Konzil von Laodicea

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Das Konzil von Laodicea war eine regionale Synode, an der etwa 30 Geistliche aus Asia minor, jetzt als Anatolien in der heutigen Türkei, teilnahmen. Sie fand um 363–364 zum Ende eines Krieges des Römischen Reiches mit Persien statt.

Historischer Kontext[Bearbeiten]

Kaiser Julian starb am 26. Juni 363 auf einem Persienfeldzug an seinen im Kampf erlittenen Verletzungen. Offiziere seiner Armee wählten Jovian auf dem Schlachtfeld zu seinem Nachfolger. Julian, der letzte nicht-christliche Herrscher Roms, war der letzte Abkömmling in direkter Linie von Konstantin, dem ersten christlichen Kaiser. Während Julians Regierungszeit wurde die Entweihung „heidnischer“ Tempel und die Verfolgung des Heidentums im Allgemeinen ersetzt durch christenfeindliche Maßnahmen und einem Versuch der Wiederbelebung der nichtchristlichen Religionen.

In einer schwierigen Lage, abgeschnitten vom Nachschub, beendete Jovian den Krieg zu für Rom unvorteilhaften Bedingungen (siehe Frieden von 363). Er und Valentinian I., der ihm nach seiner nur achtmonatigen Regentschaft, die am 17. Februar 364 endete, auf dem Thron folgte, folgten in ihrem Glauben dem Bekenntnis von Nicäa.

Valentinian ernannte seinen Bruder, den Christen Valens, zum Mitkaiser. Als Regent des Ostteiles des Reiches arbeitete Valens daran, die theologischen Probleme zu lösen, die während Julians Herrschaft aufkamen. Während dieser bewegten Zeit versammelten sich Geistliche westlich von den bedeutenden Schlachtfeldern dieses Krieges in Laodikeia am Lykos in Phrygien (heute Denizli in der Türkei).

Wichtige Themen[Bearbeiten]

Das Konzil befasste sich besonders damit, das Verhalten der Kirchenmitglieder zu regeln. Es legte seine Dekrete in Form schriftlicher Regeln in 59 oder 60 „Kanones“ nieder. Diese zielen beispielsweise auf

  1. die Beschränkung der Privilegien von Neophyten (Mit Neophyt (gr.-lat. neu gepflanzt) wurde in der Alten Kirche der Neugetaufte bezeichnet, der von seiner Taufe in der Osterzeit bis zum Sonntag Quasimodogeniti weiße Kleider trug.)
  2. die Einschränkung der Befugnisse der niederen Geistlichkeit,
  3. die Begrenzung des Umgangs mit allem, was mit Häresie in Verbindung steht,
  4. das Verbot der Ausübung des Priesterberufs durch Frauen[1]
  5. die Bekämpfung der Judaisten unter den Christen.

Der letztgenannte Punkt wurde in Kanon 29 behandelt: Christen sollen nicht am Samstag (Sabbat) ruhen, sondern den Herrn am Sonntag ehren, obwohl Kanon 16 des Konzils sagt, dass die Evangelien am Sabbat gelesen werden sollen. Das Konzil von Chalcedon bestätigte den Kanon dieses Konzils im Jahre 451.

Biblischer Kanon[Bearbeiten]

Es gab einige Verwirrung über die Zahl der von diesem Konzil verkündeten Kanones. Der 59. Kanon beschränkte die Lesungen in der Kirche auf die „kanonischen“ Bücher des Alten und Neuen Testaments. Der 60. Kanon bestand aus der zugehörigen Liste des Biblischen Kanons. Darin sind 26 Bücher des Neuen Testamentes enthalten, die Offenbarung des Johannes ist nicht enthalten. Die Liste des Alten Testamentes enthält die 22 Bücher des Tanach sowie das Buch Baruch und die Epistel des Jeremias. Dieser 60. Kanon fehlt bei einigen Manuskripten, was den Eindruck erweckt, dass er später angefügt wurde. Da eine solche Liste zur Einhaltung des 59. Kanon erforderlich ist, wäre ihre Ergänzung nützlich. Kyrill von Jerusalem erstellte bereits um 350 eine zur Liste des Konzils passende Auflistung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susan Haskins: Mary Magdalen. Myth and Metaphor. 1995 by Riverhead Trade

Weblinks[Bearbeiten]