Klabautermann

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Illustration zum Buch Zur See, von 1885
Klabautermann auf der Terrasse des Restaurants „Der Wasserschout“ in der Nähe des Deutschen Schifffahrtsmuseums Bremerhaven (Die Skulptur ist 1911 von J.H. Pagels geschaffen und stand früher – ab 1912 – auf dem Schulhof der Pestalozzischule Bremerhaven.)
Skulptur Klabautermann in Husum

Der Klabautermann, Kalfatermann oder Klabattermann (von niederdeutsch klabastern „poltern“, „lärmend umhergehen“ oder von ebenfalls niederdeutsch kalfatern „mit Pech und Werg abdichten“) ist im seemännischen Aberglauben ein Schiffsgeist oder Kobold, der – meist unsichtbar – den Kapitän bei Gefahren warnt. Die Figur des Klabautermannes ist verbunden mit der Segelschifffahrt. Er hilft beim Schiffbau, beim Dichten des Schiffsdecks und treibt gerne Schabernack. An Bord macht er sich durch Polter- und Bumsgeräusche bemerkbar. Man sagt: „Wenn er klopft, bleibt er, wenn er hobelt, geht er.“ Sein Aussehen gleicht dem eines Matrosen – mit Hammer und Pfeife, manchmal auch mit Seemannskiste, mit roten Haaren und grünen Zähnen. Zeigt er sich, so ist dies ein schlechtes Zeichen. Er verlässt das Schiff erst, wenn es untergeht.

Laut einem alten Seemannsbrauch gehört auf jedes Schiff ein Huhn zur Abschreckung des Klabautermanns.

Der Klabautermann fand Eingang in die Literatur durch Heinrich Heine, Friedrich Gerstäcker, Christian Morgenstern und Theodor Storm. Der Dichter und Schriftsteller Klabund erklärt sein Pseudonym als Zusammensetzung von „Klabautermann“ und „Vagabund“. Auch die Kinderfigur Pumuckl von Ellis Kaut ist ein „Nachfahre der Klabauter“.[1]

Im Kartenspiel Doppelkopf gibt es eine Spielvariante, bei der man einen Sonderpunkt erhält, wenn eine Partei mittels der Pik-Dame einen Pik-König der gegnerischen Partei fängt. Letzterer wird dann „Klabautermann“ genannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helge Gerndt: Fliegender Holländer und Klabautermann (= Schriften zur niederdeutschen Volkskunde. Bd. 4). Schwartz, Göttingen 1971, ISBN 3-509-00533-3.
  • Nikolaus Hansen (Hrsg): Geschichten vom Klabautermann. Erzählungen (= Knaur 1664). Droemer Knaur, München 1988, ISBN 3-426-01664-8.
  • Karl Heinrich Henschke: Pommersche Sagengestalten (= Pommernforschung. Reihe 2: Veröffentlichungen des Volkskundlichen Archivs für Pommern. Bd. 2). Bamberg, Greifswald 1936 (Zugleich: Greifswald, Universität, Dissertation, 1936).
  • Karin Lichtblau: Klabautermann. In: Ulrich Müller, Werner Wunderlich (Hrsg.): Dämonen, Monster, Fabelwesen (= Mittelalter Mythen. Bd. 2). UVK, Fachverlag für Wissenschaft und Studium, St. Gallen 1999, ISBN 3-908701-04-X, S. 343–352.
  • Eberhard Michael Iba: Der Klabautermann und andere Sagen und Geschichten in und um Bremerhaven. 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Selbstverlag, Saarbrücken 2010, ISBN 978-3-9811503-4-6.
  • Leander Petzoldt: Klabautermann. In: Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister (= Beck'sche Reihe. Bd. 427). 3. Auflage. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-4064-9451-X, S. 108–109.
  • Adolf Wuttke: Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 3. Bearbeitung von Elard Hugo Meyer. Wiegandt & Grieben, Berlin 1900.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Klabautermann – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Über Kobolde und Klabauter