Kang Sok-kyong

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kang Sok-kyong
Koreanische Schreibweise
Hangeul 강석경
Hanja 姜石景
Revidierte Romanisierung Gang Seok-gyeong
McCune-Reischauer Kang Sŏkkyŏng
siehe auch: Koreanischer Name

Kang Sok-kyong (* 10. Januar 1951 in Daegu) ist eine südkoreanische Schriftstellerin.[1]

Leben[Bearbeiten]

Kang Sok-kyong ist 1951 in der Stadt Daegu geboren und hat an der Ewha Womans University Bildhauerei studiert.

1974 bekam sie für ihre Erstlingswerke Die Wurzel (Kŭn) und Open Game (Opŭn Keim) den „Munhak Sasang“ (Literarischer Gedanke) Preis für Debütanten verliehen. Seitdem schrieb sie Werke, in denen die Figuren feinsinnig charakterisiert werden. Die Protagonisten leiden unter ihren Lebensbedingungen, die es ihnen unmöglich machen, das Wahre im Leben zu finden. Deshalb machen sich die Figuren auf die Suche nach Erlösung.

Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat die Autorin sieben Erzählbände und Romane veröffentlicht. Die blaue Zeit, Die Nacht und die Wiege, Das Zimmer im Wald, Das Tal in der Nähe, Die Sterne im Himmel über Lhasa, Die tiefe Treppe in mir, Der reiskornkleine Buddha sowie zwei Essaybände Bericht einer Indienreise und Der Weg zu den Hügelgräbern. Erschienen sind außerdem ein Sammelband über Interviews, die sie mit einigen Künstlern geführt hat, unter dem Titel Arbeitende Künstler sowie ein Märchenbuch für Erwachsene: Toto, der nach Indien ging.

Wenn eine Frau, die Bildhauerei studiert hat, sich dennoch für die literarische Welt entscheidet, müsste sie einen besonderen Ansporn gehabt haben. „Aber nein, es war reiner Zufall“, sagt sie. Davor hätte sie nie den Traum gehabt, Schriftstellerin zu werden. Im vierten Jahr an der Universität wusste sie wegen des Bankrotts ihres Vaters nicht, wie sie die Studiengebühren aufbringen sollte. Durch Zufall wurde sie auf den Literaturwettbewerb aufmerksam, der von der Uni-Zeitung ausgeschrieben wurde und nahm daran teil. Das war der Beginn ihrer literarischen Karriere. Diejenigen, die ihr Debüt positiv aufgenommen haben, waren über diesen glücklichen Zufall höchst erfreut. Seitdem veröffentlicht sie Werke, in denen sich die Figuren wie bei ihren Lieblingsautoren, Pak Kyong-ni, Hong Myeong-hi und Dostojewski mit dem Ernst des Lebens, der Würde der Frau und seelischen Konflikten befassen. Sie wechselte zwar von der bildenden Kunst in die Literatur, beschäftigt sich aber immer noch mit der gleichen Frage, die sie sich bereits seit dem Studium der Bildhauerei gestellt hat: Was sind Künstler oder was ist Kunst?

Der Wille, die Nebensächlichkeiten des Alltags auszusieben und nur vor dem Wesentlichen zu stehen, ist ein Thema, das all ihre Schriften wie ein roter Faden durchzieht. „Die Bildhauerei reduziert die Gestaltung auf das Wesentliche. Das Modellieren mit Ton ebenfalls. Man bringt Ton an einer Figur an und muss ihn gleichzeitig entfernen.[…] Beim Schreiben denke ich ständig, welche Worte soll ich nur streichen. Es ist vielleicht eine Gewohnheit, die ich unbewusst bei der Modellierung gelernt habe. Alles muss notwendig sein, so dass ich immer wieder den überflüssigen Teil entfernen muss. Ob Literatur oder Bildhauerei, wenn es darum geht, etwas auszudrücken, sind sie identisch. Dennoch, Literatur kann sich mit dem Medium Sprache viel konkreter ausdrücken als Bildhauerei.“[2]

Die Schriftstellerin, süchtig nach Reisen und Büchern, die sie zur Erleuchtung bringen, hofft darauf, in einer Dorfgemeinschaft in Südindien einen Roman über die Utopie, den ewigen Traum der Menschen, schreiben zu können.[3]

Arbeiten[Bearbeiten]

  • Die Nacht und die Wiege (Pam-gwa Yoram, Mineum, 1978/2008) ISBN 2002-3740-0423-1
  • Künstler bei der Arbeit (Ilhanŭn Yesulga-dŭl, Yŏlhwadang, 1986) ISBN 9788-9301-0937-6
  • Das Zimmer im Wald (Su'psok-ŭi Pang, Mineum, 1986/2005) ISBN 8937-4201-47
  • Die blaue Zeit (Ch'ŏngsaek Sidae, Hanbŏt, 1989) ISBN 2007-9650-0058-6
  • TtoTto in Indien (Indo-ro Kan Ttotto, Yŏllimwŏn, 2000/2008) ISBN 8985-2474-25
  • Das Tal in der Nähe (Kakkaun Koljjagi, Mineum, 1992) ISBN 8937-4004-21
  • Die Sterne im Himmel über Lhasa (Sesang-ŭi Pyŏl-ŭn Ta Rasi-e Ttŭnda, Sallim, 1996) ISBN 8985-5775-06
  • Die tiefe Treppe in mir (Nae An-ŭi Kipŭn Kyedan, Ch'angjak Kwabi Pyŏngsa, 1999) ISBN 9788-9364-3334-5
  • Bin ich zu weit gekommen? (Na-nŭn Nŏmu Mŏlli Wasseulkka in 2001-Nyŏn Che-8-Hoe 21-Segi Munhaksang Susang Chakp'umjip, Isu, 2001) ISBN 8988-0470-87
  • Reiseberichte aus Indien (Indo Kihaeng, Mineum, 2001) ISBN 9788-9374-0068-1
  • Rückstand (Mibul, Mineum, 2004) ISBN 8937-4803-60
  • Kang Sŏk-kyŏng's Spaziergang durch Kyŏngju (Kang Sŏk-kyŏng-ŭi Kyŏngju Sanch'aek, Yŏllimwŏn, 2004) ISBN 9788-9706-3436-4
  • Warum schreibe ich Literatur? (Na-nŭn Wae Munhak-ŭl Hanŭnga, Yŏlhwadang, 2004) ISBN 9788-9301-0087-8
  • Der Tempel, der in meinem Herzen zurückbleibt (Nae Maŭm-e Namŭn Chŏl, San Ch'ŏrŏm, 2007) ISBN 9788-9900-6221-5
  • Das Zimmer im Wasser (Mulsok-ŭi Pang in Hanguk Sosŏl-ŭi Olgul 1980-1989, Purŭn Sasang, 2008) ISBN 9788-9564-0619-0
  • Der heilige Frühling (Sinsŏnghan Bom, Mineum, 2012) ISBN 9788-9374-8609-8

Übersetzungen[Bearbeiten]

Deutsch[Bearbeiten]

  • Hinter Glas (Erzählung) in: Koreanische Erzählungen (dtv, 2005)

Englisch[Bearbeiten]

  • The Valley Nearby (Portsmouth, N.H., Heinemann Asia, 1997)
  • Words of Farewell: Stories by Korean Women Writers (Seattle, The Seal Press, 1989)[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1974: 01. Munhaksasang Sininsang
  • 1986: 06. Nokwŏn Munhaksang
  • 1986: 10. Onŭl-ŭi Chakgasang
  • 2001: 08. 21-Segi Munhaksang
  • 2013: 16. Tongri Munhaksang

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Naver Personen Datenbank: 네이버인물검색: 강석경, abgerufen am 17. Januar 2014 (koreanisch).
  2. Mun Hye-won, unter dem Titel: Tausendjährige Einsamkeit- Interview mit der Schriftstellerin Kang Sok-kyong, in der Zeitschrift „Munhak Sasang“ (Literarischer Gedanke), Juli 2001.
  3. LTI Korea: 문인DB: Kang Sok-kyong, abgerufen am 2. Juli 2013 (koreanisch).
  4. LTI Korea: Author Database: Kang Sok-kyong, abgerufen am 2. Juli 2013 (englisch).
Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Kang ist hier somit der Familienname, Sok-kyong ist der Vorname.