Sozialdemokratische Partei Deutschlands

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von SPD)
Wechseln zu: Navigation, Suche
SPD ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter SPD (Begriffsklärung) aufgeführt.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Logo der SPD
Sigmar Gabriel (2013)
Partei­vorsitzender Sigmar Gabriel
General­sekretärin Yasmin Fahimi
Stell­vertretende Vorsitzende Hannelore Kraft
Thorsten Schäfer-Gümbel
Manuela Schwesig
Olaf Scholz
Aydan Özoğuz
Ralf Stegner
Bundes­schatz­meister Dietmar Nietan
Ehren­vorsitzender Willy Brandt (†)
Gründung 23. Mai 1863 (ADAV)
8. August 1869 (SDAP)
27. Mai 1875 (Vereinigung)
Gründungs­ort Leipzig (ADAV)
Eisenach (SDAP)
Gotha (Vereinigung)
Haupt­sitz Willy-Brandt-Haus
Wilhelmstraße 140
10963 Berlin
Jugend­organisation Jusos
Zeitung Vorwärts
Aus­richtung Sozialdemokratie Progressivismus
Farbe(n) Rot (HKS 14), purpur (Pantone 234C; Akzentfarbe)[2]
Bundestagsmandate
193/631
Staatliche Zuschüsse 47.898.405,53 Euro (2013)[3]
(Stand: 21. Februar 2014)
Mitglieder­zahl 467.047
(Stand: Juni 2014)[1]
Mindest­alter 14 Jahre
Durch­schnitts­alter 59 Jahre
(Stand: 31. Dezember 2012)[4]
Frauen­anteil 32,8 Prozent
[5]
Internationale Verbindungen Progressive Allianz (Vollmitglied)

Sozialistische Internationale (Beobachterstatus)

Europaabgeordnete
27/96
Europapartei Sozialdemokratische Partei Europas (SPE)
EP-Fraktion Progressive Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (S&D)
Website www.spd.de

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (Kurzbezeichnung: SPD) ist eine deutsche Volkspartei und die älteste parlamentarisch vertretene Partei Deutschlands. Als erste Vorläufer der Partei gelten der 1863 gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein und die 1869 gegründete Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Sie ist derzeit in insgesamt vierzehn Ländern an der Regierung beteiligt, in neun davon stellt sie den Regierungschef. Auf Bundesebene ist sie in einer Koalition mit den Unionsparteien an der Bundesregierung beteiligt.

Die SPD ist Mitgliedspartei der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE), der Progressiven Allianz und hat Beobachterstatus in der Sozialistischen Internationalen (SI), in der sie zuvor lange Zeit in führender Position tätig war, die Mitgliedschaft jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten seit Anfang 2013 ruhen lässt. Parteivorsitzender ist seit November 2009 Sigmar Gabriel.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltliches Profil

Bundeszentrale Willy-Brandt-Haus in Berlin
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Der Abschnitt erscheint im Vergleich zum CDU- oder FDP-Artikel etwas sehr mager. Die einzelnen Bereiche (Innenpolitik, Außenpolitik,...) sollten noch ausfühlicher behandelt werden und insgesamt an den Umfang der anderen Parteien-Artikel angeglichen werden. --feloscho [schreib' mir was]; 19:46, 30. Jan. 2014 (CET)

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Programm

Das Selbstverständnis der SPD, das sie auch in ihren Parteiprogrammen zu tradieren versucht, beinhaltet eine Konzentration auf politische Inhalte und langfristige Ziele, die nicht zu Gunsten einer kurzfristigen Personenwirkung aufgegeben werden wollen. Ihr Grundsatzprogramm begreift sie als „moralische Rechtfertigung für ihre Politik“.[6]

Hamburger Programm

Das derzeitige Parteiprogramm der SPD, das „Hamburger Programm“, wurde im Jahr 2007 beschlossen. In ihm wird das Ziel festgeschrieben, mit Hilfe der „solidarischen Mehrheit“ zu regieren. Der demokratische Sozialismus wird als „Vision einer freien, gerechten und solidarischen Gesellschaft“ als „dauernde Aufgabe“ hervorgehoben und „die soziale Demokratie“ als das „Prinzip des Handelns“ bezeichnet.

Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind nach dem Hamburger Programm für die SPD die Grundwerte des Demokratischen Sozialismus. So ist die soziale Gerechtigkeit einer ihrer vorrangigen politischen Leitwerte. Die koordinierte soziale Marktwirtschaft soll gestärkt werden, ihre Erträge dabei fair verteilt werden, da dies als notwendig für den Wohlstand der Gesamtbevölkerung angesehen wird. Die SPD erachtet auch in der Zukunft einen starken Staat und einen handlungsfähigen Sozialstaat für notwendig, um schwächere Bevölkerungsgruppen schützen zu können. Dazu legt sie Wert auf eine Finanzpolitik, die „nicht auf Kosten zukünftiger Generationen“ ausgestaltet ist und langfristig die Staatsverschuldung beendet bzw. zurückführt. Unter dem Stichwort vorsorgender Sozialstaat werden Änderungen am Sozialsystem, die die Eigenverantwortung stärken sollen und im Rahmen der Agenda 2010 realisiert wurden, begrüßt.

Gesellschaftspolitisch tritt die SPD nach ihrem Programm für Bürgerrechte, Öffnung der Gesellschaft und Bürgerbeteiligung ein. Außenpolitisch will sie durch den Ausgleich der Interessen den Frieden in der Welt stärken. Die Globalisierung soll „durch eine demokratische Politik“ gestaltet werden. Sie ist bemüht, die Europäische Einigung zu erweitern und zu vertiefen.

Historische Parteiprogramme

August Bebel (1863)
Ferdinand Lassalle (1860)

Folgende Grundsatzprogramme wurden von der SPD in der Vergangenheit beschlossen mit den stichwortartigen Schwerpunkten:

Zunächst war die SPD eine sozialistische Arbeiterpartei. Zunehmend wandelt sie sich bis zum Godesberger Programm zu einer sozialdemokratischen Volkspartei.

Interne Richtungen

Intern lässt sich die SPD unterteilen in eher linke Sozialdemokraten, welche sich im Forum Demokratische Linke 21 und der Parlamentarischen Linken organisieren, und gemäßigt konservative Sozialdemokraten, die sich im Seeheimer Kreis beziehungsweise dem Forum Nürnberger Mitte treffen. Zuletzt hat sich mit dem Netzwerk Berlin zudem eine neue Generation zusammengeschlossen, welche sich gegen die traditionalistische Flügelbildung stellt. Während die gemäßigt konservativen Sozialdemokraten den von Gerhard Schröder eingeleiteten Reformkurs nahezu vorbehaltlos mittragen und sich generell an der politischen Mitte orientieren, kämpfen die linken Sozialdemokraten für eine klassische linke und sozialstaatliche Politik, von welcher die SPD ihrer Auffassung nach in den vergangenen Jahren vor allem durch die Agenda 2010 und einen als zu wirtschaftsliberal empfundenen Kurs abgerückt ist.

Organisationsstruktur

Organisationsstruktur der SPD

Gliederung

Die Mitglieder sind in rund 13.500 Ortsvereinen organisiert, die regelmäßig Mitgliederversammlungen abhalten und Delegierte in die Unterbezirksparteitage entsenden.

Die 13.500 Ortsvereine sind in 350 Unterbezirken organisiert, die regelmäßig Unterbezirksparteitage abhalten und Delegierte in die Landesparteitage entsenden.

Die 350 Unterbezirke sind wiederum in 20 Bezirken organisiert, die regelmäßig Bezirksparteitage abhalten, von denen 600 Delegierte in den Bundesparteitag entsendet werden. Ist ein SPD-Bezirk deckungsgleich mit einem Bundesland, nennt er sich Landesverband. In Bundesländern mit mehreren Bezirken bilden die Bezirke gemeinsam einen Landesverband. Außerdem entsendet jeder Bezirk Vertreter in den Parteirat.

Der Bundesparteitag ist das oberste Organ der Partei. Er wählt die Kontrollkommission, das Bundesschiedsgericht sowie den Parteivorstand. Der Parteivorstand leitet die Amtsgeschäfte zwischen den Parteitagen.

Zusätzlich zu dieser Grundstruktur gibt es noch einige zusätzliche Gliederungsebenen, die meistens aus kommunalpolitischer Zweckmäßigkeit geschaffen wurden, nicht überall bestehen und teilweise nur eingeschränkte Rechte (z. B. beim Antragsrecht zu den Parteitagen oder bei der Kassenführung) haben. Dazu gehören insbesondere Kreisverbände als Untergliederung von Unterbezirken, die mehr als einen Landkreis umfassen; den Namen „Kreisverband“ führen allerdings teilweise auch Unterbezirke selbst, wenn ihr Zuschnitt genau einem Landkreis entspricht. In Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bestehen unterhalb der Ebene des Landesverbandes, der dort jeweils dem Bezirk im oben verwendeten Sinne entspricht, zusätzlich sogenannte Regionen oder (begrifflich missverständlich) Bezirke. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bilden diese Regionen die alten Parteibezirke ab, die bis zu ihrer Fusion zu einem Landesbezirk bestanden. In Bayern entsprechen die Bezirksverbände den Regierungsbezirken, die dort mit den Bezirkstagen eine eigenständige kommunale Körperschaft bilden.

Bundesvorstand

Der Bundesvorstand wurde auf dem Ordentlichen Bundesparteitag vom 14. – 16. November 2013 in Leipzig von den Delegierten gewählt.

Manuela Schwesig,
eine der sechs stellvertretenden Bundesvorsitzenden
Vorsitzender Sigmar Gabriel
Generalsekretärin Yasmin Fahimi
Stellvertretende Vorsitzende Hannelore Kraft, Olaf Scholz, Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel, Aydan Özoğuz, Ralf Stegner
Beauftragter für die Europäische Union Martin Schulz
Schatzmeister Dietmar Nietan
Beisitzer Doris Ahnen, Martin Dulig, Joachim Poß, Michael Groschek, Gabriele Lösekrug-Möller, Matthias Miersch, Hubertus Heil, Kerstin Griese, Petra Crone, Michaela Engelmeier-Heite, Niels Annen, Dagmar Schmidt, Armin Schild, Dietmar Woidke, Elke Ferner, Heiko Maas, Katrin Budde, Jan Stöß, Christoph Matschie, Sascha Vogt, Florian Pronold, Ute Vogt, Homaira Mansury, Peter Friedrich[8]

Daten der Landesverbände

Landesverband Vorsitzender[9]
(Stand: 29. August 2013)
Mitglieder
(Stand: Ende 2012)[10]
Mitglieder
im Verhältnis zur Einwohnerzahl
Ergebnis der letzten Wahl des Landesparlaments[11][12] Ergebnis der Bundestagswahl 2013[13]
Baden-Württemberg Baden-Württemberg Nils Schmid Schmid, NilsNils Schmid 036.795 0,37 % 23,1 % (2011) 20,6 %
Bayern Bayern Florian Pronold Pronold, FlorianFlorian Pronold 064.088 0,55 % 20,6 % (2013) 20,0 %
Berlin Berlin Jan Stöß Stöß, JanJan Stöß 016.516 0,47 % 28,3 % (2011) 24,6 %
Brandenburg Brandenburg Dietmar Woidke Woidke, DietmarDietmar Woidke 006.197 0,26 % 31,9 % (2014) 23,1 %
Bremen Bremen Dieter Reinken Reinken, DieterDieter Reinken 004.605 0,73 % 38,6 % (2011) 35,7 %
Hamburg Hamburg Olaf Scholz Scholz, OlafOlaf Scholz 010.535 0,60 % 48,4 % (2011) 32,4 %
Hessen Hessen Thorsten Schäfer-Gümbel Schäfer-Gümbel, ThorstenThorsten Schäfer-Gümbel 058.791 1,04 % 30,7 % (2013) 28,8 %
Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Erwin Sellering Sellering, ErwinErwin Sellering 002.826 0,17 % 35,6 % (2011) 17,8 %
Niedersachsen Niedersachsen Stephan Weil Weil, StephanStephan Weil 062.792 0,84 % 32,6 % (2013) 33,1 %
Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft Kraft, HanneloreHannelore Kraft 123.368 0,76 % 39,1 % (2012) 31,9 %
Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Roger Lewentz Lewentz, RogerRoger Lewentz 039.650 1,06 % 35,7 % (2011) 27,5 %
Saarland Saarland Heiko Maas Maas, HeikoHeiko Maas 020.044 2,09 % 30,6 %[14] (2012) 31,0 %
Sachsen Sachsen Dulig Dulig, MartinMartin Dulig 004.283 0,10 % 12,4 % (2014) 14,6 %
Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt Katrin Budde Budde, KatrinKatrin Budde 003.789 0,18 % 21,5 % (2011) 18,2 %
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Ralf Stegner Stegner, RalfRalf Stegner 018.456 0,69 % 30,4 % (2012) 31,6 %
Thüringen Thüringen Andreas Bausewein Bausewein, AndreasAndreas Bausewein 004.302 0,19 % 12,4 % (2014) 16,1 %

Arbeitsgemeinschaften

Die SPD hat für eine Reihe von Zielgruppen und Themenbereichen Arbeitsgemeinschaften eingerichtet; diese haben Antragsrecht zu den Parteitagen der SPD und arbeiten teilautonom. Mitglied bei den Jusos ist jedes SPD-Mitglied, das jünger als 35 Jahre ist. Der ASF gehören alle weiblichen Mitglieder der SPD an, der AG 60 plus automatisch alle SPD-Mitglieder, die älter als 60 Jahre sind. Die Mitgliedschaft bei allen anderen Arbeitsgemeinschaften ist nicht automatisch oder verpflichtend. Bei allen Arbeitsgemeinschaften besteht die Möglichkeit, vollberechtigtes Mitglied zu werden, ohne der SPD anzugehören (sogenannte Unterstützermitgliedschaft).

Arbeitskreise und Foren

Gemeinsame Tagung verschiedener Bundes-Arbeitsgemeinschaften (von links nach rechts): Björn Engholm, Annemarie Renger und Herbert Wehner

Für einige Themengebiete und Zielgruppen bestehen in der SPD Arbeitskreise, Foren und Projektgruppen. Große Arbeitskreise sind die Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter Sozialdemokraten (AvS), der Arbeitskreis Jüdischer Sozialdemokraten sowie der Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD. Diese drei Organisationen sind ähnlich den Arbeitsgemeinschaften organisiert (mit Bundesvorstand, Bundeskonferenzen und regionalen Unterorganisationen), haben aber nicht deren Rechte.

Die Zielsetzung der Arbeitskreise ist eher intern orientiert, sie sollen SPD-Mitgliedern bestimmter Zielgruppen oder in bestimmten Themengebieten eine Zusammenarbeit ermöglichen; einige der Arbeitskreise treten zudem nach außen auf. Die Foren haben dagegen das vorrangige Ziel, die Vernetzung der SPD mit Organisationen in bestimmten Themengebieten auszubauen.

Gleichstellung

Um Frauen und Männer innerhalb der SPD gleichzustellen, wurde 1988 eine Geschlechterquote eingeführt. Diese Quote besagt, dass alle Vorstände und Delegationen jeweils zu mindestens 40 Prozent von jedem Geschlecht besetzt werden müssen. Da überwiegend die Männer in der Überzahl sind, wird zumeist von einer „Frauenquote“ gesprochen. Die Aufstellung der Bundestags- und Europalisten erfolgt nach dem „Reißverschlussverfahren“, bei dem Frauen und Männer abwechselnd aufgestellt werden.

Finanzen

SPD-Beitragsmarken
aus dem Jahr 1923

Die Gesamteinnahmen der Partei betrugen 2006 knapp 167 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Einnahmequellen der SPD zählen Mitgliedsbeiträge und staatliche Mittel. Im Vergleich zu den anderen Bundestagsparteien tragen die Einnahmen aus Parteispenden von natürlichen Personen bei der SPD traditionell nur zu einem geringen Anteil bei. Folgende Liste gibt einen Überblick über den Stellenwert der verschiedenen Einnahmen.[15]

  1. Mitgliedsbeiträge (2006: 29 % Tendenz abnehmend)
  2. Staatliche Mittel (2006: 26 % Tendenz leicht abnehmend)
  3. Sonstige regelmäßige Einnahmen (2006: 13 %)
  4. Veranstaltungen, Vertrieb und sonstigen Tätigkeiten (2006: 8 %)
  5. Spenden von natürlichen Personen (2006: 6 % Tendenz leicht abnehmend)
  6. Unternehmenstätigkeiten und Beteiligungen (2006: 6 % Tendenz zunehmend)
  7. Sonstiges Vermögen (2006: 6 %)
  8. Sonstige Einnahmen (2006: 5 %)
  9. Spenden von juristischen Personen (2006: 1 %, in Wahljahren 2 %)

Zwischen 30 und 40 Prozent der Spendeneinnahmen von juristischen Personen setzen sich aus Großspenden von mehr als 20.000 € je Spende zusammen. Zu den größten Spendern (juristische Personen, aufsummierte Spendensummen von 2000 bis 2008, ab 2007 nur Spenden ab 50.000 Euro[16]) zählen folgende Unternehmen und Verbände:

  1. 1.371.143 € Daimler Chrysler AG
  2. 0 657.522 € BMW AG
  3. 0 638.393 € Allianz SE
  4. 0 365.820 € Porsche AG
  5. 0 302.115 € Verband der Chemischen Industrie e. V.
  6. 0 300.000 € Deutsche Bank AG
  7. 0 300.000 € E.ON AG
  8. 0 281.211 € B.TV Television GmbH & Co. KG
  9. 0 277.258 € Südwestmetall
  10. 0 250.000 € Commerzbank AG

Unternehmensbeteiligungen

Die SPD ist die einzige politische Partei in Deutschland, die große Medienbeteiligungen unterhält. Über die Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (dd_vg) unterhält die SPD Medienbeteiligungen an über 70 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von über 6 Mio. Exemplaren und 12 Mio. Lesern. Weiterhin gibt sie ihre traditionsreiche Mitgliederzeitung Vorwärts heraus. Außerdem hielt die dd_vg von Mai 2004 bis 2006 einen 90-prozentigen Anteil an der Frankfurter Rundschau; die Zeitung steckte zum genannten Zeitpunkt in finanziellen Schwierigkeiten. Die Übernahme war umstritten, da Kritiker eine Einflussnahme auf die Berichterstattung fürchteten. 2006 verkaufte sie 50 Prozent der Anteile und eine Stimme an die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg. Der Jahresüberschuss der dd_vg belief sich 2008 auf 15,5 Mio. Euro und 2007 auf 17,2 Mio. Euro, von denen 11,4 Mio. an die SPD als Gesellschafterin ausgeschüttet wurden.[17]

An der Öko-Test Holding AG ist die SPD mit 65,67 % beteiligt. Diese ist ihrerseits mit 100 % an der Öko-Test Verlag GmbH (Magazin Öko-Test) und der Öko-Test Media GmbH beteiligt.[18]

Die SPD ist außerdem über Treuhänder[19] an der Konzentration GmbH beteiligt, die wiederum als Treuhänderin die Immobilien der SPD verwaltet.[20]

Mitglieder

SPD-Mitglieder nach Geschlecht, Stand: 2009

Das Mindestalter von 14 Jahren und die Bekennung zu den Zielen der Partei sind Mitgliedschaftsvoraussetzungen. Mitglied werden können ausdrücklich auch Deutsche, die dauerhaft im Ausland leben und Ausländer, die in Deutschland leben.

Nach der Bestandsangabe vom Mai 2011 hat die SPD eine knappe halbe Million Mitglieder und somit den niedrigsten Stand seit über 100 Jahren erreicht.[21] 44 % der SPD-Mitglieder sind älter als 60 Jahre, 6 % sind jünger als 29 Jahre. 69 % der Mitglieder sind männlich. 34 % Rentner, 23 % Beamte, 15 % Angestellte, 8 % Arbeiter, 5 % Arbeitslose, 5 % Hausfrauen, 4 % Selbstständige, 2 % Freiberufler, 2 % Schüler und 2 % ohne Angaben.[22]

Mitgliederentwicklung

Mitgliederentwicklung von 1946 bis 2008
Parteibuch der SPD und SPD-Card

Unmittelbar nach Kriegsende übernahm die SPD viele Mitglieder sozialistischer und sozialdemokratischer Exil- und Widerstandsorganisationen. Bei der ersten Bundestagswahl 1949 hatte sie bereits wieder um die 750.000 Mitglieder, bis 1951 ein vorläufiger Höchststand von etwa 820.000 Mitgliedern erreicht wurde. Im Laufe der 1950er fiel diese Zahl und erreichte 1958 den Stand von etwa 590.000 Personen.

Seit den 1960ern erholten sich die Mitgliederzahlen der SPD wieder und überschritten 1977 erstmals den Stand von einer Million. In den 1980ern verlor die Partei Mitglieder, blieb jedoch über der Marke von 900.000 Personen. Kurzzeitig verbuchte die SPD einen leichten Mitgliederzugewinn infolge der Deutschen Einheit. Seitdem hat sie starke Mitgliedereinbußen erlitten: Zwischen 1990 und 2008 hat die SPD 400.000 Mitglieder verloren, womit ihr heute etwas weniger als eine halbe Million verbleiben.[23] Die Gewichtung der gesellschaftlichen Herkunft der Mitglieder hat sich – unter anderem infolge der demografischen Entwicklung – seit dem Ende der 1950er Jahre stark verschoben. Bildeten bis dahin vorwiegend Arbeiter und kleine Angestellte die Mehrheit der Mitglieder, so verschob sich dies in den Folgejahren zugunsten der Beamten und Rentner.

Unvereinbarkeiten

Mit einer Mitgliedschaft in der SPD ist oder war eine Mitgliedschaft in einer der folgenden Organisationen unvereinbar:

Ein Zusammenarbeitsverbot besteht in Bezug auf folgende Organisationen:

Außerdem ist wie bei den meisten anderen Parteien in Deutschland eine Mitgliedschaft in einer bei Wahlen konkurrierenden Partei, Bürgervereinigung oder Gruppierung nicht zulässig.[24]

Geschichte

1863 bis 1918: Kaiserreich

1863 bis 1914: Gründung, Sozialistengesetze

Protokoll des Erfurter Parteitages von 1891

Die SPD hat kein exaktes Gründungsdatum. Sie selbst beruft sich auf die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) durch Ferdinand Lassalle, die am 23. Mai 1863 im Leipziger Pantheon stattfand. Der ADAV wurde von 1871 bis 1875 von Wilhelm Hasenclever geführt. Seit 1869 gab es die von August Bebel und Wilhelm Liebknecht in Eisenach gegründete Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). Oftmals wird das Jahr 1875 als das eigentliche Konstituierungsdatum genannt, als am Ende des Vereinigungsparteitages vom 22. bis 27. Mai in Gotha sich der ADAV und die SDAP zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) zusammenschlossen.

Nach dem Außerkrafttreten des Sozialistengesetzes im Herbst 1890 änderte die Partei ihren Namen in „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“. Ein Jahr später verabschiedete sie auf ihrem Parteitag in Erfurt das gleichnamige Programm. Die von Karl Kautsky und Eduard Bernstein entworfenen Leitlinien lehnten den Reformismus ab und näherten sich wieder stärker an den Marxismus an.

Die frühe SPD stand den Gewerkschaften nahe und war ideologisch wie die meisten sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien Europas im 19. Jahrhundert am revolutionären Marxismus ausgerichtet. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts stellte Eduard Bernstein seine Revisionismustheorie dem noch mehrheitlich revolutionär gesinnten Lager der SPD entgegen. Die Revisionismustheorie setzte sich spätestens nach dem Ersten Weltkrieg in der Partei durch. Im Wesentlichen beinhaltet diese Theorie die angestrebte sozialistische Umwandlung der Gesellschaft durch Reformen nach einer demokratisch legitimierten Regierungsübernahme durch Wahlen.

Eine ähnliche grundlegende Auseinandersetzung war die Massenstreikdebatte, welche vor allem unter dem Eindruck europäischer Streikbewegungen, insbesondere der russischen Revolution von 1905, entbrannte. Hier setzte sich der linke Flügel um Rosa Luxemburg und teilweise der revisionistische mit den reformistischen Gewerkschaften um die Frage auseinander, ob ein Streik als politisches Kampfmittel auch jenseits des Kampfes um Verbesserung der Arbeitsbedingungen angewandt werden kann. Die Debatte wurde formal 1906 mit dem Einknicken vor den Gewerkschaften im Mannheimer Abkommen beendet.

Die historischen Auseinandersetzungen um die Sozialdemokraten (Verfolgung, Repressionen vor allem unter der Reichskanzlerschaft Otto von Bismarcks – siehe Sozialistengesetz) führten dazu, dass die Parteistruktur der SPD sich am intensivsten entwickelte und hohe Effizienz erlangte. In dieser Zeit wurden oftmals Stimmen laut, die ein gewaltsames Vorgehen der Staatsgewalt gegen die Sozialdemokraten forderten, allen voran der Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee, der sich als „politischer“ Offizier einen Namen gemacht hatte und ein reaktionärer Vertreter der Staatsmacht war. Der riesigen Bevölkerungsgruppe der Arbeiter wohnte durch ihre kritische soziale Lage ein hohes politisches Potenzial inne. So wurde die SPD bald zur damals mitgliederstärksten Partei in Deutschland.

Stimmenanteil und Zahl der Sitze der Sozialdemokratie
bei den Reichstagswahlen 1871–1912[28]
Jahr Stimmen Sitze
ADAV zusammen mit SDAP
1871 3,2 % 2
1874 6,8 % 9
SAP
1877 9,1 % 12
1878 7,6 % 9
1881 6,1 % 12
1884 9,7 % 24
1887 10,1 % 11
SPD
1890 19,8 % 35
1893 23,3 % 44
1898 27,2 % 56
1903 31,7 % 81
1907 28,9 % 43
1912 34,8 % 110

Die SPD gewann – unter anderem wegen ihrer Gewerkschaftsnähe – trotz Verfolgung und Unterdrückung während der Bismarck-Ära immer mehr an Einfluss bei den Arbeitern und deshalb auch im Reichstag. Im Jahr 1890 − unmittelbar nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes − kam die Partei schon auf 19,8 Prozent der Stimmen und war damit erstmals die wählerstärkste Partei im Reich; 1912 wurde sie mit 34,8 Prozent (110 Abgeordneten) zur stärksten Fraktion im Reichstag. Nach dem Tode Bebels 1913, der als Integrationsfigur und Vermittler zwischen dem revolutionären und dem reformistischen Flügel der SPD galt, übernahm der deutlich gemäßigte Friedrich Ebert die Führung der Partei, die er sich mit Hugo Haase teilte.

1914 bis 1919: Erster Weltkrieg, Spaltung, Novemberrevolution

Nachdem zuerst die SPD Großdemonstrationen gegen einen drohenden Krieg veranstalte und ihre internationalen Kontakte zur Vermittlung nutzen wollte, stimmte die SPD-Reichstagsfraktion der Gewährung von Kriegsanleihen für den Ersten Weltkrieg letztendlich zu, da sich in der SPD die Auffassung verbreitete, dass ein Krieg unvermeidbar sei. Einzig Karl Liebknecht (Sohn Wilhelm Liebknechts), der seit 1912 für die SPD mit im Reichstag saß, stimmte im Dezember 1914 gegen die Kredite, nachdem er der ersten Abstimmung darüber aus Gründen der Parteiraison ferngeblieben war. 1915 folgte ihm Otto Rühle. Nach einer Antikriegsdemonstration wurde Liebknecht 1916 verhaftet und zu Zuchthaus verurteilt, aus dem er erst unmittelbar vor Kriegsende wieder entlassen wurde. Viele Mitglieder der SPD waren im Verlauf des Krieges zunehmend mit der kriegsbilligenden Haltung ihrer Partei, der sogenannten Burgfriedenspolitik, nicht einverstanden und gründeten die USPD (Unabhängige SPD).

Der linksrevolutionäre Spartakusbund, der 1916 unter Federführung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg nach dem Ausschluss Liebknechts und anderer aus der SPD als „Gruppe Internationale“ gegründet worden war und gegen den Krieg agitiert hatte, schloss sich ebenfalls der USPD an und bildete deren linken Flügel.

Zur USPD wanderten nicht nur die linken „Antirevisionisten“ um Rosa Luxemburg ab, sondern auch Karl Kautsky, der langjährige Herausgeber der Zeitschrift Die Neue Zeit, sowie führende Theoretiker des Reformflügels wie der Vater des Revisionismus, Eduard Bernstein. In der verbliebenen „Mehrheits-SPD“ (MSPD) beeinflussten statt Kautsky und Bernstein ab 1915 die ehemaligen linken Antirevisionisten der Lensch-Cunow-Haenisch-Gruppe, die dem deutsch-russischen Publizisten Alexander Parvus nahestanden, die theoretischen Debatten. Ihr Ziel war es, den erhofften deutschen Sieg im Ersten Weltkrieg zur Durchsetzung der sozialistischen Gesellschaftsordnung in Europa und zur Befreiung der osteuropäischen Völker vom „Joch des Zarismus“ zu nutzen.

Heinrich Cunow, Völkerkundler und Dozent an der Parteischule der SPD, löste 1917 Kautsky als Herausgeber der Neuen Zeit ab. Er sollte später Mitautor des Görlitzer und Heidelberger Programms der SPD werden. Konrad Haenisch war nach 1918 zunächst preußischer Kultusminister, dann Regierungspräsident in Wiesbaden und schließlich einer der Begründer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, einem von der SPD dominierten überparteilichen Bündnis parlamentarisch-demokratischen Parteien zum Schutz der Weimarer Republik gegen ihre Feinde an den politischen Rändern. Als vielen Sozialdemokraten ab 1917 bewusst wurde, dass der Krieg in eine Niederlage führt, schwand der Einfluss der Gruppe.

Zum Ende des Ersten Weltkrieges, als die militärische Führung des Kaiserreichs die deutsche Niederlage schon eingeräumt hatte, kam es 1918 im Anschluss an die Meuterei der Matrosen in Wilhelmshaven und Kiel zur Novemberrevolution, in deren Folge der Kaiser abdankte und nach Holland floh. Die MSPD unter Friedrich Ebert, dem im Zuge der revolutionären Ereignisse die Regierung von Prinz Maximilian von Baden übergeben worden war, gab mehr dem Druck der Ereignisse nach, als dass sie auf eine Regierungsübernahme vorbereitet gewesen wäre. Überlegungen Eberts, auf eine Abschaffung der Monarchie zunächst zu verzichten, um einen Bürgerkrieg zu verhindern, erwiesen sich als illusorisch.

Der Spartakusbund und Teile der USPD verfochten die Bildung einer Räterepublik, wie sie ein Jahr zuvor bei der Oktoberrevolution in Russland durchgesetzt worden war. Doch von den die Revolution tragenden aktiven revolutionären Soldaten- und Arbeiterräten hatte nur eine Minderheit das Vorbild des erfolgreichen Umsturzes der russischen Bolschewiki im Auge. Sie strebten mehrheitlich vor allem ein Ende des Krieges und der Militärherrschaft an. Mit diesem Ziel stellten sie sich zuerst hinter die SPD-Führung, der sie vertrauten, und forderten die Wiedervereinigung der Mehrheits-SPD mit der unabhängigen SPD. Die SPD-Führung bot daraufhin der USPD die Bildung eines Rates der Volksbeauftragten als neuer Regierung an. Diese paritätisch mit MSPD- und USPD-Mitgliedern besetzte Revolutionsregierung unter der Führung von Ebert und Haase verstand sich als Provisorium für die revolutionäre Umbruchphase und legte sich auf eine aus baldigen allgemeinen Wahlen hervorgehende Nationalversammlung als verfassungsgebendes Organ fest.

Schon Ende 1918 scheiterte die Koalition zwischen MSPD und USPD am Streit um den Einsatz von Militär gegen revoltierende Matrosen. Die nun allein die Regierung stellende MSPD empfand das eigenmächtige Vorgehen einzelner Räte als Verrat an den demokratischen Prinzipien der Arbeiterbewegung. Versuche, eine demokratische Volkswehr aufzubauen oder mehrheitssozialdemokratischen Freiwilligenverbänden eine Chance zu geben, scheiterten. Als während des Spartakusaufstandes im Januar 1919 die Volksbeauftragtenregierung angegriffen wurde, fiel die Entscheidung, dem Militär der alten Offiziere und den neuen Freikorpsführern zu vertrauen.

Philipp Scheidemann (1918)

Mit der blutigen Niederschlagung des Spartakusaufstandes und der Münchner Räterepublik durch von Gustav Noske um den Jahreswechsel 1918/19 rekrutierte rechtsnationalistische Freikorps bis Mitte 1919 setzten sich die Mehrheitssozialdemokraten durch. Dabei erhielt der spätere erste Reichswehrminister der Weimarer Republik Gustav Noske den Beinamen „Bluthund“, den er sich im Grunde selber gab, als er bei der Anforderung, die Revolution niederzuschlagen, sagte: „Einer muss den Bluthund abgeben“. Unter seiner politischen Verantwortung standen zahlreiche Morde, die von den Freikorps an vielen bekannten und unbekannten auch vermeintlichen Revolutionären begangen wurden, darunter der Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919, ausgeführt von Freikorpssoldaten unter Führung von Waldemar Pabst.[29]

Die Rolle Eberts, Noskes und Scheidemanns während der Monate der Novemberrevolution und ihrer Niederschlagung führte bis in die Gegenwart zum historischen Vorwurf verschiedener parlamentarisch und vor allem außerparlamentarisch aktiver linker Gruppen und Parteien an die SPD, die Revolution und damit zu einem großen Teil gerade ihre eigenen Anhänger verraten zu haben. Aus dem Spartakusbund und weiteren linksrevolutionären Gruppierungen wurde bis zum 1. Januar 1919 die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) gegründet. Damit war es zur endgültigen Trennung zwischen dem revolutionären und reformistischen Flügel der Sozialdemokratie gekommen.

Die zunächst noch relativ einflussreiche USPD, die bei der Reichstagswahl 1920 in Anerkennung ihres Beitrags zum Widerstand gegen den Kapp-Putsch noch 17,9 Prozent der Wählerstimmen erreichen konnte, schloss sich wenige Monate nach dieser Wahl mit ihrem starken linksrevolutionären Flügel der KPD an (→ VKPD), und wurde in den Folgejahren zwischen der KPD und der SPD weiter zerrieben. Sie spielte nach 1922, als nach einer weiteren Parteispaltung ein großer Teil der USPD in die SPD zurückgekehrt war, bis zu ihrem Aufgehen in der 1931 gegründeten SAP nur mehr eine marginale Rolle als Kleinpartei in der Weimarer Republik.

1919 bis 1933: Weimarer Republik

In der jungen Weimarer Republik stellte die SPD von 1919 bis 1925 mit Friedrich Ebert den Reichspräsidenten und war bis 1920 in allen Reichsregierungen (Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann, Gustav Bauer, Hermann Müller) vertreten. Danach – insbesondere nach dem Linksruck infolge der Wiedervereinigung mit der Rest-USPD 1922 – beteiligte sich die SPD nur noch an wenigen Reichsregierungen, zuletzt 1928 bis 1930 am Kabinett Müller II (Große Koalition) unter Reichskanzler Hermann Müller, während sie in Preußen mit Otto Braun von 1920 bis 1932 fast durchgehend den Ministerpräsidenten stellte.

Die SPD versuchte als „konstruktive Opposition“ ihren Einfluss auf die Reichspolitik zu wahren, da sie fürchtete, durch häufige Regierungsbeteiligungen noch mehr enttäuschte Arbeiter-Wähler an die KPD zu verlieren. Ihre soziale Basis während der Weimarer Republik stellten vor allem die gewerkschaftlich organisierten Facharbeiter dar.

Während des Aufstiegs der NSDAP konnte die SPD zwar ihren Wählerstamm halten, den Stimmengewinnen der Nationalsozialisten, die zu einem Gutteil aus dem Nicht- und Jungwählerreservoir kamen, hatte sie allerdings wenig entgegenzusetzen. Aufgrund ihrer organisatorischen Verkrustung, der Unmöglichkeit einer Zusammenarbeit mit der KPD, von der die SPD als „sozialfaschistisch“ bezeichnet wurde, und – mit Ausnahme des Zentrums – der Marginalisierung der bürgerlichen Parteien fand sie für den Widerstand gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus keine Bündnispartner.

SPD-Wahlplakat (1919)
Stimmenanteil der SPD bei der Wahl zur Nationalver-
sammlung 1919 und den Reichstagswahlen 1920–1933[30]
Jahr Stimmen Sitze
Januar 1919 37,9 % 163
Juni 1920 21,7 % 102
Mai 1924 20,5 % 100
Dezember 1924 26,0 % 131
Mai 1928 29,8 % 153
September 1930 24,5 % 143
Juli 1932 21,6 % 133
November 1932 20,4 % 121
März 1933 18,3 % 120

Die Tolerierungspolitik der SPD-Reichstagsfraktion gegenüber der Regierung Brüning 1930 bis 1932 führte vor allem bei Teilen der Parteijugend und beim linken Parteiflügel zu anwachsender Kritik an Partei- und Fraktionsführung und mündete 1931 in der Abspaltung eines Teils der Parteilinken, welche sich als Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) formierte.

Durch den „Preußenschlag“ ihrer letzten Bastion beraubt, wahrten die Nein-Stimmen der SPD bei der Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz, die den wichtigsten Schritt der Nationalsozialisten bei der Abschaffung des demokratischen Rechtsstaats auf formal legalem Wege darstellten, die Ehre der demokratischen Parteien, da alle bürgerlichen Parteien diesem Gesetz zustimmten.

Nachdem die Einrichtungen der Partei bereits beschlagnahmt waren und ein großer Teil des Parteivorstandes emigriert war, stimmte am 17. Mai 1933 eine Rumpfgruppe der SPD-Reichstagsfraktion unter dem Eindruck von Morddrohungen für die außenpolitische Erklärung Adolf Hitlers. Am 22. Juni wurde der SPD ein Betätigungsverbot ausgesprochen, in den darauf folgenden Tagen lösten sich alle anderen Parteien mit Ausnahme der NSDAP selbst auf. Am 7. Juli hob die Verordnung zur Sicherung der Staatsführung des Reichsinnenministers Frick sämtliche SPD-Abgeordnetenmandate im Reichstag, in den Landtagen und Gemeindeparlamenten auf,[31] am 14. Juli schließlich folgte das Gesetz gegen die Neubildung von Parteien.[32]

1933 bis 1945: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Briefmarke zum 100. Geburtstag von Otto Wels (1973; Entwurf Karl Oskar Blase)
Gedenktafel am Haus Wilskistraße 78 in Berlin-Zehlendorf

Am 22. März 1933 – wenige Wochen nach seiner Amtsübernahme als Reichskanzler des Deutschen Reiches – stellte Adolf Hitler sein Ermächtigungsgesetz dem Reichstag vor. Diesen entscheidenden Schlag gegen die Verfassung und somit den Schritt zur Ausschaltung des Reichstags erkannte auch Otto Wels (Vorsitzender der SPD). Dieser kritisierte Hitler scharf und warf ihm Verfassungsbruch vor. Trotz des Wahlterrors durch die SA entschieden sich die 94 anwesenden SPD-Abgeordneten, die nicht verhaftet oder geflohen waren, geschlossen gegen die Gesetzesvorlage. Die restlichen anwesenden 444 Parlamentarier stimmten zu. Trotz des persönlichen Mutes Weniger konnte Hitler sein Ziel erreichen und die Parteien formell aus der Legislative entfernen. Die Sozialdemokraten gehörten während der Zeit des Nationalsozialismus zu den ersten Gruppierungen, die von den Nazis verfolgt wurden. Viele Mitglieder, die sich nicht ins Exil flüchten konnten oder wollten, starben in Konzentrationslagern und Zuchthäusern.

Aufgrund des Aufrufs der SPD-Leitung zum Sturz des nationalsozialistischen Regimes verbot Reichsinnenminister Wilhelm Frick die SPD am 22. Juni 1933 als „volks- und staatsfeindliche Organisation“. Gegen einzelne SPD-Mitglieder wurde ein Berufsverbot erlassen, das Vermögen der Partei wurde beschlagnahmt. Zahlreiche Sozialdemokraten wurden in der Folgezeit in „Schutzhaft“ genommen oder in Konzentrationslagern verschleppt. Eine Minderheit der Mitglieder der SPD leistete, teilweise als Mitglieder illegal weitergeführter Partei- oder Reichsbannerstrukturen, teilweise in sich kritisch vom Parteivorstand abgrenzenden Gruppen wie Neu Beginnen, den Revolutionären Sozialisten Deutschlands, der Sozialistischen Front oder dem Roten Stoßtrupp Widerstand gegen das NS-Regime. Einzelne bekannte SPD-Mitglieder wie Julius Leber, Adolf Reichwein oder Wilhelm Leuschner waren an den Planungen, die zum Aufstandsversuch am 20. Juli 1944 führten, beteiligt oder gehörten dem Kreisauer Kreis an. Das Gros der Parteimitglieder blieb gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie resistent und bewahrte einen Zusammenhalt untereinander, war aber nicht an direkten Widerstandsaktivitäten beteiligt. Die Exilorganisation SoPaDe wurde in Prag gegründet und verlegte ihren Sitz später nach Paris, danach nach London.

1945 bis 1949: Nachkriegszeit

Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Partei mit der Gründung eines Zentralausschusses am 15. Juni 1945 in Berlin und örtlichen Initiativen in allen Landesteilen. Vorsitzender des Zentralausschusses war Otto Grotewohl, andere prominente Vertreter waren Gustav Dahrendorf, Annedore Leber, Erich W. Gniffke und Max Fechner. Kurt Schumacher arbeitete von Hannover aus, ausgehend vom Büro Dr. Schumacher, gegen die Anerkennung des Zentralausschusses in Berlin als nationalem Sammelpunkt und strebte eine ausschließlich auf die Westzonen beschränkte SPD an; Kontakte mit Sozialdemokraten in der SBZ hatte sein Büro nicht. Auf der Wennigser Konferenz in Wennigsen vom 5. bis 8. Oktober 1945 erfolgte die Wiedergründung der SPD. Zu dem als erste zentrale Zusammenkunft von Sozialdemokraten bezeichneten Treffen kamen Sozialdemokraten aus allen Teilen Deutschlands sowie der Londoner Exilvorstand zusammen. Schumacher setzte durch, dass der Zentralausschuss nur für die sowjetische Besatzungszone zuständig sein solle, und er als „Beauftragter für die Westzonen“ eingesetzt wurde. Nach Unterredungen und Briefwechseln zwischen Schumacher einerseits und Otto Brenner und Willi Eichler andererseits schlossen sich in den Westzonen weiterhin die meisten Mitglieder der von diesen repräsentierten Gruppen Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) und Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK) der SPD (wieder) an.

In Westdeutschland

Kurt Schumacher, erster Nachkriegsvorsitzender der SPD auf der Zwei-DM-Münze

Vom 9. bis 11. Mai 1946 fand in Hannover in einem Saal der Hanomag der erste Parteitag nach dem Kriegsende statt. Die 258 Delegierten stammten aus den drei Westzonen sowie aus den vier Berliner Sektoren. Die Ostzone war nicht vertreten. In seiner programmatischen Rede über Aufgaben und Ziele der deutschen Sozialdemokratie wiederholte Kurt Schumacher die Kritik an der Politik der KPD/SED und erhob für den Parteitag den Vertretungsanspruch für die Sozialdemokraten in der SBZ. Nach Schumachers Rede sprach Viktor Agartz über eine sozialistische Wirtschaftspolitik. Auf dem Parteitag, der zuvor das neue Organisationsstatur verabschiedet hatte, wählten die Delegierten Kurt Schumacher zum 1. Vorsitzenden und Erich Ollenhauer sowie Wilhelm Knothe zu stellvertretende Vorsitzenden.[33]

In Ostdeutschland

Die KPD, deren neue, aus Moskau heimgekehrte Führung zunächst scharf gegen die spontanen Initiativen zur Bildung einer einheitlichen Arbeiterpartei vorgegangen war, änderte gegen Ende 1945 ihre Haltung und drängte die SPD zu einer Vereinigung der beiden Parteien, was durch Repressalien seitens der sowjetischen Besatzungsmacht bestärkt wurde. Die KPD wollte die Macht in Ostdeutschland, und die SPD hatte die erforderliche Basis von 600.000 Mitgliedern dazu. Otto Grotewohls Bemühen um einen deutschlandweiten Parteitag der SPD, der über dies Ansinnen einer Vereinigung beraten und entscheiden sollte, wurde von Schumacher entschieden zurückgewiesen. Die Wiedererrichtung der Partei im nationalen Rahmen sei erst möglich, nachdem eine gesamtdeutsche Regierung gebildet worden sei, so Schumacher. Stattdessen forderte er den Zentralausschuss auf, die SPD in der sowjetischen Besatzungszone aufzulösen, und eine separate SPD in den Westsektoren von Berlin zu bilden. Ersteres erreichte er nicht, letzteres organisierte er dann selber zusammen mit einigen Kreisvorsitzenden aus den Westsektoren. Nachdem die Besatzungsmächte für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin 1946 beide Arbeiterparteien zugelassen hatten, erhielt die SPD 48,7 % und die SED 19,8 % der Stimmen.

Auf dem Vereinigungsparteitag am 21. und 22. April 1946 kam es zu einer Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) in der SBZ.[34] Dies geschah auf einem sogenannten „Vereinigungsparteitag“, auf dem manche Delegierte der SPD aus der SBZ und Delegierte der KPD aus ganz Deutschland unter Kontrolle der Sowjets standen. Zahlreiche ostdeutsche Sozialdemokraten, die sich dem Druck nicht beugen wollten, flohen in die Westzonen (wie z. B. Wilhelm Korspeter und das spätere Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland Franz Unikower). In vielen Fällen kam es zu Verhaftungen (wie z. B. im Falle von Dieter Rieke, Albert Thormann, Werner Rüdiger und Hugo Hose) und Hinrichtungen von Sozialdemokraten durch Kommunisten wie z. B. im Falle des jungen Günter Malkowski. Die Ortsvereine der SPD im sowjetisch besetzten Sektor Berlins, bestehend aus Mitgliedern, die sich nicht der SED angeschlossen hatten, existierten noch bis 1961.[35] Im Zuge der Umwandlung der SED in eine „Partei neuen Typs“, bei der die nicht im Statut der SED vorgesehenen „Parteikonferenzen“ eine entscheidende Rolle spielten, wurden die in der SED verbliebenen Sozialdemokraten immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Viele fielen den von Josef Stalin angeordneten Säuberungen zum Opfer.

1949 bis 1990: Bonner Republik

1949 bis 1966: Opposition im Bundestag

Bei den ersten Bundestagswahlen 1949 in der Bundesrepublik Deutschland lag die SPD unter Führung Kurt Schumachers nur knapp hinter der CDU/CSU unter der Führung Konrad Adenauers. Sie wurde damit Oppositionspartei, was sie bis 1966 blieb.

In Westdeutschland stand die SPD der von der Bundesregierung entworfenen sozialen Marktwirtschaft zunächst äußerst kritisch gegenüber und forderte die Verstaatlichung aller Grundstoffindustrien. Im Gegensatz zu Adenauers Politik der Westintegration stellte die SPD das Wiedervereinigungsgebot über eine zu enge Anlehnung an die USA und Westeuropa. SPD-Konzeptionen zur Deutschlandpolitik aus dieser Zeit halten eine politische Neutralität Deutschlands für möglich und sprechen sich strikt gegen eine Wiederbewaffnung des Landes aus.

Nach für die Sozialdemokraten enttäuschenden Wahlergebnissen bei den Bundestagswahlen 1953 und 1957, bei denen Erich Ollenhauer beide Male als Kanzlerkandidat Bundeskanzler Adenauer unterlag, deutete sich ein Politikwechsel an. Das Godesberger Programm von 1959 markierte programmatisch den praktisch längst vollzogenen Wandel von einer Arbeiterpartei zur Volkspartei. Mit einer außenpolitischen Grundsatzrede Wehners akzeptierte die SPD 1960 schließlich die Westbindung und ließ ihren Deutschlandplan von 1959 fallen.

Diese Öffnung wirkte sich bei den Bundestagswahlen 1961 und 1965 positiv auf die Ergebnisse aus; ein weiterer Grund war, dass mit Berlins Regierendem Bürgermeister Willy Brandt ein neuer Spitzenkandidat aufgestellt wurde.

1966 bis 1982: Regierungsverantwortung

1966 bis 1969: Erste Große Koalition

Im Rahmen der Großen Koalition von Dezember 1966 bis zur Bundestagswahl im September 1969 stellte die SPD erstmals in der Nachkriegszeit Regierungsmitglieder (siehe Kabinett Kiesinger), sie war unter Bundeskanzler Kiesinger Juniorpartner mit Willy Brandt als Außenminister. Die FDP konnte auf Grund ihrer geringen Sitzzahl kaum Oppositionsarbeit leisten. Es entwickelte sich eine zunehmend sozialistisch-revolutionär gesinnte außerparlamentarische Opposition (APO) unter Anderem aus der Studentenbewegung, die organisatorisch vor allem vom Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) getragen wurde. Vor allem 1967/1968 kam es im Zuge der studentischen Proteste unter anderem gegen die geplante Notstandsgesetzgebung zu massiven Demonstrationen und teilweise militanten Krawallen gegen die Regierung der Großen Koalition.

Auf der Agenda der ersten Großen Koalition standen die Einführung der Notstandsgesetze, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, das Stabilitätsgesetz und die Schaffung der Gemeinschaftsaufgaben. Die ursprünglich von SPD und vor allem von der Union geplante Einführung eines Merheitswahlsystemes scheiterte am Widerstand der SPD-Basis. So hat die SPD 1968 auf ihrem Parteitag in Nürnberg für eine Verschiebung der Wahlrechtsreform gestimmt, welche danach aufgrund der Sozialliberalen Koalition nicht mehr realisiert wurde.

Wirtschaftspolitisch setzte die SPD vor allem mit ihrem Wirtschaftsminister Karl Schiller neue Akzente. Das Stabilitätsgesetz setzte eine neue, nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik in Deutschland um, durch welche die Bundesrepublik ihre erste Rezession ab 1966 hinter sich lassen konnte.

Trotz all der großen Differenzen zwischen den Regierungsparteien, arbeitete die Regierung Kiesinger relativ geschlossen zusammen und konnte trotz der sehr kurzen Regierungszeit von noch nicht einmal einer vollen Legislaturperiode fast all ihre Vorhaben umsetzen. Ein gutes Beispiel ist die Zusammenarbeit von Karl Schiller und dem damaligen Bundesfinanzminister Franz Josef Strauß (CSU), welche zusammen als „Plisch und Plum“ bekannt wurden.

Nichtsdestotrotz wurde diese Koalition immer nur als "Vernunftehe" und Übergangslösung betrachtet.

Willy Brandt (links) bei einem Treffen mit dem US-Präsidenten Richard Nixon (1971)
1969 bis 1982: Sozialliberale Koalition

Bei Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1969 am 5. März wurde erstmals ein SPD Politiker Bundespräsident, der bisherige Bundesjustizminister Gustav Heinemann. Ermöglicht wurde diese Mehrheit von Willy Brandt und dem FDP Vorsitzenden Walter Scheel, welche verhandelten, dass die FDP-Mitglieder der Bundesversammlung für Heinemann stimmen. Erst im 3. Wahlgang konnte sich Heinemann durchsetzen. Er sprach bei seiner Antrittsrede von einem "Stück Machtwechsel".

Aufgrund des Ergebnisses der Bundestagswahl 1969 konnte die SPD zum ersten Mal den Bundeskanzler stellen. SPD und FDP erhielten zusammen eine Mehrheit gegen CDU/CSU. Obwohl Helmut Schmidt und Herbert Wehner gegen eine solche Koalition votierten bildete Willy Brandt unter dem Motto „Mehr Demokratie wagen“ eine sozialliberale Koalition mit der FDP und wurde daraufhin zum Bundeskanzler gewählt (Kabinett Brandt).

1969 bis 1974: Bundeskanzler Willy Brandt

Unter Willy Brandt folgte im Rahmen der Ostverträge eine Entspannungspolitik mit den Staaten des Warschauer Paktes sowie ein umfangreiches Reformprogramm in der Rechtspolitik, der Bildungspolitik und der Familienpolitik. Die sozialliberale Koalition wurde gerade wegen dieser Reformen von der Allgemeinheit, nach 20 Jahren Regierungsbeteiligung der Unionsparteien, als "Aufbruch" betrachtet.

Der weltweit beachtete Kniefall von Warschau am 7. Dezember 1970 am Mahnmal des Ghetto-Aufstandes von 1943 leitete symbolisch die Entspannungspolitik ein, die später in die Ostverträge mit Polen und der Sowjetunion mündete. Hinzu kam der Grundlagenvertrag mit der DDR. 1970 hatte er sich in Erfurt mit dem Vorsitzenden des Ministerrates der DDR Willi Stoph zunächst zum ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen im Erfurter Hof und dann in Kassel getroffen. Die Erfurter „Willy, Willy“-Rufe waren eindeutig auf Brandt bezogen und irritierten die DDR-Machthaber. Es folgte ein Abkommen mit der Tschechoslowakei. Für seine Ostpolitik erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.

Die neue Ostpolitik stieß bei einem Teil der Abgeordneten der Regierungskoalition auf Widerspruch. Einige von ihnen wechselten zur oppositionellen CDU/CSU, die Koalition verlor dadurch ihre Mehrheit. Der Versuch der Opposition, Willy Brandt 1972 mittels eines konstruktiven Misstrauensvotums durch Rainer Barzel abzulösen, misslang allerdings überraschend. Heute weiß man, dass zwei Bundestagsmitglieder der Union vom ostdeutschen Ministerium für Staatssicherheit ("Stasi") bestochen worden waren. Bei den darauf folgenden Neuwahlen errang die SPD den höchsten Stimmenanteil ihrer Geschichte und wurde erstmals stärkste Bundestagsfraktion.

Im Zuge der Ölkrise 1973 der 2. Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Guillaume-Affäre, in der der enge Brandt-Mitarbeiter Günter Guillaume als DDR-Spion im Kanzleramt enttarnt wurde, trat Willy Brandt im Mai 1974 als Kanzler zurück (für die meisten völlig überraschend), blieb aber Parteivorsitzender. Helmut Schmidt wurde Kanzler.

1974 bis 1982: Bundeskanzler Helmut Schmidt
Helmut Schmidt (1977)

Schmidt setzte in seiner Regierungspolitik die Reformen von Willy Brandt fort und konnte gleichzeitig die erste Ölkrise bezwingen, wodurch die Bundesrepublik die daraus resultierende Rezession um einiges besser bewältigen konnte, als die meisten anderen Industrienationen.

Schmidt setzte sich bei den Bundestagswahlen 1976 gegen Helmut Kohl durch. Die CDU/CSU wurde stärkste Kraft, doch konnte die SPD zusammen mit der FDP die absolute Mehrheit der Bundestagsmandate erringen und somit die sozialliberale Koalition fortführen.

Im September und Oktober 1977 kam es zum sogenannten Deutschen Herbst, welcher von Anschlägen der Rote Armee Fraktion (RAF) geprägt war. Helmut Schmidt berief den Großen Krisenstab, dem Mitglieder aller Fraktionen des deutschen Bundestages angehörten, wodurch er einen parteiübergreifenden Konsens herstellte. Die Regierung verfolgte eine harte Linie gegenüber den Terroristen, bei welcher sich "der Staat nicht erpressen lassen sollte".

Bei der Bundestagswahl 1980 setzte sich die sozialliberale Koalition gegenüber den Unionsparteien, geführt von Franz Josef Strauß, durch.

Am 17. September 1982 kündigte die FDP die Koalition jedoch auf. Bezüglich der Gründe besteht in der Geschichtswissenschaft kein Konsens: Während etwa Henning Köhler die neoliberale Wende der FDP betont, die Otto Graf Lambsdorff mit seinem Konzept für eine Politik zur Überwindung der Wachstumsschwäche und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit markierte,[36] glaubt Joachim Scholtyseck, im Hintergrund sei die zunehmende Abkehr der SPD vom NATO-Doppelbeschluss – gegen die Linie von Helmut Schmidt – gewesen.[37]

Hans-Jochen Vogel auf einem SPD-Parteitag (1988)

1982 bis 1990: Wieder in der Opposition

Mit einem konstruktiven Misstrauensvotum wählten große Teile der FDP zusammen mit der CDU/CSU Helmut Kohl zum neuen Bundeskanzler.

Die ersten Jahre in der Opposition waren von einer inhaltlichen Neujustierung der Partei und dem Ziel, sich inhaltlich der sich wandelnden Gesellschaft anzupassen, geprägt, wobei diese Neujustierung parteiintern bisweilen emotionale Debatten auslöste.

Bei den Bundestagswahlen 1983 und 1987 unterlagen ihre Kanzlerkandidaten Hans-Jochen Vogel und Johannes Rau gegen Helmut Kohl.

Am 7. Oktober 1989 wurde in Schwante bei Berlin die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) gegründet, die am Vereinigungsparteitag am 26./27. September 1990 in der SPD aufging. Zu den Gründungsmitgliedern der SDP gehörten Angelika Barbe, Martin Gutzeit, Markus Meckel, Stephan Hilsberg und Ibrahim Böhme.

Oskar Lafontaine bei einer Beratung der Ministerpräsidenten mit Johannes Rau in Bonn (1986)

Saarlands Ministerpräsident Oskar Lafontaine kritisierte die geplante Ausdehnung des Geltungsbereichs der D-Mark zum 1. Juli in der DDR, da er im Falle der schnellen Währungsunion eine deutlich steigende Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland befürchtete.[38] Zudem befürwortete er im Gegensatz zu Kohl[39] eine Steuererhöhung[40], da seiner Ansicht nach sonst eine Finanzierung der deutschen Einheit ohne stark steigende Staatsverschuldung nicht möglich wäre. Entgegen dem stand der SPD-Vorsitzende und innerparteiliche Konkurrent Hans-Jochen Vogel mit einer positiven Haltung zur Währungsreform. Eine skeptische Haltung zur schnellen wirtschaftlichen Wiedervereinigung erhielt in der Partei und den Umfragen zunächst Zuspruch und im Januar 1990 erzielte die SPD bei der Landtagswahl im Saarland unter Lafontaine mit 54,4 % zudem ihr bis heute bestes Ergebnis im Saarland. Lafontaine wurde daraufhin im März mit deutlicher Zustimmung, auch von Hans-Jochen Vogel, zum Kanzlerkandidat der SPD gekürt. Die Situation änderte sich für die SPD jedoch mit dem Einigungsprozess, während dem Lafontaine aufgrund eines Attentates, bei dem er lebensgefährlich verletzt wurde, zudem zeitweise ausfiel. Kanzler Helmut Kohl erhielt wegen seiner Außenpolitik, unter anderem nach dem Staatsbesuch bei Gorbatschow und der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrages, durchgängig Lob von den Medien und die SPD-Kandidatur wurde bereits als aussichtslos beurteilt.[41] In dieser Aufbruchstimmung folgten Medien und Wähler, insbesondere in Ostdeutschland, zu einem großen Teil dem optimistischen Vorstellungen („Blühende Landschaften“) der Regierung. Zusätzlich ergab sich für die SPD im Osten das Problem, dass sie im Wahlkampf von Medien als SED-nahe dargestellt wurde. Angesichts der Situation setzte auch Richard Schröder als Fraktionsvorsitzender der Ost-SPD auf Tempo bei der Realisierung einer Währungsunion um die Einheit schnellstmöglich zu erreichen.[42] Auch Willy Brandt änderte seine zuvor skeptische Haltung und begrüßte die schnelle Vereinigung: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“. Der Historiker Heinrich August Winkler beschreibt die SPD wegen ihrer Haltung zur staatlichen Einheit Deutschlands als janusköpfige Partei: "Ihr eines Gesicht war das patriotische von Willy Brandt, das andere das postnationale das von Oskar Lafontaine."[43]

In der DDR erzielte die Sozialdemokratische Partei am 18. März 1990 bei der Wahl zur Volkskammer nur 21,7 Prozent der Stimmen. Sie beteiligte sich danach vom 12. April bis 20. August 1990 als Juniorpartner an der ersten freien und demokratisch gewählten Regierung der DDR unter Ministerpräsident Lothar de Maizière (CDU).

Seit 1990: Berliner Republik

1990 bis 1998: gesamtdeutsche Opposition

Bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl im wiedervereinigten Deutschland am 2. Dezember 1990 unterlag die SPD mit 33,5 % der Stimmen der schwarz-gelben Koalition. Die seit dem 26. September 1990 vereinigte Partei erzielte dabei im Wahlgebiet West 35,7 % und im Wahlgebiet Ost 24,3 %.

Innerparteilich umstritten waren in den folgenden Oppositionsjahren die Positionen zum Asylrecht und zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr, wobei in den Medien die Position für die Einschränkungen des Rechtes und der Zustimmung zu den Einsätzen überwog. Mit der sogenannten Petersberger Wende stimmte die SPD schlussendlich der Begrenzung der Asylberwerberzahlen und Bundeswehr-Auslandseinsätzen zu.

Von Mai 1991 bis Mai 1993 war Ministerpräsident Björn Engholm Bundesvorsitzender der SPD und auch designierter Kanzlerkandidat seiner Partei. Er trat vorzeitig von seinen Ämtern zurück, nachdem bekannt wurde, dass er im Rahmen der Barschel-Affäre eine Falschaussage machte (siehe auch „Schubladenaffäre“). In dieser Situation beschloss die Bundespartei ein völlig neues Verfahren zur Bestimmung des folgenden Parteivorsitzenden. Das erste Mal wurde eine Mitgliederbefragung über den Parteivorsitz unter den SPD-Mitgliedern durchgeführt, die Rudolf Scharping mit rund 40 % vor Gerhard Schröder und Heidemarie Wieczorek-Zeul gewann.[44][45]

Kanzlerkandidat Scharping trat im Wahlkampf zusammen mit Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine als sogenannte Troika an. Bestimmende Themen des Regierungsprogramms zur Wahl waren unter anderem Pläne zur Verringerung der Arbeitslosigkeit und die Entwicklung hin zu einer „ökologischen Marktwirtschaft“. Die SPD kritisierte auch explizit, dass die Kosten der Einheit zu einem großen Teil den Sozialversicherungen aufgetragen wurden und wandte sich gegen Privatisierungspläne im Gesundheitswesen.[46] Bei der Bundestagswahl 1994 erhielt die SPD 36,4 % der Stimmen. Sie konnte somit ihre Stimmen vermehren, aber trotz der, nach der ernüchternden Entwicklung der Einheit, deutlich gesunkenen Popularität von Kohl keine Mehrheit erreichen. 1995 unterlag Scharping dann bei der Abstimmung um den Parteivorsitz dem damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine.

Gerhard Schröder bei einer Wahlkampfrede zur Bundestagswahl 2005

1998 bis 2009: Erneute Regierungsverantwortung

1998 bis 2005: Rot-Grün unter Bundeskanzler Gerhard Schröder

Erst bei der Bundestagswahl 1998 gelang der SPD mit dem damaligen Ministerpräsidenten Niedersachsens, Gerhard Schröder, als Kanzlerkandidat die Rückkehr an die Regierung, diesmal in einer rot-grünen Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen. Dies bedeutete ein Novum in der Geschichte Deutschlands. Erstmals erhielten Parteien, die sich traditionell als "links der Mitte" einstufen, mehr als 50 Prozent der Stimmen. Erstmals wurde eine Bundesregierung komplett abgewählt.

Aufgrund der Tatsache, dass zum ersten Mal Vertreter der neuen sozialen Bewegung an die Regierung gelangten, sprach man schon bald vom "Projekt Rot-Grün", das einen Wandel in der politischen Kultur Deutschlands verkörpern sollte.

1998/1999 kam es zum Kosovokrieg, in dessen Verlauf die rot-grüne Bundesregierung erstmals einen Auslandseinsatz der Bundeswehr beschloss.

Der Parteivorsitzende Oskar Lafontaine wurde Finanzminister, trat jedoch wegen Differenzen mit Schröder im März 1999 von allen politischen und Parteiämtern zurück. Neuer Parteivorsitzender wurde daraufhin Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Ebenfalls 1999 konnte die SPD mit Johannes Rau erstmals seit 1974 den Bundespräsidenten stellen.

In der Rot-Grünen Regierungszeit wurden Erneuerungen aller Politikfelder umgesetzt, wie die Modernisierung des Staatsbürgerschaftsrechts, Steuerreform, Rentenreform, Atomausstieg, Ökosteuer, Einführung des Lebenspartnerschaftsinstitutes oder Reformen im Bildungsbereich.

Bei der Bundestagswahl 2002 konnte sich Bundeskanzler Schröder gegen den Kanzlerkandidaten der Union und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) durchsetzen. Die Koalition gewann mit 1,2 Prozentpunkten Vorsprung gegenüber der Union und der FDP, während die PDS an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Trotz der annähernd gleichen Anzahl an Zweitstimmen mit den Unionsparteien (SPD: 18.488.668; CDU/CSU: 18.482.641) stellte die SPD auf Grund von Überhangmandaten knapp die stärkste Bundestagsfraktion.[47]

Die Regierung lehnte eine Teilnahme Deutschlands am Irakkrieg strikt ab, wodurch Gerhard Schröder sich einen Ruf als "Friedenskanzler" erarbeitete.

2003 wurde die Agenda 2010 vorgestellt. Ein riesiges Reformpaket des deutschen Sozialsystems und Arbeitsmarktes, welche bis 2005 umgesetzt wurde. Sie sah unter anderen einen Sozialabbau und eine Liberalisierung der Wirtschaft vor, um die damals massiv hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Ökonomisch gesehen, war sie ein Erfolg, da dank der Agenda die Arbeitslosigkeit bekämpft und das Haushaltsdefizit gesenkt werden konnte. Dennoch wurde sie von großen Teilen der SPD Anhängerschaft aufgrund des Sozialabbaus als negativ empfunden.

Nach verlorenen Landtagswahlen erhielt die SPD bei der Europawahl am 13. Juni 2004 mit 21,5 Prozent ihr bis dahin niedrigstes Ergebnis in einer bundesweiten Wahl seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. Stammwähler fühlten sich durch die Politik der Agenda 2010 verprellt und blieben der Wahl fern. Viele andere nahmen den Kurs der SPD, welcher nicht nur bei anderen Parteien, sondern auch innerhalb der SPD-Mitgliedsschaft auf Kritik stieß, als zerstritten wahr. Der seit Anfang der 1980er anhaltende Mitgliederschwund beschleunigte sich. Teile des linken, gewerkschaftsnahen Flügels spalteten sich nach hitzigen Debatten ab und gründeten 2004 zuerst den Verein Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit, aus dem im Januar 2005 eine neue Partei, WASG, entstand, die politisch links von der „Neue Mitte“-SPD angesiedelt war.

Am 25. Mai 2005, unmittelbar nach der von der SPD verlorenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen (NRW), trat der ehemalige Parteivorsitzende Oskar Lafontaine wegen der nach seiner Auffassung mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie nicht zu vereinbarenden Regierungspolitik (Agenda 2010, Hartz IV) aus der SPD aus und wurde wenige Wochen später Mitglied der WASG, nachdem diese ein Linksbündnis mit der PDS für die Bundestagswahl im Herbst 2005 eingegangen war.

Eine vorzeitige Bundestagswahl war vom Bundeskanzler und der SPD-Parteispitze nach der Niederlage bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen angekündigt worden. Die Ziele der SPD für die Wahlen am 18. September 2005 waren: Verbleib in der Regierungsverantwortung und Fortführung der Reformen unter stärkerer Berücksichtigung sozialer Aspekte.

Franz Müntefering, Vizekanzler sowie Minister für Arbeit und Soziales 2005–2007
2005 bis 2009: Zweite Große Koalition
Frank-Walter Steinmeier, Außenminister 2005–2009, seit 2013 und Vizekanzler 2007–2009

Nachdem die SPD bei der herbeigeführten Bundestagswahl annähernd so stark wie die Unionsparteien geworden war und die Union zusammen mit der FDP keine Koalition bilden konnte, haben sich CDU, CSU und SPD nach langen Sondierungsgesprächen auf eine Große Koalition unter Angela Merkel als Bundeskanzlerin geeinigt.

Zuvor waren auch andere Koalitionen im Gespräch gewesen. So wurde eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP sowie die sogenannte Jamaika-Koalition zwischen CDU/CSU, FDP und den Grünen diskutiert. Eine rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Linkspartei und Bündnis 90/Die Grünen wurde von allen Parteien ausgeschlossen.

Gründe für den Verlust der rot-grünen Mehrheit wurden hauptsächlich darin gesehen, dass sich erstmals eine Partei „links“ der SPD (Linkspartei) etablieren konnte, und in den negativen Folgen der Agenda 2010.

Nach der erfolgreichen Unterzeichnung des Koalitionsvertrages wurden von der von 397 Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewählten Kanzlerin Angela Merkel acht Minister der SPD vorgeschlagen, die in die Große Koalition gingen, darunter Franz Müntefering als Arbeitsminister und Vizekanzler. Nach der Ernennung durch Bundespräsident Horst Köhler bildeten die 8 Bundesminister der SPD nun mit den 7 anderen Bundesministern der Union und der Bundeskanzlerin Merkel das erste Kabinett Merkel.

Die Zweite Große Koalition nahm sich, wie die erste, besondere Hauptaufgaben vor, um die Chancen durch absolute Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat zu nutzen. Die erste war das Erreichen eines ausgeglichenen Haushaltes, also eines Haushaltsplanes ohne Nettokreditaufnahme, bis 2011. Eine erste Maßnahme war das Anheben der Mehrwertsteuer auf 19 %. Weiterhin wurde in der Föderalismusreform das Verhältnis von Bund und Ländern zueinander neu geordnet. Außerdem wurde mit dem Schacht Konrad das erste Endlager für leicht und mittelstark radioaktive Abfälle beschlossen und damit für 90 % des in Deutschland erzeugten Atommülls.

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, der nach einem parteiinternen Streit um die Wahl des Generalsekretärs den Parteivorsitz von Franz Müntefering übernommen hatte, trat am 10. April 2006 nach fünf Monaten aus gesundheitlichen Gründen als Vorsitzender der SPD zurück. Sein Nachfolger wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck.

Kurt Beck erklärte am 7. September 2008 im Rahmen einer Klausurtagung der Parteiführung seinen Rücktritt als Parteivorsitzender. Sein Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier, der am selben Tag als Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2009 nominiert worden war, übernahm kommissarisch den Parteivorsitz, bis der vom Parteipräsidium nominierte Franz Müntefering auf einem Sonderparteitag zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.[48] Am 30. Juli 2009 stellte Steinmeier sein „Team Steinmeier“ für die Bundestagswahl vor, dem neben den damaligen Bundesministern mit SPD-Parteibuch lediglich zu dieser Zeit verhältnismäßig unbekannte Politiker angehörten.[49]

2009 bis 2013: Erneute Opposition

Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 sackte die SPD von 34,2 auf 23,0 Prozent der Stimmen ab, so dass eine Mehrheit für eine Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP möglich wurde. Infolge der Wahlniederlage erklärte der Parteivorsitzende Franz Müntefering seinen Rücktritt zum Parteitag im November 2009. Zu seinem Nachfolger wurde der ehemalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gewählt, die bisherige stellvertretende Parteivorsitzende Andrea Nahles wurde neue Generalsekretärin. Die ehemaligen Bundesminister Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier schieden als stellvertretende Parteivorsitzende ebenfalls aus, die Nachfolge traten Manuela Schwesig, Klaus Wowereit, Olaf Scholz und Hannelore Kraft an. Zwei Jahre später wurde die Riege der Vize-Vorsitzenden um die türkischstämmige Aydan Özoguz erweitert.[50] Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier wurde hingegen bereits zwei Tage nach der Bundestagswahl zum neuen Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt.[51]

Peer Steinbrück, SPD-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2013

Bei den folgenden Landtagswahlen konnte die SPD vornehmlich Erfolge erzielen. In Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vermochten Hannelore Kraft, Olaf Scholz, Torsten Albig und Stephan Weil ihre christdemokratischen Vorgänger im Amt des jeweiligen Regierungschefs abzulösen. In Baden-Württemberg gelang es den Sozialdemokraten als Juniorpartner der Grünen eine Regierungsbeteiligung zu erreichen und die seit 1953 regierende CDU in die Opposition zu schicken. Im Saarland konnte 2012 aus der Opposition heraus die Rolle des Juniorpartners der CDU übernommen werden. Bei den übrigen Wahlen zu den Landesparlamenten vermochte die SPD ihren Status als Senior- bzw. Juniorpartner an der jeweiligen Landesregierung zu halten. Allein bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2011 büßte die Partei die absolute Mandatsmehrheit ein und führt seitdem eine Koalition mit den Grünen.[52] Somit verfügte die damalige schwarz-gelbe Koalition keine Mehrheit im Bundesrat mehr. Stattdessen herrscht momentan eine Mehrheit von SPD, Grünen, Linken und SSW.

Da die CDU in jüngerer Zeit einen noch rasanteren Mitgliederverlust verzeichnet, ist die SPD seit Juli 2012 wieder mitgliederstärkste Partei in Deutschland.[53]

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz teilten Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier in Beisein des ehemaligen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück mit, dass Steinbrück als Kanzlerkandidat 2013 gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel antreten würde. Er wurde am 1. Oktober 2012 vom SPD-Parteivorstand einstimmig nominiert.[54][55] Steinbrück kündigte an, er strebe auf Bundesebene eine Neuauflage der rot-grünen Koalition an.[56] Bündnisse seiner Partei mit der Piratenpartei Deutschland oder der Partei Die Linke nach der Bundestagswahl 2013 schloss Steinbrück bereits im Vorfeld aus. Zudem gab er an, nicht erneut Minister unter Bundeskanzlerin Angela Merkel werden zu wollen.[57] Am 9. Dezember wurde Steinbrück mit 93 Prozent zum Kanzlerkandidaten der SPD gewählt.[58]

2013 bis heute: Dritte Große Koaltition

Sigmar Gabriel, seit 2009 Parteivorsitzender und seit 2013 Wirtschaftsminister und Vizekanzler

Bei der Bundestagswahl 2013 konnte die SPD lediglich 25,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, was für eine rot-grüne Regierung nicht ausreichte.[59] Die FDP, der bisherige Koalitionspartner der Unionsparteien CDU und CSU, erlangte allerdings nicht genug Stimmen, um im Bundestag zu verbleiben. Somit suchte die Union eine neue Partei für die Rolle des Koalitionspartners, wodurch es zu Sondierungsgesprächen mit der SPD kam.[60]

Die SPD entschied vor der Bundestagswahl, über den Inhalt eines möglichen Koalitionsvertrags erstmals ein Mitgliedervotum durchzuführen. Dessen Ergebnis sollte umgesetzt werden, wenn sich mindestens 20 Prozent der SPD-Mitglieder an der Abstimmung beteiligen würden.[61][62]

Nachdem sich bei einer Wahlbeteiligung von über 70 Prozent gut Dreiviertel der abgegebenen Stimmen für eine Große Koalition ausgesprochen hatten, trat die SPD erneut in eine Koalition mit der CDU/CSU ein. Am 17. Dezember 2013 wurde die neue Bundesregierung im Kabinett Merkel III vereidigt. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel übernahm die Position des Vizekanzlers und Bundeswirtschaftsministers. Frank-Walter Steinmeier wurde, wie bereits 2005 bis 2009, erneut Bundesaußenminister.

Die SPD konnte sich in dem Koalitionsvertrag in vielen Themen durchsetzen, beispielsweise wie der Einführung eines Mindestlohnes von 8,50 €, einer gesetzlichen Frauenquote von 40 % in bösennotierten Unternehmen, dem Netzausbau, einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), einer Pflegereform, dem Elterngeld Plus, dem Ausbau von Kindertagesstätten, der Einführung einer Mietpreisbremse, der Abschaffung der Optionspflicht zugunsten der doppelten Staatsbürgerschaft und einer Rentenreform (u.a. Mindestrente, Rente mit 63).

Der Beginn der Großen Koalition war geprägt von unterschiedlichen Interpretationsansätzen von SPD, CDU und CSU über den Inhalt des Koalitionsvertrags. Große Teile der Bevölkerung waren Umfragen zufolge nicht zufrieden mit dem Start der Schwarz-Roten Koalition.[63]

Für die Europawahl 2014 stellen die europäischen Parteifamilien erstmals europaweite Spitzenkandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten bereit. Für die europäische Sozialdemokratie trat der Präsident des Europäischen Parlaments, der deutsche Martin Schulz an. Dabei stellte die SPD das zweitbeste Ergebnis nach der Union mit 27,6 % und verbesserte sich damit um 6,5 % im Vergleich zu 2009.

Wahlergebnisse

Bundestagswahlergebnisse seit 1949

Grafische Übersicht über die Wahlergebnisse
Zweitstimmenanteil der SPD bei der Bundestagswahl 2013 nach Wahlkreisen
 10,9 – 18 %
 > 18 – 23 %
 > 23–28 %
 > 28–33 %
 > 33–44 %
Bundestagswahlergebnisse[64]
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil Sitze Kanzlerkandidat
1949 6.934.975 29,2 % 131 Kurt Schumacher
1953 7.944.943 28,8 % 151 Erich Ollenhauer
1957 9.495.571 31,8 % 169 Erich Ollenhauer
1961 11.427.355 36,2 % 190 Willy Brandt
1965 12.813.186 39,3 % 202 Willy Brandt
1969 14.065.716 42,7 % 224 Willy Brandt
1972 17.175.169 45,8 % 230 Willy Brandt
1976 16.099.019 42,6 % 214 Helmut Schmidt
1980 16.260.677 42,9 % 218 Helmut Schmidt
1983 14.865.807 38,2 % 193 Hans-Jochen Vogel
1987 14.025.763 37,0 % 186 Johannes Rau
1990 15.545.366 33,5 % 239 Oskar Lafontaine
1994 17.140.354 36,4 % 252 Rudolf Scharping
1998 20.181.269 40,9 % 298 Gerhard Schröder
2002 18.488.668 38,5 % 251 Gerhard Schröder
2005 16.194.665 34,2 % 222 Gerhard Schröder
2009 9.990.488 23,0 % 146 Frank-Walter Steinmeier
2013[65] 11.247.283 25,7 % 193 Peer Steinbrück

Europawahlergebnisse seit 1979

Ergebnisse der SPD bei den Wahlen zum Europäischen Parlament 1979 bis 2014
Der Beauftragte des SPD-Vorstandes für die Europäische Union und Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz (2009)
Europawahlergebnisse[66]
Jahr Stimmenanzahl Stimmenanteil Sitze Spitzenkandidat[67]
1979 11.370.045 40,8 % 35 Willy Brandt[68]
1984 9.296.417 37,4 % 33 Katharina Focke[69]
1989 10.525.728 37,3 % 31 Gerd Walter[70]
1994 11.389.697 32,2 % 40 Klaus Hänsch
1999 8.307.085 30,7 % 33 Klaus Hänsch
2004 5.547.971 21,5 % 23 Martin Schulz
2009 5.472.566 20,8 % 23 Martin Schulz[71]
2014 7.999.955 27,3 % 27 Martin Schulz[72]

Wählerschaft

Als Volkspartei zieht die SPD Stimmen aus allen Bevölkerungsschichten auf sich, dennoch ist ein hoher Anteil bestimmter Gruppen an der Wählerschaft festzustellen. Wählte geschichtsbedingt früher vor allem der „kleine Mann“ die SPD, so ist der Anteil der Wähler, die aus der Arbeiterklasse und einkommensarmen Schichten stammen, heute weit niedriger als zu Gründungszeiten. Ein großer Teil der Wählerschaft setzt sich mittlerweile aus Akademikern, Intellektuellen und Beamten zusammen, auch der Anteil der Angestellten mit höherem Schulabschluss und der Selbstständigen ist stetig gestiegen.[73]

Traditionell wird die SPD eher von jüngeren Wählern gewählt, bei der Bundestagswahl 2009 zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Am Besten schnitt die Partei in der Gruppe der über 60-Jährigen ab. Frauen und Männer sind in der Wählerschaft annähernd gleich stark vertreten.[73]

Geografisch ist eine Konzentration der Wählerschaft auf eher protestantisch geprägte Gebiete im Westen und Norden der Republik festzustellen. Durch die Stärke der Union im Süden sowie den Erfolgen der Linken im Osten konnte die SPD in diesen Gebieten kaum Fuß fassen. Des Weiteren wird die SPD vermehrt von Menschen aus einem großstädtischen Umfeld gewählt, die SPD stellt 23 der 30 Bürgermeister der einwohnerstärksten Städte Deutschlands (Stand 2014).[74]

Personalien

Gegenwart

Bundeskabinettsmitglieder

Name Amt Beginn der Amtszeit Parl. Staatssekretär bzw. Staatsminister
Kabinett Merkel III Sigmar Gabriel Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Vizekanzler 17. Dezember 2013 Uwe Beckmeyer (SPD)
Iris Gleicke (SPD)
Brigitte Zypries (SPD)
Kabinett Merkel III Frank-Walter Steinmeier Auswärtiges Amt Bundesminister des Äußeren 17. Dezember 2013 Maria Böhmer (CDU)
Michael Roth (SPD)
Kabinett Merkel III Heiko Maas Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz 17. Dezember 2013 Ulrich Kelber (SPD)
Christian Lange (SPD)
Andrea Nahles Andrea Nahles Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bundesministerin für Arbeit und Soziales 17. Dezember 2013 Anette Kramme (SPD)
Gabriele Lösekrug-Möller (SPD)
Kabinett Merkel III Manuela Schwesig Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 17. Dezember 2013 Elke Ferner (SPD)
Caren Marks (SPD)
Kabinett Merkel III Barbara Hendricks Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit 17. Dezember 2013 Florian Pronold (SPD)
Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD)

Dazu ist Aydan Özoğuz Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Regierungschefs in den Ländern

Die SPD stellt derzeit neun Ministerpräsidenten/Ministerpräsidentinnen bzw. (in den Stadtstaaten) Bürgermeister.

Name Land Beginn der Amtszeit Kabinett bzw. Senat Zugehörigkeit zu den Landesparlamenten
Jens Böhrnsen Jens Böhrnsen Bremen Landeswappen Bremen Bremen 8. November 2005 Senat Böhrnsen III SPD Landtage.svg
  • als Oppositionspartei vertreten
  • als kleiner Koalitionspartner in der Regierung
  • als großer Koalitionspartner in der Regierung und stellt den Regierungschef
Erwin Sellering Erwin Sellering Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern 6. Oktober 2008 Kabinett Sellering II
Hannelore Kraft Hannelore Kraft Nordrhein-Westfalen Landeswappen Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen 14. Juli 2010 Kabinett Kraft II
Olaf Scholz Olaf Scholz Hamburg Landeswappen Hamburg Hamburg 7. März 2011 Senat Scholz
Torsten Albig Torsten Albig Schleswig-Holstein Landeswappen Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein 12. Juni 2012 Kabinett Albig
Malu Dreyer Malu Dreyer Rheinland-Pfalz Landeswappen Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz 16. Januar 2013 Kabinett Dreyer
Stephan Weil Stephan Weil Niedersachsen Niedersachsen Niedersachsen 19. Februar 2013 Kabinett Weil
Dietmar Woidke Dietmar Woidke Brandenburg Landeswappen Brandenburg Brandenburg 28. August 2013 Kabinett Woidke II
Michael Müller Michael Müller Deutschland Lage Berlins.svg Landeswappen Berlin Berlin 11. Dezember 2014 Senat Müller

Parteivorsitzende und Generalsekretäre

Sigmar Gabriel Franz Müntefering Frank-Walter Steinmeier Kurt Beck Matthias Platzeck Franz Müntefering Gerhard Schröder Oskar Lafontaine Rudolf Scharping Johannes Rau Björn Engholm Hans-Jochen Vogel Willy Brandt Erich Ollenhauer Kurt Schumacher

Parteivorsitzende

Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Anmerkungen
Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP)
Wilhelm Hasenclever Wilhelm Hasenclever
Georg Wilhelm Hartmann
1875 1876
Wilhelm LiebknechtAugust BebelWilhelm Hasenclever Zentralkomitee:
Wilhelm Liebknecht
August Bebel
Wilhelm Hasenclever
Georg Wilhelm Hartmann
1876 1878
Verbot durch die Sozialistengesetze 1878–1890
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Paul Singer
Alwin Gerisch
1890 1892
August Bebel August Bebel
Paul Singer
1892 1911
August BebelHugo Haase August Bebel
Hugo Haase
1911 1913
Friedrich EbertHugo Haase Friedrich Ebert
Hugo Haase
1913 1916 Haase spaltete sich 1916 mit USPD ab
Friedrich Ebert Friedrich Ebert 1916 1917
Friedrich EbertPhilipp Scheidemann Friedrich Ebert
Philipp Scheidemann
1917 1919
Hermann MüllerOtto Wels Hermann Müller
Otto Wels
1919 1922
Hermann MüllerOtto WelsArthur Crispien Hermann Müller
Otto Wels
Arthur Crispien
1922 1928 Crispien wurde im September als Vertreter der rückkehrenden USPD-Mitglieder nachgewählt.
Otto WelsArthur Crispien Otto Wels
Arthur Crispien
1928 1931
Otto WelsArthur CrispienHans Vogel Otto Wels
Arthur Crispien
Hans Vogel
1931 1933
Vorsitzende im Exil 1933–1945
Otto WelsHans Vogel Otto Wels
Hans Vogel
1933 1939
Hans Vogel Hans Vogel 1939 1945
Nachkriegszeit
Otto Grotewohl Otto Grotewohl 1945 1946 Vorsitzender eines Zentralkomitees, beanspruchte deutschlandweite Autorität, Vorsitzender der SPD in der sowjetischen Besatzungszone, betrieb 1946 die Vereinigung mit der KPD zur SED
Kurt Schumacher Kurt Schumacher 1945 1946 Vorsitzender der SPD in der britischen Besatzungszone widersetzte sich Grotewohls Ansprüchen und betrieb die Gründung der SPD in den Westzonen.
Vorsitzende der SPD in Westdeutschland 1946–1990
Kurt Schumacher Kurt Schumacher 11. Mai 1946 20. August 1952
Erich Ollenhauer Erich Ollenhauer 27. September 1952 14. Dezember 1963
Willy Brandt Willy Brandt 16. Februar 1964 14. Juni 1987
Hans-Jochen Vogel Hans-Jochen Vogel 14. Juni 1987 26. September 1990 Vereinigung mit der ostdeutschen SDP/SPD am 27. September 1990
Vorsitzende der wiedergegründeten SDP/SPD in der DDR 1989–1990
Stephan Hilsberg Stephan Hilsberg 7. Oktober 1989 23. Februar 1990 Erster Sprecher der SDP, ab dem 13. Januar 1990 der SPD
Ibrahim Böhme Ibrahim Böhme 23. Februar 1990 1. April 1990 Vorsitzender der SPD in der DDR
Markus Meckel Markus Meckel
(Interimsvorsitzender)
8. April 1990 9. Juni 1990
Wolfgang Thierse Wolfgang Thierse 9. Juni 1990 26. September 1990 Vereinigung mit der westdeutschen SPD am 27. September 1990

-

Vorsitzende der SPD (seit 1990)
Hans-Jochen Vogel Hans-Jochen Vogel 27. September 1990 29. Mai 1991
Björn Engholm Björn Engholm 29. Mai 1991 3. Mai 1993
Johannes Rau Johannes Rau
(kommissarisch)
3. Mai 1993 25. Juni 1993
Rudolf Scharping Rudolf Scharping 25. Juni 1993 16. November 1995
Oskar Lafontaine Oskar Lafontaine 16. November 1995 12. März 1999 gewinnt Kampfkandidatur gegen Rudolf Scharping
Gerhard Schröder Gerhard Schröder 12. März 1999 21. März 2004
Franz Müntefering Franz Müntefering 21. März 2004 15. November 2005
Matthias Platzeck Matthias Platzeck 15. November 2005 10. April 2006
Kurt Beck Kurt Beck 10. April 2006 7. September 2008
Frank-Walter Steinmeier Frank-Walter Steinmeier
(kommissarisch)
7. September 2008 18. Oktober 2008
Franz Müntefering Franz Müntefering 18. Oktober 2008 13. November 2009
Sigmar Gabriel Sigmar Gabriel 13. November 2009 amtierend

Ehrenvorsitzender

Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Willy Brandt Willy Brandt 14. Juni 1987 † 8. Oktober 1992

Generalsekretäre und Bundesgeschäftsführer

Bundesgeschäftsführer
Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Hans-Jürgen Wischnewski Hans-Jürgen Wischnewski 02.10.1968 18.12.1971
Holger Börner Holger Börner 24.01.1972 12.10.1976
Egon Bahr Egon Bahr 15.12.1976 23.12.1981
Peter Glotz Peter Glotz 23.02.1981 14.06.1987
Anke Fuchs Anke Fuchs 15.06.1987 30.05.1991
Ohne Foto Karlheinz Blessing 30.05.1991 15.08.1993
Günter Verheugen Günter Verheugen 15.08.1993 29.09.1995
Franz Müntefering Franz Müntefering 16.10.1995 02.11.1998
Ottmar Schreiner Ottmar Schreiner 02.11.1998 06.09.1999
Franz Müntefering Franz Müntefering
(kommissarisch)
06.09.1999 13.12.1999
Generalsekretäre Bundesgeschäftsführer
Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Franz Müntefering Franz Müntefering 07.12.1999 20.10.2002 Matthias Machnig Matthias Machnig 13.12.1999 31.12.2002
Olaf Scholz Olaf Scholz 20.10.2002 21.03.2004 Ohne Foto Franz-Josef Lersch-Mense 01.01.2003 21.03.2004
Klaus Uwe Benneter Klaus Uwe Benneter 21.03.2004 15.11.2005 Karl-Josef Wasserhövel Karl-Josef Wasserhövel 21.03.2004 16.11.2005
Hubertus Heil Hubertus Heil 15.11.2005 13.11.2009 Ohne Foto Martin Gorholt 16.11.2005 15.09.2008
Karl-Josef Wasserhövel Karl-Josef Wasserhövel 16.09.2008 15.11.2009
Andrea Nahles Andrea Nahles 13.11.2009 26.01.2014 Astrid Klug Astrid Klug 15.11.2009 01.06.2012
Ohne Foto Yasmin Fahimi 26.01.2014 amtierend

Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion

SPD-Politiker in deutschen Staatsämtern

Staatsoberhäupter

Die nachfolgenden SPD-Politiker waren Staatsoberhaupt Deutschlands:

Regierungschefs

Die nachfolgenden SPD-Politiker waren Regierungschefs Deutschlands:

Stellvertretende Regierungschefs (Vizekanzler)

Parlamentspräsidenten

Der Bundestags- bzw. Reichstagspräsident wird in Deutschland traditionell von der stärksten Fraktion im Parlament gestellt.

Präsidenten des Europäischen Parlaments

Die nachfolgenden Politiker waren als Präsidenten des Europäischen Parlaments Mitglied der SPD.[75]

Weitere prominente Mitglieder

Parteitage

Vereinstage des Verbandes Deutscher Arbeitervereine

Nr. Datum Ort
1. 7./8. Juni 1863 Frankfurt am Main
2. 23./24. Oktober 1864 Leipzig
3. 3.–5. September 1865 Stuttgart
4. 6./7. Oktober 1867 Gera
5. 5.–7. September 1868 Nürnberg

Generalversammlungen des ADAV

Nr. Datum Ort
1. 23. Mai 1863 Leipzig
2. 27.–30. Dezember 1864 Düsseldorf
3. 30. November/1. Dezember 1865 Frankfurt am Main
4. 17. Juni 1866 Leipzig
5. 27. Dezember 1866 Erfurt
6. 19./20. Mai 1867 Braunschweig
7. 22. November 1867 Berlin
8. 22.–26. August 1868 Hamburg
9. 28. März – 1. April 1869 Elberfeld/Barmen (heute Wuppertal)
10. 5.–10. Januar 1870 Berlin
11. 18.–25. Mai 1871 Berlin
12. 22.–25. Mai 1872 Berlin
13. 18.–24. Mai 1873 Berlin
14. 26. Mai – 5. Juni 1874 Hannover

Kongresse der SDAP

Nr. Datum Ort
1. 7.–9. August 1869 Eisenach
2. 4.–7. Juni 1870 Stuttgart
3. 12.–15. August 1871 Dresden
4. 7.–11. September 1872 Mainz
5. 23.–27. August 1873 Eisenach
6. 18.–21. Juli 1874 Coburg

Kongresse der SAP

Nr. Datum Ort
1. 22.–25. Mai 1875 Gotha
2. 19.–23. August 1876 Gotha
3. 27.–29. Mai 1877 Gotha
4. 20.–23. August 1880 Wyden (Schweiz)
5. 29. März – 2. April 1883 Kopenhagen (Dänemark)
6. 2.–6. Oktober 1887 St. Gallen (Schweiz)

Reichsparteitage der SPD: 1890 bis 1933

Nr. Datum Ort
1. 12.–18. Oktober 1890 Halle an der Saale
2. 14.–21. Oktober 1891 Erfurt
(Erfurter Programm)
3. 14.–21. November 1892 Berlin
4. 22.–28. Oktober 1893 Köln
5. 21.–27. Oktober 1894 Frankfurt am Main
6. 6.–12. Oktober 1895 Breslau
7. 11.–16. Oktober 1896 Gotha
8. 3.–9. Oktober 1897 Hamburg
9. 3.–8. Oktober 1898 Stuttgart
10. 9.–14. Oktober 1899 Hannover
11. 17.–21. September 1900 Mainz
12. 22.–28. September 1901 Lübeck
13. 14.–20. September 1902 München
14. 13.–20. September 1903 Dresden
15. 18.–24. September 1904 Bremen
16. 17.–23. September 1905 Jena
17. 23.–29. September 1905 Mannheim
18. 15.–21. September 1907 Essen
19. 13.–19. September 1908 Nürnberg
20. 12.–18. September 1909 Leipzig
21. 18.–24. September 1910 Magdeburg
22. 10.–16. September 1911 Jena
23. 15.–21. September 1912 Chemnitz
24. 14.–20. September 1913 Jena
25. 21.–23. September 1916 Berlin (Reichskonferenz)
26. 14.–20. Oktober 1917 Würzburg
27. 10.–15. Juni 1919 Weimar
28. 10.–16. Oktober 1920 Kassel
29. 18.–24. September 1921 Görlitz
(Görlitzer Programm)
30. 17.–23. September 1922 Augsburg
31. 24. September 1922 Nürnberg (Vereinigungsparteitag mit der USPD)
32. 11.–14. Juni 1924 Berlin
33. 13.–18. September 1925 Heidelberg
(Heidelberger Programm)
34. 22.–27. Mai 1927 Kiel
35. 26.–31. Mai 1929 Magdeburg
36. 31. Mai – 5. Juni 1931 Leipzig
(ausgefallen) 12. März 1933
Reichskonferenz 5./6. Oktober 1945 Wennigsen

Reichsparteitage der USPD: 1917 bis 1922

Nr. Datum Ort
0. 6.–8. April 1917 Gotha
außerordentlich 2.–6. März 1919 Berlin
1. 9.–10. September 1919 Berlin
außerordentlich 30. November – 6. Dezember 1919 Leipzig
2. 1.–3. September 1920 Berlin
außerordentlich 12.–17. Oktober 1920 Halle an der Saale
3. 8.–12. Januar 1922 Leipzig
4. 22. Februar 1922 Berlin
5. 20.–23. September 1922 Gera

Parteitage der DDR-SPD (bis 13. Januar 1990: SDP)

Nr. Datum Ort
1. 7. Oktober 1989 Schwante
2. 12.–14. Januar 1990 Ost-Berlin
3. 22.–25. Februar 1990 Leipzig
4. 9./10. Juni 1990 Halle an der Saale
5. 26. September 1990 Berlin (Vereinigung mit West-SPD)

Parteitage der SPD: seit 1946

Nr. Datum Ort
1. 8.–11. Mai 1946 Hannover
2. 29. Juni – 2. Juli 1947 Nürnberg
3. 12.–14. September 1948 Düsseldorf
4. 21.–25. Mai 1950 Hamburg
5. 24.–28. September 1952 Dortmund
6. 20.–24. Juli 1954 West-Berlin
7. 10.–14. Juli 1956 München
8. 18.–23. Mai 1958 Stuttgart
außerordentlich 13.–15. November 1959 Bad Godesberg
(Godesberger Programm)
9. 21.–25. November 1960 Hannover
10. 26.–30. Mai 1962 Köln
außerordentlich 15./16. Februar 1964 Bad Godesberg
11. 23.–27. November 1964 Karlsruhe
12. 1.–5. Juni 1966 Dortmund
13. 17.–21. März 1968 Nürnberg
außerordentlich 16.–18. April 1969 Bad Godesberg
14. 11.–14. Mai 1970 Saarbrücken
außerordentlich 18.–20. November 1971 Bonn
15. 17./18. Dezember 1971 Bad Godesberg
außerordentlich 12./13. Oktober 1972 Dortmund
16. 10.–15. April 1973 Hannover
17. 11.–15. November 1975 Mannheim
außerordentlich 18./19. Juni 1976 Dortmund
18. 15.–19. November 1977 Hamburg
außerordentlich 9./10. Dezember 1978 Köln
19. 3.–7. Dezember 1979 West-Berlin
außerordentlich 9./10. Juni 1980 Essen
20. 19.–23. April 1982 München
außerordentlich 21. Januar 1983 Dortmund
außerordentlich 18./19. November 1983 Köln
21. 17.–21. Mai 1984 Essen
22. 25.–29. August 1986 Nürnberg
außerordentlich 25. Oktober 1986 Offenburg
außerordentlich 14. Juni 1987 Bonn
23. 30. August – 2. September 1988 Münster
außerordentlich 18.–20. Dezember 1989 Berlin
außerordentlich 26. September 1990 West-Berlin
24. 27./28. September 1990 West-Berlin (Vereinigungsparteitag)
25. 28.–31. Mai 1991 Bremen
außerordentlich 16./17. November 1992 Bonn
außerordentlich 25. Juni 1993 Essen
26. 16.–19. November 1993 Wiesbaden
außerordentlich 22. Juni 1994 Halle an der Saale
27. 14.–17. November 1995 Mannheim
28. 2.–4. Dezember 1997 Hannover
außerordentlich 17. April 1998 Leipzig
außerordentlich 25. Oktober 1998 Bonn
außerordentlich 12. April 1999 Bonn
29. 7.–9. Dezember 1999 Berlin
30. 19.–22. November 2001 Nürnberg
außerordentlich 2. Juni 2002 Berlin
außerordentlich 20. Oktober 2002 Berlin
außerordentlich 1. Juni 2003 Berlin
31. 17.–19. November 2003 Bochum
außerordentlich 21. März 2004 Berlin
außerordentlich 31. August 2005 Berlin
32. 14.–17. November 2005 Karlsruhe
außerordentlich 14. Mai 2006 Berlin
33. 26.–28. Oktober 2007 Hamburg
außerordentlich 18. Oktober 2008 Berlin
außerordentlich 14. Juni 2009 Berlin
34. 13.–15. November 2009 Dresden
außerordentlich 26. September 2010 Berlin
35. 4.–6. Dezember 2011 Berlin
außerordentlich 9. Dezember 2012 Hannover
außerordentlich 14. April 2013 Augsburg
36. 14.–16. November 2013 Leipzig
außerordentlich 26. Januar 2014 Berlin

Nahestehende Organisationen

Siehe auch

Wichtigste Periodika

  • Vorwärts, 1876 von Wilhelm Liebknecht und anderen gegründet, zunächst Tageszeitung, später Wochenmagazin, heute monatlich erscheinende Mitgliederzeitung der Partei.
  • Die Neue Zeit, 1883–1923, von Karl Kautsky begründete Theoriezeitschrift der Partei, in der Zeit ihres Erscheinens Schauplatz der wichtigsten theoretischen Debatten des Sozialismus und Marxismus (Revisionismusstreit), durch die überragende Bedeutung der SPD in der internationalen Arbeiterbewegung seinerzeit weltweit stark beachtet und viel gelesen.

Literatur

  • Das Archiv der SPD wurde 1969 in das Archiv der sozialen Demokratie integriert.
  • Annekatrin Gebauer: Der Richtungsstreit in der SPD. Universität Koblenz-Landau, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2003, cop. 2005.
  • Stefanie Brill, Holger Müller, Holger Noß (Vorwort): Das SPD-Buch. Organisation, Geschichte und Personen im Überblick. BoD GmbH, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-1331-X.
  • Willy Huhn: Der Etatismus der Sozialdemokratie. Zur Vorgeschichte des Nazifaschismus. ça ira, Freiburg 2003.
  • Ralf Hoffrogge: Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland. Von den Anfängen bis 1914. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 3-89657-655-0.
  • Anja Kruke/Meik Woyke (Hrsg.): Deutsche Sozialdemokratie in Bewegung 1848 – 1863 – 2013, Verlag J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 2012, 2., verbesserte Aufl. 2013, ISBN 978-3-8012-0431-0.
  • Detlef Lehnert: Sozialdemokratie zwischen Protestbewegung und Regierungspartei 1848–1983. Frankfurt 1983, ISBN 3-518-11248-1.
  • Peter Lösche, Franz Walter: Die SPD. Klassenpartei – Volkspartei – Quotenpartei; zur Entwicklung der Sozialdemokratie von Weimar bis zur deutschen Vereinigung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, ISBN 3-534-10994-5.
  • Rosa Luxemburg: Die Krise der Sozialdemokratie. In: diess.: Gesammelte Werke. Band 4, Berlin 1979, S. 49–164.
  • Bettina Munimus: Alternde Volksparteien. Neue Macht der Älteren in CDU und SPD? transcript, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-8376-2211-9.
  • Gero Neugebauer: Die SPD. Im Osten auf neuen Wegen? Zwei Bände, Zentralinstitut für Sozialwissenschaftliche Forschung, Freie Universität Berlin 1994. (Berliner Arbeitshefte und Berichte zur sozialwissenschaftlichen Forschung).
  • Heinrich Potthoff, Susanne Miller: Kleine Geschichte der SPD 1848–2002. Dietz, Bonn, ISBN 3-8012-0320-4.
  • Sebastian Prüfer: Sozialismus statt Religion. Die deutsche Sozialdemokratie vor der religiösen Frage 1863–1890. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, ISBN 3-525-35166-6.
  • Carl E. Schorske: Die Große Spaltung. Die deutsche Sozialdemokratie von 1905–1917. Aus dem Amerikanischen, Harvard University Press, 1955, von Harry Maor, mit einem Vorwort zur Deutschen Erstausgabe, Verlag Olle & Wolter, Berlin 1981, ISBN 3-88395-407-1.[76]
  • Wolfgang Thierse zusammen mit Manfred Bissinger: Was würde Bebel dazu sagen? Zur aktuellen Lage der Sozialdemokratie, Steidl Verlag, Göttingen 2013, ISBN 978-3-86930-670-4.
  • Hendrik Träger: Die Oppositionspartei SPD im Bundesrat. Eine Fallstudienanalyse zur parteipolitischen Nutzung des Bundesrates durch die SPD in den 1950er-Jahren und ein Vergleich mit der Situation in den 1990er-Jahren. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main [u. a.] 2008, ISBN 978-3-631-57288-7.
  • Franz Walter: Abschied von der Toskana. Die SPD in der Ära Schröder. VS Verlag, Wiesbaden ²2005, ISBN 978-3-531-34268-9.
  • Franz Walter: Die SPD. Alexander Fest Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-8286-0173-1. (Überarbeitete und erweiterte Taschenbuchausgabe: Rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-62461-2.)
  • Franz Walter: Vorwärts oder abwärts? Zur Transformation der Sozialdemokratie. Suhrkamp Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-518-12622-6.
  • Elke und Wolfgang Leonhard: Die linke Versuchung. Wohin steuert die SPD? be.bra, Berlin 2009, ISBN 978-3-86124-633-6.

Weblinks

 Commons: Sozialdemokratische Partei Deutschlands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Sozialdemokratie – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Alternative für Deutschland wächst rasant. Handelsblatt GmbH, 7. Oktober 2014, abgerufen am 7. Oktober 2014.
  2. Corporate Design Manual der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, März 2012
  3. Gesamtübersicht Festsetzung der staatlichen Teilfinanzierung für das Jahr 2013 gemäß §§ 18 ff. PartG. Stand: 21. Februar 2014 (PDF; 129 kB).
  4. Oskar Niedermayer: Parteimitglieder in Deutschland: Version 2013, Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer-Zentrum, Nr. 20; online abrufbar hier (docx; 4,10MB)
  5. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-06/cdu-parteireform/seite-2
  6. Einführung Grundsatzprogramm
  7. Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Version vom 17. November 2008 im Internet Archive) Volltext des aBerliner Programms (PDF)
  8. Hintergrund: SPD-Vorstand komplett – Beisitzer gewählt Süddeutsche Zeitung, 15. November 2013, abgerufen am 19. November 2013
  9. Übersicht der Vorstandsmitglieder, Satzung und Programm der SPD (PDF; 2,0 MB)
  10. http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/42228/mitgliederverteilung-nach-bundeslaendern
  11. Landtagswahlen in Deutschland auf www.election.de
  12. Wahlergebnisse bei www.wahlrecht.de
  13. [1]
  14. Landeswahlleiterin
  15. Politische Datenbank
  16. Politische Datenbank
  17. Geschäftsbericht 2008 (PDF)
  18. Offizielle Webseite der ddvg GmbH
  19. Webseite der Konzentration GmbH
  20. Webseite der Konzentration GmbH
  21. Parteien verlieren Zustimmung, RP Online vom 1. Juni 2011.
  22. Bundeszentrale für politische Bildung: SPD – Mitgliederzusammensetzung, abgerufen am 5. November 2012
  23. Mitgliederzahl 1990–2008 um 400.000 gesunken („Parteienserie: SPD in der Dauerkrise“, Tagesschau.de), 4. Februar 2009 (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[2] [3] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  24. a b c d e f g h i Fakten bitte: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (Version vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)
  25. Unvereinbarkeitsbeschluss Burschenschaften und SPD
  26. Unvereinbarkeit mit Parteibuch: SPD grenzt sich von ultrarechten Burschenschaftern ab in Spiegel Online Unispiegel, abgerufen 25. Juli 2014
  27. Beschluss des Parteivorstandes
  28. Gerd Hohorst, Jürgen Kocka und Gerhard A. Richter: Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch II: Materialien zur Statistik des Kaiserreichs 1870–1914. München, 1978. S. 173–175.
  29. Klaus Gietinger, Karl Heinz Roth: Die Verantwortung der Mehrheitssozialdemokratie für die Morde der deutschen Gegenrevolution im Jahr 1919. Eine Dokumentation. Teil I: Symbiose mit der Reaktion (junge Welt, 15. Dezember 2007); Teil II: „… sofort an die Mauer“; (junge Welt, 17. Dezember 2007).
  30. D. Petzina, W. Abelshauser, A. Faust: Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch III: Materialien zur Statistik des Deutschen Reiches 1914–1945. München, 1978. S. 174.
  31. Text der Verordnung zur Sicherung der Staatsführung vom 7. Juli 1933 im Reichsgesetzblatt in retrodigitalisierter Form bei ALEX
  32. Text des Gesetzes gegen die Neubildung von Parteien bei verfassungen.de
  33. Siegfried Heimann: Gegen die Partei von Stalins Gnaden. In: Vorwärts 05/2011, S. 32.
  34. Walter 2009, S. 294.
  35. Vgl. Siegfried Heimann: Ostberliner Sozialdemokraten in den frühen fünfziger Jahren (online)
  36. Henning Köhler: Deutschland auf dem Weg zu sich selbst. Eine Jahrhundertgeschichte. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2002, S. 628–632; vgl. Manfred Görtemaker: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Von der Gründung bis zur Gegenwart. C.H. Beck, München 1999, S. 592–596.
  37. Joachim Scholtyseck: Die FDP in der Wende, Historisch-Politische Mitteilungen. Band 19, Heft 1, January 2013, S. 197–220, besonders S. 201f. ISSN (Online) 2194-4040, ISSN (Print) 0943-691X online pdf
  38.  Dirk Koch, Klaus Wirtgen, Werner Funk: Eine eminente Fehlentscheidung. Spiegel-Gespräch mit SPD-Kanzlerkandidat Lafontaine über die Währungs- und Wirtschaftsunion mit der DDR. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1990, S. 26-29 (28. Mai 1990, online).
  39.  Helmut Kohl: Fernsehansprache von Bundeskanzler Kohl anlässlich des Inkrafttretens der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, 1. Juli 1990. In: Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung. Nr. 86, 3. Juli 1990, S. 741 f. (helmut-kohl.de, abgerufen am September 2010).
  40. Brigitte Beier: Die Chronik der Deutschen. wissenmedia Verlag, 2007, S. 450
  41. Vgl. die Zusammenfassung der Medienberichterstattung in: Christian Chmel, Die deutschlandpolitischen Positionen von Helmut Kohl und Oskar Lafontaine im Bundestagswahlkampf 1990: Chronologie und Analyse, Grin Akademische Schriftenreihe, 2008, S. 93.
  42. Richard Schröder: Die wichtigsten Irrtümer über die deutsche Einheit. Freiburg im Breisgau 2007, S. 115.
  43. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen, Deutsche Geschichte, vom «dritten Reich» bis zur Wiedervereinigung, Band II. 7. Auflage, München 2010, ISBN 978-3-406-49524-3, S. 527, 528.
  44. Am Sonntag stimmen die Mitglieder der SPD über ihren künftigen Vorsitzenden ab DIE ZEIT, 11. Juni 1993 Nr. 24
  45. Sieger mit 40 Prozent. Die SPD und ihr künftiger Vorsitzender Rudolf Scharping feiern die direkte Parteidemokratie. aus zeit.de Nr. 25/1993
  46. Reformen für Deutschland: das Regierungsprogramm der SPD – [Electronic ed.], Bonn 1994 (PDF; 2,7 MB)
  47. Wahl zum 15. Deutschen Bundestag am 22. September 2002
  48. Meldung auf tagesschau.de (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[4] [5] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung abgerufen am 7. September 2008
  49. Steinmeier zieht ohne Stars in den Wahlkampf, Spiegel online am 30. Juli 2009
  50. Özoguz neue SPD-Vize – Traumergebnis für Kraft, merkur-online.de am 5. Dezember 2011
  51. Steinmeier neuer Fraktionschef: Gut 88 Prozent, merkur-online.de am 29. September 2009
  52. Rot-Grün wird weiblich, auf n-tv.de
  53. SPD stirbt langsamer, sueddeutsche.de am 10. Juli 2012
  54. Nach Nominierung: Steinbrück greift an, merkur-online.de am 1. Oktober 2012
  55. Steinbrück einstimmig zum Kanzlerkandidaten nominiert, zeit.de am 1. Oktober 2012
  56. Steinbrück will Kanzler mit Rot-Grün werden (Version vom 30. September 2012 im Internet Archive), ftd.de am 29. September 2012
  57. Steinbrück wirbt um Parteilinke, badische-zeitung.de am 30. September 2012
  58. Steinbrück mit 93 Prozent zum Kanzlerkandidaten gewählt spiegel.de am 9. Dezember 2012
  59. http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/ergebnisse/bundesergebnisse/
  60. http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/3627878/gabriels-forderungen-fuer-eine-grosse-koalition.html
  61. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article121988376/Die-Angst-des-Parteichefs-vor-Genosse-Eigensinn.html
  62. http://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/SPD-Mitglieder-haben-keine-Wahl-article11742231.html
  63. Schwarz-rote Bundesregierung: Bürger sind unzufrieden mit GroKo-Start Spiegel 12. Januar 2014
  64. Ergebnisse der Bundestagswahlen
  65. Bundestagswahl am 22. September 2013 (Vorläufiges Ergebnis), wahlrecht.de
  66. Ergebnisse der Europawahlen
  67. Ergebnisse der Europawahlen in Deutschland (PDF)
  68. Aufruf der deutschen Sozialdemokraten zur Europawahl (30. April 1979) (PDF; 52 kB)
  69. Rede der Spitzenkandidatin der SPD für die Europawahl 1984. Katharina Focke, Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
  70. Pressemitteilungen der SPD: 1958–1998, Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung
  71. Martin Schulz als Spitzenkandidat der SPD, auf focus.de
  72. [6]
  73. a b Martin Mertens: Wählerschaft und Mitglieder. bpb.de, 22. Februar 2010, abgerufen am 21. Juli 2014
  74. Die CDU regiert in keiner Großstadt mehr, FAZ.net vom 16. Juni 2014, abgerufen am 21. Juli 2014
  75. rulers.org: Presidents of the Parliamentary Assembly (from 30 Mar 1962, European Parliament)
  76. Diskutiert, rezensiert vom SPD- und SI-Vorsitzenden Willy Brandt (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 29. August 1982, Fernleihe, teils abgedruckt in Band 5 der Werkausgabe, Berliner Ausgabe, Die Partei der Freiheit. Willy Brandt und die SPD 1972–1992. Hrsgg. von der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, Dietz Verlag, Bonn 2002, ISBN 3-8012-0305-0).