Kickstarter

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Dieser Artikel behandelt den Kickstarter in der Fahrzeugtechnik; für die gleichnamige Online-Finanzierungsplattform siehe Kickstarter.com.
Kickstarter an der rechten Fahrzeugseite: Kawasaki 500 H1

Mit einem Kickstarter wurden die meisten bis etwa 1970 gebauten Motorräder gestartet, dann setzten sich elektrische Anlasser stärker durch, die es auch schon vorher gegeben hatte. Es handelt sich um einen (oft einklappbaren) Hebel mit einem Pedal, der mittels einer Übersetzung auf die Kurbelwelle (Primärkickstarter) oder auf die Getriebevorgelegewelle (Sekundärkickstarter) wirkt. Durch einen oder mehrere kräftige Fußtritte (engl. kick) wird der Motor auf die zum Anlassen nötige Drehzahl gebracht. Oft befindet sich zwischen Hebel und Welle eine Fliehkraftkupplung.

Bei den meisten Ausführungen betätigt der links neben dem Fahrzeug stehende Fahrer den Kickstarter, indem er mit seinem rechten Fuß das Kickstarterpedal nach hinten tritt, bei einigen Konstruktionen muss nach vorn getreten werden. Einige Motorräder mit Kardanantrieb haben einen Starterhebel, bei dem quer zur Fahrzeuglängsache getreten werden muss.

Einige Motoren mit symmetrischem Steuerdiagramm, besonders also historische Einzylinder-Zweitaktmotoren, neigen dazu, beim Start in die falsche Richtung anzulaufen. Dann schlägt der Hebel gegen den Fuß zurück.

Besonders bei größeren Einzylinder-Viertaktmotoren (z. B. den MZ-Modellen mit Rotax-Motor) ist viel Kraft notwendig, um den Kolben über den oberen Totpunkt zu bewegen. Daher haben viele solcher – aber auch andere – Maschinen einen Ventilausheber. Aus demselben Grund wird bei manchen Zweitaktmotoren ein Dekompressionsventil verwendet.

Aus den Mopeds entwickelten sich Ende der 1950er-Jahre die Mokicks, die statt der fahrradähnlichen Tretkurbeln mit Pedalen über Fußrasten und Kickstarter verfügten. Das erste Mokick war die Jawa 50, an der ab 1956 der Kickstarter zum Einsatz kam.

Andere Benennungen[Bearbeiten]

In der technischen Dokumentation werden Kickstarter auch als Starterhebel bezeichnet, im deutschen Normenwerk des DIN wurde auch das Wort "Anlasshebel" benutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter A. Wellers, Hermann Strobel, Erich Auch-Schwelk: Fachkunde Fahrzeugtechnik. 5. Auflage, Holland+Josenhans Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-7782-3520-6.