Julius Korngold

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Leopold Julius Korngold (zusammen mit seinem Sohn Erich Wolfgang Korngold auch unter dem Pseudonym Paul Schott; * 24. Dezember 1860 in Brünn/Mähren; † 25. September 1945 in Los Angeles) war ein österreichischer Musikkritiker, Pianist und Anwalt.

Leben[Bearbeiten]

Korngold wurde als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Von 1881 bis 1887 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien und promovierte dort zum Doktor der Rechte (Dr. jur.). Daneben studierte er am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde unter Franz Krenn und Anton Bruckner Musiktheorie und Harmonielehre. Nach seiner Rückkehr nach Brünn absolvierte Korngold sein Rechtspraktikum. Gleichzeitig arbeitete er als Musikkritiker beim Tagesboten in Brünn. Aus seiner Ehe mit Josefine Witrofski gingen zwei Söhne hervor, der Musiker Hans Robert Korngold (1892–1965) und der Pianist, Komponist und Dirigent Erich Wolfgang Korngold (1897–1957), mit dem Julius Korngold gemeinsame Werke unter dem Pseudonym Paul Schott veröffentlichte. 1901 ließ sich die Familie wieder in Wien nieder. 1902 wurde er auf Johannes Brahms' Empfehlung an die Neue Freie Presse berufen, der er zuerst als Redakteur des Feuilletons, ab 1904 bis 1934 als Musikreferent angehörte. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich flüchtete die Familie in die USA, wohin sein Sohn bereits 1936 emigriert war.

Im Jahr 1955 wurde in Wien Penzing (14. Bezirk) die Korngoldgasse nach ihm benannt.

Eigenständige Werke[Bearbeiten]

Libretti
  • Der Ring des Polykrates (anonym; zusammen mit Leo Feld). Heitere Oper in einem Akt frei nach dem gleichnamigen Lustspiel des Heinrich Teweles. Musik: Erich Wolfgang Korngold. Mainz–Leipzig: Schott [1915], 40 S. UA 1916
  • Die tote Stadt (zusammen mit Erich Wolfgang Korngold, unter dem gemeinsamen Pseudonym Paul Schott). Oper in drei Bildern. Opus 12. Frei nach G[eorges] Rodenbach »Das Trugbild« (»Bruges la morte«). Musik von Erich Wolfgang Korngold. Mainz: Schott’s Söhne 1920, 60 S. Textbuch. Uraufführung: Hamburg und Köln, am 4. Dezember 1920.
Kritik, Essays, Erinnerungen
  • Deutsches Opernschaffen der Gegenwart. Kritische Aufsätze. Leipzig–Wien: Leonhardt 1921, VII, 376 S.
  • Die romanische Oper der Gegenwart. Kritische Aufsätze. Wien–Leipzig–München: Rikola 1922, XII, 241 S.
  • Atonale Götzendämmerung. Kritische Beiträge zur Geschichte der Neumusik-ismen. Wien: Doblinger 1937, 287 S.
  • Die Korngolds in Wien. Der Musikkritiker und das Wunderkind. Aufzeichnungen von Julius Korngold. Zürich–St. Gallen: M & T Verlag 1991 (= Edition Musik und Theater.), 401 S.

Literatur[Bearbeiten]

Band 3, S. 515

Weblinks[Bearbeiten]