Alicia Gaspar de Alba: Sor Juanas zweiter Traum. (Krug & Schadenberg, 2002, ISBN 3-930041-32-4)
  • Hermann Weber: Yo, la peor de todas – Ich, die Schlechteste von allen. Lindemanns Bibliothek, Info Verlag, 2009. ISBN 978-3-88190-542-8

Weblinks[Bearbeiten]