KATRIN
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Das Karlsruhe Tritium Neutrino Experiment (KATRIN) hat die direkte Bestimmung der Elektron-Neutrinomasse zum Ziel. Derzeit befindet sich das Experiment am Forschungszentrum Karlsruhe in der Aufbauphase und soll ab 2009 in Betrieb gehen.
KATRIN vermisst zur Bestimmung der Neutrinomasse das Betaspektrum des Zerfalls von radioaktivem Tritium im Bereich des Endpunktes und ist für eine Sensitivität von 0,2 eV ausgelegt. Damit wird KATRIN bisherige Experimente in Mainz und Troizk (Moskau) um eine Größenordnung übertreffen, welche auf der gleichen Methode basieren und für die Elektron-Neutrinomasse eine Obergrenze von ca. 2 eV lieferten.
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[Bearbeiten] Motivation
Im gut etablierten Standardmodell der Elementarteilchenphysik sind Neutrinos zunächst masselos. Die genaue Kenntnis der Neutrinomasse ist erforderlich, um zwischen den vielen unterschiedlichen Modellen zu unterscheiden, mit welchen versucht wird, den Neutrinos über das bisherige Standardmodell hinausgehend eine Masse zu verleihen. Außerdem will man mit KATRIN herausfinden, in welchem Ausmaß Neutrinos als „heiße dunkle Materie“ (HDM) zur Entstehung großskaliger Strukturen im Universum beigetragen haben.
[Bearbeiten] Sonstiges
Der 200 t schwere, 24 m lange Vakuumtank mit einem Durchmesser von 10 m für das KATRIN-Hauptspektrometer wurde von der MAN DWE GmbH in Deggendorf bei Regensburg hergestellt, das Experiment wird jedoch im Forschungszentrum Karlsruhe aufgebaut. Der Tank war allerdings zu groß, um über Autobahnen transportiert werden zu können, daher wurde er über die Donau, durch das Schwarze Meer, das Mittelmeer, den Atlantik, den Ärmelkanal, die Nordsee und über den Rhein nach Leopoldshafen bei Karlsruhe per Schiff und schließlich am 25. November 2006 auf den letzten 6,8 km per Tieflader-Schwertransport in viereinhalb Stunden durch Leopoldshafen zum Forschungszentrum gebracht. Dieser Umweg betrug ca. 8600 km gegenüber der kürzesten Route mit 400 km auf dem Landweg.

