Kopenhagener Gebäck

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Kopenhagener ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für die Einwohner der dänischen Hauptstadt siehe Kopenhagen.

Kopenhagener Gebäck oder seltener Kopenhagen-Gebäck ist die deutsche Bezeichnung von Wienerbrød. Die dänischen Gebäckteile oder Kuchen werden im Englischen als Danish Pastry oder kurz als Danish bezeichnet.[1][2]

Danish Pastry/Kopenhagener Gebäck

Bestandteile und Herstellung[Bearbeiten]

Traditionell besteht der dänische Wienerbrødteig aus 27 Margarinelagen.[3] Eine Ausnahme ist der Teig von Croissants, hier sollen es nur 16 Margarinelagen sein.[4] Das dänische Bäckerhandwerk unterscheidet Wienerbrød in zwei Sorten. In Wienerbrød mit einem Fettanteil von 20 bis 25 % Margarine im Verhältnis zum Grundteig und in Wienerbrød mit einem Fettanteil von 50 bis 60 %. Dänische Croissants enthalten ca. 40 % Fettanteil.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu Lohnkonflikten zwischen den dänischen Bäckergesellen und ihren Meistern. Da die Gesellen streikten, wurden Bäckergesellen aus Wien angeworben. Diese brachten ihr Fachwissen mit, das unter anderem in der Verarbeitung von Plunderteig bestand. Nach Beilegung des Arbeitskampfes hielt die Nachfrage nach den süßen Teilen an, so dass die dänischen Bäcker die ursprünglich österreichischen Rezepte weiterverwendeten und verfeinerten.[6][1][7]

Eine andere Version besagt, dass der Kopenhagener Bäcker Niels Albeck 1843 nach Wien reiste, um dort das österreichische Backhandwerk kennenzulernen. Bei seiner Rückkehr brachte er drei österreichische Bäckergesellen mit, die er in seiner neu eröffneten „Wienerbageriet” (deutsch: „Die Wiener Bäckerei”) in Kopenhagen anstellte. Dort wurden zum ersten Mal in Dänemark Croissants verkauft, die Albeck mit Rosinen und Marzipan füllen ließ. Diese wurden von ihm und seiner Konkurrenz zu Wienerbrød in den verschiedensten Formen weiterentwickelt.[8]

In den Vereinigten Staaten wurde das Gebäck unter der Bezeichnung Danish in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts populär. Erstmals nachweisen lässt sich die Bezeichnung für das Jahr 1915 in New York, wo es insbesondere in der Küche jüdischer Einwanderer populär war. Ende desselben Jahres reiste der dänische Bäcker und "patisserie savant" Lauritz C. Klitteng nach New York und versorgte eigenen Angaben zufolge die Hochzeitsfeier von Woodrow Wilson und Edith White Bolling Galt mit seinem Gebäck. Außerdem unterrichtete er die Köche des deutschstämmigen jüdischen Restaurantbesitzers Herman Gertner (1872—1962) in der Herstellung des Kopenhagener Gebäcks. Gertner besaß fünf Restaurants am Broadway, in denen er das Gebäck unter der Bezeichnung "Danish" verkaufte. Es entwickelte sich schnell zu einem Verkaufsschlager und verbreitete sich bald auch in anderen Restaurants, Cafes und Bäckereien New Yorks. Klitteng selbst bereiste über 30 Bundesstaaten, in denen er die Herstellung des Kopenhagener Gebäcks unterrichtete. Um 1930 war das Gebäck in Restaurants und Bäckereien in ganz Amerika anzutreffen.[7][2][9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Timothy G. Roufs, Kathleen Smyth Roufs: Sweet Treats around the World: An Encyclopedia of Food and Culture. ABC-CLIO, 2014, ISBN 9781610692212, S. 98-99 (Auszug (Google))
  2. a b Gil Marks: Encyclopedia of Jewish Food. Houghton Mifflin Harcourt, 2010, ISBN 9780544186316, S. 234 (Auszug (Google))
  3. Preben Rokamp: Rullede deje, Erhversskolernes Forlag Odense 1996, S. 7
  4. 48. Minute in www.dr.dk/TV/se/den-store-bagedyst/den-store-bagedyst-5-6#!/
  5. Preben Rokamp: Rullede deje, Erhversskolernes Forlag Odense 1996, S. 13
  6. Preben Rokamp: Rullede deje, Erhversskolernes Forlag Odense 1996, S. 9
  7. a b Heather Arndt Anderson: Breakfast: A History. Altamira Press, 2013, ISBN 9780759121652, S. 52-53 (Auszug (Google))
  8. Bi Skaarup (Historikerin) in http://www.information.dk/113090
  9. John Bemelmans Marciano: Toponymity: An Atlas of Words. Bloomsbury Publishing, 2010, ISBN 9781608193707, S. 53-54 (Auszug (Google))

Weblinks[Bearbeiten]