Karl Löbl

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Dieser Artikel behandelt einen österreichischen Journalisten. Für den österreichischen Komponisten siehe Karl Maria Löbl.

Karl Löbl (* 24. Mai 1930 in Wien; † 27. Jänner 2014[1] ebenda) war ein österreichischer Musikkritiker und Kulturjournalist.

Leben[Bearbeiten]

Löbl begann 1950 bei der damals noch von der britischen Besatzungsmacht herausgegebenen Tageszeitung Weltpresse. Ab 1952 gestaltete er Hörfunk-Beiträge, erst beim unter amerikanischer Leitung stehenden Sender Rot-Weiß-Rot, dann bei der RAVAG. Ab 1954 war er 26 Jahre lang Kulturchef bei Tageszeitungen: Bild-Telegraf, Express, zuletzt Kurier, dort auch von 1975 bis 1979 Chefredakteur.

Schon früh erlangte Löbl einen gewissen Ruf, als er 1956 maßgeblich am Wechsel einer Staatsoperndirektion beteiligt war. Der damals Fünfundzwanzigjährige interviewte den Dirigenten Karl Böhm, seit 1954 wieder Wiener Staatsoperndirektor, als er von einem Amerika-Gastspiel nach Österreich zurückgekommen war, und entlockte ihm hierbei das Statement, er denke nicht daran, seine internationale Karriere der Wiener Staatsoper zu opfern – was unmittelbar zum Direktorenwechsel führte.

1980 wurde Löbl Hauptabteilungsleiter Kultur beim Österreichischen Fernsehen (ORF), ab 1993 zusätzlich auch TV-Musikchef. Von 1986 bis 1998 bot er mit der aktuellen TV-Nachtkritik Nach der Premiere unmittelbar nach Ende der Vorstellungen noch aus dem Zuschauerraum einen kritischen Rückblick auf das Theaterereignis des Abends.

Ab 1968 hatte Löbl die sonntägliche Hörfunksendung Lieben Sie Klassik? gestaltet, die er auch selbst moderierte. Sie war äußerst beliebt und lief 28 Jahre lang. In einer vielbeachteten kabarettistischen Faschingssendung des ORF stellte Löbl (zusammen mit Kammersänger Heinz Holecek) mit der Sempre-Piano-Kultur einen völligen Unsinn als Innovation im Bereich der Gesangstechnik vor. Es gab Leute, die tatsächlich an die Existenz dieser frei erfundenen Neuheit und ihres Entwicklers, der fiktiven italo-amerikanischen Gesangspädagogin Allegra Tacet, glaubten.

Nach seiner Pensionierung als „Kultur-Chef“ des Fernsehens hat Löbl beim ORF-Hörfunksender Österreich 1 den Klassiktreffpunkt moderiert (bis 2003) und anschließend (bis 2006) die Gestaltung und Moderation der Matineen Vor der Premiere von dem verstorbenen Marcel Prawy in der Wiener Staatsoper übernommen. Auch hat er wieder für Printmedien (Kurier, Österreich, Die Bühne) gearbeitet.

Der Musikkritiker veröffentlichte auch Bücher: 1965 verfasste Löbl ein Werk über den Dirigenten Herbert von Karajan unter dem Titel Das Wunder Karajan. Außerdem verfasste er gemeinsam mit Robert Werba das vielgerühmte Lexikon in zwei Bänden Opern auf Schallplatten mit Kommentaren zu den einzelnen Aufnahmen (1983).

Viele bezeichneten Löbl als „den profiliertesten Kulturredakteur des Landes“; nicht zuletzt wegen seiner Fernseh-Kommentare war er einer der bekanntesten Kritiker Österreichs.

Er musste sich zwei Krebsoperationen und mehreren Chemotherapien unterziehen. Schließlich erlag er am 27. Jänner 2014 seinem langen Krebsleiden.[1]

Werke[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Das Wunder Karajan, 1965
  • Opern auf Schallplatten (mit Robert Werba); Band 1, 1983
  • Opern auf Schallplatten (mit Robert Werba); Band 2, 1983
  • Der Balkonlöwe. 60 Jahre mit den Prominenten aus Oper, Theater und Fernsehen, 2013

Tonträger[Bearbeiten]

  • Holecek / Löbl / Tacet – Leise, leise! : Wie man was bleibt auf der Opernbühne ohne sich anzustrengen; Preiser Records PR 9916

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

1976 erhielt Löbl den Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis. 1995 erhielt Löbl die Nicolai-Medaille der Wiener Philharmoniker in Gold.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Andrea Schurian: Opern- und Theaterkritiker Karl Löbl gestorben. Bei: derstandard.at. 28. Jänner 2014, abgerufen am 30. Jänner 2014.