Pfarrkirche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfarrkirche Pleystein
Pfarrkirche St. Petrus Wörth an der Donau

Eine Pfarrkirche oder Parochialkirche (lateinisch ecclesia par(r)ochialis, auch pa(r)rocialis oder pa(r)roecialis) bezeichnet im Christentum die Hauptkirche einer Kirchengemeinde (= Parochie, von lat. parochia).

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Nach can. 216 CIC/17 war die Pfarrkirche in der Katholischen Kirche neben Pfarrangehörigen und Pfarrer Bestandteil der Pfarrei. Vermögensträger war die Kirchenstiftung als juristische Person. Jede Pfarrei musste eine Pfarrkirche haben.

Nach dem CIC von 1983 sind (theoretisch) auch Pfarreien ohne Pfarrkirche möglich. Träger der Pfarrkirche ist nach dem neuen Recht allein die Pfarrei, die nun selbst juristische Person ist, wobei bestehende Kirchenstiftungen nach can. 4 CIC CIC/83 bestehen bleiben.

Die Pfarrkirche ist der Ort, an dem sich die Gläubigen bevorzugt zum Gottesdienst versammeln und Eucharistie feiern. Obwohl gegenwärtig kein Pfarrzwang mehr besteht, sollen laut Empfehlung in can. 857 §2 CIC nach wie vor Taufen von Erwachsenen in ihrer Pfarrkirche, Taufen von Kindern in der Pfarrkirche ihrer Eltern stattfinden. In jeder Pfarrkirche muss daher ein Taufbecken vorhanden sein (can. 858 §1 CIC). Auch sollen Eheschließung (can. 1118 CIC) und Exsequien (can. 1177 CIC) grundsätzlich in der Pfarrkirche der Betreffenden gefeiert werden.

Nach can. 934 §1 CIC ist in Pfarrkirchen die Eucharistie ständig aufzubewahren.

Pfarrkirchen dürfen wie alle anderen Kirchen nur mit Erlaubnis des Diözesanbischofs errichtet werden (can. 1215 §1 CIC). Nach Abschluss der Bauarbeiten sind sie in feierlichem Ritus zu weihen (can. 1217 §2 CIC).

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

In den evangelischen Kirchen ist die Pfarrkirche das zu gottesdienstlichen Zwecken gewidmete Kirchengebäude einer Kirchengemeinde. In neueren Rechtstexten kommt Pfarrkirche als Begriff seltener vor, als dies in älteren Rechtsordnungen der Fall war.[1] Von Bedeutung ist der rechtliche Bezug der Pfarrkirche zum Pfarramt, das in fast jeder Kirchengemeinde besteht. Es gibt jedoch auch Kirchengemeinden, die kein eigenes Pfarramt haben. In diesem Fall wird diese Kirchengemeinde vom Pfarramt einer Nachbarkirchengemeinde mitbetreut. Das Pfarramt verfügt zusammen mit dem Kirchengemeinderat über den stiftungsgemäßen Zweck der Pfarrkirche, die den öffentlichen Raum für die Verkündigung und die Sakramentenspendung darstellt.

Öffentliches Recht[Bearbeiten]

Pfarrkirchen der öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften sind nach dem Staatskirchenrecht der Bundesrepublik Deutschland als öffentliche Sachen anzusehen und von der Rechtsordnung besonders geschützt. In Österreich können diese Bauwerke ebenso wie die anderen religiösen Einrichtungen in Bezug auf den Denkmalschutz laut Verordnung des Bundesdenkmalamtes gem. § 2a generell geschützt sein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Ulrich Anke: Pfarrkirche, in: Lexikon für Kirchen- und Staatskirchenrecht. Schöningh, 2004