Kanarischer Hornklee

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Kanarischer Hornklee
Kanarischer Hornklee (Lotus berthelotii)

Kanarischer Hornklee (Lotus berthelotii)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Hornklee (Lotus)
Art: Kanarischer Hornklee
Wissenschaftlicher Name
Lotus berthelotii
Masf.

Der Kanarische Hornklee oder Berthelots Hornklee (Lotus berthelotii) ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Er ist eine von vier auf Teneriffa endemischen Hornklee-Arten[1] und an seinen natürlichen Standorten vom Aussterben bedroht.[2] In Mitteleuropa wird er als Beet- und Balkonpflanze für den Sommer verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Kanarische Hornklee ist eine niederliegende oder kriechende, immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und wird manchmal als Halbstrauch eingestuft. Die vegetativen Pflanzenteile sind grau. Sie erreicht Wuchshöhen von bis zu 20 cm. Die langen Sprossachsen bedecken oft große Flächen. Die kleinen Laubblätter sind silbergrau.

Die zahlreichen Blüten erscheinen einzeln oder paarig von April bis Mai. Die orangeroten bis scharlachroten Blüten erinnern in Form und Farbe an Krebsscheren. Der ebenfalls auf Teneriffa endemische Gefleckte Hornklee (Lotus maculatus) hat dagegen gelbe, orange und braun gezeichneten Blüten.

Der Kanarische Hornklee zeigt klare Merkmale der Ornithogamie (Vogelbestäubung). Er wurde wahrscheinlich früher von Nektarvögeln bestäubt. Heute bestäubt ihn nur noch der Kanarische Zilpzalp (Phylloscopus collybita canariensis).[3]

Vorkommen und Schutz[Bearbeiten]

Der Kanarische Hornklee ist nur von drei Stellen auf Teneriffa bekannt. Zwei davon befinden sich im Espacio Natural Protegido Parque Natural de La Corona Forestal, eine im Reserva Natural Integral de Pinoleris. Da er sich nur schlecht geschlechtlich vermehrt, wird er sowohl in der spanischen als auch in der kanarischen Roten Liste der gefährdeten Arten als vom Aussterben bedroht eingestuft. Mit dem Plan de Recuperación del picopaloma wird versucht durch Stecklinge neue Pflanzen zu ziehen, um die Zahl der Individuen zu erhöhen und die genetische Vielfalt zu erhalten.[2]

Systematik[Bearbeiten]

Lotus berthelotii wurde 1881 von Ramón Masferrer y Arquimbau erstbeschrieben.[4] Ein Synonym ist Lotus peliorhynchus Hook.f.[5] Sein wissenschaftlicher Name ehrt den französischen Naturforscher und Ethnologen Sabin Berthelot.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jeanne Dericks-Tan, Gabriele Vollbrecht: Auf den Spuren der Wildfrüchte in Europa. Abadi, Alzenau 2009, ISBN 978-3-00-021129-4, S. 144–145.
  •  Royal Horticultural Society; Christopher Brickell, Wilhelm Barthlott (Hrsg.): Dumont’s große Pflanzen-Enzyklopädie. Band 2 K–Z, Dumont, Köln 2000 (Originaltitel: A – Z encyclopedia of garden plants, London u. a. 1996, übersetzt von Nadja Biedinger, Rüdiger Seine), ISBN 3-7701-4350-7, S. 634.
  • Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora. Über 850 Arten der Kanarenflora und 48 tropische Ziergehölze (= Kosmos-Naturführer). Kosmos, Stuttgart 1997, ISBN 3-440-06037-3, S. 124.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manuel Arechavaleta, S. Rodríguez, Nieves Zurita, A. García (Hrsg.): Lista de especies silvestres de Canarias. Hongos, plantas y animales terrestres. 2009. Gobierno de Canarias 2010, ISBN 978-84-89729-21-6, S. 133–134 (PDF-Datei, 12,5 MB).
  2. a b Plan de Recuperación del picopaloma, Lotus berthelotii, y pico de El Sauzal, Lotus maculatus. In: Sistema de información medioambiental de Canarias. Gobierno de Canarias, abgerufen am 14. März 2015 (html).
  3. Ornithogamie. In: Lexikon der Biologie. Spektrum der Wissenschaft, 1999, abgerufen am 14. März 2015 (html).
  4. Ramón Masferrer y Arquimbau: Recuerdos botánicos de Tenerife; ó sea, datos para el estudio de la Flora Canaria. Parte segunda. In: Anales de la Sociedad Española de Historia Natural. Band 10, 1881, 139-230 (hier: S. 160) (online).
  5. Joseph Dalton Hooker: Lotus peliorhynchus. Native of Tenerife. In: Curtis' Botanical Magazine. Band 110, 1884, Tafel 6733 + 2 Seiten Text (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kanarischer Hornklee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien