Konvoi (Kernkraftwerk)
| Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. |
Unter Konvoi versteht man eine bestimmte standardisierte Bauform von drei deutschen Kernkraftwerken der 1300-MW-Klasse. Die Druckwasserreaktor-Kraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 wurden zwischen 1981 und 1989 von der Kraftwerk Union (KWU) gebaut[1]. Vorgesehen wurde auch, dass über Wärmetauscher Prozessdampf z. B. für eine Fernheizversorgung genutzt werden kann; diese Möglichkeit wurde jedoch niemals genutzt. Die Konstruktion des Reaktortyps ist eine Weiterentwicklung der heute vor-Konvoi genannten 3. Druckwasserreaktor-Generation des Herstellers KWU.
Die Zielsetzung einer Standardisierung der Konvoi-Kraftwerke scheiterte an der föderalen Struktur des deutschen Genehmigungsrechts. Die Forderungen der drei jeweils zuständigen Landesgenehmigungsbehörden führten zu wesentlichen Unterschieden in der Anlagenausführung der gebauten Anlagen.
Die Konvoi-Baulinie wurde seit den 1990er Jahren in Zusammenarbeit von Siemens Nuclear Power und Framatome unter Einbeziehung von Desigelementen des französischen N4 zum EPR weiterentwickelt. Gleichzeitig wurden Elemente der Konvoi-Technologie im Rahmen von Nachrüstungen in die älteren KWU-Anlagen integriert. Siemens Nuclear Power und Framatome wurden in Deutschland 2001 zum Unternehmen Framatome ANP GmbH fusioniert, welches 2006 in Areva NP GmbH umbenannt wurde.
Im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) steht ein Modell eines Konvoireaktors im Maßstab 1:5. Es trägt den Namen ROCOM (Rossendorf Coolant Mixing Test Facility). Mit seiner Hilfe können Strömungsexperimente im Reaktor simuliert werden.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Konvoi-Anlagen
[Bearbeiten] Deutschland
| Bezeichnung | Kürzel | Bundes- land |
Betrei- ber |
Brutto- leistung in MW |
Netto- leistung in MW |
Energie- erzeugung in TWh[2] |
Reststrom- menge ab Juli 2010 in TWh[3] |
Bau- beginn |
Kommer- zieller Betrieb |
Außer Betrieb[4] (geplant) |
Typ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Isar 2 | KKI 2 | E.ON | 1.475 | 1.400 | 186,8 | 110,3 | 15.09.1982 | 09.04.1988 | (2021) | DWR | |
| Emsland | KKE | RWE | 1.400 | 1.329 | 186,6 | 114,9 | 10.08.1982 | 20.06.1988 | (2022) | DWR | |
| Neckarwestheim 2 | GKN 2 | EnBW | 1.395 | 1.305 | 173,9 | 125,1 | 09.11.1982 | 15.04.1989 | (2023) | DWR |
Stand: 2010, Quellen: Bundesamt für Strahlenschutz, Informationskreis KernEnergie
[Bearbeiten] Verworfene Anlagen
Weitere, geplante Konvoi-Kernkraftwerke in Deutschland waren die Projekte
- Hamm
- Biblis C/D
- Vahnum A/B
- Pfaffenhofen/Zusam A/B (Rehling)
- Pleinting
- Borken (Hessen).
Einige Projekte wurden nach der Katastrophe von Tschernobyl aufgegeben; Borken und Hamm endgültig erst 1995. Die Planungen für Biblis C wurden nicht weiterverfolgt.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Nuclear Energy Agency
- ↑ Nettostrom in TWh - Netto-Stromerzeugung in Milliarden Kilowattstunden seit der Inbetriebnahme bis Ende Dezember 2005 oder bis zur Abschaltung.
- ↑ Bundesamt für Strahlenschutz: Erzeugte Elektrizitätsmengen (netto) der deutschen Kernkraftwerke, Übertragung von Produktionsrechten und Erfassung der Reststrommengen
- ↑ aktuelle Reststrommengen und prognostizierte Abschaltung