Kinder- und Jugendparlament

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Kinder- und Jugendparlament Berlin Charlottenburg- Wilmersdorf im Juni 2011
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Ein Kinder- und Jugendparlament, -(stadt)rat oder -forum stellt eine konkrete Umsetzung von Jugendpartizipation dar.

Ein dem Jugendrat Remscheid gewidmetes Wandgemälde (Ausschnitt)

In Jugendparlamenten nehmen Vertreter Interessen für Kinder und Jugendliche gegenüber den jeweiligen Gemeinden wahr. Dabei werden Fragen zur Schulhofgestaltung, zu Radwegen oder Freizeitanlagen ebenso behandelt wie auch Probleme des Umweltschutzes. Mögliche Lösungsvorschläge werden in Form von Anträgen den Politikern vorgelegt. Es ist auch möglich, dass das Jugendparlament einen eigenen Etat zur Verfügung hat, über den es frei verfügen kann.

Dagegen ist ein Kinder- und Jugendforum eine niedrigschwellige partizipatorische Form eines Jugendparlamentes. Hierbei kann jeder Jugendliche sich in Projektgruppen beziehungsweise Arbeitsgruppen engagieren und selbst solche gründen.

Der Vorteil von gewählten Räten oder Parlamenten besteht in der Möglichkeit einer langfristigen und wirklich verbindlichen Arbeit. Außerdem erhalten Kinder und Jugendliche einen Einblick in die Politik der Erwachsenen. Nachteilig sind der aufwendige Wahlvorgang und die Tatsache, dass nicht jedem die Möglichkeit gegeben ist, sich zu beteiligen.

Staaten[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Jugendräte oder Ähnliches sind seit den 1980er-Jahren in Deutschland und anderen europäischen Ländern verstärkt gefördert worden. Als geläufige Form der Jugendpartizipation haben sie sich aber noch nicht durchgesetzt.

Beispielsweise treffen sich seit 2004 die Jugendgremien aus Nordrhein-Westfalen in Herne. Im sogenannten „Workshop unter Palmen“ (WuP) lernen die Jugendlichen an zwei Tagen verschiedenes zum Thema Jugendpolitik. 2005 ist der erste überregionale Jugendrat entstanden.

2006 wurden die fünf Sprecher des Kinder- und Jugendrates NRW gewählt. Diese leiteten die erste Sitzung im Januar 2007 im Familienministerium. Minister Armin Laschet eröffnete die rund dreistündige Sitzung, an der viele Jugendgremien mit je zwei Vertretern (ein Stimmberechtigter und ein Vertreter) teilnahmen.

2003 wurde in Berlin das Kinder- und Jugendparlament Charlottenburg-Wilmersdorf gegründet. Zwei Jahre später folgte das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg. Und am 4. April 2014 folgte nun das Kinder- und Jugendparlament Treptow-Köpenick. Die Unabhängigkeit von Erwachsenen sowie die Arbeitsweise variiert stark.

In Bayern wurde bereits mehrfach versucht, einen überregionalen Dachverband zu finden. Hauptinitiatoren waren das Jugendparlament Pfaffenhofen sowie der Jugendrat Dachau. Seit März 2012 besteht der "Verband bayerischer Jugendbeteiligungsplattformen", nachdem eine erneute Initiative aus Pfaffenhofen, einen solchen Verband zu gründen, erfolgreich durchgeführt wurde.[1]

Das Goethe-Institut hat in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern internationale Jugendparlamente organisiert, so in den Jahren 2007/2008 ein deutsch-russisches Jugendparlament[2] und 2010 das Jugendparlament Lateinamerika – Europa – Afrika: ein verbindender Dialog[3].

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz entstehen Kinder- und Jugendräte mit Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit. Die Aufgabe liegt in der Kompetenz der einzelnen Gemeinde und kann nicht vom Kanton vorgegeben werden. Deshalb entstehen unterschiedliche Formen und Gefässe. Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente unterstützt die einzelnen Mitglieder auf freiwilliger Basis.

Auf nationaler Ebene existiert in der Schweiz die Eidgenössische Jugendsession. Sie ist ein jährlich stattfindender Anlass, bei welchem 200 Jugendliche im Bundeshaus politische Forderungen erarbeiten und diese dem Präsidenten oder der Präsidentin des Nationalrates übergeben. Die Forderungen werden den Parlamentskommissionen in der Form von Petitionen weitergeleitet. Die Eidgenössische Jugendsession wird von der Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände organisiert.

Liechtenstein[Bearbeiten]

In Liechtenstein besteht die Jugendbeteiligung Liechtenstein (JUBEL) als Partizipationsmodell für junge Leute im Pflichtschulalter.[4] Um die Lücke zwischen dem Austritt aus der Pflichtschule und dem offiziellen Wahlalter zu schließen, wurde von Jugendlichen ein Jugendrat Liechtenstein gegründet.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pfaffenhofener zum Vorsitzenden der bayerischen Jugendparlamente gewählt Onlineartiekl im Donaukurier vom 19. März 2012; abgerufen: 31. Oktober 2012
  2. Deutsch-russisches Jugendparlament in Wiesbaden und St. Petersburg 2007/2008.
  3. Jugendparlament Lateinamerika – Europa – Afrika. vom 5. bis zum 11. Juli 2010
  4. Über JUBEL abgerufen am 8. August 2013
  5. Unsere Geschichte - Jugendrat Liechtenstein abgerufen am 8. August 2013
  6. Wo gibt es Jugendparlamente? - dsj.ch abgerufen am 6. September 2012