Kraftwerk Steyrdurchbruch

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Kraftwerk Steyrdurchbruch
Die Kraftwerksanlage im Steyrdurchbruch
Die Kraftwerksanlage im Steyrdurchbruch
Lage
Kraftwerk Steyrdurchbruch (Oberösterreich)
Kraftwerk Steyrdurchbruch
Koordinaten 47° 51′ 50,7″ N, 14° 11′ 51,4″ O47.86409714.197598Koordinaten: 47° 51′ 50,7″ N, 14° 11′ 51,4″ O
Land: Österreich
OberosterreichOberösterreich Oberösterreich
Ort: Molln
Gewässer: Steyr
Kraftwerk
Betreiber: Energie AG Oberösterreich
Bauzeit: 1907-1908
Technik
Engpassleistung: 4,035[1] Megawatt
Durchschnittliche
Fallhöhe:
13,6 m
Ausbaudurchfluss: 38[1] m³/s
Regelarbeitsvermögen: 20[1] Millionen kWh
Turbinen: 3 Francis-Turbinen[1]
1 Kaplan-Turbine[1]
Sonstiges
Website: www.energieag.at

Das Kraftwerk Steyrdurchbruch (Gemeinde Molln) ist ein seit 1908 bestehendes Laufkraftwerk am Steyrfluss. Die Jugendstil-Architektur und die Kraftwerkstechnik von Anfang des 20. Jahrhunderts sind weitgehend erhalten.

Geschichte und Technik[Bearbeiten]

Die Kirchdorfer Zementwerke Hofmann & Co (aus der die Kirchdorfer Gruppe entstand) ließen die Jugendstilanlage in der Steyrdurchbruch-Schlucht von April 1907 bis November 1908 errichten. Architekt war Mauriz Balzarek, ausführendes Unternehmen A. Buss & Co aus Graz, eine Tochterfirma des Schweizer Unternehmens Albert Buss & Cie.. Mit zwei Maschinensätzen zu je 700 kW war das Kraftwerk damals eine der leistungsfähigsten Anlagen. 1922 lieferte es nicht nur Strom für das Kirchdorfer Zementwerk und umliegende Gemeinden, sondern sogar für die Linzer Straßenbahn. In den Jahren 1936 und 37 verlandete der Stauraum zusehends, was einen Umbau der Wehranlage erforderlich machte. Seit 1972 ergänzt eine Kaplanturbine mit einer Leistung von 1,605 Megawatt in einer Kaverne neben dem alten Krafthaus die drei alten Francisturbinen mit insgesamt 2,430 Megawatt. Seit 1979/80 läuft das Kraftwerk im automatischen Betrieb.[2] Es ist ein oberösterreichisches Industriedenkmal, 2008 erhielt die Energie AG für die Sanierung und Erhaltung den Denkmalpflegepreis des Landes Oberösterreich.[3]

Die Schalttafel und die Generatoren mit sichtbar angebrachten Wicklungen stammen aus dem Jahr 1908 und die drei Francisturbinen aus den Jahren 1908 und 1925. Das Wasser gelangt durch einen Oberwasserkanal zu den Feinrechen und stürzt dann 13,6 Meter auf die Schaufelräder der Turbinen. Der Stausee im engen Flusstal ist rund 1,5 km lang. Da die Steyr zur Zeit der Erbauung noch zur Holztrift diente, ist die 13,6 Meter hohe und 43 Meter lange Wehranlage mit einer Triftrutsche ausgestattet. Diese ist für 6 bis 6,5 Meter langes Rundholz[4] ausgelegt. Das Kraftwerk wird von der Energie AG Oberösterreich betrieben und produziert jährlich 20 Millionen Kilowattstunden an elektrischer Energie. Es versorgt die Gemeinden Molln, Sierning, Kirchdorf und Klaus.[5]

Historische Bilder[Bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten]

Das Turbinenhaus ist ein zwei- bzw. dreigeschossiger Bau mit turmartigem Eckbau und einem Walmdach mit glasierten Dachziegeln. Die Fassade wird durch Pilaster gegliedert, unterbrochen von einem über dem Erdgeschoss liegenden groß dimensionierten Gurtgesims, das Obergeschoss schließt ein wellenartig geschwungenes Traufgesims ab. Die Fenster im Erdgeschoss zwischen den Pilastern sind großflächig. Der erhöhte Eckturm trägt in großen Lettern die Aufschrift: „ELEKTRIZITÄTSWERK / STEYRDURCHBRUCH / HOFMANN & COMP“. Die Bogenbrücke über den Steyrfluss ist mit je zwei Jugendstil-Pylonen und einem durchbrochenen Geländer versehen. Die einzelnen Abschnitte der Schwergewichtsmauer der Wehranlage sind über filigrane Trittstege verbunden, diese nehmen an ihrer Unterseite die Bogenform auf und heben sich so von der Wehrmauer ab.[2]

Galerie

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Wasserkraftwerk Steyerbruch. Mit Energie für Oberösterreich. Energie AG Oberösterreich, 1999, abgerufen am 23. Juli 2011 (PDF-Broschüre; 177 kB).
  2. a b Bundesdenkmalamt - Wasserkraftwerk Steyrdurchbruch aufgerufen am 21. Juni 2011
  3. LH Pühringer: Denkmalpreise 2008 vergeben aufgerufen am 7. Juli 2013
  4. Willibald Girkinger/Wolfgang Heizmann: Die Steyr. Landschaft und Menschen am Fluss. Landesverlag 1990 ISBN 3-85214-527-9 S. 141 (Die Trift auf der Steyr)
  5. Energie AG- Laufkraftwerk Steyrdurchbruch aufgerufen am 21. Juni 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kraftwerk Steyrdurchbruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien