Kaiserabzeichen

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Verordnung zum Schießwettbewerb (Kaiserpreis)
Unteroffizier mit Ärmelabzeichen der Infanterie von 1895.
Verordnung und Nachtrag zum Schießwettbewerb der MG-Abteilung

Das Kaiserabzeichen wurde am 27. Januar 1895 durch Kaiser Wilhelm II. als jährliches Preisschießen für Offiziere und Unteroffiziere der Korps der Preußischen Armee gestiftet, um die Schießleistungen in den einzelnen Regimentern der Infanterie und Artillerie zu verbessern. Dieses Abzeichen wurde von 1895–1913 verliehen.[1]

Am jährlichen Preisschießen waren alle Infanterieregimenter, Jäger- und Schützen sowie die gesamte Feld- und Fußartillerie beteiligt. Die Infanterieregimenter wurden separat von den Jäger- und Schützenbataillonen gewertet. Außerdem gab es für die Fuß- und Feldartillerie eigene Kategorien.

Bei den Armeen von Sachsen, Württemberg und Bayern wurde die Auszeichnung Königsabzeichen genannt.

Aussehen[Bearbeiten]

Infanterie

Das hohlgeprägte ovale Abzeichen zeigt zwei gekreuzte Gewehre umrahmt von einem Eichenlaubkranz. Dieser ist im unteren Teil zur Schleife gebunden. Darüber befindet sich das Jahr der Auszeichnung. Über dem Eichenlaubkranz thront entweder die Kaiser- oder die Königskrone. Gearbeitet wurde es aus vergoldetem Messing. Auf der Rückseite waren sechs angelötete Splinte zur Befestigung, die durch eine Gegenplatte gedrückt wurden.

Jäger

Das Abzeichen der Jäger zeigt ein kapitales Hirschgeweih über dem eine Kaiserkrone steht. Außerdem über dem Schädel des Hirschs ein Stahlendes Kreuz. Auch dieses war aus Messing und vergoldet und wurde am rechten Oberarm getragen.

Artillerie

Das Abzeichen der Artillerie ist ähnlich dem der Infanterie, nur dass sich hier zwei Kanonen kreuzen anstelle von zwei Gewehren.

Maschinengewehr-Abteilungen

Ab 1903 wurden die MG-Abteilungen ebenfalls zum Kaiserschießen eingeladen und erhielten ihr eigenes Abzeichen.

Marine

Die Marineartillerie nahm ab 1893 am Kaiserschießen im Geschwaderverband teil. 1900/01 wurde wegen des Boxeraufstandes kein Marineschießen veranstaltet.

Tragweise[Bearbeiten]

Die Kompagnie mit den besten Ergebnissen erhielt das Kaiserabzeichen. Dieses Abzeichen wurde - ausschließlich von Mannschaften und Unteroffizieren des gesamten Regiments/Bataillons - am rechten Oberarm der Uniform getragen und zwar für ein Jahr. Ab 1902, als sich Mehrfachauszeichnungen häuften, wurden die Verleihungsjahre in den Ehrenkranz geprägt. Der Kompaniechef erhielt ein silbernes Schild mit Inschrift.

Außerdem erhielt die siegreiche Kompanie eine bronzene Büste des Kaisers mit dem eingravierten Jahr der Ehrung. Diese Büste wurde Kaiserpreis genannt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 660-661. Gemeinfreier Text unter zeno.org.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. fünfte Auflage. Band 2. Leipzig 1911. S. 660f.