Kloster Vornbach

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Kloster Vornbach am Inn

Das Kloster Vornbach ist ein ehemaliges Benediktinerkloster in Vornbach, Gemeinde Neuhaus am Inn, Bayern, in der Diözese Passau.

Geschichte[Bearbeiten]

Das der Heiligen Maria und St. Benedikt geweihte Kloster wurde vor 1050 von Gräfin Himiltrud von Vornbach als Kollegiatstift eingerichtet und 1094 durch Graf Ekbert I. von Formbach und seine Frau Mathilde von Lambach-Pitten sowie Graf Ulrich von Windberg als Kloster gegründet. Alle vier Stifter stammen aus der Familie der Grafen von Formbach.

Bischof Ulrich I. von Passau weihte den Benediktinermönch Berengar († 29. Oktober 1108) zum ersten Abt des Klosters.

Klosterkirche

Um 1125 baute man an Stelle einer Burg eine spätromanische doppeltürmige Basilika. Von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zur späten Gotik beherbergte das Kloster eine bedeutende Schreibschule. Hier entstand 1421 eine kunstvoll gemalte Bibel. Die Kirche erhielt im 14. Jahrhundert einen neuen Chor.

Kloster Vornbach nach einem Kupferstich von Michael Wening von 1721

Im Jahre 1438 unterspülte ein schweres Hochwasser des Inn einen Klostertrakt, der daraufhin einstürzte. Mehrere Personen, darunter der damalige Abt, wurden von den Fluten mitgerissen, konnten aber einige Kilometer flussabwärts gerettet werden.

Die heutige Kirche wurde unter Abt Benedikt Hepauer von 1630 bis 1637 unter Einbeziehung der romanischen Umfassungsmauern und des gotischen Chores erbaut. Um 1700 entstanden die zweigeschossigen Klostergebäude. Erst unter Abt Clarus Faßmann erhielt die Kirche 1728 bis 1733 ihre spätbarocke Ausstattung.

Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation in Bayern aufgelöst, die Klosterkirche übernahm 1806 die Funktion einer Pfarrkirche. Die österreichischen Besitzungen des Klosters fielen an den Staat. Die Klostergebäude erwarb Franz X. Bachmayr, 1857 kamen sie in den Besitz des Freiherrn von Schätzler. Der nordöstliche Hof dient als Pfarrhof.

Die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt ist die Mutterkirche der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Neunkirchen in Österreich.

Die Kirche[Bearbeiten]

Fassade der Klosterkirche
Ignaz Egedacher Orgel 1732
Innenraum der Klosterkirche

Die Fassade der doppeltürmigen Kirche entstand 1765 bis 1770 durch den Passauer Baumeister Johann Michael Schneitmann. Im Inneren fallen vier halbrunde Nischenkapellen auf. Im 20. Jahrhundert wurden die Veränderungen des 19. Jahrhunderts, insbesondere die Ersetzung des Wandstucks von Franz Josef Holzinger durch Ornamentenmalerei, wieder rückgängig gemacht. Die Freskomalerei, die vor allem Szenen aus dem Marienleben und im Chor Satans Sturz darstellt, stammt von Innozenz Anton Warathy. Der Hochaltar von Holzinger aus dem Jahr 1730 trägt ein Bild von Bartolomeo Altomonte, welches Maria Himmelfahrt zeigt.

Die Orgel aus dem Jahr 1732 schuf Johann Ignaz Egedacher. Das Instrument wurde 2009 von Kuhn restauriert. Es hat 20 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch. Eine Besonderheit dieses Instruments ist die nach wie vor funktionierende Kalkantenanlage.[1]

I Oberwerk CDE–c3

1. Coppel 8′
2. Principal 4′
3. Flöten 4′
4. Superoctav 2′
5. Duodecima 11/3
6. Mixtur III 1′
II Hauptwerk CDE–c3
7. Principal 8′
8. Coppel 8′
9. Gamba 8′
10. Octav 4′
11. Quint 22/3
12. Superoctav 2′
13. Mixtur V 2′
14. Cimbalum III 1/2
Pedal CDE–g0
15. Violon 16′
16. Subbass 16′
17. Principal 8′
18. Octav 4′
19. Mixtur V 22/3
20. Cimbalum III 1′

Durch häufige Sprengungen im nahe gelegenen Steinbruch erhielt die Kirche einen Deckenlängsriss, der 1962 durch große eiserne Stangen wieder zusammengezogen wurde.

Das Gnadenbild[Bearbeiten]

In der ersten hinteren Kapelle der linken Kirchenseite befindet sich eine Schnitzfigur Maria mit dem Kind aus der Zeit um 1475. Dieses Gnadenbild stammt von der Wallfahrtskirche Maria am Sand, die südlich der Abtei stand.

Die ehemalige Pfarrkirche[Bearbeiten]

Die ehemalige Pfarrkirche Vornbachs war dem heiligen Martin geweiht. Nach der Säkularisation wurden die Pfarrrechte auf die ehemalige Klosterkirche übertragen. Im Jahre 1826 wurde die Kirche bis auf das Presbyterium abgetragen, und dieses diente in der Folge als Friedhofskapelle und Leichenhalle. 1975 wurden bei Restaurierungsarbeiten Fresken aus dem 15. Jahrhundert entdeckt und teilweise freigelegt.

Maria am Sand[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche Maria am Sand war das älteste Gotteshaus im Ort. Bereits vor Gründung des Klosters im Jahre 1094 bestand an dieser Stelle eine bedeutende Wallfahrt. Die mit reichem Stuck von Franz Xaver Holzinger geschmückte Kirche wurde nach der Säkularisation im Jahre 1831 abgerissen. Das Gnadenbild wurde in die ehemalige Klosterkirche übertragen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster Vornbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen auf der Website der Firma Orgelbau Kuhn, abgerufen am 30. März 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Eckl / Josef Duschl (Hrsg.): Das Kloster Vornbach. 900 Jahre Benediktinische Kultur im Unteren Inntal. 1994.

48.48613.4423Koordinaten: 48° 29′ 10″ N, 13° 26′ 32″ O