Konfuzius-Friedenspreis

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Der Konfuzius-Friedenspreis (chinesisch 孔子和平獎 / 孔子和平奖Pinyin Kǒngzǐ hépíng jiǎng) ist eine nach dem chinesischen Philosophen Kong Fu Zi benannte Auszeichnung, die in der Volksrepublik China vergeben wird. Sie soll Personen ehren, die den Frieden und die friedliche Verständigung der Völker fördern.[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Einführung dieses Preises wird von westlichen Beobachtern vor allem mit der von China scharf missbilligten Vergabe des Friedensnobelpreises an den chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo in Verbindung gebracht. Der chinesische Friedenspreis soll ein Gegengewicht zu der von der chinesischen Regierung als politisch missbraucht betrachteten Vergabe des Friedensnobelpreises bilden.[2]

Preiskomitee[Bearbeiten]

Das Konfuzius-Preiskomitee besteht laut Medienberichten aus 16 chinesischen Persönlichkeiten. Zu den Komiteemitgliedern gehört auch Kong Qingdong, ein 73-jähriger Professor für chinesische Literatur und direkter Abkömmling des Denkers Konfuzius in 73. Generation.[3]

Preisträger[Bearbeiten]

Erster Preisträger 2010 war der ehemalige taiwanische Vize-Präsident Lien Chan, der den Konfuzius-Friedenspreis jedoch nach Angaben seines Büros nicht kannte und ihn auch nicht persönlich entgegennehmen mochte (englisch: it knew nothing of the prize and he would not be travelling to China to pick it up.[4]) Als weitere Kandidaten galten Mahmud Abbas, Bill Gates, der Penchen Lama sowie Nelson Mandela.[5] Die Bekanntgabe des Preisträgers erfolgte einen Tag vor der Ehrung der Nobelpreisträger 2010.

2011 wurde Wladimir Putin mit dem Konfuzius-Friedenspreis ausgezeichnet. Die Wahl wurde unter anderem mit seiner Opposition zum NATO-Einsatz im Bürgerkrieg in Libyen sowie seiner Entscheidung begründet, 1999 in Tschetschenien in den Krieg zu ziehen.[6] Er selbst war bei der Preisverleihung nicht anwesend. An seiner Stelle nahmen zwei russische Austauschstudentinnen den Preis entgegen.[3]

2012 ging der Konfuzius-Friedenspreis an Kofi Annan und Yuan Longping.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. China launches Confucius Peace Prize
  2. China to hand out its own peace prize
  3. a b NZZ Online - Konfuzius-Friedenspreis für Putin. Abgerufen am 12. Dezember 2011.
  4. China Nobel row: Beijing turns up anti-Nobel rhetoric
  5. Vgl. Chinesische Gegenpreisvergabe mit Rätseln bei tagesschau.de, 9. Dezember 2010
  6. The New York Times: For Putin, a Peace Prize for a Decision to Go to War, 15. November 2011