Deggendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Deggendorf
Deggendorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Deggendorf hervorgehoben
48.83527777777812.964444444444314Koordinaten: 48° 50′ N, 12° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 314 m ü. NHN
Fläche: 77,21 km²
Einwohner: 31.699 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 411 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94469
Vorwahl: 0991
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 119
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Franz-Josef-Strauß-Str. 3
94469 Deggendorf
Webpräsenz: www.deggendorf.de
Oberbürgermeister: Christian Moser (CSU)
Lage der Stadt Deggendorf im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Passau Landkreis Regen Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-Bogen Aholming Auerbach (Landkreis Deggendorf) Außernzell Bernried (Niederbayern) Buchhofen Deggendorf Grafling Grattersdorf Hengersberg Hunding (Niederbayern) Iggensbach Künzing Lalling Metten Moos (Niederbayern) Niederalteich Oberpöring Offenberg Osterhofen Otzing Plattling Schaufling Schöllnach Stephansposching Wallerfing Winzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild

Deggendorf ist eine Große Kreisstadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf. Die Hochschulstadt wird aufgrund ihrer Lage im Donautal, in der Nähe der Mündung der Isar, am Fuße der Berge des bayerischen Waldes auch als „Tor zum Bayerischen Wald“ bezeichnet und rühmt sich, auf der „Sonnenseite des Waldes“ zu liegen. In Deggendorf findet 2014 die Bayerische Landesgartenschau statt.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Gemeindeteile sind:[2]
Aletsberg, Baumgarten, Breitenbach, Breitenberg, Bruck, Bruckhof, Bucha, Burgstall, Deggenau, Deggendorf, Eiberg, Eichberg, Einkind, Elmering, Fischerdorf, Frohnreut, Gailberg, Görgen, Goldberg, Graben, Greising, Greisingerhochwald, Grillenberg, Grimming, Großfilling, Großwalding, Gschnaidt, Hackermühle, Haidhäusl, Haidhof, Hain, Halbmeile, Haslach, Helming, Hintertausch, Hochreut, Hochstraß, Hofstetten, Hub, Irlmoos, Itzling, Kleineichberg, Kleinfilling, Kleinwalding, Klotzing, Kobelsberg, Kohlberg, Kohlhof, Konseehof, Kreut, Krösbach, Ledersberg, Lehmberg (PLZ 94526), Leoprechtstein, Mainkofen, Marienthal, Maxhofen, Mettenufer, Mietraching, Mietzing, Mühlberg, Natternberg, Nest, Neumühle, Niederkandelbach, Oberdippling, Oberdorf, Oberer Mühlbogen, Oberfrohnreut, Oberglasschleife, Obergrub, Oberkandelbach, Oberperlasberg, Parst, Paußing, Pumpenberg, Reinprechting, Rettenbach, Ringelswies, Sandweg, Schalterbach, Scheidham, Schellenberg, Scheuering, Schleiberg, Schluttenhof, Schwemmberg, Seebach, Simmling, Stauffendorf, Steinriesl, Tattenberg, Thanhof, Thannberg, Ucking, Ufersbach, Unterdippling, Untergrub, Vordertausch, Waldschaid, Weiher, Weinberg und Zwieslerbruck.

  • Deggenau wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gemeindegebietsreform eingemeindet und liegt im Südosten der Stadt am linken Donauufer.
  • Fischerdorf ist am rechten Donauufer gelegen und wird von der alten Bundesstraße 11 durchlaufen. Mit dem Stadtzentrum Deggendorfs ist Fischerdorf durch die 1999 neu erbaute Maximiliansbrücke, die die alte Brücke aus den 1920er Jahren ersetzt, verbunden.

Klima[Bearbeiten]

Durch ihre Lage in Mitteleuropa befindet sich die Stadt Deggendorf in der warmgemäßigten Klimazone mit Winterhärte 6-7. Dabei liegt die Stadt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima.

Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1 4 9 14 20 22 24 24 19 13 6 2 Ø 13,2
Min. Temperatur (°C) −4 −3 0 4 8 11 13 13 9 5 1 −2 Ø 4,6
Niederschlag (mm) 44,8 45,8 54,4 38,2 71,8 72,8 81,8 63,6 65,1 54,0 55,3 48,0 Σ 695,6
T
e
m
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1
−4
4
−3
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0
14
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24
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9
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1
2
−2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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44,8
45,8
54,4
38,2
71,8
72,8
81,8
63,6
65,1
54,0
55,3
48,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bevölkerung[Bearbeiten]

Aus den Volkszählungen ergibt sich auf das Stadtgebiet bezogen folgende Einwohnerentwicklung:[3]

Datum Einwohner
01.12.1840 7.612
01.12.1871 9.726
01.12.1900 11.922
16.06.1925 14.125
17.05.1939 17.606
13.09.1950 23.555
06.06.1961 24.755
27.05.1970 27.892
25.05.1987 28 560
31.12.2012[4] 31.699

Laut der Stadt Deggendorf sind 64,6 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch, 13,8 Prozent sind evangelisch und 21,6 Prozent gehören einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an. Deggendorf hat einen Ausländeranteil von 7,3 Prozent (1. Januar 2013).[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Von der Gründung im 13. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten]

Grabkirche Deggendorf
1000 Jahre Deggendorf: deutsche Briefmarke von 2002

In einer am 20. November 1002 ausgestellten Urkunde König Heinrichs II. für das Kloster Niedermünster in Regensburg wird Deggendorf erstmals erwähnt.

Deggendorf wurde an einem natürlichen Donauübergang gegründet, der die Straße entlang der Isar nach Norden fortsetzte. Für die in Bayern herrschenden Geschlechter war dies immer ein Grund, hier präsent zu sein. Im 10. Jahrhundert Techindorf genannt, erschien es um 1212 bereits als Stadt.

Mit dem Aussterben der Babenberger und der Grafen von Bogen (1242) setzten sich die Wittelsbacher in den Besitz der ehemaligen Grafschaft Deggendorf. Die Stadt wurde neu geordnet und geplant angelegt. Mit Privilegien und Vergünstigungen wurde Deggendorf gefördert, bis es 1316 und 1320 mit dem Stadtrecht ausgestattet und damit der Prozess der Stadtwerdung auch verfassungsmäßig abgeschlossen wurde. Damit war Deggendorf für das Umland zu einem Anziehungspunkt für Markt und Handel geworden. 1337 wurde im Verlauf eines Pogroms die jüdische Gemeinde Deggendorfs komplett vernichtet. Das angebliche Wunder, das der den verbrannten Juden vorgeworfenen Hostienschändung gefolgt sein soll, begründete die bis 1992 stattfindende Wallfahrt zur Grabkirche, die sogenannte „Deggendorfer Gnad'“. Die Grabkirche war kurz nach dem Pogrom errichtet worden. Noch bis 1968 fanden Prozessionen und Veranstaltungen in Deggendorf statt, die den damaligen Judenmord verherrlichten.[6]

Schwere Bevölkerungsverluste waren im Dreißigjährigen Krieg zu beklagen. Zwei Drittel der Einwohner starben 1633/34 an der Pest. Während des Spanischen Erbfolgekriegs wurden Teile der Stadt in Brand gelegt und zerstört. Obwohl diese Ereignisse für Jahrzehnte ihre Spuren hinterließen, erstand Deggendorf als funktionierende Stadt mit Hilfe der Ressourcen des Umlandes schnell wieder. Ein barockes Zeichen dieses daraus erwachsenen städtischen Selbstbewusstseins wurde mit dem Bau des Grabkirchenturmes 1722 gesetzt, der von Kunsthistorikern als einer der schönsten Türme in Bayern beschrieben wird und dem Stadtplatz seinen unverwechselbaren Charakter gibt.

Während des Österreichischen Erbfolgekrieges brannte 1743 fast die gesamte Stadt nieder. Im 19. Jahrhundert wurden Verkehrsverbindungen wie die Eisenbahnlinie über die Donau in den Bayerischen Wald hinein geschaffen, die hölzerne Donaubrücke durch einen stabilen eisernen Übergang ersetzt und Straßen zur Erschließung des Umlandes von Deggendorf gebaut. Das mittelalterliche Stadtbild verschwand durch das Auffüllen der Stadtgräben, und die Stadttore und Stadtmauern wurden weggerissen. Der über 500 Jahre alte Stadtkern wurde verändert und aufgeweicht. Heute ist nur noch die Anlage der Stadt erkennbar, und ein 27 m langes Stück der Stadtmauer ist erhalten geblieben.

Erst im vorigen Jahrhundert erfuhr Deggendorf durch Eingemeindung der benachbarten Ortschaften einen entscheidenden Gebiets- und Bevölkerungszuwachs. Die Nachbargemeinde Schaching kam 1935 zur Stadt Deggendorf, in den Jahren 1972 bis 1978 folgten Deggenau, Fischerdorf, Mietraching mit Greising sowie Seebach und Natternberg.

Deggendorf erhielt in der NS-Zeit eine Garnison, als ab 1935 die Riga-Kaserne der Wehrmacht (für das Infanterieregiment 85) errichtet wurde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 1945 in Deggendorf ein DP-Lager für jüdische so genannte „Displaced Persons“ eingerichtet. Das Lager wurde im Juni 1949 aufgelöst. Es beherbergte bis zu 2.000 Bewohner.

Zum Gedenken an diejenigen Opfer des Nationalsozialismus, die in Deggendorf wohnten, verlegte Gunter Demnig am 2. Oktober 2012 Stolpersteine in Deggendorf.

In den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Siedlungsfläche Deggendorfs erheblich aus. Die altstadtnahen Hügel wurden dabei fast vollständig bebaut. Als eine Art neues Wahrzeichen der Stadt entstand seit 1976 das weithin sichtbare Klinikum Deggendorf mit heute 502 Betten.

Von 1985 bis 2013 gedachte die Stadt auf dem Geiersberg der Opfer der Weltkriege. Nachdem im Frühjahr 2013 bekannt wurde, dass sich auf dem entsprechenden Areal namens „Heldenhain“ auch Gedenktafeln für Angehörige der SS befinden, ließ die Stadt diese entfernen. Seitdem wird die Stätte an Gedenktagen unter dem Namen „Gefallenenhain“ genutzt.[7]

Anfang Juni 2013 wurde auch die Stadt Deggendorf von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. Mehr als 6000 Menschen mussten evakuiert werden oder wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, da die errichteten Dämme den Wassermassen nicht mehr standhalten könnten. Tiefliegende Ortsteile wie Fischerdorf und Natternberg wurden nach einem Bruch des Isardamms komplett überflutet.[8] [9]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Datum Anmerkung
Deggenau[10] 1708 1. Juli 1972
Fischerdorf[10] 844 1. Juli 1972
Greising[10] 497 1. Januar 1972 Eingemeindung nach Mietraching
Mietraching[11] 1771 1. Januar 1974
Natternberg[11] 2998 1. Mai 1978
Schaching[10] 31. März 1935
Seebach[11] 1067 1. April 1976 Eingliederung von 831 der 1067 Einwohner,
Umgliederung der anderen Einwohner nach Hengersberg

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[12]
Wahlbeteiligung: 39,97 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,99 %
15,01 %
13,67 %
7,34 %
6,24 %
5,86 %
1,28 %
2,62 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+6,54 %p
-1,35 %p
-1,11 %p
-0,60 %p
-0,09 %p
+0,80 %p
-3,60 %p
-0,57 %p
Altes Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 (und zum Vergleich 2002 und 2008):

CSU SPD FW GRÜNE JL WAN* REP FDP Gesamt
2014 19 6 5 3 3 2 1 1 40
2008 17 7 6 3 2 2 2 1 40
2002 23 7 5 2 2 1 40

* Wählerliste Altgemeinde Natternberg

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1. August 2012 ist Christian Moser (CSU) Oberbürgermeister. Er wurde bei vier Gegenkandidaten mit 56,73 Prozent der abgegebenen Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt, nachdem Anna Eder aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. Christian Moser amtiert bis 2020, damit Oberbürgermeister- und Stadtratswahl wieder gemeinsam stattfinden.

Deggendorf wurde von 2000 bis 2012 von Anna Eder (CSU]) regiert. Damals wurde außer der Reihe eine Oberbürgermeisterwahl nötig, weil ihr Vorgänger Dieter Görlitz (ebenfalls CSU) aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

2. Bürgermeister ist Günther Pammer (CSU), Herrmann Wellner (CSU) ist 3. Bürgermeister der Stadt Deggendorf.

Partnerstädte und Patenschaften[Bearbeiten]

OsterreichÖsterreich Partnerstadt von Deggendorf ist seit 1978 Neusiedl am See, Österreich.

TschechienTschechien Am 24. November 2008 wurde mit Písek, Tschechien, ein Freundschaftsvertrag geschlossen. Seit 10. Juni 2012 ist Písek ebenfalls Partnerstadt Deggendorfs.

Eine Patenschaft besteht des Weiteren seit 2003 zum abgesetzten Technischen Zug 133 (Spezialeinheit der Luftwaffe, die die Radaranlage am Großen Arber betreut). Zum Tender „Donau“ übernahm Deggendorf die Patenschaft von 1964 bis zur Außerdienststellung des Tenders am 1. Dezember 1994.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Hauptindustriezweige sind Textilindustrie, Leichtmetallbau, Reaktorbau, Eisen-, Gummi-, Kunststoff- und Holzverarbeitung; Hoch- und Tiefbau und Wachswarenfabrikation. Deggendorf ist Mitglied der Wirtschaftsregion Donaustädte. Die Streicher Unternehmensgruppe, ein international tätiges Tiefbauunternehmen, hat ihren Sitz in Deggendorf.

Verkehr[Bearbeiten]

Deggendorf liegt verkehrsgünstig am Autobahnkreuz der A 3 Emmerich – Köln – Frankfurt a. M. - Passau und A 92 München – Deggendorf mit der Fortsetzung als Bundesstraße 11 nach Bayerisch Eisenstein und in die Tschechische Republik. Die Stadt besitzt einen Donauhafen und eine Schiffsanlagestelle für Fahrgastschiffe. Der uralte Donauübergang in Form einer Furt wurde schon um 1280 durch eine hölzerne Donaubrücke ersetzt, 1863 in eine eiserne Brücke umgewandelt und letztmals 1999 durch eine moderne Donaubrücke zu einem sowohl den Erfordernissen des Straßenverkehrs als auch der Schifffahrt entsprechenden Übergang ausgebaut.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Bundesautobahnen
Bundesstraßen

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Die Eisenbahnlinie Plattling – Bayerisch Eisenstein („Bayerische Waldbahn“), eine der landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands, verbindet Deggendorf mit dem Bayerischen Wald und Tschechien sowie mit dem deutschen Fernverkehrsnetz im Taktknoten Plattling. Hier liegt mit Deggendorf Hauptbahnhof der einzig verbliebene Bahnhof der Kreisstadt. Der auf dem Gemeindegebiet liegende Ausweichbahnhof Ulrichsberg an dieser Strecke wurde im Dezember 2003 geschlossen.

Von Deggendorf aus zweigt die Bahnstrecke Deggendorf–Hengersberg ab. Über diese ehemals bis Kalteneck verlaufende Bahnlinie werden heute nur noch Güter von und zum Hafen, sowie zu einem Sägewerk in Hengersberg transportiert. Mit Deggendorf Hafen, Halbmeile, Seebach und Deggendorf Textilwerke lagen bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1972 vier weitere Verkehrshalte auf dem Gemeindegebiet.

Die privat errichtete und betriebene Stichstrecke Deggendorf–Metten, verband bis 1991 die Stadt mit der Nachbargemeinde.

Busverkehr[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Deggendorf wird seit dem 1. Januar 2014 von vier Stadtbuslinien bedient. Vorher existierten 11 Linien. An einigen Haltestellen halten auch Busse der VLD (Verkehrsgemeinschaft Landkreis Deggendorf) die Deggendorf mit den Orten im Landkreis und darüber hinaus verbinden.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Im Stadtteil Natternberg (rechts der Donau) liegt der Flugplatz Deggendorf. Er verfügt über eine asphaltierte Start- und Landebahn mit einer Länge von 550 m. Vom Landeplatz dürfen Helikopter, Motorsegler und Segelflugzeuge starten.

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen München.

Donauhafen[Bearbeiten]

Der Hafen Deggendorf an der Donau ist ein Frachthafen und wird durch den Zweckverband Donau-Hafen Deggendorf betrieben. Dieser besitzt als einziger Donauhafen in Bayern seit 1992 einen Freihafen. Außerdem verfügt der Hafen über eine Anlegestelle für Öltanker.

Daneben existiert am Fluss eine Anlegestelle für Personenschiffe. Diese wird hauptsächlich von der Firma Wurm & Köck bedient.

Bildung[Bearbeiten]

Campus der Technischen Hochschule Deggendorf

In Deggendorf wurde 1994 eine Fachhochschule gegründet. Hauptfachrichtungen sind Betriebswirtschaft (u. a. mit den Spezialisierungen Wirtschaftsinformatik, Internationales Management, Tourismusmanagement, Wirtschaftsingenieurwesen), Bauingenieurwesen, Ressourcen- und Umweltmanagement, Elektro- und Medientechnik sowie Maschinenbau und Mechatronik. 2013 wurde der Name in Technische Hochschule Deggendorf geändert. Im Jahr 2013 sind etwa 5000 Studierende immatrikuliert.[13]

Comenius-Gymnasium bei Nacht

Die Stadt verfügt über zwei Gymnasien (Comenius-Gymnasium, Robert-Koch-Gymnasium), eine Berufsober- und Fachoberschule (Aloys-Fischer-Schule), eine Realschule für Mädchen (Maria-Ward-Schulstiftung), eine Wirtschaftsschule, zwei Berufsschulen, Berufsfachschulen für Krankenpfleger, Krankengymnastik und Fremdsprachenberufe, eine Fachakademie für Sozialpädagogik, fünf Grundschulen, zwei Mittelschulen sowie zwei Förderschulen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Deggendorfer Stadtmuseum
Das Handwerksmuseum
Die katholische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Palais am Stadtpark

Das Deggendorfer Stadtmuseum im Kulturviertel präsentiert über 10.000 Exponate zur kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Stadt und ihrer Region. Die frühe Besiedlung des Donauraumes belegen archäologische Funde aus dem Landkreis von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter. Eine Abteilung Stadtgeschichte vermittelt lebendig das mittelalterliche Stadtleben. Der Verkaufsraum einer Biedermeierapotheke mit Laborzubehör und ein Tante-Emma-Laden sind anschauliche Zeugnisse der Vergangenheit. Ein eigener Bereich ist der sakralen Kunst, der Wallfahrt „Deggendorfer Gnad“ und der Volksfrömmigkeit gewidmet.

Das benachbarte Handwerksmuseum widmet sich dem regionalen und überregionalen Handwerk. Sechs Abteilungen geben einen Überblick über die reiche niederbayerische Handwerkskultur: Die Geschichte der handwerklichen Ausbildung ist dabei ebenso ein Thema wie z. B. das Handwerk am Wasser, die Rolle der Frau im Handwerk, das Holzhandwerk im Bayerischen Wald oder die Entwicklung des Handwerks im Industriezeitalter.

Ein Museumskino und wechselnde Sonderausstellungen in den Museen komplettieren das Angebot. Beide Museen und die Museumswerkstätten bieten ein umfangreiches Begleitprogramm für Familien, Kinder und Schulklassen.

Der „Kapuzinerstadl“, eine 1802 profanierte Kapuzinerkirche, ist Veranstaltungs- und Kongressgebäude für verschiedenste kulturelle Ereignisse. Kunstausstellungen finden hier ebenso statt wie Konzerte und Tagungen. Das vierte Glied im Kulturviertel ist die 1990 erbaute Stadtbibliothek.

Die Deggendorfer Stadthalle gibt den Rahmen für größere Veranstaltungen ab. Konzerte, Ausstellungen und Tagungen finden hier ebenso statt wie Tanzveranstaltungen oder Feste. Ende 2008 wurde die Halle 2 fertig gestellt, die sich direkt an die alte Stadthalle anschließt. Die neue Halle bietet rund 4000 Zuschauern Platz.

Zahlreiche Vereine engagieren sich auf den Gebieten der Musik, Malerei und Kunst und beleben damit das Kulturleben der Stadt.

Neben dem großzügig angelegten Stadtplatz, der durch das Rathaus mit seinem historischen Festsaal zweigeteilt ist, sind die Grabkirche Peter und Paul, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (mit dem ehemaligen Barock-Hochaltar des Eichstätter Domes von Matthias Seybold) und die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Mutter Gottes in der Rose auf dem Geiersberg sehenswert. Die barocke Kapelle im ehemaligen Katharinenspital und die aus der gleichen Zeit stammenden Wallfahrtskirchen in Greising und in der Halbmeile bergen ebenfalls künstlerische Kleinode.

Das Palais im Stadtpark wurde von 1863 bis 1868 als „Kreisirrenanstalt“ in Deggendorf errichtet. Ab 1933/34 (klammheimlich, weil laut dem 1919 unterzeichneten Friedensvertrag von Versailles untersagt,) diente es als Wehrmachtskaserne und (ab 1941) zusätzlich als Unteroffiziers-Vorschule. 1945 war es kurzzeitig Unterkunft für zahlreiche osteuropäische Flüchtlinge und einige Söldner der nun erneut vernichtend geschlagenen Deutschen, dann für ausgesiedelte, geflohene oder vertriebene Deutsche. Schließlich wurde das Palais bis 1949 als DP-Camp 7 Deggendorf für heimatlose Menschen und für jüdische Überlebende der KZ Theresienstadt, Auschwitz, Flossenbürg und für polnische Juden, die den Nachkriegspogromen in ihrer Heimat entflohen und ab 1949/50 Wohnanlage für deutsche Flüchtlinge. Heute wird es als Arzt-, Selbsthilfe-, Therapie- und Kommunikationszentrum genutzt.[14]

Freizeit[Bearbeiten]

Blick vom Maxfelsen bei Mietraching nach Deggendorf
Die Fußgänger- und Radbrücke, die für die Landesgartenschau Deggendorf erbaut wurde

Die Lage der Stadt zwischen der Ebene des Gäubodens und dem Bayerischen Wald eröffnet viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Fernwanderwege (via nova), sowie Rund- und Streckenwanderwege führen durch Deggendorf oder haben hier ihren Ausgang. Viele Wanderungen können in den nahen umliegenden Bergen gemacht werden. Fahrradfahren an der Donau bis zum Mountainbiken im Bayerischen Wald (z. B. Rusel) ist ebenso möglich wie Wassersport auf Baggerseen und der Donau. Im Winter wird auf den Bergen des nahen Bayerischen Waldes Skilanglauf und Abfahrt betrieben. Darüber hinaus bestehen das Ganzjahresbad „elypso“ und ein Golfplatz auf der Rusel, der im Winter zu einer Ski- und Schlittenpiste umfunktioniert ist.

Jährlich veranstaltet die Stadt neben dem Frühlings- und Volksfest ein im wechselnden Turnus stattfindendes Bürgerfest, eine Bayerisch-Böhmische Woche und eine Sommertraumparty an der Donaupromenade. In der Adventszeit wird der Christkindlmarkt auf dem oberen Stadtplatz abgehalten.

Seit Dezember 2006 ist Gut Aiderbichl auch in Eichberg bei Deggendorf zu finden. Hier ist eine neue Begegnungsstätte zwischen Mensch und Tier entstanden.

Vom 25. April bis zum 5. Oktober 2014 wird die Landesgartenschau Deggendorf stattfinden. Auf 17 Hektar kann der Besucher alles rund um Garten und Blumen erfahren. Die Donau steht im Zentrum der Landesgartenschau 2014 - sowohl als Lebens- und Naturraum als auch als verbindendes Element zwischen den Kulturen. Mit 450 m Länge wurde schon eine der längsten Fußgänger- und Radbrücken Europas als Bindeglied zwischen den Ausstellungsbereichen gebaut.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, hg. vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München 1987 (Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns), S. 165/166.
  3. Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung. Statistik. Bayerisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 3. Januar 2014.
  4. Bevölkerungsdaten für 2012 aus der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes.
  5. Einwohner. Statistik. Stadt Deggendorf, abgerufen am 3. Januar 2014.
  6. "Die Juden zu Deggendorf: Ein niederbayerisches Volkslied", auf: hagalil.com, 31. März 2009
  7. Heldenhain heißt jetzt Gefallenenhain (Bericht in der Deggendorfer Zeitung vom 14. November 2013)
  8. Hochwasser: Lage in Dillingen entspannt sich - A8 bald wieder auf, auf augsburger-allgemeine.de vom 4. Juni 2013
  9. spiegel.de: [1]
  10. a b c d  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.
  11. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 605.
  12. http://www.deggendorf.de/index.php?id=1599&no_cache=1
  13. Über die Hochschule, abgerufen am 9. Juli 2013.
  14. Die Alte Kaserne in Deggendorf nach dem Zweiten Weltkriegen S. Michael Westerholz

Literatur[Bearbeiten]

  • Brückenschlag ins Jahr 2000. Die Geschichte der Deggendorfer Donaubrücke. In: Deggendorf. Archäologie und Stadtgeschichte. 8, Deggendorf 2000.
  • Da schau her Deggendorf. Bilder und Texte vom Leben einer Stadt, ihrer Geschichte und Kultur, ihrer Häuser, Straßen und Plätze, von der Arbeit und den Festen ihrer Bürger. Deggendorf 1991.
  • Georg Bauer: Chronik der kgl. bayerischen unmittelbaren Stadt Deggendorf Deggendorf 1894 (Digitalisat)
  • Konrad Held: Prachtwerk des Hofbildhauers (Matthias) Seybold. Das Schicksal des barocken Hochaltars des Eichstätter Doms. In: Historische Blätter 37 (1988), Nr. 2, S. 1-4, Nr. 3, S. 3f.
  • Gerald Huber: Kleine Geschichte Niederbayerns. 2. Auflage. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2048-7.
  • Johannes Molitor (Hrsg.): Deggendorf 1002 – 2002. In: Deggendorfer Geschichtsblätter. Band 24, Deggendorf 2003.
  • Manfred Eder: Die »Deggendorfer Gnad«. Entstehung und Entwicklung einer Hostienwallfahrt im Kontext von Theologie und Geschichte. Mit einem Geleitwort von Franz Mußner, Deggendorf, Passau 1992.
  • Erich Kandler: Deggendorf – Stadt zwischen Gäu und Wald. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Grafenau 1976.
  • Johannes Molitor: Deggendorf. Stadt zwischen Donau und Bayerischem Wald. Stuttgart 1994, ISBN 978-3-09-303806-8.
  • Klaus Rose: Deggendorf. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. 27, München 1971.
  • Siedler – Nonnen – Bürger. In: Deggendorf. Archäologie und Stadtgeschichte 10 Deggendorf 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deggendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien