Judith A. Reisman

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Judith Ann Reisman (geb. Gelernter; * 11. April 1935 in Newark, New Jersey) ist eine US-amerikanische Kommunikationswissenschaftlerin und Hochschullehrerin. Seit 2011 ist sie Gastprofessorin an der Liberty University. Sie ist insbesondere durch ihre scharfe Kritik an Person und Werk des Sexualforschers Alfred Charles Kinsey bekannt geworden.

Wissenschaftliche Laufbahn[Bearbeiten]

Reismann erwarb 1976 an der Case Western Reserve University einen Magistergrad in Kommunikationswissenschaften und wurde in dieser Fachrichtung 1980 dort promoviert. Nach einer Assistenzprofessur an der University of Haifa (1981 bis 1983) hatte sie ab 1983 eine Forschungsprofessur an American University inne. 1985 verließ sie diese Hochschule. 1990 hatte sie vorübergehen eine Privatdozentur an der George Mason University. Seit 2011 ist sie Gastprofessorin an der School of Law der christlichen Privathochschule Liberty University.

Politisches Engagement[Bearbeiten]

Reisman ist Präsidentin der 1998 gegründeten Organisation Restoring Social Virtue & Purity to America.

In ihrem publizistischen Wirken agitiert sie bevorzugt gegen Pornographie, Homosexualität und Gender-Politik und veröffentlicht dabei in christlich-fundamentalistischen Magazinen wie Salvo. Eines ihrer Hauptziele dabei ist es, das Werk des Sexualforschungspioniers Alfred Charles Kinsey durch Kompromittierung der Person Kinseys zu delegitimieren. So wirft sie ihm vor, pädophil gewesen zu sein und Kinder für wissenschaftliche Zwecke sexuell missbraucht zu haben, bzw. andere angeleitet zu haben diese zu missbrauchen. Nach Angaben Kinseys und des Kinsey-Instituts wurden die betreffenden Daten nicht durch das Institut erhoben. Die Daten der Tabellen 31 bis 34 stammten von einem Befragten, der schon seit 1917 Kontakte zu präpubertären Kindern hatte und darüber glaubwürdige Aufzeichnungen führte. Andere Angaben stammten aus Kindheitserinnerungen von Befragten, Angaben von Eltern und einigen wenigen anderen Männern, die sexuelle Kontakte zu Kindern hatten.[1] John Bancroft vom Kinsey-Institut nennt Reismans Ausführungen über Kinsey eine Mischung aus Fakten, veränderten Fakten und fälschlichen Angaben.[1] Als Todesursache Kinseys vermutet Reisman eine tödlich verlaufene Hodenentzündung, die er sich als „Folge von jahrelangem, intensivem sadistisch-orgiastischem Selbstmissbrauch“ zugezogen habe, wohingegen als offizielle Todesursache ein Herzleiden und eine Lungenentzündung festgestellt wurden.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gary Pool: Sex, science, and Kinsey: a conversation with Dr. John Bancroft - head of the Kinsey Institute for Research in Sex, Gender, and Reproduction - Interview, Humanist, September/Oktober 1996, Online bei findarticles.com
  2. Dr. Kinsey is Dead; Sex Researcher, 62, New York Times, 26. August 1956