Gesellschaft für Sport und Technik

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Emblem der GST
GST-Funker, 1976
Qualifikationsspange Kraftfahrer
Motorradkolonne der GST auf dem Leipziger Karl-Marx-Platz, 1953
Fallschirmspringer der GST, Flugplatz Gera-Leumnitz, 1977
Schießübung mit KK-Gewehr in Vorbereitung für die III. Zentralen Meisterschaften der GST, in einem Trainingslager bei Mirow, 1967
Sporttaucher der GST nach einem Tauchgang im Helenesee, 1978
Linientreue QSL-Karte von Funkamateuren
Gesellschaft für Sport und Technik
Briefmarke der DDR 1972
30 Jahre GST
Briefmarke der DDR 1982

Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) war eine Massenorganisation in der DDR. Sie sollte offiziell vor allem der gemeinschaftlichen Freizeitgestaltung technisch und sportlich interessierter Jugendlicher dienen, die dazu erforderlichen technischen Mittel (wie Motorräder, Flugzeuge, Funkgeräte) zur Verfügung stellen und technische Sportarten und dazugehörige Sportförderung und Wettkämpfe, wie Motor- und Schießsportarten pflegen bzw. veranstalten. Sie trug damit auch zur Militarisierung der Gesellschaft der DDR bei, indem sie unter anderem die gesetzlich vorgeschriebene vormilitärische Ausbildung (VA) zusammen mit der Nationalen Volksarmee an Schulen, Universitäten und in den Betrieben durchführte. Sie wurde am 7. August 1952 gegründet und im Frühjahr 1990 aufgelöst.

Die GST gab monatlich die 32-seitige Zeitschrift S+T (Sport und Technik) sowie weitere Spezialzeitschriften heraus.

Aufgaben und Tätigkeiten[Bearbeiten]

Ursprünglich war die GST eine Organisation, die vor allem der gemeinschaftlichen Freizeitgestaltung von technisch und sportlich interessierten Menschen (jeden Alters) in der DDR dienen sollte. So sollten u.a. Heranwachsenden die Möglichkeit gegeben werden, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Ältere, erfahrene Mitglieder sollten die unerfahrenen unter ihre Obhut nehmen und unterstützen. Die erforderlichen Mittel (wie z.B. Motorräder, Boote, Lkw, Pkw, Flugzeuge, Funkgeräte, Gewehre, Werkstätten und auch Tiere) wurden größtenteils zur Verfügung gestellt und wurden von den Mitgliedern und fest angestellten Personen gepflegt/gewartet. Schnell wandelte sich jedoch die Aufgabe der GST. Zunehmend rückte der Wehrsport in den Vordergrund.

Die Bedeutung der Organisation wuchs weiterhin vom bloßen Wehrsport zur „Schule des Soldaten von morgen“. Sie betrieb Ausbildungsbasen, Schießstände, führte Wehrausbildungslager und Wettkämpfe durch.

Durch die im Wehrdienstgesetz festgeschriebene Teilnahme an der vormilitärischen Ausbildung, ohne die in der Regel der Zugang zu Studium und Berufsausbildung versperrt war, kamen fast alle jungen Männer und Frauen mit der GST in Kontakt, die diese „Übungen“ organisierte, auch wenn sie keine Mitglieder der GST waren.

Ein Teil der Oberschüler (EOS) war Mitglied der GST. Das gleiche galt für Lehrlinge in Großbetrieben. Sie zahlten einen geringen Mitgliedsbeitrag (0,25 Mark für Schüler). Wie sehr das Militärische im Vordergrund stand, hing stark vom Ausbilder an der Schule ab. Neben der allgemeinen vormilitärischen Ausbildung wurden

  • Wehrlager (für Jungen zwei Wochen am Ende der 9. Klasse) und ein so genannter Marsch der Bewährung für ca. fünf Tage im Jahr während der Berufsausbildung (an der EOS einmalig am Ende der 11. Klasse) und
  • Wettkämpfe (Wehrspartakiaden) durchgeführt.

Die GST vereinigte in ihren Reihen Jugendliche und Erwachsene beiderlei Geschlechts mit dem Ziel, sie durch den Sport körperlich zu ertüchtigen, mit technischen Kenntnissen auszurüsten und insgesamt für das Militär und internationale Sportwettkämpfe nutzbringende Kenntnisse und Fähigkeiten herauszubilden. Oftmals bot sie die einzige Möglichkeit, bestimmte Sportarten (zum Beispiel Segelfliegen, Motorfliegen, Schießsport, Tauchsport) legal auszuüben. Hintergrund bildete u. a. hier die Grund- und Laufbahnausbildung (2 Jahre) zur Vorbereitung auf den Wehrdienst in Speziallaufbahnen oder als Offizier.

Es bestand für Jugendliche durch eine Mitgliedschaft in der GST die Möglichkeit, einen Führerschein für LKW, PKW, Motorrad oder Moped zu erlangen. 1990 betrugen die aufzubringenden Kosten für eine komplette Ausbildung für den Motorradführerschein (A1) 58,60 Mark und für einen LKW-Führerschein (B, C, E, T) 75,00 Mark. Für viele Jugendliche war dieses Angebot der wesentliche Beweggrund, in die GST einzutreten.

Etwa ein Prozent der Ausgaben wurde aus dem offiziellen Verteidigungsetat bestritten, der Rest musste von anderen staatlichen Einrichtungen finanziert werden. Das Beitragsaufkommen der Mitglieder war zu vernachlässigen. Für Mitglieder gab es ab 1961 Uniformen, Dienstränge, Leistungsnadeln und Orden. Die GST-Vorstände wurden von hauptamtlichem Personal mit militärischem Hintergrund, meist ehemaligen Berufssoldaten, dominiert.

Im Jahr 1979 hatte die GST rund 530.000 Mitglieder in über 9.800 lokalen Sektionen. Neben den meist fachspezifischen Sektionen war die GST als Massenorganisation nach den Regeln des demokratischen Zentralismus in Grundorganisationen, Kreis- und Bezirksvorständen und dem Zentralvorstand (ZV) organisiert. Die Grundorganisationen existierten in Betrieben, Berufsschulen, Erweiterten Oberschulen, Hoch- und Fachschulen, in Verwaltungsinstitutionen und Produktionsgenossenschaften. Als höchstes Organ der Gesellschaft für Sport und Technik galt laut Satzung der Kongress, der nach der Regel alle fünf Jahre tagte und dessen Aufgabe es war den Zentralvorstand zu wählen.

Ein Ziel war es, auf diese Art freiwillig qualifizierten und engagierten Nachwuchs für eine langjährige NVA-Dienstzeit zu gewinnen, was sich jedoch in den 1980er Jahren zunehmend schwieriger gestaltete. Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder war an einem freiwillig verlängerten Militärdienst eher desinteressiert.

Sportarten[Bearbeiten]

Die folgenden Verbände, die unter dem Dach der GST existierten, vertraten die verschiedenen Sportarten:

  • Deutscher Schützenverband der DDR (DSV)
  • Flug- und Fallschirmsportverband der DDR (FFSV)
  • Militärischer Mehrkampfverband der DDR (MMKV)
  • Modellsportverband (MSV)
  • Motorsportverband (MoSV)
  • Radiosportverband der DDR (RSV)
  • Seesportverband der DDR
  • Tauchsportverband der DDR
  • Wehrkampfsportverband (WKSV)

Für die einzelnen Sportarten wurden innerhalb der Grundorganisationen Sektionen gebildet.

Die folgenden vier Sektionen gab es in der GST nur bis 1960 bzw. 1961.

  • Sektion Pferdesport, 1960 staatlichen Organen unterstellt
  • Sektion Dienst- und Gebrauchshundewesen, selbständige Organisation ab 1960
  • Sektion Jagdwesen, ab 1961 staatlichen Organen unterstellt
  • Sektion Sporttauben, ab 1960 selbständige Organisation

Sportschießen[Bearbeiten]

Da der Deutsche Schützenverband der DDR der GST zugeordnet war, war die Gesellschaft für Sport und Technik auch für die olympische Sportart Sportschießen zuständig und in das olympische Programm der DDR eingebunden. Die GST delegierte talentierte Nachwuchsschützen an die Kinder- und Jugendsportschulen und Trainer zum Studium an die Deutsche Hochschule für Körperkultur in Leipzig. Das Training des Leistungssports im Sportschießen konzentrierte sich in den Klubs in Leipzig und Suhl.[1] Die Sportschützen aus der DDR konnten Olympiasiege und Europa- und Weltmeistertitel erringen.

Der Deutsche Schützenverband der DDR war mit 247 000 Sportschützen der mitgliederstärkste Verband im Bereich der GST und Mitglied der Internationalen Schützenunion UIT.

Wehrspartakiaden[Bearbeiten]

Wehrspartakiaden waren wehrsportliche Wettkämpfe der "verteidigungsbereiten" Jugend der DDR mit dem Ziel der Bestenermittlung in der vormilitärischen Ausbildung und den Meisterschaften im Wehrsport.

  • I. Wehrspartakiade (13. bis 16. August 1970) in Schwerin, 5.000 Teilnehmer
  • II. Wehrspartakiade (20. bis 24. August 1975) in Magdeburg, 8.000 Teilnehmer
  • III. Wehrspartakiade (27. bis 30. Juli 1978) in Halle (Saale), 9.200 Teilnehmer
  • IV. Wehrspartakiade (9. bis 12. Juli 1981) in Erfurt, 10.000 Teilnehmer

Die GST-Kongresse[Bearbeiten]

Der Kongress war das oberste beschließende Organ der Massenorganisation, der bis 1972 aller vier Jahre, danach aller fünf Jahre einberufen wurde.

  • I. Kongress (14. bis 16. September 1956) in Karl-Marx-Stadt
    Teilnehmer: 937 Delegierte, 192 Gäste
  • II. Kongress (23. bis 25. Juni 1960) in Magdeburg
    Teilnehmer: 1.200 Delegierte, 250 Gäste
  • III. Kongress (9. bis 11. April 1964) in Görlitz
    Teilnehmer: 851 Delegierte, 246 Gäste
  • IV. Kongress (12. bis 14. September 1968) in Berlin
    Teilnehmer: 520 Delegierte, 53 Gäste
  • V. Kongress (14. bis 16. September 1972) in Dresden
    Teilnehmer: 1.211 Delegierte, 55 Gäste
  • VI. Kongress (17. bis 19. Juni 1977) in Karl-Marx-Stadt
    Teilnehmer: 1.197 Delegierte, 300 Gäste
  • VII. Kongress (25. bis 27. Juni 1982) in Cottbus
    Teilnehmer: 1200 Delegierte, 200 Gäste
  • VIII. Kongress (14. bis 16. Mai 1987) in Karl-Marx-Stadt, letzter GST-Kongress

Leiter bzw. später Vorsitzende der GST[Bearbeiten]

Symbole der GST[Bearbeiten]

Das Emblem der GST besteht aus einem Oval, umfasst von goldenen Ähren und einem Zahnrad. Es zeigt auf rotem Grund einen Anker, einen Propeller und ein Gewehr. Die Fahne der GST ist rot und trägt in der Mitte das Emblem.

Presseerzeugnisse des Zentralvorstandes der GST[Bearbeiten]

Vom ZV der GST wurden während des Bestehens der Massenorganisation eine Vielzahl von spezifischen Publikationen herausgegeben, die jedoch hinsichtlich Zeitraum des Erscheinens und auch Titel Unterschiede aufwiesen:

  • Sport und Technik. Das Organ des ZV der GST erschien von Oktober 1952 bis 1954
  • Das Banner. Das Organ des ZV der GST erschien von 1955 bis Ausgabe 3/1957
  • Sport und Technik in Wort und Bild. Das Organ des ZV der GST erschien von 1957 bis 1962
  • Sport und Technik (S + T). Das Organ des ZV der GST erschien von 1963 bis Ausgabe 5/1990
  • Sport und Technik. Ausgabe A - Motorsport. Die Fachzeitschrift erschien von 1954 bis 1955
  • Motorsport. Zeitschrift für Sport und Kraftfahrzeugtechnik, erschien von 1955 bis 1962
  • Motorsport. Mitteilungsblatt, es erschien von 1965 bis 1989
  • Sport und Technik. Ausgabe B - Flugsport, die Zeitschrift erschien von 1954 bis 1955
  • Flügel der Heimat. Die Fachzeitschrift des ZV der GST erschien von 1955 bis 1959
  • Aerosport. Welt der Flieger. Hrsg. vom ZV der GST, erschien von 1960 - 1969
  • Flieger-Revue. Flieger Revue international. Die Luftfahrtzeitschrift für jedermann. Inhalt: Luftverkehr, Flugtechnik, Luftsport, Flugzeugsport, Flugzeugtypen, Luftfahrtgeschichte, Raumfahrt. Das Fachorgan erschien von 1970 bis Ausgabe 2/1990
  • Aeroklub der DDR. Mitteilungsblatt. Beilage zu Aero-Sport und Flieger-Revue, es erschien von 1962 bis 1980
  • Sport und Technik. Ausgabe C - Seesport, erschien von 1954 bis 1955
  • Seesport. Zeitschrift für Seesport, Marinewesen, Schiffsmaschinentechnik und Schiffahrt, sie erschien von 1955 bis 1962
  • Poseidon. Zeitschrift für Tauchsport, erschien von 1962 bis 1978
  • Seesport. Mitteilungsblatt, es erschien von 1965 bis 1978
  • Poseidon. Zeitschrift für See- und Tauchsport. Die Fachzeitschrift erschien von 1978 bis Ausgabe 1/1990. Anm.: Die maritime Zeitschrift führte im Verlauf ihres Erscheinens verschiedene Untertitel
  • Sport und Technik. Ausgabe D - Nachrichtensport, enthielt die Beilage Mitteilungen für Kurzwellenamateure, erschien nur im Jahr 1954
  • Sport und Technik. Ausgabe D - Der Funkamateur - Fernsprech- und Fernschreibtechnik, erschien nur 1955
  • Funkamateur. Zeitschrift für das Nachrichtenwesen der GST. Das Fachorgan erschien von 1955 bis Ausgabe 2/1990. Anm.: Es führte im Verlauf seines Erscheinens verschiedene Untertitel
  • Sport und Technik. Ausgabe E - Sportschießen/Reit- und Hundesport, erschien nur 1954
  • Sport und Technik. Ausgabe E - Sportschießen/Sporttauben, Reit- und Hundesport, erschien nur 1955
  • Der Hund. Die Fachzeitschrift erschien von 1955 bis 1958
  • Der Hund. Ausgabe A und B. Die Fachzeitschrift erschien von 1959 bis Ausgabe 10/1961
  • Die Sporttaube. Die Fachzeitschrift erschien von 1956 bis Ausgabe 10/1961
  • Sportschießen und Reitsport, erschien nur 1955
  • Sportschießen und Pferdesport, erschien 1955 bis 1957
  • Pferd und Sport, erschien von 1957 bis Ausgabe 10/1961
  • Der Sportschütze. Magazin für Sportschießen, Schützenwesen, Waffentechnik. Das Fachorgan erschien von 1957 bis 1962
  • Mitteilungsblatt Schießsport, später Sportschießen, erschien von 1965 bis 1974
  • Visier. Zeitschrift für Sportschießen und Waffenkunde. Das Fachorgan erschien von 1975 bis Ausgabe 6/1990. Anm.: Aufgegangen in Visier/Singhofen/Das internationale Waffenmagazin
  • Der Modellbauer, erschien von 1956 bis 1958
  • Modellbau und Basteln, erschien von 1958 bis 1969
  • Modellbau heute. Zeitschrift für Flug-, Schiffs- und Kfz-Modellbau und -Sport / Flugzeuge -Schiffe - Fahrzeuge konstruktiv kreativ, das Fachorgan erschien von 1970 bis Ausgabe 6/1990
  • Aus der Praxis für die Praxis. Zeitschrift für die organisationspolitische Arbeit in der GST, erschien von 1957 bis 1989 (?)
  • konkret. Zeitschrift des ZV der GST für Führungs- und Leitungsfragen. Das "Funktionärsorgan" erschien von 1965 bis 1989

Die GST-Publikationen wurden bei folgenden Verlagen hergestellt: Sportverlag Berlin (1952 bis 1954), Gesellschaft für Sport und Technik - Verlag Sport und Technik (1954 bis 1962), Deutscher Militärverlag Berlin, später Militärverlag der DDR (1962 bis 1990)

Ausstattung[Bearbeiten]

Die GST verfügte 1986/87 unter anderem über:

  • 3.500 Kraftfahrzeuge verschiedener Typen und Bestimmung, davon 1.334 Fahrschul-Lastkraftwagen IFA W50
  • 17.384 Krafträder und Kleinkrafträder
  • 33 Schulschiffe bzw. Motorausbildungsboote, darunter das einzige Segelschulschiff der DDR, die „Wilhelm Pieck“, heute Greif, das größte Motorschulschiff der GST, „Ernst Thälmann“ (II) und das Sporttaucherschiff „Artur Becker“, wobei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur noch die „Greif“ in Dienst ist. Das Schiff beging im August 2011 sein 60. Dienstjubiläum
  • 529 Motorboote und Kutter
  • 167 Motorflugzeuge
  • 472 Segelflugzeuge
  • 10.026 Nachrichtengeräte
  • 48.000 Kleinkaliber-Maschinenpistolen, von denen 40.000 unbenutzt in den Lagern der Staatsreserve lagerten
  • 50.000 Kleinkaliber-Gewehre
  • 106.000 Luftgewehre
  • 1.154 Waffenkammern
  • 8.741 Schießbahnen (nicht identisch mit Schießständen)
  • 35 Flugplätze
  • 12 zentrale Ausbildungseinrichtungen bzw. Schulen.

Zentrale Schulen der GST[Bearbeiten]

Bis Juli 1954 nahmen u. a. folgende zentrale Schulen der GST ihre Tätigkeit auf:

In den siebziger und achtziger Jahren kamen folgende GST-Schulen hinzu:

  • Die Schule für Taucherausbildung in Neuglobsow am Stechlinsee, seit 1978
  • Die Fallschirmsprungschule in Halle-Oppin, seit 1980

Zentrale Ausbildungszentren (ZAZ) der GST[Bearbeiten]

In den Monaten Juni bis September 1955 übergab der FDGB der GST fünf Zeltlager zur weiteren Nutzung, aus denen später Zentrale Ausbildungszentren (ZAZ) der GST entstanden. Die ZAZ waren Basisobjekte, zu denen Ausbildungseinheiten der GST mit eigenen Ausbildern anreisten:

  • Zentrales Ausbildungszentrum "Wilhelm Pieck" in Breege, Insel Rügen
  • Zentrales Ausbildungszentrum "Egon Schultz" in Prerow auf dem Darß
  • Zentrales Ausbildungszentrum "Hans Beimler" in Scheibe-Alsbach, Thüringen
  • Zentrales Ausbildungszentrum "Ernst Thälmann" in Schirgiswalde, Oberlausitz
  • Zentrales Ausbildungszentrum "Rote Jungfront" in Tambach-Dietharz, Thüringen

Das spätere ZAZ der GST in Storkow entstand erst in den 1980er Jahren.

Restriktionen für die Luftsportsektionen ab 1979[Bearbeiten]

Bis Ende der 1970er Jahre waren DDR-Fluchten mit Fluggerät der GST eher die Ausnahme. Neben fünf Fluchten mit Motorflugzeugen (1962, 1964, zweimal 1975 sowie 1978) hatte es bis dahin nur eine einzige Flucht mit einem Segelflugzeug gegeben, als sich der mehrfache DDR-Meister im Streckensegelflug Udo Elke am 22. Juni 1973 von Neustadt-Glewe aus gen Westen absetzte.[2] Zwischen Mai und August 1979 häuften sich solche Fälle jedoch. Zunächst überflogen zwei GST-Mitglieder am 14. Mai von Suhl bzw. am 24. Juni von Saarmund aus den Todesstreifen in Segelflugzeugen (was die sofortige Schließung des nahe bei West-Berlin gelegenen Flugplatzes Saarmund zur Folge hatte), und schließlich bemächtigte sich ein Ingenieur, der bis dahin lediglich Segelflugzeuge geflogen hatte, in Großrückerswalde eines Motorflugzeugs, mit dem er und seine Familie die Bundesrepublik erreichte.[3]

Unmittelbar nach Bekanntwerden dieser zuletzt genannten Flucht am 24. August 1979 erging ein absolutes Startverbot an sämtliche Flugplätze der GST. Ihre Zahl betrug damals 78. Die meisten waren reine Segelflugplätze, auf einigen wenigen wurde auch Motorflug oder Fallschirmspringen betrieben. Im Spätherbst 1979 wurde das Startverbot für drei dieser Plätze aufgehoben; auf 32 weiteren durfte ab Mai 1980 wieder geflogen werden.[4] Die Mehrheit aber, nämlich 43, wurde stillgelegt. Dazu gehörten etliche Plätze, die sich relativ nahe an der Grenze zur Bundesrepublik bzw. West-Berlin befanden, aber auch solche, die weit von diesen Grenzen entfernt lagen, wie die beiden Dresdner Segelflugplätze oder jener in Görlitz. Ziel war es offensichtlich, das Netz der Flugsportgelegenheiten generell auszudünnen, ihnen in Gänze den Charakter von Freizeitsport zu nehmen und sie vollkommen auf die vormilitärische Ausbildung zu orientieren. Die Segelflieger wurden u.a. dadurch ausgesiebt, dass jene mit Verwandten im westlichen Teil Deutschlands vor die Wahl gestellt wurden, entweder den Kontakt zu diesen abzubrechen oder das Fliegen aufzugeben.[5] Der Flugbetrieb wurde fortan nach strikt militärischen Prinzipien organisiert. Er begann mit Antreten in Reih und Glied in der himmelblauen Fliegeruniform der GST (deren Tragen bis dahin freiwillig war und sich meist auf das Überziehen der Jacke beschränkte). Die Flugplätze waren nun abgezäunt, Thermikflüge waren zunächst überhaupt nicht gestattet, sondern nur Platzrunden von wenigen Minuten, und die Flugwege der Piloten wurden fortan peinlich genau überwacht.

Ab Sommer 1980 wurden einige restriktive Bestimmungen schrittweise abgemildert. Dies ging längerfristig auch mit der Erkenntnis einher, dass sie die Nachwuchssituation bei den Luftstreitkräften der NVA nicht - wie ursprünglich wohl erhofft - verbesserten, sondern verschlechterten. Insgesamt jedoch blieb der Flugsport bis zum Zusammenbruch der DDR starken Restriktionen ausgesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • (Hrsg.: Zentralvorstand der Gesellschaft für Sport und Technik): Chronik zur Geschichte der Gesellschaft für Sport und Technik. Militärverlag der DDR, 2. Auflage Berlin 1988. ISBN 3-327-00271-1
  •  Paul Heider: Die Gesellschaft für Sport und Technik (1952-1990). In: Handbuch der bewaffneten Organe der DDR. Weltbild, Augsburg 2007, ISBN 3-8289-0555-2 (Lizenzausgabe von:  Torsten Diedrich, Hans Ehlert, Rüdiger Wenzke: Im Dienste der Partei. Ch. Links, Berlin 1998, ISBN 3-86153-160-7.).
  •  Klaus Froh, Rüdiger Wenzke: Die Generale und Admirale der NVA. Ein biographisches Handbuch. 4. Auflage. Ch. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3.
  •  Ullrich Berger: Frust und Freude. Die zwei Gesichter der Gesellschaft für Sport und Technik. 1. Auflage. GNN Verlag, Schkeuditz 2002, ISBN 3-89819-111-7.
  •  Lutz Mohr: Schulschiffe unter Segel und Motor. Zur Geschichte der GST-Marineschule „August Lütgens“ Greifswald-Wieck. Edition Pommern, Elmenhorst 2012, ISBN 978-3939680-12-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gesellschaft für Sport und Technik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich Berger (Hrsg.): Frust und Freude: Die zwei Gesichter de Gesellschaft für Sport und Technik. GNN, Schkeuditz 2002, ISBN 3-89819-111-7.
  2. Bodo Müller "Faszination Freiheit - die spektakulärsten Fluchtgeschichten", S.213
  3. Jörg Mückler: Deutsch-deutsche Grenzflüge. In: Flieger Revue Extra Nr. 16, Möller, Berlin 2007, ISSN 0941/889X, S. 25
  4. Die Chronik des Flugplatz Klix
  5. Die Chronik des Aeroclub Pirna e.V.