Julia Palmer-Stoll

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Julia Palmer-Stoll (* 15. Januar 1984 in München; † 9. Juni 2005 in Murnau am Staffelsee) war eine deutsche Schauspielerin.

Biografie[Bearbeiten]

Die Tochter der Schauspielerin Alisa Palmer und des ehemaligen Münchner Szene-Gastronoms Klaus-Dieter Stoll gab ihr Fernsehdebüt bereits im Alter von zwölf Jahren im Tatort – Das Mädchen mit der Puppe. Es folgten zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen, u. a. Der Bulle von Tölz, Hallo, Robbie!, Klinikum Berlin-Mitte, Im Namen des Gesetzes, Natalie III – Babystrich online und Kompass der Liebe. Sie spielte außerdem in der ARD-Vorabendserie Marienhof die Krankenschwester Simone.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Julia Palmer-Stoll erst durch ihren Unfalltod bekannt. Sie wurde am 8. Juni 2005 gegen 22:30 Uhr in Dachau auf dem Weg nach München von einem Fahrzeug erfasst und 30 Meter weit mitgeschleift, als sie einen Igel von der Straße retten wollte. Sie erlag am folgenden Nachmittag um 13:10 Uhr in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau ihren schweren Verletzungen.

Nach der zunächst bekannt gewordenen Unfallversion habe Julia Palmer-Stoll ihr Fahrzeug mit eingeschaltetem Fernlicht abgestellt, ohne die Handbremse zu ziehen oder den Gang einzulegen. Sie sei dann in dem Augenblick, in dem sie in die Hocke ging und den auf der Fahrbahn befindlichen Igel aufheben wollte, von einem entgegenkommenden Auto erfasst worden. Dessen Fahrer sei durch das Fernlicht ihres Autos geblendet gewesen und habe die dunkel gekleidete Schauspielerin daher nicht gesehen. Ihr Auto sei dann über die Gegenfahrbahn in den Graben gerollt.

Die weiteren unfallanalytische Untersuchungen ergaben, dass der Mann mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Kilometern pro Stunde unterwegs war, er raste also nicht. Seine Aussage, er sei von den Scheinwerfern des abgestellten Renault der jungen Frau geblendet worden, wurde durch ein Gutachten widerlegt; an den lichttechnischen Ausführungen des durch die Staatsanwaltschaft eingeholten Gutachtens bestehen jedoch starke Zweifel. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hätte er den Unfall durch Abbremsen vermeiden können. Entsprechend hat der leitende Oberstaatsanwalt Ende Dezember 2005 beim Amtsgericht Dachau den Antrag gestellt, gegen den Unfall-Fahrer einen Strafbefehl über 150 Tagessätze zu je 50 Euro zu erlassen. Einen zunächst durch den Fahrer eingelegten Einspruch hat dieser kurz vor dem Termin der mündlichen Verhandlung so weit eingeschränkt, dass ein Urteil im schriftlichen Verfahren ergehen kann. Über den Inhalt dieses Urteils ist bis heute nichts bekannt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]