Jungägyptische Partei

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حزب مصر الفتاة
Jungägyptische Partei
Partei­vorsitzender Mr. Abdul Hakim Abdul Majid Khalil
Gründung Oktober 1933 (und 12. Oktober 1989)
Auflösung September 2012 in der Konferenzpartei
Haupt­sitz Kairo
Aus­richtung Islamischer Sozialismus, Sozialismus, Liberale Demokratie
Farbe(n) Grau
Mitglieder­zahl 225

Die Jungägyptische Partei (arabisch ‏حزب مصر الفتاة‎ Hizb Misr El-Fatah, ehemals auch Nationalsozialistische Arabische Partei) war eine ägyptische politische Partei mit etwa 225 Parteimitgliedern. Sie war ursprünglich faschistisch ausgerichtet und vertrat später islamisch-nationalistische Positionen. 2012 ging sie in der Konferenzpartei auf.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Jungägyptische Partei wurde im Oktober 1933 als eine „radikale nationalistische“ Partei mit „religiösen Elementen“ von ihrem Anführer Ahmed Husayn gegründet. Das Ziel der Partei war es, Ägypten zu einem aus Ägypten und dem Sudan bestehenden „Reich“ zu machen, welches sich mit anderen arabischen Ländern verbündet und als „Führer des Islam“ dient. Es war gleichzeitig auch eine militaristische Organisation, dessen jungen Mitglieder in einer paramilitärischen Bewegung organisiert waren, die Grünhemden genannt wurden. Gegründet zur gleichen Zeit wie viele anderen faschistischen Organisationen, bewunderte die Jungägyptische Partei doch offen die Errungenschaften des Deutschen Reiches unter der nationalsozialistischen Herrschaft, dem Gegner der ägyptischen Besatzungsmacht Großbritannien. Als Deutschlands Macht wuchs, verstärkte sich auch der anti-britische Ton der Jungägyptischen Partei.[1]

Während ihrer Höhezeit in den 1930er Jahren hatten die Grünhemden einige gewalttätige Konfrontationen mit den Blauhemden der nationalliberalen Wafd-Partei.[2] Ein Mitglied verübte sogar einen Anschlag auf Mustafa el-Nahhas Pascha in November 1937. Unter dem Druck der Regierung wurden die Grünhemden im Jahre 1938 verboten. Die Gruppe wurde daraufhin im Jahre 1940 in die Nationalistische Islamische Partei umbenannt, als es eine religiösere und anti-britischere Haltung einnahm. Nach dem Zweiten Krieg wurde sie wieder umbenannt, nun als die Sozialistische Partei Ägyptens. Die Gruppierung konnte sogar Wahlerfolge verbuchen, als sie ihren Vizepräsidenten Ibrahim Schukri im Jahre 1951 ins ägyptische Parlament entsandten. Allerdings wurde die Bewegung im Jahre 1953, nach der Ägyptischen Revolution von 1952, zusammen mit allen anderen Parteien verboten.

Als die Parteien in Ägypten wieder zugelassen wurden, formierte Ibrahim Schukri eine Gruppe, die Sozialistische Arbeitspartei von 1978, welche trotz ihres Namens die politischen Inhalte aus der populistischen und nationalistischen Ideologie der Jungägyptischen Partei bezog. Ihr Parteiorgan war die „Al-Sha’ab“ (Das Volk).

Eine andere Jungägyptische Parteigruppe, welche den ursprünglichen Namen beibehielt, wurde im Jahre 1990 wiedergegründet. Sie wird von Abdallah Rushdi geführt.[2] Bei den Parlamentswahlen in Ägypten 2000 schickte die Jungägyptische Partei sieben Kandidaten für die Mandatssitze in der Volksversammlung ins Rennen.

Positionen[Bearbeiten]

Die heutige Parteiplattform rief auf zur:

Literatur[Bearbeiten]

  • Renzo De Felice, Il fascismo e l'Oriente. Arabi, ebrei e indiani nella politica di Mussolini, Il Mulino, Bologna, 1988
  • Andrea Vento, In silenzio gioite e soffrite. Storia dei servizi segreti italiani dal Risorgimento alla guerra fredda, Il Saggiatore, Milano, 2010
  • Political Parties of the Middle East and North Africa Ed. Frank Tachau; Greenwood Press: Westport Connecticut, 1994

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. THE ERA OF LIBERAL CONSTITUTIONALISM AND PARTY POLITICS
  2. a b Bernard Lewis: Semites and anti-Semites: an inquiry into conflict and prejudice. W. W. Norton & Company, 1999, ISBN 9780393318395.