Kickstarter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Kickstarter in der Fahrzeugtechnik; für die gleichnamige Online-Finanzierungsplattform siehe Kickstarter.com.
Kickstarter einer Kawasaki 500 H1

Mit einem Kickstarter (umgangssprachlich selten mit der Kurzform Kicker bezeichnet) wurde bis in die 1970er-Jahre die Mehrzahl aller Motorräder gestartet. Es handelt sich um einen (oft einklappbaren) Hebel mit einem Pedal, der mittels einer Übersetzung entweder auf die Kurbelwelle (Primärkickstarter) oder auf die Getriebevorgelegewelle (Sekundärkickstarter) wirkt. Durch einen oder mehrere kräftige Fußtritte (engl. kick) wird der Motor auf die zum Anlassen nötige Drehzahl gebracht. Oft sitzt zwischen getretenem Hebel und zu bewegender Welle noch eine Fliehkraftkupplung.

Besonders Zweitaktmotoren neigen dazu, bei Start in die falsche Richtung anzulaufen. Dann schlägt der Hebel gegen den Fuß zurück, was schmerzhafte Prellungen verursachen kann. Diese Erscheinung trat jedoch nur bei frühen oder unausgereiften Konstruktionen auf.

Insbesondere bei größeren Einzylinder-Viertaktmotoren (z. B. den MZ-Modellen mit Rotax-Motor) ist viel Kraft notwendig, um diese über den oberen Totpunkt zu drehen. Zur Erleichterung existiert bei vielen Maschinen ein Mechanismus („Ventilausheber“), der ein Auslassventil öffnet und so den Kompressionsdruck verringert. Der Mechanismus wird meist über einen Seilzug betätigt, der mit dem Kickstarter oder einem zusätzlich zu betätigenden Dekompressionshebel („Dekohebel“) verbunden sein kann.

Aus den Mopeds entwickelten sich Ende der 1950er-Jahre die Mokicks, die statt Pedalen über Fußrasten und Kickstarter verfügten. Das erste Mokick war die Jawa 50, an der ab 1956 der Kickstarter zum Einsatz kam.

Literatur [Bearbeiten]

  • Peter A. Wellers, Hermann Strobel, Erich Auch-Schwelk: Fachkunde Fahrzeugtechnik. 5. Auflage, Holland+Josenhans Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-7782-3520-6.