Schleswig-Holstein

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schleswig-Holstein (Begriffsklärung) aufgeführt.
Land Schleswig-Holstein
Land Sleswig-Holsteen (niederdeutsch)
delstat Slesvig-Holsten (dänisch)
Lönj Slaswik-Holstiinj (friesisch)
Flagge Schleswig-Holsteins
Berlin Bremen Bremen Hamburg Niedersachsen Bayern Saarland Schleswig-Holstein Brandenburg Sachsen Thüringen Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Schweiz Bodensee Österreich Luxemburg Frankreich Belgien Tschechien Polen Niederlande Dänemark Bornholm (zu Dänemark) Stettiner Haff Helgoland (zu Schleswig Holstein) Nordsee OstseeKarte
Über dieses Bild
Flagge
Wappen Schleswig-Holsteins
Wappen
Wahlspruch: Up ewig ungedeelt („Auf ewig ungeteilt“)[1]
Sprache: Deutsch (ca. 2,7 Mio.),
Niederdeutsch (ca. 1,3 Mio.),
Dänisch[2] (ca. 65.000[3]),
Friesisch (ca. 10.000),
Romanes (ca. 5000)[4]
Landeshauptstadt: Kiel
Fläche: 15.799,38 (12.) km²
Einwohnerzahl: 2,814 Mio. (31. Oktober 2013)[5]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner pro km²
Arbeitslosenquote: 6,5 % (Juni 2014)[6]
Gründung: 23. August 1946
Schulden: 31,358 Mrd. EUR (31. Dez. 2012)[7]
ISO 3166-2: DE-SH
Website: www.schleswig-holstein.de
Politik
Regierungschef: Torsten Albig (SPD)
Regierende Parteien: SPD, Grüne und SSW
Sitzverteilung im Landesparlament: CDU 22
SPD 22
Grüne 10
FDP 6
Piraten 6
SSW 3
Letzte Wahl: 6. Mai 2012
Nächste Wahl: 2017
Bundesratsstimmgewicht: 4
Bremerhaven (zu Freie Hansestadt Bremen) Niedersachsen Freie und Hansestadt Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Helgoland (zu Kreis Pinneberg) Königreich Dänemark Kreis Nordfriesland Flensburg Kiel Neumünster Lübeck Kreis Herzogtum Lauenburg Kreis Stormarn Kreis Segeberg Kreis Ostholstein Kreis Pinneberg Kreis Steinburg Kreis Dithmarschen Kreis Schleswig-Flensburg Kreis Plön Kreis Rendsburg-EckernfördeSchleswig-Holstein, administrative divisions - de - colored.svg
Über dieses Bild
Das Holstentor in Lübeck ist ein Wahrzeichen von Schleswig-Holstein und eines der bekanntesten Bauwerke der Backsteingotik.

Schleswig-Holstein (niederdeutsch Sleswig-Holsteen, dänisch Slesvig-Holsten, friesisch Slaswik-Holstiinj, Abkürzung SH) ist das nördlichste Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Kiel; die einzige weitere Großstadt ist Lübeck.

Das Land zwischen den Meeren Nord- und Ostsee ist vor dem Saarland das zweitkleinste deutsche Flächenland. Schleswig-Holstein nimmt mit einer Fläche von rund 15.800 km2 Platz 12 unter den 16 deutschen Bundesländern ein und steht bei der Einwohnerzahl mit etwa 2,8 Millionen auf dem neunten Platz.

Das heutige Land ging nach dem Zweiten Weltkrieg aus der preußischen Provinz Schleswig-Holstein hervor. Es grenzt im Norden mit der Bundesgrenze an die dänische Region Syddanmark, im Süden an die Länder Hamburg und Niedersachsen sowie im Südosten an Mecklenburg-Vorpommern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein aus dem All

Geografisch besteht Schleswig-Holstein aus dem südlichen Gebiet der Kimbrischen Halbinsel (Jütland) und einem Teil der Norddeutschen Tiefebene. Es ist eingeschlossen zwischen der Nordsee im Westen, der Ostsee und Mecklenburg-Vorpommern im Osten, Hamburg und Niedersachsen im Süden und Dänemark im Norden. Im Städtchen Nortorf befindet sich der geographische Mittelpunkt Schleswig-Holsteins.

Historisch gesehen besteht das heutige Schleswig-Holstein aus dem südlichen Teil des Herzogtums Schleswig, der Hansestadt Lübeck sowie den beiden Herzogtümern Holstein und Lauenburg. Die Flüsse Eider und Levensau markierten die Grenze zwischen den Herzogtümern Schleswig und Holstein und waren bis 1806 bzw. 1864 (Deutsch-Dänischer Krieg) auch die Nordgrenze des Heiligen Römischen Reiches bzw. des Deutschen Bundes. Nachdem aus den beiden Herzogtümern Schleswig und Holstein die preußische Provinz Schleswig-Holstein gebildet worden war, wurde 1876 das Herzogtum Lauenburg als Landkreis angegliedert. Mit dem „Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen“ (Groß-Hamburg-Gesetz) fielen 1937 der Landesteil Lübeck (Kreis Eutin) des Freistaats Oldenburg, die Hansestadt Lübeck und die vormals Hamburger Exklaven Geesthacht, Großhansdorf und Schmalenbeck an Schleswig-Holstein. Im Tausch dafür gingen die holsteinischen Städte Altona (bis dahin größte Stadt des Landes) und Wandsbek sowie mehrere Landgemeinden, darunter Blankenese, an Hamburg.

Landschaften[Bearbeiten]

Naturlandschaften in Schleswig-Holstein

Die Landschaft Schleswig-Holsteins gliedert sich von West nach Ost in die Marsch, die hohe und niedere Geest und das Schleswig-Holsteinische Hügelland (auch Östliches Hügelland genannt).[8] Diese Landschaft und auch die Geest sind in der letzten Eiszeit als Endmoränenlandschaft entstanden. Weiter östlich befindet sich die ebenfalls zum Land gehörende Insel Fehmarn, welche als Grundmoräne auch aus der letzten Eiszeit hervorging. Größter Fluss des Landes ist die Eider, höchste Erhebung der Bungsberg (168 m).

Landgewinnung hinter dem Deich: Beltringharder Koog an der Westküste
Marschlandschaft auf der Halbinsel Eiderstedt

Die Westküste ist durch das Wattenmeer geprägt, wobei im Norden (Nordfriesland) neben den Nordfriesischen Inseln zahlreiche Halligen vorgelagert sind, die Halbinsel Eiderstedt ins Meer hineinragt. Die Landschaftsnamen der Wiedingharde und der Bökingharde sind heute noch als Bezeichnung von Ämtern erhalten. Südlich davon und schon teilweise in der Geest liegt die Nordergoesharde, die Südergoesharde ist eine reine Geestlandschaft. Zu der Landschaft der Inseln und Halligen gehört ebenfalls die Insel Helgoland.

Südlich von Nordfriesland liegt zwischen Eider- und Elbmündung die Landschaft Dithmarschen, die sich aus den Gebieten Norderdithmarschen und Süderdithmarschen zusammensetzt. Daran schließen dann die Elbmarschen mit der Wilstermarsch und der Kremper Marsch an.

Die ebenfalls sehr fruchtbare Ostküste ist durch Förden und Buchten in die hügeligen Halbinseln Angeln, Schwansen, Dänischer Wohld und Wagrien gegliedert. Die Landschaft um die großen Holsteinischen Seen wird als Holsteinische Schweiz bezeichnet. Die Landschaft der Hüttener Berge liegt im Binnenland an der Grenze zur Geest.

Die Geest selbst konnte aufgrund der für den Ackerbau wenig geeigneten Böden erst spät erschlossen werden – selbst die Versuche der Heide- und Moorkolonisation im 18. Jahrhundert können noch als gescheitert angesehen werden. Entsprechend dünn gesät sind hier die traditionellen Landschaften. Dabei sind besonders die Schleswigsche Geest auf der schon früh für den Verkehr wichtigen Landenge zwischen Schlei und der Eider mit der bereits genannten Südergoesharde und der Landschaft Stapelholm zu nennen. Bei Neumünster liegt der Naturpark Aukrug und östlich von Hamburg die Landschaft Stormarn, deren östlicher Teil heute den Kreis Stormarn bildet. Im Verhältnis zu den anderen Bundesländern ist Schleswig-Holstein waldarm, da die Wälder hier nur rund 10 Prozent der Landesfläche bedecken.[9]

Regionen[Bearbeiten]

Regionen und Flüsse Schleswig-Holsteins
Das Ostholsteinische Hügelland vom Bungsberg aus gesehen
Typische Geestlandschaft in Aukrug

Natur- und Landschaftsschutz[Bearbeiten]

National- und Naturparks in Schleswig-Holstein

Das Land beherbergt mit dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer den größten Nationalpark Mitteleuropas, der zum Teil auch als Biosphärenreservat ausgewiesen ist. Außerdem liegt mit den Naturschutzgebieten „Hohes Elbufer zwischen Tesperhude und Lauenburg“ und „Lauenburger Elbvorland“ als Kerngebieten ein – wenn auch geringer – Teil des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe in Schleswig-Holstein.[10]

Insgesamt wurden in den letzten 80 Jahren durch Landesverordnungen insgesamt 189 Naturschutzgebiete und 275 Landschaftsschutzgebiete festgelegt. Ohne den Nationalpark nehmen die Gebiete 2000 km² ein, wovon etwa 1600 km² Meer- oder Wattgebiete sind. Oft betreuen Naturschutzverbände die Gebiete aufgrund eines Vertrages mit dem Land. Zusätzlich bestehen sechs Naturparks: Naturpark Schlei, Naturpark Hüttener Berge, Naturpark Westensee, Naturpark Aukrug, Naturpark Holsteinische Schweiz und Naturpark Lauenburgische Seen. Keiner schließt Meeres- oder Küstengebiete ein. Unmittelbar an den Naturpark Lauenburgische Seen schließt in Mecklenburg-Vorpommern das Biosphärenreservat Schaalsee an.

Eine Besonderheit ist die Haseldorfer Graureiherkolonie, ein Artenschutzgebiet in Haseldorf, Kreis Pinneberg. Sie ist die größte und eine der bedeutendsten Brutkolonien des Graureihers in Schleswig-Holstein.

Siehe auch
Liste der Gewässer in Schleswig-Holstein
Liste von Erhebungen in Schleswig-Holstein
Liste der Naturschutzgebiete in Schleswig-Holstein
Liste der naturräumlichen Einheiten in Schleswig-Holstein
Liste der Naturerlebnisräume in Schleswig-Holstein

Bevölkerung[Bearbeiten]

Daten[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein hat 2,81 Millionen Einwohner, die Bevölkerungsdichte von 179 Einwohnern/km² liegt rund ein Fünftel unter dem Bundesdurchschnitt. Altersaufbau und Geschlechterverteilung entsprechen weitgehend den bundesweiten Verhältnissen. Von den Frauen sind 45,7 % verheiratet, 12,9 % verwitwet und 6,4 % geschieden. Bei den Männern sind es 47,7 %, 2,6 % und 5,4 %. Die Bevölkerung ist geografisch ungleichmäßig verteilt. Neben den kreisfreien Städten ist das Hamburger Umland, insbesondere die Kreise Pinneberg und Stormarn, dicht besiedelt, der Landesteil Schleswig und der Kreis Dithmarschen dagegen vergleichsweise dünn.

Ursprünglich ansässige Bevölkerung[Bearbeiten]

Die historisch angestammte Bevölkerung ist (nieder-)sächsischen, anglischen, jütischen, friesischen und slawischen Ursprungs. Bis zur Völkerwanderung war das nördliche Schleswig-Holstein noch von den Angeln besiedelt. Hiervon zeugt noch heute die Landschaftsbezeichnung Angeln. In der Wikingerzeit siedelten im mittleren und östlichen Schleswig Dänen, im westlichen Schleswig Friesen, im mittleren und südwestlichen Holstein Sachsen und im Osten Holsteins und Lauenburgs die slawischen Stämme der Wagrier und Polaben [11].

Minderheiten[Bearbeiten]

In Schleswig-Holstein lebt eine dänische (im Landesteil Schleswig), eine friesische (an der nordfriesischen Küste und auf den Inseln) und eine traditionelle Minderheit der Sinti und Roma (vor allem in den Großstädten Kiel und Lübeck sowie im Hamburger Umland). Diese Minderheiten stehen unter besonderem Schutz der schleswig-holsteinischen Landesverfassung nach Art. 5; ihre Minderheitensprachen stehen wie das Plattdeutsche unter dem Schutz nach der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen.

Flüchtlinge und Vertriebene[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein nahm von allen westdeutschen Ländern während und nach dem Zweiten Weltkrieg, bezogen auf die eigene Einwohnerzahl, am meisten Flüchtlinge bzw. Vertriebene auf. Diese stammten überwiegend aus Hinterpommern und Ostpreußen. So wuchs die Bevölkerung zwischen 1944 und 1949 um 1,1 Millionen. Die Integration der Flüchtlinge war vor allem in ländlichen Regionen von Konflikten geprägt.

Zuwanderung aus dem Ausland[Bearbeiten]

Wegen der geografisch abgeschiedenen Lage und der eher schwachen Wirtschaftsentwicklung hat Schleswig-Holstein unter den westdeutschen Ländern den niedrigsten Anteil von Ausländern. (1999: 5,1 %). Von den 140.000 hier lebenden Ausländern kommen gut drei Viertel aus Europa, davon 22 % der gesamten Ausländer aus den alten Ländern der Europäischen Union. Die größte Gruppe aller Ausländer kam (2012) mit 30.000 aus der Türkei, die zweitgrößte stammte mit 15.400 Personen aus Polen.[12]

Geschichte[Bearbeiten]

„Nur drei Menschen haben die schleswig-holsteinische Geschichte begriffen – Prinzgemahl Albert, der ist tot; ein deutscher Professor, der ist wahnsinnig geworden; und ich, nur habe ich alles darüber vergessen.“

Henry John Temple, 3. Viscount Palmerston, britischer Premierminister[13]
Megalithanlagen
Siedlungsgebiete zwischen 800 und 1100 im heutigen Schleswig-Holstein

Besiedlung und Entstehung von Schleswig und Holstein[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein wurde nach der letzten Eiszeit von Jägern und Sammlern besiedelt. Ab etwa 4000 v. Chr. kamen Ackerbauern ins Land, die zwischen 3500 und 2800 Megalithanlagen errichteten, von denen nur noch über 100 erhalten sind. Vermutlich bereits seit der Bronzezeit führte der Ochsenweg durch das Land, der in historischen Zeiten dem Handel der nordjütischen Viehbestände diente.

In der Zeit der Völkerwanderungen verließen zahlreiche der zu den Germanen zählenden Volksgruppen das Land, so wanderten zwischen dem 3. und dem 5. Jahrhundert die Angeln aus dem gleichnamigen Gebiet nördlich der Schlei nach Britannien aus, wo sie sich mit anderen Völkern zu den Angelsachsen vereinigten und namensgebend für das spätere England wurden. Schleswig-Holstein war zu der Zeit sehr gering besiedelt.

Bis zum frühen Mittelalter entwickelten sich im heutigen Schleswig-Holstein vier Völker- und Sprachgruppen: Im nördlichen Teil bis zu einer Linie EiderTreeneEckernförde germanische Jüten[14] und nordgermanische Dänen, im nordwestlichen Teil seit dem 7. Jahrhundert westgermanische Friesen, im östlichen Teil slawische Abodriten, im südwestlichen Teil bis zur Linie Eider – KielPreetzEutinElbe westgermanische Sachsen, deren Stamm der Holsten später namensgebend für den südlichen Landesteil Holstein wurden.

Nach der Auswanderungswelle der Angeln drangen dänische und jütische Siedler nordöstlich ins Land vor. Sie gründeten um 770 mit Haithabu einen der bedeutendsten Handelsplätze des frühen Mittelalters und errichteten mit dem Danewerk einen Schutzwall gegen die Sachsen. Im Zuge der Sachsenkriege kam der südliche Teil des Landes unter den Einfluss des Frankenreichs. Zwischen 768 und 811 kam es immer wieder zu Konfrontationen zwischen dem König des Frankenreiches und späteren christlichen Kaiser Karl dem Großen und den heidnischen Nordgermanen, in deren Zuge auch das Danewerk ausgebaut wurde. 811 wurde in einem Friedensvertrag die Eider als Grenze zwischen dem Karolinger- und dem Dänenreich festgeschrieben.

Mit der zunehmenden Besiedlung im 12. und 13. Jahrhundert verlor die Eidergrenze ihre tatsächliche Bedeutung als Trennungslinie, sie blieb aber bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 bzw. bis 1864 als Grenze zwischen Schleswig und Holstein bestehen. Bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs 1900 war sie zudem eine juristische Grenze, da in Schleswig bis zu diesem Zeitpunkt noch das Jütische Recht Dänemarks galt. Ab 1111 wuchs beiderseits der Eider die Eigenständigkeit, aus der die Herzogtümer Schleswig und Holstein (damals noch als Grafschaft) hervorgingen. Zugleich wurden zwischen den beiden Gebieten immer engere politische und wirtschaftliche Verbindungen geknüpft.

Herrschaft der Schauenburger[Bearbeiten]

Im frühen 13. Jahrhundert versuchte der dänische König, auch Holstein in sein Reich zu integrieren, er scheiterte nach anfänglichen Erfolgen jedoch 1227 in der Schlacht von Bornhöved am Widerstand norddeutscher Fürsten.

Ab 1250 entwickelte sich die Hanse zu einem bedeutenden Macht- und Wirtschaftsfaktor und Lübeck wurde zu einer der bedeutendsten Städte Nordeuropas. Ab 1386 zeigten sich Schleswig und Holstein erstmals vereint im Wappen, als die Schauenburger Grafen Schleswig als dänisches Lehen erhielten und so die südliche Grafschaft und das nördliche Herzogtum unter einem Landesherrn banden.[15] Nachdem holsteinische Grafen im 14. Jahrhundert ihren Einfluss weit nach Jütland hinein ausdehnen konnten, gelang es Margrete I. um 1400, wieder die dänische Lehnshoheit in Schleswig zu erlangen. Aber auch sie musste die Besitzansprüche der holsteinischen Adligen in Schleswig anerkennen.

Durch zahlreiche Erbteilungen und Heimfälle ist die Territorialgeschichte Schleswigs und Holsteins sehr verwickelt. Der Dynastie der Schauenburger gelang es jedoch, eine schleswig-holsteinische Herrschaft zu errichten, sodass im Spätmittelalter von Schleswig-Holstein als einem faktisch zusammenhängenden Territorium gesprochen werden kann. 1474 wurde aus der Grafschaft Holstein das gleichnamige Herzogtum.

Schleswig-Holstein 1559
Schleswig-Holstein um 1650; die Herzogtümer sind einem Flickenteppich gleich in zahlreiche Hoheitsgebiete aufgeteilt, von denen die königlichen und die herzoglichen Anteile sowie die gemeinschaftlich regierten Güterbezirke die größte Fläche einnehmen

Dänische Vorherrschaft[Bearbeiten]

1460 wählte die Schleswig-Holsteinische Ritterschaft nach dem Aussterben der Schauenburger in direkter Linie den dänischen König Christian I. aus dem Haus Oldenburg zum Landesherrn, er war ein Neffe des letzten Schauenburgers Adolf VIII. Die im Vertrag von Ripen beschlossene Regelung bestimmte für die Herzogtümer, „dat se bliven ewich tosamende ungedelt“ (dass sie ewig ungeteilt zusammenbleiben), eine Satzung, die schon bald gebrochen wurde. Der dänische König regierte Schleswig und Holstein nicht in seiner Eigenschaft als König, sondern als Herzog der beiden Gebiete, wobei das Herzogtum Schleswig ein königlich-dänisches Lehen blieb, während das Herzogtum Holstein zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte und damit ein Reichslehen war. Christian I. und seine Nachfolger auf dem Thron waren demnach dänische Könige und deutsche Reichsfürsten in Personalunion. Die dänische Vorherrschaft bestand bis 1864.

Christian III. führte 1542 mit der Kirchenordnung von Johannes Bugenhagen die Reformation ein. Schon 1544 brach der König den Vertrag von Ripen und übergab Teile der schleswig-holsteinischen Herzogtümer an seine jüngeren Halbbrüder Johann und Adolf I., wodurch die Teilherzogtümer Schleswig-Holstein-Gottorf und Schleswig-Holstein-Hadersleben entstanden. 1564 übergab sein Sohn, König Friedrich II., ebenfalls Teile seines Besitzes in den Herzogtümern an seinen Bruder Johann, womit ein weiteres Teilherzogtum in Schleswig-Holstein entstand, das Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg. Dieses Mal verweigerten die Stände ihre Zustimmung zum erneuten Bruch des Vertrags von Ripen und versagten ihm die Huldigung, sodass der Herzog von Sonderburg zum ersten der Abgeteilten Herren ohne Regierungsrechte wurde. Der Sonderburger Anteil zerfiel im Folgenden in zahlreiche abgeteilte Duodezherzogtümer. Das Haderslebener Herzogtum wurde aufgrund fehlender männlicher Erben schon 1580 wieder aufgelöst, das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf jedoch entwickelte sich zu einem bedeutenden politischen und kulturellen Machtfaktor. Unter den Gottorfer Herzögen wurden unter anderem die Schlösser von Husum, Reinbek und Tönning errichtet, die Schlösser von Kiel und Gottorf erneuert und vergrößert und außerdem die Universität Kiel gegründet. Weiter stellte die Familie die Fürstbischöfe von Lübeck.

Der Gegensatz zwischen königlichem Anteil und herzoglichem – also Gottorfschem – Anteil prägte die Politik der Herzogtümer der nächsten zwei Jahrhunderte. Die Verwaltungsgebiete der einzelnen Herrschaftsbereiche, die sogenannten Ämter, Harden und Landschaften, wurden unter anderem nach der Höhe der Steuerkraft aufgeteilt, sodass weder der königliche noch der herzogliche Anteil über vollständig zusammenhängende Gebiete verfügten und Schleswig-Holstein sich in einen Flickenteppich kleinerer Einheiten gliederte. Während der herzogliche Anteil direkt durch die Gottorfer Linie aus dem namensgebenden Schloss Gottorf regiert wurde, setzte das dänische Königshaus stellvertretend für die Verwaltung seines Anteils die sogenannten Statthalter ein. Einen Ausnahmestatus hatten die Güterbezirke inne, weitgehend selbständige Bereiche, die sich zumeist im Besitz der uradeligen Familien befanden und die abwechselnd unter königlicher und herzoglicher Oberhoheit standen. Die Güter standen in hoher wirtschaftlicher Blüte, und der Landadel erlebte in dieser Epoche Schleswig-Holsteins sein „Goldenes Zeitalter“.[16] Weitere Sonderrollen im schleswig-holsteinischen Staatsgefüge hatten das Fürstbistum Lübeck, die Grafschaft Holstein-Pinneberg und die hieraus hervorgehende Grafschaft Rantzau, das erst 1559 eroberte Dithmarschen sowie das damals noch nicht zu Holstein zählende Herzogtum Sachsen-Lauenburg.

Während im Süden des Reiches 1618 der Dreißigjährige Krieg ausbrach, blieben Schleswig und Holstein vorerst von Kampfhandlungen verschont und erlebten, bedingt durch die ertragreiche Agrarwirtschaft, eine Hochphase. 1625 griff Dänemark in die Kriegshandlungen ein, wodurch sich die Kampfhandlungen ab 1627 auch in die Herzogtümer verlagerten. Besonders die Festungen in Holstein, wie Krempe, Glückstadt und Breitenburg, waren Ziel der Angriffe. Der Dreißigjährige Krieg in Schleswig und Holstein endete 1629 vorerst mit dem Frieden von Lübeck. Die Herzogtümer, die bisher weniger schwer verwüstet waren als andere Landstriche des Deutschen Reiches, erholten sich in der Folge, bis sie ab 1643 durch den Torstenssonkrieg erneut in die Kampfhandlungen eingezogen und verwüstet wurden.[17]

Im Laufe des 17. Jahrhunderts führte der Gegensatz zwischen herzoglichem und königlichem Anteil zu zunehmenden Konflikten zwischen beiden Parteien. Das Gottorfer Herzogtum forderte größere Souveränität und wandte sich von Dänemark ab und stattdessen dem Königreich Schweden zu. Dies gipfelte zum Ende des Jahrhunderts in einer mehrfachen Besetzung des herzoglichen Anteils durch Dänemark. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts brach der Große Nordische Krieg aus. Gottorf stand auf der Seite Schwedens, was nach der Niederlage des Königsreichs 1713 zu einer vollständigen Annektierung des herzoglichen Anteils in Schleswig durch Dänemark führte. Das einstige Gottorfer Herzogtum verfügte im Folgenden nur noch über die Besitzungen in Holstein, die Annexion wurde 1720 im Frieden von Frederiksborg als rechtmäßig erklärt.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts bemühte sich Dänemark, sein Herrschaftsgebiet zu einen und den sogenannten Gesamtstaat zu vollenden. Die zahlreichen Teilherzogtümer Schleswig-Holsteins, die aus dem Sonderburger Anteil hervorgegangen waren, wurden im Falle eines ausbleibenden Erben bereits nicht mehr als neues Lehen vergeben, sondern dem dänischen Königreich zugeführt. Nachdem der Gottorfer Anteil in Holstein durch Erbgänge in Personalunion mit dem russischen Zarentitel vereinigt wurde, wurde 1773 der Vertrag von Zarskoje Selo ausgehandelt, durch den Schleswig und Holstein fast ganz unter die Herrschaft des dänischen Königs gerieten. 1779 wurde mit Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (ältere Linie) das letzte abgeteilte Herzogtum aufgelöst. Eine gewisse Eigenständigkeit blieb jedoch erhalten, als die Verwaltung der Herzogtümer in einer gesonderten Deutschen Kanzlei in Kopenhagen konzentriert war und 1789 eine eigene Währung eingeführt wurde (siehe Schilling Schleswig-Holsteinisch Courant, Schleswig-Holsteinische Speciesbank).

Denkmal in Hohenlockstedt

Nationalismus und deutsche Einigungskriege[Bearbeiten]

Im Jahre 1800 befand sich ganz Schleswig-Holstein – mit Ausnahme des Fürstentums Lübeck und des zu dieser Zeit noch eigenständigen Herzogtums Sachsen-Lauenburg – unter dänischer Verwaltung. Die Stadt Altona, heute ein Bezirk Hamburgs, galt als zweitgrößte Stadt des Königreichs nach Kopenhagen. Zum Ende der Napoleonischen Kriege fand sich Dänemark mit zerrütteten Finanzen auf der Seite der Verlierer. In Bruch gegebener Versprechungen wurde die eigene Währung Opfer des dänischen Staatsbankrotts 1813; eine neue, in den Herzogtümern rigoros eingetrieben Zwangssteuer brachte zusätzlichen Unmut. Der sowohl in Dänemark als auch in Deutschland aufkommende Nationalismus führte zu einem Gegensatz hinsichtlich der Zugehörigkeit der sogenannten Elbherzogtümer, der in zwei Kriegen mündete. Umstritten war dabei nicht das ausschließlich deutsch besiedelte Holstein, das ja seit dem frühen Mittelalter zum Heiligen Römischen Reich und nach 1815 auch zum Deutschen Bund gehörte und lediglich vom dänischen König regiert wurde, sondern das Herzogtum Schleswig. Sowohl in Deutschland wie in Dänemark wurde das Land von den national gesinnten Liberalen zur Gänze beansprucht, obwohl es in einen überwiegend dänischsprachigen und dänischgesinnten Norden und einen überwiegend deutschsprachigen und deutschgesinnten Süden geteilt war.

In dem Sylter Nordfriesen Uwe Jens Lornsen fand der deutschsprachige und deutschgesinnte Süden Schleswigs 1830 einen ersten wortgewaltigen Fürsprecher; er und seine Mitstreiter schrieben oft „Schleswigholstein“, um die Zusammengehörigkeit der beiden Gebiete auch in der Schreibweise auszudrücken. Ab 1840 versuchten sowohl deutsche als auch dänische Nationalliberale verstärkt in Schleswig Einfluss zu gewinnen, sodass sich ein Konflikt abzeichnete. Dieser brach im Zusammenhang mit der Märzrevolution 1848 offen aus: In Kiel wurde eine provisorische Regierung ausgerufen, die die Aufnahme eines vereinten Schleswig-Holsteins in den Deutschen Bund verlangte, während gleichzeitig in Kopenhagen eine nationalliberale Regierung ernannt wurde, der mehrere sogenannte Eiderdänen angehörten, deren Ziel die verfassungsmäßige Eingliederung Schleswigs in das Dänische Reich und die Trennung des Gebiets vom unbestritten deutschen Holstein war.

Die Unvereinbarkeit beider Forderungen führte zur Schleswig-Holsteinischen Erhebung, in der die deutschgesinnten Schleswig-Holsteiner (vergeblich) versuchten, die dänische Oberhoheit zu beenden. Nach dem Willen der deutschen Nationalliberalen sollte auch Schleswig Mitglied des Deutschen Bundes werden und vereint mit Holstein ein souveräner Staat unter Regierung des Augustenburger Herzogs Christian August sein. Nach deutscher Auffassung galt das salische Recht auch in Schleswig, womit der Augustenburger Herzog legitimer Erbe in beiden Herzogtümern gewesen wäre, nachdem der dänische König und Herzog Friedrich VII. keine Nachkommen hatte. Nach dänischer Auffassung könnte der Herzog von Augustenburg als Thronerbe in Holstein gelten, jedoch nicht in Schleswig, wo nach dänischem Recht auch die Erbfolge durch die weibliche Linie bestand.

Zunächst wurde die schleswig-holsteinische Erhebung von der Paulskirchenversammlung unterstützt, doch auf Druck der europäischen Großmächte zogen sich die preußischen Armeen und die Bundestruppen zurück und überließen die selbsternannte Kieler Regierung ihrem Schicksal. Der dänische Sieg bei Idstedt 1850 beendete vorerst die deutschen Hoffnungen auf ein deutsches Schleswig-Holstein, der status quo ante wurde wiederhergestellt – auch auf internationalen Druck. Am 2. Juli 1850 wurde schließlich der Frieden von Berlin zwischen dem Deutschen Bund und Dänemark geschlossen. Eine Antwort auf die Schleswig-Holsteinische Frage konnte jedoch nicht gefunden werden.

Schleswig-Holstein 1898

Im dänischen Gesamtstaat herrschte seit Einführung des Grundgesetzes 1849 eine konstitutionelle Monarchie im Königreich und Absolutismus in Holstein, jedoch mit einem gemeinsamen Staatsrat, was die Gesetzgebung erschwerte. Dänemark verabschiedete im November 1863 eine Verfassung, die neben den einzelnen Verfassungen des Königreichs und des Herzogtums Schleswigs für die gemeinsamen Angelegenheiten der beiden gelten sollte. Da die Friedensbestimmungen von 1851 damit gebrochen waren, ergriff der preußische Kanzler Bismarck die Chance, die schleswigsche Frage im deutschen Sinne zu lösen. Nach der Verstreichung eines sehr kurzen Ultimatums erklärten Preußen und Österreich Dänemark den Krieg. Den Deutsch-Dänischen Krieg konnten Preußen und Österreich im April 1864 für sich entscheiden. Verhandlungen über eine Teilung Schleswigs führten nicht zu einer Lösung, so dass Schleswig und Holstein von den Siegern zunächst gemeinsam als Kondominium verwaltet wurden. Nach der Gasteiner Konvention 1865 kamen Schleswig und Lauenburg unter preußische Verwaltung, Holstein unter die Österreichs. Nur kleine Teile im Norden Schleswigs blieben dänisch: die Insel Ærø, sieben Kirchspiele südlich von Kolding und ein Streifen um Ribe; dafür gab Dänemark seine Ansprüche auf die königlichen Enklaven an der schleswigschen Westküste auf.

Nach dem Deutschen Krieg wurde Schleswig-Holstein 1867 als Ganzes eine preußische Provinz. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Hauptzielen der meisten deutschen Schleswig-Holsteiner – Loslösung von Dänemark und Mitgliedschaft als eigenständiges Staatsgebilde innerhalb des Deutschen Bundes – erreichten die Herzogtümer also nur die Loslösung vom dänischen Gesamtstaat, nicht jedoch ihre Unabhängigkeit. 1871 wurde das Deutsche Reich gegründet. Die Schleswig-Holsteinische Frage war ein zentraler Aspekt der Politik Bismarcks, die schließlich zur Reichseinigung führte.

Endgültige Teilung Schleswigs[Bearbeiten]

Abgeschlossen wurde die völkerrechtliche Auseinandersetzung mit Dänemark jedoch erst 1920. Im Prager Frieden 1866 war zwischen Preußen und Österreich auf Intervention Napoleons III. in Artikel 5 eine Volksabstimmung in Nordschleswig vorgesehen gewesen, der zufolge es den Nordschleswigern frei gestanden hätte, sich für Dänemark oder Preußen /Österreich zu entscheiden. Diese Klausel wurde 1879 von den beiden Vertragsparteien einvernehmlich annulliert. Das musste Dänemark widerstrebend zur Kenntnis nehmen.[18] Schon vorher hatte Preußen sich die Herzogtümer als Provinz einverleibt. Dänemark war damit nicht einverstanden gewesen. Die ursprünglich vorgesehene Volksabstimmung in Nordschleswig wurde dann nach dem Ersten Weltkrieg auf Druck und unter Aufsicht der Siegermächte des Ersten Weltkriegs nachträglich vollzogen. Es wurde eine internationale Kommission mit einem englischen, französischen, schwedischen und norwegischen Vertreter gebildet, die die Verwaltung in den Abstimmungsgebieten ausübte. Sie saß in Flensburg, besaß eine neu gebildete Polizei und hatte englische und französische Truppen zu ihrer Unterstützung. Bei der Abstimmung ergab sich eine dänische Mehrheit im nördlichen Landesteil und eine deutsche im südlichen Teil. Der mittlere Stimmbezirk (mit Flensburg) war besonders hart umstritten, entschied sich dann aber deutlich für die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich. Daher wurde am 6. Juli 1920 ein Übertragungsvertrag in Paris geschlossen, der das nördliche Schleswig Dänemark zusprach und den südlichen Teil Deutschland.[19]

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

NSDAP-Ergebnisse bei den Reichstagswahlen
Wahl Schleswig-Holstein Deutsches Reich
1924 (I) 7,4 % 6,6 %
1924 (II) 2,7 % 3,0 %
1928 4,0 % 2,6 %
1930 27,0 % 18,3 %
1932 (I) 51,0 % 37,4 %
1932 (II) 45,7 % 33,1 %
1933 53,2 % 43,9 %

Schleswig-Holstein war eine frühe Hochburg des Nationalsozialismus. Hohe Wahlergebnisse erzielte die NSDAP schon 1928 in Dithmarschen. Die von den Nazis sogenannte Blutnacht von Wöhrden 1929 und der Altonaer Blutsonntag 1932 wurden von der NSDAP überregional zu Propagandazwecken ausgeschlachtet. Bekannte schleswig-holsteinische Autoren zählten zu den geistigen Wegbereitern des Nationalsozialismus: der aus Nordschleswig stammende Julius Langbehn sowie die Dithmarscher Adolf Bartels und – eingeschränkt – Gustav Frenssen.

Es gab einige Außenlager des KZ Neuengamme in Schleswig-Holstein: u. a. das KZ Kaltenkirchen, das KZ-Außenlager Kiel, das KZ Ladelund und das KZ Neustadt in Holstein. Eines der ersten Konzentrationslager war das KZ Wittmoor: Am 10. März 1933 wurden die ersten Häftlinge, mehrheitlich Mitglieder der KPD, dort eingesperrt. Andere frühe (auch als wilde bezeichnete) Konzentrationslager entstanden 1933 in Eutin, Glückstadt, Rickling/Kuhlen, Ahrensbök, Altona und Wandsbek.[20] In der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 wurden Synagogen und Geschäfte von jüdischen Bürgern in Lübeck, Elmshorn, Rendsburg, Kiel, Bad Segeberg, Friedrichstadt, Kappeln und Satrup von SA und SS – unter Duldung oder Mithilfe der Polizei – überfallen und zerstört.[21]

Sowjetische Kriegsgefangene kamen in Schleswig-Holstein in einem erbärmlichen Zustand an, da sie nur unzureichend ernährt wurden. In Heidkaten bei Kaltenkirchen (Herbst 1941 bis April 1944) und Gudendorf (April 1944 bis Kriegsende) wurden Lager eingerichtet, die Gerhard Hoch als „Sterbelager“ bezeichnete. In Gudendorf starben 1944 und 1945 3000 sowjetische Kriegsgefangene.[22] In der Kinderfachabteilung Schleswig wurden zwischen 1939 und 1945 mindestens 216 Kinder ermordet.[23]

Der Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg betraf die dünn besiedelten Landesteile nur wenig. Kiel als Stützpunkt der Kriegsmarine und Standort dreier Großwerften am Ostufer der Förde war jedoch immer wieder (siehe auch Luftangriffe auf Kiel) Angriffsziel von britischen (RAF) bzw. US-amerikanischen (USAAF) Bombern. Der Angriff auf Lübeck durch die RAF Ende März 1942 war das erste Flächenbombardement eines historischen deutschen Großstadtkerns. Bei den Großangriffen der „Operation Gomorrha“ gegen Hamburg im Sommer 1943 wurden auch Orte wie Wedel und Elmshorn auf Schleswig-Holsteiner Gebiet schwer getroffen. Mehrmals direkt angegriffen wurden die Flensburger Werft und die DEA-Raffinerie Hemmingstedt bei Heide. Am 3. Mai 1945 bombardierten RAF-Maschinen irrtümlich die drei in der Neustädter Bucht manövrierunfähig liegenden Schiffe Cap Arcona, Thielbek und Deutschland. Etwa 7000 Menschen starben. Die SS hatte circa 10.000 KZ-Häftlinge auf den Schiffen zusammengepfercht. Höchstwahrscheinlich beabsichtigte die SS, die Häftlinge zu versenken.[24]

Am 7. Mai 1945 wurde um 12:45 Uhr über den Reichssender Flensburg in einer Ansprache von Lutz von Schwerin-Krosigk zum ersten Mal von deutscher Seite das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa verkündet. Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht trat am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr in Kraft. Zu diesem Zeitpunkt war der Großteil Schleswig-Holsteins noch unter der Kontrolle deutscher Truppen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Bereits ab Ende 1944 war Schleswig-Holstein beim „Unternehmen Hannibal“, der Evakuierung von etwa 2,5 Millionen Menschen aus dem Baltikum (Memelland), Ost-/Westpreußen, Pommern und Mecklenburg, Hauptanlaufgebiet von Flüchtlingen und Vertriebenen. Auch Ausgebombte aus den Großstädten Kiel, Lübeck und Hamburg zogen aufs Land. Die Einwohnerzahl, die 1939 noch 1,6 Millionen betragen hatte, stieg bis 1949 auf 2,7 Millionen. Unter allen westdeutschen Flächenländern war in Schleswig-Holstein der Anteil von Flüchtlingen im Vergleich zur eingesessenen Bevölkerung am höchsten.

Zur Jahreswende 1945/46 ernannte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone beratende deutsche Entnazifizierungsausschüsse. Im Massenverfahren wurden 406.500 Menschen entnazifiziert: In die Kategorie I der Hauptschuldigen und die Kategorie II der Schuldigen wurde in Schleswig-Holstein aber niemand eingestuft. 2217 stufte man in die Kategorie III der Belasteten ein; dazu gehörte auch der ehemalige Gauleiter Hinrich Lohse. 66.500 kamen in die Kategorie IV als Mitläufer und 206.000 in die Kategorie V als Entlastete.[25]

Herrenhaus Altenhof: Residenz des Britischen Regional/Land Commissioners.

Nach Kriegsende war Schleswig-Holstein formell noch eine preußische Provinz. Der Christdemokrat Theodor Steltzer, der dem militärischen Widerstand gegen das NS-Regime nahegestanden hatte, wurde im November als Oberpräsident an die Spitze der Verwaltung berufen, später zum ersten Ministerpräsidenten ernannt. Am 26. Februar 1946 trat der erste Landtag zusammen, der noch nicht gewählt, sondern von der Militärregierung ernannt worden war, die sich zunächst vertreten durch ihren „Regional Commissioner for Schleswig-Holstein“, den Luftmarschall im Ruhestand Hugh Vivian Champion de Crespigny, letzte Entscheidungen vorbehielt. Mit der Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946 „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ erhielt das Land Schleswig-Holstein seine rechtlichen Grundlagen. Als Hauptstadt setzte sich Kiel gegen Schleswig durch; Dienstsitz des britischen „Regional“, später „Land Commissioners“ war das sog. Somerset-House in Kiel, Residenz das Herrenhaus Altenhof (bei Eckernförde). Bei der Landtagswahl vom 20. April 1947 wurde erstmals ein Landtag gewählt. Bundesland wurde Schleswig-Holstein mit der 1949 vom Landtag verabschiedeten Landessatzung, die am 12. Januar 1950 in Kraft trat. Erst durch die am 30. Mai 1990 vom Kieler Landtag verabschiedete Verfassungsreform trug diese auch den Namen Landesverfassung.

Am 29. März 1955 wurden die Bonn-Kopenhagener Erklärungen unterzeichnet, in der die Bundesrepublik und Dänemark jeweils für die jeweilige Minderheit der anderen Nationalität auf ihrem Gebiet Schutzrechte vereinbarten und zugleich das freie Bekenntnis jedes Bürgers zu einer Volksgruppe als von Amts wegen nicht bestreitbar und nicht überprüfbar festschrieb. Dieses Abkommen gilt bis heute als Modell für die einvernehmliche Lösung von Minderheitenfragen.

Im Kalten Krieg wurde Schleswig-Holstein aufgrund seiner strategischen Bedeutung für die NATO zu einem Stationierungsschwerpunkt der 1955 gegründeten Bundeswehr. Dem eigens eingerichteten Kommandobereich LANDJUT war mit der 6. Panzergrenadierdivision die personalstärkste NATO-Division unterstellt, die hauptsächlich im nördlichsten Bundesland disloziert war, dazu kamen die Ostseestützpunkte der Bundesmarine. Bis 1959 konnte Werner Heyde, der als ehemaliger Leiter des NS-Euthanasieprogramms zum Massenmörder wurde, unter dem Namen Fritz Sawade als Arzt in Flensburg arbeiten. 1961 benannte der Untersuchungsausschuss in seinem Abschlussbericht achtzehn Personen aus Justiz, Verwaltung und Medizin, die über die wahre Identität Sawades informiert waren.[26]

Polizeieinsatz gegen die Demonstration am Baugelände des Kernkraftwerks Brokdorf, Februar 1981.

Einige der heftigsten Proteste gegen Atomkraftwerke in Deutschland fand von 1976 bis Anfang der 1980er Jahre um die Baustelle des Kernkraftwerks Brokdorf statt. Einschneidendstes Naturereignis in der Landesgeschichte dürfte die Schneekatastrophe am Jahreswechsel 1978/79 gewesen sein.

Den größten Skandal der Nachkriegsgeschichte stellte die Barschel-Affäre im Herbst 1987 dar. Dieser Skandal erfuhr dann 1993 noch eine Fortsetzung mit der Schubladen-Affäre, in deren Folge Björn Engholm als Ministerpräsident zurücktrat und mit Heide Simonis als Nachfolgerin erstmals eine Frau an der Spitze eines Bundeslandes stand. Zuletzt rückte Schleswig-Holstein in den Mittelpunkt des Interesses, als im März 2005 die Wiederwahl von Simonis im Landtag spektakulär scheiterte. Die anschließende Große Koalition unter Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen (CDU) hielt nur bis Juli 2009. Die Neuwahlen im September 2009 führten am 27. Oktober 2009 zur Bildung einer schwarz-gelben Koalition unter dem alten und neuen Ministerpräsidenten Carstensen getragen.

Mit Entscheidung vom 29. August 2010 hat jedoch das Landesverfassungsgericht Schleswig-Holsteins das der Landtagswahl zugrundeliegende Landeswahlgesetz für verfassungswidrig erklärt. Dem Landtag wurde daraufhin angeordnet, bis zum Mai 2011 ein neues Gesetz zu beschließen. Ferner wurden Neuwahlen bis spätestens September 2012 angeordnet.[27]

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai 2012 kam es erstmals unter der Führung von Torsten Albig zur sogenannten Dänen-Ampel aus SPD, B’90/Grüne und SSW.

Sprachen[Bearbeiten]

Allgemeine[28] Amtssprache ist Deutsch, wobei juristisch unklar ist, ob damit nur die hochdeutsche Sprache gemeint ist oder auch das Niederdeutsch.[29] Die Niederdeutsche Sprache, meist als Plattdeutsch bezeichnet, ist (zumindest) nach der europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen als Regionalsprache gemäß Teil III der Charta, die dänische Sprache (meist in Form des Sydslesvigdansk) und die friesische Sprache (in den Dialekten des Nordfriesischen) als Minderheitensprachen gemäß Teil III sowie Romanes als Minderheitensprache gemäß Teil II der Charta im Land Schleswig-Holstein anerkannt. In grenznahen Gemeinden zwischen Niebüll und Flensburg wird daneben noch Südjütisch (Plattdänisch) gesprochen, das allgemein als Dialekt der dänischen Sprache angesehen wird, darüber hinaus im Flensburger Raum Petuh, teilweise auch Missingsch. Damit ist Schleswig-Holstein das an traditionell gesprochenen Sprachen reichste Land. Als ausgestorben gelten hingegen die einst in Friedrichstadt gesprochene niederländische Sprache und das in einzelnen Städten bis zur Nazizeit teilweise gesprochene Jiddisch; wie hoch der Anteil der Jiddischsprecher unter den heute wieder knapp 2000 Bewohnern jüdischen Glaubens ist, ist unbekannt.[30]

Anteile der Sprachen: Deutsch ca. 2,7 Millionen Einwohner, Niederdeutsch ca. 1,3 Millionen, Dänisch (Standarddänisch, Sydslesvigdansk und Sønderjysk) ca. 65.000[31], Friesisch ca. 10.000, Romani ca. 5000.[32]

Nach Annahme des Friisk Gesäts durch den Landtag im Jahr 2004 gilt im Kreis Nordfriesland und auf Helgoland (Kreis Pinneberg) friesisch als Amtssprache. Im Kreis Nordfriesland finden sich so auch zweisprachige Ortsschilder; zum Beispiel wird dem Besucher von Niebüll die Stadt auch als Naibel angekündigt.

Der Südosten des Landes war bis ins 12. Jahrhundert von slawischen Völkern besiedelt, was sich heute noch an einigen slawischstammigen Ortsnamen erkennen lässt (zum Beispiel Lübeck, Laboe, Eutin, Preetz, Ratzeburg).

Religion[Bearbeiten]

Religionszugehörigkeit in Prozent

Christentum[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein ist ein protestantisch geprägtes Land. 2006 gehörten 54,3 % der Bevölkerung der evangelischen Kirche an, 6,1 % waren 2007 römisch-katholisch. Über 39 % der Bürger gehören keiner der großen Religionsgemeinschaften an.[33]

Die evangelischen Freikirchen zählen etwa 15.000 Mitglieder. Die Evangelisch-reformierte Kirche ist mit einer einzelnen Gemeinde in Lübeck, die Remonstranten mit einer Gemeinde in Friedrichstadt vertreten.

Evangelisch-Lutherische Kirchen[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Landeskirche ist seit dem 27. Mai 2012 die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, kurz „Nordkirche“. Sie ist aus der Nordelbischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Evangelischen Kirche hervorgegangen, nachdem es einen längeren Fusionsprozess gegeben hatte,[34] der in einem am 5. Februar 2009 unterzeichneten Fusionsvertrag mündete. Im Gebiet Schleswig-Holsteins gibt es zwei Sprengel: Schleswig und Holstein sowie Hamburg-Lübeck, an deren Spitze jeweils ein Bischof beziehungsweise eine Bischöfin steht. Auch die Nordelbische Kirche war bereits ein 1977 gegründeter Zusammenschluss, in dem die bis dahin drei evangelisch-lutherischen Landeskirchen in Schleswig-Holstein aufgegangen waren.

Neben der norddeutschen Landeskirche bestehen in Schleswig-Holstein auch Gemeinden der altkonfessionell verfassten Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche und im Norden des Landes der Dänischen Kirche in Südschleswig. Die Dänische Kirche in Südschleswig umfasst etwa 6.500 Mitglieder.[35]

Katholische Kirchen[Bearbeiten]

Die Gemeinden der Römisch-Katholischen Kirche in Schleswig-Holstein unterstehen dem Erzbistum Hamburg. Neben der Römisch-Katholischen Kirche gibt es auf der nordfriesischen Insel Nordstrand zudem eine altkatholische Gemeinde[36]

Evangelische Freikirchen[Bearbeiten]

Unter den in Schleswig-Holstein vertretenen evangelischen Freikirchen sind Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), Methodisten, Mennoniten, Freie evangelische Gemeinden, die Heilsarmee, Siebenten-Tags-Adventisten und mehrere Pfingstgemeinden zu nennen. Schon im 16. Jahrhundert bildeten sich auf Eiderstedt erste Mennonitengemeinden. Die erste Baptistengemeinde Schleswig-Holsteins gründete sich im Februar 1849 im holsteinischen Pinneberg.[37]

Neuapostolische Kirche[Bearbeiten]

In der Neuapostolischen Kirche zählt Schleswig-Holstein mit zum Apostelbereich Hamburg und umfasst auf schleswig-holsteinischem Territorium fünf Bezirke mit ca. 10.000 Mitgliedern.

Judentum[Bearbeiten]

Ungefähr 1900 Bewohner des Landes sind Mitglieder[38] in jüdischen Gemeinden. Die jüdischen Gemeinden verteilen sich auf zwei Landesverbände: die eher orthodox geprägte Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein und den eher liberalen Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein.

Islam[Bearbeiten]

25.000 Schleswig-Holsteiner bekennen sich zum Islam. Größte Moschee im Lande ist die Centrum-Moschee Rendsburg.

Staatsaufbau[Bearbeiten]

Verfassung[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein ist laut Artikel 1 seiner Verfassung vom 12. Januar 1950 ein Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland. In der Folge der Barschel-Affäre 1987 wurden vom Untersuchungsausschuss strukturelle Änderungen angeregt. Eine eingesetzte Enquete-Kommission erstellte Vorschläge zu einer Verfassungs- und Parlamentsreform und legte 1989 ihren Schlussbericht vor. Daraufhin wurde die Verfassung geändert und auch von Landessatzung in Landesverfassung umbenannt. Sie wurde am 30. Mai 1990 vom Landtag verabschiedet. Die Verfassung enthält seitdem auch Staatszielbestimmungen, z. B. den Minderheitenschutz der friesischen und der dänischen Volksgruppe im Land (Art. 5), die Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau (Art. 6), den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Art. 7) oder Schutz und Förderung der Kultur einschließlich der plattdeutschen Sprache (Art. 9).

Im Vergleich zu anderen deutschen Landesverfassungen hat die Verfassung weitreichende Elemente der direkten Demokratie. Wie in allen anderen deutschen Ländern geht die Staatsgewalt vom Volke aus, das heißt, das Volk bekundet seinen Willen in Wahlen und Abstimmungen im Lande, in den Gemeinden und den Gemeindeverbänden.

Die Verfassung verliert vorbehaltlich anderweitiger bundesgesetzlicher Regelung ihre Geltung an dem Tag, an dem eine Neugliederung des Bundesgebietes in Kraft tritt.

Landtag[Bearbeiten]

Landeshaus Kiel mit Plenarsaal
Hauptartikel: Landtag Schleswig-Holstein

Der Landtag Schleswig-Holstein ist das vom Landesvolk gewählte oberste Organ der politischen Willensbildung und führt somit die legislative Gewalt aus. Der Landtag wählt die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten. Der Landtag besteht in der Regel (ohne Überhangmandate) aus 69 Abgeordneten (siehe Tabelle). Sie werden nach einem Verfahren gewählt, das die Persönlichkeitswahl mit den Grundsätzen der Verhältniswahl verbindet.

Landesregierung[Bearbeiten]

Justizministerium Schleswig-Holstein in Kiel

Die Landesregierung ist im Bereich der vollziehenden Gewalt oberstes Leitungs-, Entscheidungs- und Vollzugsorgan. Sie besteht aus der Ministerpräsidentin oder dem Ministerpräsidenten und den Landesministerinnen und Landesministern.

Die Ministerpräsidentin oder der Ministerpräsident wird vom Landtag ohne Aussprache gewählt. Sie oder er beruft und entlässt die Landesministerinnen und Landesminister und bestellt aus diesem Kreis für sich eine Vertreterin oder einen Vertreter. Zur Ministerpräsidentin oder zum Ministerpräsidenten ist gewählt, wer die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Landtages auf sich vereinigt (absolute Mehrheit). Erhält im ersten Wahlgang niemand diese Mehrheit, so findet ein neuer Wahlgang statt. Kommt die Wahl auch im zweiten Wahlgang nicht zustande, so ist gewählt, wer in einem weiteren Wahlgang die meisten Stimmen erhält.

Rechtsprechung[Bearbeiten]

Die rechtsprechende Gewalt ist den Richterinnen und Richtern anvertraut; sie wird im Namen des Volkes ausgeübt. Die Richterinnen und Richter sind unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen.

Als kleines Land verfügt Schleswig-Holstein lediglich über ein einziges Oberlandesgericht mit Sitz in Schleswig. Ein eigenes Oberverwaltungsgericht wurde erst 1991 mit dem Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht in Schleswig errichtet. Bis dahin war das OVG Lüneburg aufgrund eines Staatsvertrages zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein gem. § 3 Abs. 2 VwGO als gemeinsames Oberverwaltungsgericht für die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig.

Schleswig-Holstein verfügt als letztes Land erst seit dem 1. Mai 2008 über ein eigenes Landesverfassungsgericht.[39] Zuvor war die Verfassungsgerichtsbarkeit gemäß Artikel 44 der Landesverfassung und gemäß Artikel 99 des Grundgesetzes die Entscheidung von Verfassungsstreitigkeiten innerhalb des Landes dem Bundesverfassungsgericht übertragen.

Direkte Demokratie[Bearbeiten]

Initiative aus dem Volk[Bearbeiten]

Alle Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, den Landtag im Rahmen seiner Entscheidungszuständigkeit mit bestimmten Gegenständen der politischen Willensbildung zu befassen. Einer Initiative kann auch ein mit Gründen versehener Gesetzentwurf zugrunde liegen; er darf den Grundsätzen des demokratischen und sozialen Rechtsstaates nicht widersprechen. Die Initiativen müssen von mindestens 20.000 Stimmberechtigten unterzeichnet sein. Ihre Vertreter haben das Recht auf Anhörung. Initiativen über den Haushalt des Landes, über Dienst- und Versorgungsbezüge sowie über öffentliche Abgaben sind jedoch unzulässig.

Volksbegehren[Bearbeiten]

Stimmt der Landtag dem Gesetzentwurf oder der Vorlage innerhalb einer Frist von vier Monaten nicht zu, so sind die Vertreterinnen und Vertreter der Volksinitiative berechtigt, die Durchführung eines Volksbegehrens zu beantragen. Der Landtag entscheidet nun, ob das beantragte Volksbegehren zulässig ist. Ein Volksbegehren ist dann zustande gekommen, wenn mindestens 5 % der Stimmberechtigten innerhalb eines halben Jahres dem Volksbegehren zugestimmt haben.

Volksentscheid[Bearbeiten]

Ist ein Volksbegehren zustande gekommen, so muss innerhalb von neun Monaten über den Gesetzentwurf oder die andere Vorlage ein Volksentscheid herbeigeführt werden. Der Landtag kann einen eigenen Gesetzentwurf oder eine andere Vorlage zur gleichzeitigen Abstimmung stellen. Ein Volksentscheid findet nicht statt, wenn der Landtag das Gesetz schon verabschiedet hat, sodass ein Volksentscheid überflüssig geworden ist und wenn das Bundesverfassungsgericht auf Antrag des Landtages oder der Landesregierung das Volksbegehren als verfassungswidrig eingestuft hat.

Der Gesetzentwurf oder die andere Vorlage ist durch Volksentscheid angenommen, wenn die Mehrheit derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, jedoch mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten, zugestimmt hat. Eine Verfassungsänderung durch Volksentscheid bedarf der Zustimmung von zwei Dritteln derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, jedoch mindestens die Hälfte der Stimmberechtigten. In der Abstimmung zählen nur die gültigen Ja- und Nein-Stimmen.

Gesetzgebung[Bearbeiten]

Die Gesetzentwürfe werden von der Landesregierung oder von einzelnen oder mehreren Abgeordneten des Landtages oder durch Initiativen aus dem Volk eingebracht. Die Gesetze werden durch den Landtag oder durch Volksentscheid beschlossen. Gesetze, die die Verfassung ändern, bedürfen der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Landtages sowie der Zustimmung des Volkes. Außerdem müssen sie den Wortlaut des ändernden Verfassungstextes ausdrücklich ändern und ergänzen.

Hoheitszeichen[Bearbeiten]

Landeswappen Wappenzeichen Landesflagge Landesdienstflagge Kfz-Stander Ministerpräsident Schleswig-Holstein.svg
Landeswappen Wappenzeichen Landesflagge Landesdienstflagge Kfz-Stander des Ministerpräsidenten (seit 1957)

Flagge[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flagge Schleswig-Holsteins

Die Landesflagge besteht aus drei horizontalen Streifen. Der obere Streifen ist blau, der mittlere weiß und der untere rot. Die Farben sind aus dem Landeswappen genommen und sind 1840 zum ersten Mal von den deutschen Schleswig-Holsteinern im sich abzeichnenden deutsch-dänischen Konflikt um Schleswig verwendet worden. Im Jahre 1949 wurde die Flagge offiziell von den Briten anerkannt. Die Dienstflagge enthält im Gegensatz zur Landesflagge das Landeswappen. Bei offizieller Beflaggung wird die Dienstflagge gehisst. Die Dienstflagge darf nur von den entsprechenden Behörden benutzt werden, die Landesflagge dagegen kann von jedermann frei benutzt werden, wovon großzügig Gebrauch gemacht wird – etwa in Form von Flaggen im Vorgarten. Schiffe führen eine Erkennungsflagge in den Farben der Landesflagge. Landeswappen, Landesfarben und -flagge wurden erst 1957 durch das Gesetz über die Hoheitszeichen des Landes Schleswig-Holstein vom 18. Januar 1957 festgelegt. Seit 2009 gibt es als Bürgerwappen ein unten abgerundetes Landeswappen.

Wappen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wappen Schleswig-Holsteins

Das Wappen umfasst heraldisch (also vom Wappen aus gesehen) links das holsteinische Nesselblatt und heraldisch rechts die Schleswigschen Löwen.

Hymne[Bearbeiten]

Das Schleswig-Holstein-Lied heißt offiziell Wanke nicht, mein Vaterland – der umgangssprachliche Name ist jedoch Schleswig-Holstein meerumschlungen. Den Text hat Matthäus Friedrich Chemnitz verfasst, die Melodie ist von Carl Gottlieb Bellmann

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein Gliederung
1900 1959 1994 2009
Kreise 17 17 11 11
Ämter 199 119 87
Gemeinden 1371 1131 1116

Schleswig-Holstein erfuhr 1970/74 eine Gebietsreform. Die Zahl der Landkreise wurde von 17 (siehe Provinz Schleswig-Holstein) auf elf gesenkt; die Zahl der Gemeinden sank mittelfristig von 1371 (1959) auf 1131 (1994) und die bisher 199 Ämter wurden in 119 Ämter zusammengefasst.

Schleswig-Holstein besteht heute (Stand: 1. Januar 2013) aus insgesamt elf Kreisen, 85 Ämtern und 1115 Gemeinden. Von diesen Gemeinden haben 901 weniger als 2000 Einwohner und werden deshalb von einem ehrenamtlichen Bürgermeister verwaltet. 63 Gemeinden besitzen das Stadtrecht. Stadtrecht kann eine Gemeinde erhalten, die mindestens 10.000 Einwohner besitzt, Städte, die dieses aus alter Zeit haben, verlieren es aber nicht. In diesen Städten leben 1,5 Millionen der etwa 2,7 Millionen Einwohner des Landes. Der Kreis Pinneberg ist mit 300.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste des Landes, der Kreis Rendsburg-Eckernförde mit knapp 2200 km² der größte und damit fast so groß wie das Saarland.

Kreise[Bearbeiten]

(in Klammern die Kreisstädte und die Kfz-Kennzeichen)

Bremerhaven (zu Freie Hansestadt Bremen) Niedersachsen Freie und Hansestadt Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Helgoland (zu Kreis Pinneberg) Königreich Dänemark Kreis Nordfriesland Flensburg Kiel Neumünster Lübeck Kreis Herzogtum Lauenburg Kreis Stormarn Kreis Segeberg Kreis Ostholstein Kreis Pinneberg Kreis Steinburg Kreis Dithmarschen Kreis Schleswig-Flensburg Kreis Plön Kreis Rendsburg-EckernfördeSchleswig-Holstein, administrative divisions - de - colored.svg
Über dieses Bild

Kreisfreie Städte[Bearbeiten]

(Kfz-Kennzeichen in Klammern)

Einen Sonderstatus nimmt seit dem 1. Januar 2005 die Stadt Norderstedt als „Große kreisangehörige Stadt“ an, der gem. § 135 a Gemeindeordnung Schleswig-Holstein eine Experimentierklausel ermöglicht wurde. Dies bedeutet, dass einige Aufgaben über einen öffentlich-rechtlichen Vertrag vom Kreis (hier: Segeberg) an die Stadt übertragen werden können.

Zukünftige Kreisgebietsreform[Bearbeiten]

Um 2000 herum diskutierten einige Kreise in der Metropolregion Hamburg den Zusammenschluss zu einem großen Hamburger Umlandkreis. Auch auf Landesebene gab es im politischen Raum Überlegungen, die Zahl der Kreise auf vier bis sechs und die Zahl der kreisfreien Städte auf zwei oder keine zu reduzieren. Ab 2008 wurde dies geplant, jedoch immer wieder verschoben.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Blick auf das Kieler Rathaus
Luftbild der Lübecker Altstadt
Flensburger Ostufer
Größte Städte und Gemeinden
Stadt/Gemeinde Kreis Einwohner
31. Dezember 2000
Einwohner
31. Dezember 2007
Einwohner
31. Dezember 2012[40]
Kiel kreisfrei 232.612 236.902 239.866
Lübeck kreisfrei 213.399 211.541 211.713
Flensburg kreisfrei 84.281 87.792 83.462
Neumünster kreisfrei 79.831 77.595 76.951
Norderstedt Segeberg 71.523 71.903 74.574
Elmshorn Pinneberg 47.391 48.052 47.490
Pinneberg Pinneberg 39.423 42.301 41.726
Itzehoe Steinburg 33.549 32.800 30.956
Wedel Pinneberg 32.060 32.033 31.725
Ahrensburg Stormarn 29.117 30.663 31.292
Geesthacht Herzogtum Lauenburg 29.106 29.295 29.098
Rendsburg Rendsburg-Eckernförde 29.321 28.391 27.446
Henstedt-Ulzburg Segeberg 24.950 26.560 27.199
Reinbek Stormarn 24.570 25.516 26.347
Bad Oldesloe Stormarn 23.314 24.172 24.448
Schleswig Schleswig-Flensburg 25.093 24.036 23.665
Eckernförde Rendsburg-Eckernförde 23.304 22.915 21.791
Husum Nordfriesland 20.994 22.327 22.092
Heide Dithmarschen 20.530 20.827 20.894
Quickborn Pinneberg 19.875 20.136 19.986

Schleswig-Holstein zeichnet sich durch eine große Zahl von Gemeinden mit weniger als 500 Einwohnern aus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern änderte daran auch die durchgeführte Gebietsreform nichts. 1033 kleinere Städte und Gemeinden sind in 85 Ämtern zusammengefasst, um die Verwaltungsaufgaben effektiver zu gestalten (Stand: 1. Januar 2013).

Arnis ist mit seinen rund 300 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands. Gröde und Wiedenborstel gehören zu den kleinsten eigenständigen Gemeinden Deutschlands.

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Landtag

Schleswig-Holstein ist ein ländlich und protestantisch geprägtes Land. In der Nachkriegszeit konnte der Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten zeitweise fast 25 % der Wähler hinter sich bringen. Mit dem Abgleiten in die bundespolitische Bedeutungslosigkeit aufgrund der fortschreitenden Integration der Heimatvertriebenen in die westdeutsche Gesellschaft verlor er aber auch hier die meisten Wähler. In den 1960er Jahren (NPD) und in den 1990er Jahren (DVU) konnten rechtsextreme Parteien Wahlerfolge bei Landtagswahlen verbuchen, diese aber nicht wiederholen.

In Schleswig-Holstein sind die Stimmenanteile der FDP und der Grünen meist geringer als in den anderen westdeutschen Ländern. Die regionale Stimmenverteilung innerhalb des Landes ist sehr verschieden. Tendenziell ist der Stimmenanteil der SPD in den kreisfreien Städten und im Umland Hamburgs höher, der Stimmenanteil der CDU ist tendenziell höher in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen sowie in den ländlichen Gemeinden der Kreise Steinburg, Rendsburg-Eckernförde und Segeberg.

Eine Besonderheit in der Parteienlandschaft Schleswig-Holsteins ist der Südschleswigsche Wählerverband. Er vertritt die Interessen der dänischen und eines Teils der friesischen Minderheit und ist bei Landtagswahlen von der 5-Prozent-Hürde nach dem Wahlgesetz für den Landtag von Schleswig-Holstein ausgenommen.[41]

Landesregierung[Bearbeiten]

Die Regierung wird seit der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai 2012 von einer Koalition aus SPD, Grüne und SSW getragen, die über nur eine Stimme Mehrheit verfügt.

Zum Kabinett von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) gehören:

  • Andreas Breitner (SPD), Minister für Inneres
  • Waltraud Wende (parteilos), Ministerin für Bildung und Wissenschaft
  • Kristin Alheit (SPD), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung
  • Reinhard Meyer (SPD) Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie
  • Robert Habeck (Grüne), Minister für Energiewende, Umwelt, Landwirtschaft und ländliche Räume zugleich Stellvertreter des Ministerpräsidenten
  • Monika Heinold (Grüne), Ministerin für Finanzen
  • Anke Spoorendonk (SSW), Ministerin für Justiz, Europa und Kultur zugleich Stellvertreterin des Ministerpräsidenten

Ministerpräsidenten[Bearbeiten]

Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein
Nr. Name Lebensdaten Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
1 Theodor Steltzer 1885–1967 CDU 1946 1947
2 Hermann Lüdemann 1880–1959 SPD 1947 1949
3 Bruno Diekmann 1897–1982 SPD 1949 1950
4 Walter Bartram 1893–1971 CDU 1950 1951
5 Friedrich-Wilhelm Lübke 1887–1954 CDU 1951 1954
6 Kai-Uwe von Hassel 1913–1997 CDU 1954 1963
7 Helmut Lemke 1907–1990 CDU 1963 1971
8 Gerhard Stoltenberg 1928–2001 CDU 1971 1982
9 Uwe Barschel 1944–1987 CDU 1982 1987
10 Henning Schwarz 1928–1993 CDU 1987 1988
11 Björn Engholm *1939 SPD 1988 1993
12 Heide Simonis *1943 SPD 1993 2005
13 Peter Harry Carstensen *1947 CDU 2005 2012
14 Torsten Albig *1963 SPD 2012 im Amt

Länderfusion[Bearbeiten]

Im Gespräch ist immer wieder eine Fusion zweier oder mehrerer norddeutscher Länder, die auch Schleswig-Holstein einbeziehen würde. So wird insbesondere ein Zusammenschluss der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg regelmäßig ins Gespräch gebracht.

Siehe auch: Nordstaat

Partnerschaften[Bearbeiten]

Partnerschaften des Landes Schleswig-Holstein[42]
Sønderjylland Dänemark 2001 Dänemark
Pays de la Loire Frankreich 1992 Frankreich
Woiwodschaft Pommern Polen 1992 Polen
Oblast Kaliningrad Russland 2004 Russland
Präfektur Hyōgo Japan 1995/2005 Japan
Maryland Vereinigte Staaten 2002 Vereinigte Staaten von Amerika

Darüber hinaus betreibt das Land seit 1995 Schleswig-Holstein-Büros im Ostseeraum zur Stärkung der traditionell engen Beziehung zwischen den Ländern des Ostseeraums. Schleswig-Holstein-Büros befinden sich in Danzig, Kaliningrad, St. Petersburg, Vilnius, Riga und Tallinn.[43]

Wirtschaft[Bearbeiten]

HDW in Kiel, die größte deutsche Werft, wurde Ende 2012 in ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) umbenannt.

Schleswig-Holstein ist traditionell ein strukturschwaches Land mit nur zwei Großstädten, Kiel und Lübeck. Verhältnismäßig viele Einwohner arbeiten weiterhin in der Landwirtschaft. Produzierende Industrie entwickelte sich hier relativ spät und wurde schon früh wieder vom einsetzenden Strukturwandel betroffen. Auch die Wiedervereinigung von 1990, durch die Schleswig-Holstein vom Nehmer- zum Geberland im Länderfinanzausgleich wurde, hatte ökonomisch ungünstige Folgen; der Abbau von Bundeswehr und Marine traf die Wirtschaft des Bundeslandes besonders hart.

In ökonomischer Hinsicht lassen sich drei Großräume unterscheiden: das prosperierende Hamburger Umland in der Metropolregion Hamburg, auch „Speckgürtel“ genannt (mit Maschinenbau und Dienstleistungen), die besonders strukturschwache Westküste (Landwirtschaft, Tourismus, Windenergie) und die Hafenstädte an der Ostküste (insbesondere Flensburg, Kiel und Lübeck) mit Handel, Verkehr, Schiffbau und Windenergie.[44]

ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS, bis Ende 2012 HDW) in Kiel ist die größte deutsche Werft, die international für ihre U-Boote der Klassen 212 A und 214 mit Brennstoffzellen­antrieb bekannt ist. Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft/FSG (Flensburg) hat sich auf RoRo/ConRo-Schiffe spezialisiert, während Lürssen-Kröger (Schacht-Audorf) und Nobiskrug (Rendsburg) im Bau von Mega-Yachten eine führende Position einnehmen. Die Lübecker Flender-Werft stellte 2002 den Betrieb ein.

In den letzten Jahren gewinnt der Seehandel mit anderen Ostseeanrainern wieder an Bedeutung. Eine besondere Rolle spielen dabei die Jütlandlinie und die Vogelfluglinie wie auch der Lübecker Hafen als Wege nach Skandinavien, Finnland, Russland und das Baltikum. Der Lübecker Hafen ist – mit über 30 Millionen Tonnen Umschlag im Jahr 2007 – der größte deutsche Hafen an der Ostsee, in Kiel und Hamburg haben die Kreuzfahrtanläufe in den letzten Jahren Rekordhöhen erreicht.

In Schleswig-Holstein sind gut zwei Drittel der gesamten deutschen Fischereiflotte stationiert. Rund ein Viertel der deutschen Reedereien sind im Land angesiedelt; etwa 20 % des deutschen Umsatzes im Schiffbau werden hier erwirtschaftet.

Die GMSH nimmt als AöR die Bauherren- und Planungsaufgaben des Landes Schleswig-Holstein und des Bundes innerhalb Schleswig-Holsteins wahr.

Der Tourismus in Schleswig-Holstein hat eine weit größere Bedeutung als in den meisten anderen Ländern. Im Jahr 2002 erwirtschafteten etwa 80.000 Beschäftigte einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro. Der Beitrag des Tourismus zum Volkseinkommen betrug damit 4,6 % (im Gegensatz zum Bundesschnitt von 2,8 %). Besonders die nordfriesischen Inseln (allen voran Sylt) erfreuen sich großer Beliebtheit bei den – zumeist deutschen – Touristen, doch auch die Ostseebäder (z.B. Grömitz, Timmendorfer Strand, Ostseebad Laboe, Schönberg (Holstein), Eckernförde oder Glücksburg) sind von Bedeutung.

Auch der Grenzhandel spielt eine Rolle in der schleswig-holsteinischen Wirtschaft. So kauften 2011 laut einer Umfrage fast 60 Prozent der dänischen Haushalte Bier oder Limonade in deutschen Grenzmärkten. Insgesamt werden im Grenzhandel jährlich rund 800 Millionen Euro umgesetzt. In Einkaufsparks wie dem Scandinavian Park in Handewitt und dem Grenzmarkt Zur Krone in Harrislee machen Käufe von Skandinaviern laut der IHK Flensburg bis zu 25 Prozent des Umsatzes aus.[45]

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Schleswig-Holstein einen Index von 104,1 (EU-27:100) (2004).[46]

2010 betrug die Wirtschaftsleistung im Bundesland Schleswig-Holstein gemessen am BIP rund 75,6 Milliarden Euro. Der Schuldenstand belief sich Ende 2010 auf rund 26 Milliarden Euro.

Die zehn wichtigsten Standorte sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sind (Arbeitsortangaben)[47]:

Stadt sozialvers.
Beschäftigte
30. Juni 2012
Veränderung
seit
30. Juni 2007
Pendlersaldo
30. Juni 2012
Arbeitsplatzdichte1
Kiel 108.563 + 6,49 % + 30.429 684
Lübeck 86.220 + 9,42 % + 18.818 662
Flensburg 36.808 - 1,57 % + 10.827 690
Neumünster 32.944 + 10,65 % + 7.930 695
Norderstedt 30.551 + 0,51 % + 1.340 669
Ahrensburg 17.438 + 16,34 % + 6.726 953
Itzehoe 16.543 + 8,00 % + 6.266 888
Elmshorn 15.942 + 0,92 % - 3.110 540
Rendsburg 15.535 + 0,20 % + 6.896 919
Husum 13.802 + 14,08 % + 7.326 1036
1 Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro 1000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 64; Zahlen zum 9. Mai 2011 gemäß Zensus 2011.[48]

In der Branche der Erneuerbaren Energien arbeiten derzeit mehr als 15.000 Menschen. Gerade in ländlichen Räumen ist neue Wertschöpfung entstanden.

Energieversorgung[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein hat drei Kernkraftwerke: Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel. Nur noch das KKW Brokdorf ist aktiv; die beiden anderen wurden nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima (März 2011) ausgeschaltet und bleiben nach einer Änderung des Atomgesetzes (Atomausstieg) endgültig abgeschaltet.

Eine wichtige Rolle spielen zunehmend die im Rahmen der Energiewende vorangetriebene Nutzung Erneuerbarer Energiequellen, speziell der Windenergie. Diese erfuhr in Schleswig-Holstein als einem der deutschen Pionierländer seit den 1990er Jahren einen enormen Bedeutungszuwachs, nachdem bereits in den 1980er Jahren erste Testanlagen wie der Growian errichtet wurden. Neben Anlagen an Land, die weiterhin die größte Bedeutung haben, wird mittlerweile auch der Ausbau von Offshore-Windparks in Nordsee und Ostsee forciert. Ende 2012 standen über 2900 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 3,6 GW in dem Bundesland[49], die etwa die Hälfte des schleswig-holsteinischen Strombedarfs decken können.[50]

Die Regierung beabsichtigt, bis 2020 den Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf 300 bis 400 Prozent zu steigern und somit zunehmend auch andere Bundesländer zu versorgen.[51]

Die größten Arbeitgeber[Bearbeiten]

Nach der Anzahl der Beschäftigten waren 2006 die zehn größten Arbeitgeber in Schleswig-Holstein:

  1. Bundeswehr, ca. 25.700 Beschäftigte ab 2010
  2. Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel und Lübeck, 10.706 Beschäftigte
  3. Possehl Gruppe, Lübeck, 7117 Beschäftigte
  4. Deutsche Post DHL, Bonn, 7050 Beschäftigte
  5. coop eG, Kiel, 6385 Beschäftigte
  6. Deutsche Telekom AG, Bonn, 5637 Beschäftigte
  7. Damp Holding AG, Damp, 4416 Beschäftigte
  8. Bockholdt-Gruppe GmbH, Lübeck, 4352 Beschäftigte
  9. Drägerwerk AG, Lübeck, 3488 Beschäftigte
  10. Deutsche Bahn AG, Berlin, 3150 Beschäftigte
  11. Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH, Kiel, 2974 Beschäftigte

Verkehr[Bearbeiten]

Das Flächenland Schleswig-Holstein verbindet Deutschland mit Dänemark und damit mit Skandinavien. Die Hauptverkehrsströme laufen dabei entlang der Jütlandlinie (Hamburg–Flensburg–Fredericia–Kopenhagen), der Vogelfluglinie (Hamburg–Lübeck–Puttgarden–Rödby–Kopenhagen), über die Westküstenachse (Hamburg–Itzehoe–Heide–Husum–Sylt/Esbjerg) und in Ost-West-Richtung über den Nord-Ostsee-Kanal (NOK), die Elbe und die Landwege Hamburg–Berlin. Wichtige Knoten stellen die Häfen Kiel und Lübeck sowie im Landverkehr Neumünster dar. Während der landgebundene Verkehr (Straße und Schiene) vor allem in Nord-Süd-Richtung auf Hamburg hin konzentriert verläuft, ist die Hauptachse des Schiffsverkehrs der ost-westlich verlaufene Nord-Ostsee-Kanal. Die Häfen mit dem stärksten Umschlag liegen in Lübeck in Richtung Ostsee und in Brunsbüttel in Richtung Nordsee. Der Flughafen Lübeck-Blankensee gewann in jüngerer Zeit Bedeutung als Landeplatz für Niedrigpreisflieger wie Ryanair.

Anteilsmäßig transportierten einzelne Verkehrssysteme im Jahr 2004:[52]

  • Straße: 162,4 Millionen Tonnen (+ 50 % seit 1998)
  • Schiene: 5,7 Millionen Tonnen
  • Schifffahrt:
    • Binnenschifffahrt: 3,8 Millionen Tonnen
    • Nord-Ostsee-Kanal: 80,6 Millionen Tonnen (+ 100 % seit 1998)

Straße[Bearbeiten]

Die wichtigsten Autobahnen des Landes gehen von Hamburg aus. Es sind die A 1 nach Lübeck, die weiter über die Vogelfluglinie die Öresundregion Kopenhagen/Malmö anbindet, die A 7 über Neumünster und Rendsburg nach Flensburg mit einem Abzweig nach Kiel, der A 215, und die A 23 nach Heide mit Anschluss nach Husum und den Nordfriesischen Inseln. Die A 20 führt bisher von Bad Segeberg über Lübeck an die Mecklenburg-Vorpommersche Ostseeküste und soll in Zukunft bei Glückstadt die Unterelbe queren. Die A 24 verbindet die Metropolregion Hamburg mit der Metropolregion Berlin/Brandenburg. Die 18 Kilometer lange A 25 verbindet Geesthacht mit Hamburg.

Schleswig-Holsteins Straßennetz umfasst 498 km Autobahnen, 1601 km Bundesstraßen, 3669 km Landesstraßen und 4112 km Kreisstraßen.

Busverkehr[Bearbeiten]

Das gut entwickelte Regionalbus-Netz Schleswig-Holsteins wird im Wesentlichen von der Autokraft GmbH nach Vorgaben der Kreise betrieben.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Die Eisenbahn hat in Schleswig-Holstein trotz der Tatsache, dass es ein Flächenland ist, eine relativ große Bedeutung für den Tourismus und für Berufspendler in die Zentren Hamburg, Lübeck und Kiel. Ersteres führt dazu, dass einige Strecken – insbesondere die Relation Hamburg–Sylt – im Sommer oft überlastet sind.

Die Hauptstrecken der Eisenbahn beginnen in Hamburg. Von dort führen sie nach Kiel, Lübeck und Flensburg. Auch die Marschbahn beginnt in Hamburg und endet in Westerland auf Sylt. Von Bedeutung war seit den 1960er Jahren die Eisenbahnfähre von Fehmarn nach Lolland im Verlauf der Vogelfluglinie. Seit der Eröffnung der festen Beltquerung in Dänemark ist der Güterverkehr über diese Verbindung zum Erliegen gekommen. Entlang der Westküste verläuft die unelektrifizierte Hauptstrecke Hamburg–Itzehoe–Heide–Husum–Sylt/Esbjerg. Von ihr zweigen in Heide, Husum und Niebüll verschiedene Nebenbahnen ab, die die Fremdenverkehrsorte erschließen:

Eine weitere wichtige Hauptachse ist die Bahnstrecke Hamburg-Altona–Kiel, von der in Neumünster die Bahnstrecke Neumünster–Flensburg abzweigt, die weiter über die Bahnstrecke Flensburg–Fredericia nach Dänemark führt. Diese drei elektrifizierten und weitgehend zweigleisigen Strecken können als Teil der Jütlandlinie gesehen werden.

Die Ostküste wird durch weitgehend eingleisige, unelektrifizierte Strecken erschlossen, von Nord nach Süd sind dies:

Von Lübeck aus bestehen weiterhin zwei Verbindungen nach Hamburg:

Auf Letzterer gibt es die größte Zahl Bahnreisender in Schleswig-Holstein.

Im nördlichen Teil Schleswig-Holsteins gibt es seit Stilllegung der Bahnstrecke Flensburg–Niebüll in den 1980er Jahren nur noch zwei reine Ost-West-Verbindungen:

Im Hamburger Umland bestehen noch einige Verbindungen der AKN und die Bahnstrecke Neumünster–Bad Oldesloe.

Ferner existieren vier auf den Saison- und Museumsverkehr ausgerichtete Strecken:

Wichtigste Eisenbahnunternehmen sind die DB Regio, die AKN und die Nord-Ostsee-Bahn. Darüber hinaus gibt es noch weitere Privatbahnen in Schleswig-Holstein. Bedeutendster der Bahnhöfe Schleswig-Holsteins ist der Lübecker Hauptbahnhof.

Der Regionalverkehr im Land ist vertaktet, sodass auf jeder Strecke mindestens alle zwei Stunden Züge verkehren. Auf den meisten Strecken gibt es einen Stundentakt, teilweise sogar einen Halbstundentakt. Eine Ausnahme bildet die Strecke Niebüll–Dagebüll, die aufgrund des Fährfahrplans nicht vertaktet ist.

Der unvertaktete Fernverkehr ist mit einigen InterCity-Zugpaaren auf der Marschbahn am dichtesten. ICE-Züge erreichen Lübeck und Kiel jeweils über Hamburg und nach Kiel über Neumünster. Seit 2007 fahren auch Diesel-ICE bis Kopenhagen über Lübeck, Oldenburg in Holstein und Puttgarden sowie bis Århus über Neumünster, Rendsburg und Flensburg.

Seefahrt[Bearbeiten]

Das Land hat insgesamt 46 öffentliche Häfen und Anlegestellen, von denen vier überregionale Transitfunktionen erfüllen: Kiel, Lübeck/Travemünde und Puttgarden an der Ostsee, Brunsbüttel an der Nordsee. Kiel und Lübeck sind ebenso für den Güterverkehr nach Skandinavien sowie zunehmend nach Osteuropa wichtig. Lübeck-Travemünde und auch Kiel sind zudem wichtige Fähr- und Kreuzfahrthäfen (2013: 153 Kreuzfahrtschiffe, 397.000 Passagiere begannen oder beendeten ihre Kreuzfahrt in einem Schleswig-Holsteinischem Hafen). Puttgarden ist der deutsche Hafen der Vogelfluglinie nach Dänemark. Brunsbüttel ist ein wichtiger Hafen für Massengüter und dient außerdem als Basis für die Offshore-Windenergieindustrie. Gemessen am Güterumschlag waren 2006 die größten Häfen:[52]

  • Lübeck (einschließlich Lübeck-Travemünde): 30,6 Millionen Tonnen (2010: 26,74 Mio. t)
  • Brunsbüttel: 7,7 Millionen Tonnen (2013: 8,4 Mio. t)
  • Kiel: 5,0 Millionen Tonnen (2013: 3,7 Mio. t)
  • Puttgarden: 3,8 Millionen Tonnen (2013: 4,8 Mio. t)

Der Nord-Ostsee-Kanal ist mit über 41.000 Schiffsbewegungen jährlich die meistgenutzte künstliche Wasserstraße der Welt. Der Schiffsverkehr auf dem Kanal hat sich zwischen 1998 und 2006 knapp verdreifacht.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Karte der Flughäfen und Landeplätze in Schleswig-Holstein und Hamburg

Die beiden größeren zivilen Flughäfen des Landes befinden sich in Kiel und in Lübeck. Während der Kieler Flughafen derzeit keine Linienflüge anbietet, ist der Flughafen Lübeck mit 697.559 Passagieren im Jahr 2009 auch für den Ferntourismus von Bedeutung, da er regelmäßig von sogenannten Billigfluggesellschaften angeflogen wird. Zunehmende Bedeutung erlangte in letzter Zeit der Flughafen Sylt; er wird seit 2005 mehrmals täglich von großen Fluggesellschaften im Liniendienst angeflogen und hatte 2009 ein Passagieraufkommen von 157.000. Der Flugplatz in Uetersen gewinnt ebenfalls weiter an Bedeutung: Der Personenverkehr wächst stetig an und auch die landenden Flugzeuge werden immer größer. Es gibt zudem kleinere Flugplätze, u. a. bei Flensburg und Hartenholm. Sonderlandeplätze befinden sich auf den Inseln Helgoland und Fehmarn. Der weitaus wichtigste Verkehrsflughafen für das Land ist jedoch der Flughafen Hamburg, nur wenige Kilometer südlich der Landesgrenze gelegen, die Startbahn 2 reicht sogar auf schleswig-holsteinisches Gebiet.

Bildung[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein verfügt über drei Universitäten, wobei aber nur die traditionsreiche, 1665 gegründete Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eine Volluniversität ist. Daneben ist in Lübeck eine Universität mit medizinischer und technisch-naturwissenschaftlicher Fakultät und in Flensburg eine Universität, die aus der pädagogischen Hochschule hervorgegangen ist. Ferner gibt es im Land eine Kunsthochschule, eine Musikhochschule in Lübeck, vier Fachhochschulen (Kiel, Lübeck, Flensburg und Heide) und eine Verwaltungsfachhochschule. Darüber hinaus gibt es in Schleswig-Holstein drei private Hochschulen (Elmshorn, Pinneberg und Wedel). Insgesamt studierten im Wintersemester 2003/2004 in Schleswig-Holstein 45.542 Personen, davon 26.510 an Universitäten und 16.973 an Fachhochschulen.

Im Schuljahr 2007/2008 besuchten 36 % der 335.473 Schüler an allgemeinbildenden Schulen eine Grundschule, 25 % ein Gymnasium, 18 % eine Realschule, 11 % eine Hauptschule, 6 % eine Gesamtschule und 3 % eine Sonderschule. Weiterhin gibt es freie Waldorfschulen (1 % der Schüler) und Abendgymnasien (0,1 %).[53]

Eine Besonderheit an der schleswig-holsteinischen Bildungslandschaft sind die insgesamt 48 dänischen Schulen im Landesteil Schleswig, die vom Dänischen Schulverein für Südschleswig getragen werden. Die hier erworbenen zweisprachigen Schulabschlüsse werden ohne Weiteres in Deutschland als auch in Dänemark anerkannt.

Wissenschaft und Forschung[Bearbeiten]

Die Universitäten des Landes bilden mit der Wissenserzeugung und -vermittlung ein starkes Rückgrat des Forschungssystems in Schleswig-Holstein, das durch zahlreiche außeruniversitäre Forschungsinstitute ergänzt wird. Forschung auf anerkannt hohem und internationalem Niveau wird in Schleswig-Holstein in Bereichen wie Meeresforschung, Biomedizin und Medizintechnik sowie in den Natur- und Ingenieurwissenschaften betrieben. Außeruniversitäre Forschungsinstitute spannen dabei den Bogen von der Grundlagenforschung zum Anwendungsbezug bis hin zum Wissens- und Technologietransfer. Die Forschungsinstitute gehören mehrheitlich den großen nationalen Forschungsorganisationen wie Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Fraunhofer-Gesellschaft an. Drei der schleswig-holsteinischen außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind Teil der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren: Die Biologische Anstalt Helgoland (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung), das Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material- und Küstenforschung im Kreis Herzogtum Lauenburg und das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Kultur[Bearbeiten]

Die Kultur Schleswig-Holsteins ist – bedingt nicht zuletzt durch die dänischen und friesischen Einflüsse – recht vielfältig. Sie ist geprägt von historisch-geografischen Faktoren wie der Lage zwischen den beiden Meeren Nordsee und Ostsee sowie der primär bäuerlichen Kultur. Besonders im Norden des Landes ist der skandinavische Einfluss in der Architektur und Wohnkultur erkennbar.

Schleswig-Holstein ist ein Land mit reicher literarischer Tradition. Dafür stehen Namen wie Johann Heinrich Voß, Matthias Claudius, Friedrich Hebbel, Theodor Storm, Klaus Groth sowie Heinrich und Thomas Mann. Letzterer hat mit seinem Roman „Buddenbrooks“ der Stadt Lübeck zu literarischem Weltruhm verholfen. Auch zahlreiche zeitgenössische schleswig-holsteinische Autoren haben deutsche Literaturgeschichte geschrieben. Dazu gehören der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass (wohnhaft im Kreis Herzogtum Lauenburg), der schleswig-holsteinische Ehrenbürger Siegfried Lenz (wohnhaft bei Rendsburg), der Schriftsteller Günter Kunert und die verstorbene Dichterin Sarah Kirsch. Eine Besonderheit ist die nordfriesische Literatur.

In musikalischer Hinsicht beheimatet das Land mit dem 1986 von Justus Frantz gegründeten Schleswig-Holstein Musik Festival das größte Klassikfestival Europas. Es präsentiert alljährlich im Juli und August rund 130 Konzerte vor über 100.000 Besuchern, verteilt auf 30–50 Spielstätten im ganzen Land. Daneben findet im Rahmen der Orchesterakademie im Landeskulturzentrum Salzau, der Meisterkurse an der Musikhochschule Lübeck sowie der Chorakademie eine international renommierte Nachwuchsförderung von Hochbegabten aus aller Welt statt. Jedes Jahr hat das Festival einen Länderschwerpunkt.

Die Eutiner Festspiele (Oper im Schlossgarten) wurden 1951 aus Anlass des 125. Todestages des in Eutin geborenen Komponisten Carl Maria von Weber gegründet. Ausgehend von Aufführungen der Weber-Oper „Der Freischütz“ hat sich eine Veranstaltungsreihe (pro Jahr drei Opern in 22–25 Aufführungen im Eutiner Schlosspark) entwickelt, die jährlich fast 50.000 Besucher nach Ostholstein zieht.

International bekannt ist das alljährliche Wacken-Open-Air-Festival, das weltgrößte Festival der Metal-Szene. Seit 1989 findet in Eutin um Pfingsten ein Bluesfest mit bis zu 15.000 Besuchern statt.

Schleswig-Holstein besitzt – neben einer Vielzahl kleinerer Bühnen – drei große Mehrspartentheater: das Theater Lübeck, das Theater Kiel sowie das Schleswig-Holsteinische Landestheater mit Sitz in Schleswig. Bad Segeberg ist durch die jährlich durchgeführten Karl-May-Spiele bekannt.

Das Spektrum der rund 250 schleswig-holsteinischen Museen ist breit gefächert: Es reicht von den zentralen Landesmuseen der Stiftung Schloss Gottorf über die historischen Schlösser und großen Häuser in den Städten bis hin zu einer Vielzahl sehenswerter Heimatmuseen, die Vergangenheit und Eigenheit von Land und Leuten vermitteln, etwa das Carl-Haeberlin-Friesenmuseum in Wyk auf Föhr. Im Museum der Nolde Stiftung Seebüll in Seebüll sind Werke des expressionistischen Malers Emil Nolde in dessen ehemaligem Wohnhaus zu sehen. Das Schleswig-holsteinische Freilichtmuseum in Kiel-Molfsee zeigt historische Gebäude aus dem ganzen Land.

In Kiel schlossen sich acht Sammlungen und Museen zum Verbund museen am meer zusammen. Dazu gehören die Antikensammlung in der Kunsthalle zu Kiel, das Aquarium GEOMAR, die Kunsthalle zu Kiel, die Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung, die Stadtgalerie Kiel, das Stadt- und Schifffahrtsmuseum Warleberger Hof und Fischhalle sowie das Zoologische Museum.

Die Nordischen Filmtage in Lübeck schließlich sind eines der traditionsreichsten und größten norddeutschen Filmfestivals überhaupt. Sie sind ausschließlich dem Kino des Nordens gewidmet; zu sehen sind Produktionen aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und Finnland sowie Estland, Lettland und Litauen.

Siehe auch: Liste historischer Orte in Schleswig-Holstein, Liste schleswig-holsteinischer Komponisten klassischer Musik

Sport[Bearbeiten]

Wassersport[Bearbeiten]

Die Windjammerparade auf der Kieler Woche ist eine der größten Segelveranstaltungen weltweit.

Durch die langen Küsten ist der Wassersport ebenso populär wie das Angeln, vor allem aber ist Kiel eine der Weltmetropolen des Segelns, anerkannt durch die Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 1936 und 1972. Mit der Kieler Woche und der Travemünder Woche ist das Land Ausrichter zweier der größten und traditionsreichsten Segelwettbewerbe der Welt. Auf der Flensburger Förde tragen die Segler traditionell während der herbstlichen Förde Woche die letzten Segelwettkämpfe des Jahres aus. Die älteste Regatta des Landes dürfte die Aalregatta sein, die lange Zeit als Eröffnungsregatta in die Kieler Woche integriert war. Insgesamt sind im Land in 230 Vereinen etwa 32.000 Segler organisiert.

Sylt und Fehmarn gelten als Mekka vieler Surfer. In der Ruder-Stadt Ratzeburg befinden sich ein Bundesleistungszentrum und der Olympiastützpunkt, an dem viele erfolgreiche Mannschaften regelmäßig trainieren. Unter anderem wurden die erfolgreichen Deutschlandachter von 1960 und 1968 in Ratzeburg gebildet. Seit etwa 2000 hat sich das Kitesurfen an Ost- und Westküste etabliert. In St. Peter-Ording finden zahlreiche Wettbewerbe in dieser Sportart statt.

Handball[Bearbeiten]

Schleswig-Holstein beheimatet zwei Handballvereine, die regelmäßig an der Spitze der Bundesliga, des europäischen und des Welthandballs spielen: den THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt. Diesen Anspruch konnten sie im Jahr 2007 mit einem rein schleswig-holsteinischen Champions-League-Finale untermauern, das die Kieler „Zebras“ gegen den Rivalen von der dänischen Grenze für sich entscheiden konnten. Bundesligisten im Handball waren zeitweise auch der VfL Bad Schwartau, TSB Flensburg, die SG Weiche-Handewitt und der TSV Altenholz; der Handewitter SV aus der ehemaligen Spielgemeinschaft Weiche-Handewitt bildet jetzt zusammen mit dem TSB Flensburg die SG Flensburg-Handewitt.

Fußball[Bearbeiten]

Bundesweit bekannt sind die Traditionsvereine VfB Lübeck (Schleswig-Holstein-Liga, Stadion an der Lohmühle) und Holstein Kiel, (3. Liga, Holstein-Stadion), der 1912 Deutscher Fußballmeister war.

Schleswig-Holstein ist das einzige westdeutsche Land, das nie durch einen Verein in der Fußball-Bundesliga vertreten war. Vor Gründung der 1. Liga 1963 spielten Holstein Kiel (1947–1963) und der VfB Lübeck (1947–1950, 1952–1954, 1957/58, 1959–1961 und 1962/63) in der Oberliga Nord, der damals höchsten Spielklasse. Neben den beiden spielten außerdem der Itzehoer SV (1950/51), der Heider SV (1956/57 und 1960/61), der VfR Neumünster (1955–1963) und der 1. FC Phönix Lübeck (1957–1960) in der Oberliga und zuvor waren zwischen 1933 und 1944 insgesamt 14 Clubs in der Gauliga Nordmark und Gauliga Schleswig-Holstein erstklassig. Der TSV Uetersen wurde 1950 Meister der drittklassigen Hamburger Germania-Staffel und stieg in die Hamburger Amateurliga auf, deren Meistertitel 1956/57 errungen wurde. Der VfB Lübeck stieg jeweils 1995 und 2002 für kurze Zeit in die Zweite Bundesliga auf und erreichte 2004 das Halbfinale des DFB-Pokals.

American Football[Bearbeiten]

Mit den Kiel Baltic Hurricanes des ASC Kiel, und den Lübeck Cougars hat Schleswig-Holstein zwei Erstligisten im American Football. Die Mannschaften spielen in der GFL, der höchsten nationalen Liga. Am 9. Oktober 2010 standen die Hurricanes gegen die Berlin Adler im Endspiel (German Bowl), welches sie mit 17:10 gewannen. Ein Jahr später verloren sie das Endspiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns mit 44:48.

Sonstige Sportarten[Bearbeiten]

Mitgliedsstärkster Sportverein im Landessportverband Schleswig-Holstein ist der VfL Pinneberg.

Beim VfB Lübeck wird neben Fuß- und Handball auch Tischtennis gespielt; sowohl Damen als auch Herren waren lange Zeit in der Bundesliga vertreten, die Herren gewannen einmal den Europapokal (ETTU-Cup). Unter dem Dach des VfB Lübeck wird ebenfalls erfolgreich Badminton gespielt, dort befindet sich ein Bundesnachwuchsstützpunkt. Lübeck, Kiel und Flensburg sind traditionsreiche Stätten des Boxsports.

An der Westküste in Nordfriesland und Dithmarschen ist das Boßeln recht populär. Faustball-Hochburgen sind Kellinghusen, Schülp b. Nortorf und Gnutz. In Timmendorfer Strand wird seit Ende der 1980er Jahre Eishockey gespielt. Der Verein war besonders Anfang der 1990er Jahre erfolgreich und ist momentan der einzige aktive Eishockey-Verein in Schleswig-Holstein (Stand 2014).

Jährlich finden in Brokstedt und auf dem Dithmarschen-Ring in Albersdorf Speedwayrennen statt. In Jübek wurden auf dem Egon-Müller-Ring mehrere WM-Finalläufe und Langbahn-WM-Grand-Prix-Rennen ausgetragen. Weitere Sportarten wie das Reiten sind ebenfalls populär und haben viele Spitzensportler hervorgebracht.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Fünf Personen sind bisher Ehrenbürger von Schleswig-Holstein geworden:

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Schleswig-Holstein – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Schleswig-Holstein

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Bohn: Geschichte Schleswig-Holsteins. C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-50891-X.
  • Otto Brandt und Wilhelm Klüver: Geschichte Schleswig-Holsteins. 8. Auflage. Mühlau, Kiel 1981.
  • Johann Friedrich Camerer: Vermischte historisch-politische Nachrichten in Briefen von einigen merkwürdigen Gegenden der Herzogthümer Schleßwig und Hollstein, ihrer natürlichen Geschichte und andern seltenen Alterthümern. Flensburg/ Leipzig 1758–1762. (Inseln, Westküste, Nordmarsch, Uetersen mit Kloster, Eiderstedt, Stapelholm, nordische Geschichte, Sylt, Tondern sowie Grafschaft Rantzau, Rellingen, Seestermühe, Ulzburg, Leezen, Oldesloe und Helgoland)
  • Johann Friedrich Camerer: Sechs Schreiben von einigen Merkwürdigkeiten der Holsteinischen Gegenden. Meissner, Leipzig 1756. Vor- und Frühgeschichte Sylt, Schleswig, Rendsburg, Husum und Umgebung, Belagerung der Festung Rendsburg, Grabhügel bei Ostenfeld
  • Uwe Carstens: Parteiendemokratie in Schleswig-Holstein. In: Göttrik Wewer (Hrsg.): Demokratie in Schleswig-Holstein. Historische Aspekte und aktuelle Fragen. Opladen 1998, ISBN 3-8100-2028-1.
  • Uwe Carstens: Das Flüchtlingsproblem in Schleswig-Holstein. Veröffentlichung des Schleswig-Holsteinischen Landesarchivs, Schleswig 1997, ISBN 3-931292-51-7.p
  • Uwe Danker, Astrid Schwabe: Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus. Neumünster 2005
  • Diederichs, Urs J. Hrsg: Schleswig-Holstein unter dem Hakenkreuz. Im Auftr. d. Evang. Akad. Nordelbien. Bad Segeberg / Hamburg 1984
  • Bartholomäus Figatowski (Hrsg.): Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein. Verlag 71, Plön 2009, ISBN 978-3-928905-76-3.
  • Bettina Goldberg: Abseits der Metropolen. Die jüdische Minderheit in Schleswig-Holstein. Wachholtz, Neumünster 2011 ISBN 9783529061110
    • Rezension: Rainer Hering, in Transversal. Zeitschrift für jüdische Studien. Hg. Centrum für jüd. Studien an der Universität Graz. Heft 1, 13. Jg. 2012, ISSN 1607-629X S. 104 - 107
  • Volker Griese: Schleswig-Holstein. Denkwürdigkeiten der Geschichte. Historische Miniaturen. Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-1283-1.
  • Gregor Gumpert, Ewald Tucai (Hrsg.): Över’t Land in Schleswig-Holstein. Plattdeutsche Texte mit Bildern von Klaus Fußmann. Mit Hörbuch, gelesen von Sabine Kaack. 2. Auflage, Wachholtz, Neumünster 2012, ISBN 978-3-529-06112-7.
  • Gregor Gumpert, Ewald Tucai (Hrsg.): Schleswig-Holstein. Ein literarisches Porträt. Wachholtz, Neumünster 2010, ISBN 978-3-529-06122-6.
  • Hippolyt Haas, Hermann Krumm, Fritz Stoltenberg: Schleswig-Holstein meerumschlungen in Wort und Bild. Kiel 1896.
  • Hanswilhelm Haefs: Ortsnamen und Ortsgeschichten in Schleswig-Holstein. Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-0509-0.
  • Bernd Hoefer: Gesetze des Landes Schleswig-Holstein 3. Auflage. 2009, ISBN 978-3-936773-47-7.
  • Jürgen H. Ibs, Eckart Dege, Henning Unverhau (Hrsg.): Historischer Atlas Schleswig-Holstein. Bd. I–III, Wachholtz, Neumünster
  • Ulrich Lange (Hrsg.): Geschichte Schleswig-Holsteins. Wachholtz, Neumünster 2003, ISBN 3-529-02440-6.
  • Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Ortwin Pelc (Hrsg.): Das neue Schleswig-Holstein Lexikon. 2. Auflage. Wachholtz. Neumünster 2006, ISBN 3-529-02441-4.
  • Eckardt Opitz: Schleswig-Holstein. Das Land und seine Geschichte – in Bildern, Texten und Dokumenten. Ellert & Richter, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8319-0084-8.
  • Thomas Riis: Up ewig ungedeelt. Ein Schlagwort und sein Hintergrund. In: Thomas Stamm-Kuhlmann (Hrsg.): Geschichtsbilder. Festschrift für Michael Salewski zum 65. Geburtstag. Reihe: Historische Mitteilungen, Beiheft 47. Steiner, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-08252-2, S. 158–167
  • Kurt-Dietmar Schmidtke: Die Entstehung Schleswig-Holsteins. 3. Auflage. Wachholtz, Neumünster 1995, ISBN 3-529-05316-3
  • Jann Markus Witt, Heiko Vosgerau (Hrsg.): Schleswig-Holstein von den Ursprüngen bis zur Gegenwart. Eine Landesgeschichte. Convent-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-934613-39-X.
 Commons: Schleswig-Holstein meerumschlungen in Wort und Bild – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Schleswig-Holstein – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Schleswig-Holstein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Schleswig-Holstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schleswig-Holstein – Reiseführer

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Historisches Schlagwort unter Bezugnahme auf den Vertrag von Ripen (1460), symbolisiert die Verbindung von Schleswig und Holstein
  2. Standarddänisch, Sydslesvigdansk und Sønderjysk
  3. Dänische Minderheit: ca. 50.000, dänische Staatsbürger: ca. 7000, Deutsche, die nicht zur dänischen Minderheit zählen (grenznahe Orte; Sprache erlernt in Schulen, Volkshochschulen, Hochschulen): mehrere Tausend
  4. Dies sind die offiziell anerkannten Sprachen, daneben traditionell auch Jiddisch, Petuh, Missingsch sowie die Sprachen der neuen Minderheiten wie vor allem Türkisch (rund 40.000, davon rund 13.000 mit deutscher Staatsangehörigkeit); Belege für die Zahlenangaben unter Sprachen und Dialekte in Schleswig-Holstein
  5. Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Stand: 24. Juni 2014, abgerufen am 24. Juni 2014.
  6. Arbeitslosenquoten im Juni 2014 – Länder und Kreise. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 1. Juli 2014.
  7. Quelle: destatis, Schulden der öffentlichen Haushalte am 30.09.2013
  8. Die Einteilung in Landschaften beruht auf: Bundesrepublik Deutschland, 1:1.000.000, Landschaften – Namen und Abgrenzungen, bearbeitet und herausgegeben vom Institut für angewandte Geodäsie 1985, 2. Auflage. 1994, im Internet wiedergegeben im Genealogienetz
  9. http://www.wald.de/bundeswaldinventur-der-wald-in-zahlen
  10. Landwirtschaft und Umwelt Schleswig-Holstein: Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe
  11.  Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (Hrsg.): In: istorischer Atlas Schleswig-Holstein. Vom Mittelalter bis 1867. Wachholtz, Neumünster 2004, ISBN 978-3529024474, S. 24.
  12. Statistisches Jahrbuch Schleswig-Holstein 2013/2014
  13.  Kurt Jürgensen, Johannes Kunisch (Hrsg.): Die preußische Lösung der Schleswig-Holstein-Frage 1863-1867 (= Forschungen zur Brandenburgischen und Preussischen Geschichte. Beiheft 1, Bismarck und seine Zeit). Duncker & Humblot, Berlin 1992, ISBN 3-428-07314-2, S. 57.
  14. Meyers Neues Lexikon (Mannheim 1979) und Meyers Enzyklopädisches Lexikon (Mannheim 1975) definieren die Jüten als nordgermanisch, während der Atlas zur Universalgeschichte von Oldenbourg/Westermann die Jüten als westgermanisch beschreibt; Brockhaus (Mannheim 2006), die Encyclopædia Britannica (Chicago 2005), das Duden-Lexikon (1980) und das dtv-Lexikon (München 1971) beschreiben die Jüten allgemeiner als germanischen Stamm in Jütland
  15. Geschichte des Landes Schleswig-Holstein
  16. J. Habich, D. Lafrenz, H. Schulze, L. Wilde: Schlösser und Gutsanlagen in Schleswig-Holstein. L&H Verlag, Hamburg 1998, S. 19.
  17. Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte: Der Dreißigjährige Krieg
  18. Troels Fink: Geschichte des schleswigschen Grenzlandes. Munksgaard, København 1958, S. 178.
  19. Troels Fink: Geschichte des schleswigschen Grenzlandes. Munksgaard, København 1958, S. 192 ff.
  20. Uwe Danker, Astrid Schwabe: Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus. Neumünster 2005, S. 38.
  21. Uwe Danker, Astrid Schwabe: Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus. Neumünster 2005, S. 104–107.
  22. Uwe Danker, Astrid Schwabe: Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus. Neumünster 2005, S. 139.
  23. Uwe Danker, Astrid Schwabe: Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus. Neumünster 2005, S. 114.
  24. Uwe Danker, Astrid Schwabe: Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus. Neumünster 2005, S. 152/153
  25. Uwe Danker, Astrid Schwabe: Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus. Neumünster 2005, S. 175–178.
  26. Uwe Danker, Astrid Schwabe: Schleswig-Holstein und der Nationalsozialismus. Wachholtz, Neumünster 2005, S. 181.
  27. http://www.otto-schmidt.de/news_17733.html
  28. In Schleswig-Holstein gibt es auch weitere partielle Amtssprachen (Niederdeutsch, Dänisch, Nordfriesisch); unter der juristischen Auslegung des Begriffes Deutsche Sprache als Oberbegriff ist die Niederdeutsche Sprache ebenfalls eine generelle Amtssprache
  29. Siehe dazu Sprachen und Dialekte in Schleswig-Holstein, Abschnitt: rechtliches Verhältnis zwischen Hoch- und Niederdeutsch
  30. In acht jüdischen Gemeinden; Informationen zur politischen Bildung, Heft 307: Jüdisches Leben in Deutschland, 2/2010, S. 69
  31. Dänische Minderheit: ca. 50.000, dänische Staatsbürger: ca. 7000, Deutsche, die nicht zur dänischen Minderheit zählen (grenznahe Orte; Sprache erlernt in Schulen, Volkshochschulen, Hochschulen): mehrere Tausend
  32. Dies sind die offiziell anerkannten Sprachen, daneben traditionell auch Jiddisch, Petuh, Missingsch sowie die Sprachen der neuen Minderheiten wie vor allem Türkisch (rund 40.000, davon rund 13.000 mit deutscher Staatsangehörigkeit); Belege für die Zahlenangaben unter Sprachen und Dialekte in Schleswig-Holstein
  33. http://www.ekd.de/download/kirchenmitglieder_2007.pdf
  34. epd: „Nordkirche“: Nordelbische Synode für Fusionsverhandlungen (Version vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)
  35. Religionen in Deutschland: Mitgliederzahlen
  36. Willkommen bei den Altkatholiken auf Nordstrand. Alt-Katholische Pfarrgemeinde Nordstrand, abgerufen am 2. Februar 2012.
  37. Christuskirche Uetersen: Die Geschichte der Christuskirche
  38. ZWST: Mitgliederstatistik der jüdischen Gemeinden und Landesverbände in Deutschland für das Jahr 2008 (Auszug)
  39. Schleswig-Holstein: Landesverfassungsgericht
  40. [1], Bevölkerung in den Gemeinden Schleswig-Holsteins, Fortschreibung zum 31.12.2012 auf Basis des Zensus 2011
  41. § 3 Abs. 1 Satz 2
  42. Partnerregionen des Landes Schleswig-Holstein auf den Seiten des Landesregierung
  43. Übersicht der Schleswig-Holstein-Büros
  44. zeit.de: Schleswig-Holstein setzt voll auf den Ausbau von Windkraft. Die Branche freut's, aber die Bürger sind entrüstet. An vielen Orten rebellieren sie.
  45. Höhere Steuern treiben Skandinavier in Grenzmärkte bei www.shz.de, abgerufen am 14. Februar 2013
  46. Eurostat News Release 23/2007: PDF
  47. Statistik der Bundesagentur für Arbeit
  48. Zensusdatenbank
  49. Status des Windenergieausbaus in Deutschland (PDF; 541 kB). Deutsche Windguard. Abgerufen am 3. November 2013
  50. Windenergienutzung in Deutschland Stand: 31. Dezember 2012 (PDF; 6,4 MB). DEWI-Magazin 42. Abgerufen am 3. November 2013
  51. Erneuerbare Energie vom Land kommt an, Meldung vom 30. August 2013
  52. a b Bericht der Landesregierung Schleswig-Holstein „Logistikkonzept für Schleswig-Holstein“, Landtagsdrucksache 16/1406 als PDF-Datei
  53. Statistische Berichte des Statistisches Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein Die allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein – Mehrjährige Übersichten der Schuljahre 1998/99 bis 2007/2008 – – Eckdaten nach Kreisen im Schuljahr 2007/2008 (abgerufen am 6. Aug. 2009; PDF; 189 kB)
  54. Schleswig-Holstein Kulturportal (Version vom 2. Dezember 2010 im Internet Archive)

54.47003759.51416Koordinaten: 54° 28′ N, 9° 31′ O