Karitas

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der tätigen Nächstenliebe. Eine katholische Hilfsorganisation ist die Caritas.
Frans Floris: Caritas

Karitas (von lat. caritas = Teuerung, Hochachtung, hingebende Liebe, uneigennütziges Wohlwollen[1]) ist im Christentum die Bezeichnung für die tätige Nächstenliebe und Wohltätigkeit. Die wertschätzende, helfende Liebe gilt seit den Anfängen des Christentums als christliche Tugend. Die Karitas ist eine Haltung, die sich im kirchlichen Grundauftrag der Diakonie konkretisiert.

Im weiteren Sinne versteht man daher unter Karitas auch die konkrete helfende Tätigkeit, die von den Haltungen der Barmherzigkeit, Geduld und Wohltätigkeit getragen wird. Die Tätigkeitsbereiche sind insbesondere Kranken- und Altenpflege, Hilfe für Familien in Not, das Besuchen von Gefangenen und Solidarität mit Ausgestoßenen.

In der frühen Kirche waren die Diakone die Träger des Dienstes der Karitas. Diese Fürsorge für Kranke und Hilfebedürftige brachte der jungen christlichen Kirche recht schnelle Popularität. Dies wird als einer der Gründe gesehen, dass die meisten Herrschenden, auch wenn sie selbst nicht zu Christen wurden, christliche Missionare zumindest duldeten und manchmal auch selbst unterstützten.

Karitative Organisationen[Bearbeiten]

Karitative Organisationen sind meist kirchliche Hilfswerke, die sich um humanitäre Hilfe und soziale Anliegen, Spitäler, Altenheime, Pflegeheime, Waisenhäuser, Schulen, Katastrophen- und Entwicklungshilfe sorgen. Einige Beispiele sind: Caritas, Diakonisches Werk, Malteser Hilfsdienst, Johanniter, Heilsarmee und die konfessionsfreien Organisationen Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt und Paritätischer Wohlfahrtsverband.

Karitative Ordensgemeinschaften sind solche, die sich besonders der Karitas widmen, im Gegensatz zu den eher beschaulichen oder seelsorglichen Orden. Beispiele sind die Barmherzigen Brüder, Barmherzigen Schwestern und die Missionarinnen der Nächstenliebe.

Trivia[Bearbeiten]

  • Die französische Schreibweise Charité (Barmherzigkeit) ist gleichzeitig der Name eines der größten Berliner Krankenhäuser, der Universitätsklinik Charité.
  • In Herman Melvilles Moby Dick heißt die Schwester des Kapitän Bildad Karitas. Tante Karitas wird hier als „[…] immer bereit, sich mit Herz und Hand für alles einzusetzen, was im geringsten zur Sicherheit, Behaglichkeit und Gemütsruhe aller an Bord des Schiffes beizutragen verhieß […]“ beschrieben. Ob sich die Namensgebung auf solche Einrichtung bezieht bleibt ungeklärt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Menge-Güthling, Langenscheidts Großwörterbuch Lateinisch, 18. Aufl., Berlin 1973.