Jugendwerkhof
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Jugendwerkhof war die Bezeichnung für Einrichtungen in der DDR, in denen Jugendliche, die nicht in das Bild der sozialistischen Gesellschaft passten, umerzogen werden sollten. Dies geschah in erster Linie politisch und nur nebenbei allgemeinbildend. Neben der Indoktrination erhielten die Jugendlichen eine beinahe nutzlose Teilausbildung, mit der sie allenfalls untergeordnete Hilfstätigkeiten ausführen konnten.
Jugendliche, die zwischen 14 und 18 Jahre waren, wurden auf diese Weise nicht etwa nur für Sachbeschädigungen – besonders an „sozialistischem Eigentum“ –, Diebstähle, Gewalt oder andere Delikte zur „Verantwortung“ gezogen. Oft reichten schon kleinere „Vergehen“ aus, die der Obrigkeit oder auch den Nachbarn auffielen, wie z. B. Schulschwänzen. Es sind auch Fälle bekannt, in denen Jugendliche einfach nur aus dem Umfeld anderer entfernt werden sollten und so unschuldig in einen Jugendwerkhof eingesperrt wurden.
Jugendliche, mit denen in anderen Jugendwerkhöfen Disziplinschwierigkeiten bestanden oder die von dort mehrmals entwichen waren, konnten in den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau eingewiesen werden, ein Gefängnis, in dem sie mittels Schikanen und Demütigungen gebrochen werden sollten.
[Bearbeiten] Literatur
- Verena Zimmermann: Den neuen Menschen schaffen. Die Umerziehung von schwererziehbaren und straffälligen Jugendlichen in der DDR (1945-1990). Dissertation, Böhlau 2004, ISBN 341212303X
- Manfred Haertel: Verflucht, gehasst und abgeschoben - Eine Jugend in DDR-Heimen, Berlin: edition belletriste, ISBN 3-933664-13-6 und Ich möcht' mal in die Sonne spucken. Werkhof-Trilogie II, ISBN 3-933664-23-3

